Handystrahlung: Apple wegen zu hoher Werte bei iPhones verklagt

Im August dieses Jahres berichtete die Tageszeitung "The Chicago Tribune", dass etliche Smartphones die gesetzlich festgelegten Grenzen für elektromagnetische Strahlung überschreiten. Zu den getesteten Geräten gehörte auch ein iPhone 7, dieses lag deutlich über den zulässigen Werten. Die Federal Communications Commission (FCC) leitete daraufhin eine Untersuchung ein, veröffentlichte bislang aber kein Ergebnis. Apple bestritt seinerzeit die Gültigkeit der Tests, diese seien nicht nach FCC-Standards durchgeführt worden, teilte das Unternehmen mit.


Aufruf zur Sammelklage
Die auf Verbraucherschutz spezialisierte Anwaltskanzlei FeganScott rief nur einen Tag nach der Veröffentlichung des Berichts der Zeitung dazu auf, sich einer Sammelklage gegen Apple anzuschließen. Nahezu zeitgleich beauftragte sie ein von der FCC akkreditiertes Testlabor damit, erneute Untersuchungen durchzuführen, diesmal unter strenger Beachtung der technischen Vorgaben der Bundesbehörde. Getestet wurden nicht nur etliche iPhone-Modelle, sondern auch einige Galaxy-Smartphones des südkoreanischen Herstellers Samsung.

Bis zu 500 Prozent über den Grenzwerten
Die Ergebnisse dieser Tests liegen der Kanzlei nun vor – und sie bestätigen nach Auffassung von FeganScott die Untersuchung der Chicago Tribune. "Die unabhängige Untersuchung zeigt, dass die Strahlungswerte deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten liegen, teilweise um bis zu 500 Prozent", kommentiert Anwältin Beth Fegan die Testresultate. Sie hält Sammelklagen gegen Apple und Samsung daher für aussichtsreich.

Berücksichtigung der üblichen Nutzung
Im Falle von Apple überschreiten der Untersuchung zufolge iPhone 7 Plus, iPhone 8 und iPhone XR die Grenzwerte. Zu Samsungs betroffenen Geräten gehören Galaxy S8, S9 und S10. Die Tests wurden der Anwaltskanzlei zufolge auf eine Art und Weise durchgeführt, welche der üblichen alltäglichen Smartphone-Nutzung entspricht und sich nicht an den Methoden der Hersteller orientierte. Der Abstand der Smartphones vom Körper betrug dabei bei den einzelnen Testläufen zwischen null und zehn Millimeter. Apple und andere Anbieter nehmen Untersuchungen in aller Regel lediglich mit einer Distanz von fünf Millimetern vor.

Erfolgsaussichten ungewiss
Ob die jetzt eingereichten Sammelklagen Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten. Bislang fehlen Beweise dafür, dass die sogenannte Handystrahlung negative gesundheitliche Auswirkungen hat, der Nachweis eines unmittelbaren Schadens dürfte den Klägern und ihren Anwälten also schwerfallen. Darüber hinaus können sowohl Apple als auch Samsung darauf verweisen, dass die Geräte von der FCC geprüft und zugelassen wurden.

Kommentare

Papierlos09.12.19 14:00
In der Überschrift muss es wohl "angeklagt" heißen und nicht "verklagt".
+3
sierkb09.12.19 14:07
Papierlos
In der Überschrift muss es wohl "angeklagt" heißen und nicht "verklagt".

Duden
verklagen
Bedeutungen (2)

1. gegen jemanden vor Gericht klagen, einen Rechtsanspruch geltend machen

Beispiele
  • einen Arzt, die Firma auf Schadenersatz verklagen
  • er wurde wegen Körperverletzung verklagt

2. sich über jemanden bei jemandem beschweren

Beispiel
  • seine Klassenkameraden bei der Lehrerin verklagen
Quelle: Duden: verklagen

Wahrig
verklagen
anklagen, anschuldigen, bezichtigen, beschuldigen, belasten, zur Last legen, anprangern, verdächtigen, jmdm. die Schuld geben, jmdn. verantwortlich machen für
Quelle: Wahrig: verklagen
+2
Papierlos09.12.19 14:13
sierkb
hmm, stimmt
Anklage ist von der Staatsanwaltschaft, Verklagen ist zivilrechtlich. Aber so haarspalterisch wollte ich nicht sein...
+1
Deichkind09.12.19 14:17
Je nach Auftraggeber kommen zertifizierte Testlabors zu gegensätzlichen Ergebnissen. So ganz ungewöhnlich ist das nicht.
Ich bin gespannt, was die FCC dazu sagt. Sie hat schließlich die Grenzwerte erlassen und die Testmethoden erarbeitet oder zusammen mit den Herstellern verfasst.
+3
Mecki
Mecki09.12.19 14:56
Die Tests wurden der Anwaltskanzlei zufolge auf eine Art und Weise durchgeführt, welche der üblichen alltäglichen Smartphone-Nutzung entspricht
Und genau das ist aber das Problem, denn die Grenzwertvorgaben sind Grenzwerte, die dann gelten, wenn man den Test nach den Regeln der FCC durchführt. Führt man den Test anders durch, dann erhält man in der Tat andere Werte, aber wäre dies das Testverfahren, dann hätte die FCC auch andere Grenzwerte erlassen, die dann z.B. ggf. viel höher liegen könnten. Man kann nicht einfach Grenzwerte für ein Testverfahren auf ein anderes Testverfahren übertragen. Die Grenzwerte, die Geräte nicht überschreiten dürfen, gelten dann, wenn dieses Geräte nach einem vorgegebenen Testverfahren geprüft werden und dieses Verfahren ist exakt einzuhalten.
+5
Hape5209.12.19 15:07
"Bislang fehlen Beweise dafür, dass die sogenannte Handystrahlung negative gesundheitliche Auswirkungen hat […]" – das dürfte auch ziemlich schwer werden, da physikalisch unmöglich. Handystrahlen sind Radio- oder Mikrowellen, also langwellig. Kürzere Wellen sind Wärmestrahlung (Infrarot) und sichtbares Licht – und noch kürzer ist ionisierende Strahlung, die beginnt ab UV-Licht aufwärts. Deswegen gibt es Sonnencreme, weil ionisierende Strahlung Elektronen aus Atomen und Molekülen herausschlagen kann. Radio- oder Mikrowellen können das nicht, genausowenig wie sichtbares Licht. Das Schlimmste, was die anrichten können, ist etwas zu erwärmen, aber das hängt von der Stärke der Strahlung ab, und für ne Tasse Tee zu erhitzen braucht ne Mikrowelle schon mal 800 Watt. Das läppische eine Watt oder so, was ein Handy abstrahlt, bewirkt rein gar nichts. Wenn dir am Polarkreis am Winteranfang die Sonne horizontal aufs Ohr scheint, dann kommt ziemlich sicher mehr Infrarotstrahlung (die "gefährlichste" aller Mikrowellen) an deinem Ohr an, als mit dem stärksten Handy. Und unser Körper ist übrigens auch gut an Wärme(ab)transport aus bestimmten Geweben angepasst, sonst würden wir alle im Hochsommer bei praller Sonne auf der Stelle einen Sonnenstich bekommen. Oder besseres Beispiel: Wir könnten nichts Heißes essen oder trinken.
tl;dr: Gefährliche Strahlen sind auf der *anderen* Seite des sichtbaren Lichts!
+6
Ely
Ely09.12.19 16:04
Hape52
Mobilfunk ist gepulste Strahlung, also anders als natürliche Strahlung. Daher ist das nicht vergleichbar.

Ganz viel Lektüre zur Strahlung allgemein vom BfS
-2
sierkb09.12.19 16:07
Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Gepulste Funkwellen – Fakten und Fiktionen
14 Thesen – 28 Antworten (PDF, 16 Seiten);
Stand: 3. Auflage 09/2011 (inhaltlich unverändert), 2. Auflage 03/2007 (inhaltlich unverändert), 1. Auflage 09/2005
LUBW
Gepulste Funkwellen – Fakten und Fiktionen

Kaum jemand möchte heute noch auf sein Mobiltelefon verzichten. Doch zugleich ist die Kommunikation mittels pulsmodulierter Mikrowellen, wie sie von Handys benutzt werden, ins Gerede gekommen. Diese Funkwellen sollen für gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen oder sogar für Fehlgeburten und Krebs verantwortlich sein. Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg ist der Frage nachgegangen, was dran ist an derartigen Vermutungen. Wir haben die 14 häufigsten Befürchtungen zwei unabhängigen Experten vorgelegt und sie um ihre Antwort gebeten:
[…]
+3
Buzzer210009.12.19 16:56
hier noch etwas zum Thema:
da möchte man glatt die alten Schnur-Telefone wieder aus der Mottenkiste holen....

"The truth about mobile phone and wireless radiation" -- Dr Devra Davis - YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=BwyDCHf5iCY
0
beanchen09.12.19 17:14
Buzzer2100
"The truth about mobile phone and wireless radiation" -- Dr Devra Davis - YouTube:
Da ist ja schon die Beschreibung falsch, wo man auf dem iPhone die Infos findet. 🤣
Im Ernst, Hersteller müssen sich wegen allem möglichen und unmöglichem absichern. Daraus eine Gefahr abzuleiten hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Vom Rest des Vortrags ist vieles inzwischen eindeutig widerlegt.
-1
Wiesi
Wiesi09.12.19 17:38
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing:
Wenn ein parteiischer ein Gutachten in Auftrag gibt kommt immer ein Gutachten heraus, sonst hieße es ja Schlechtachten.
Everything should be as simple as possible, but not simpler
+3
Hape5209.12.19 18:06
Leute! Radiowellen, egal ob gepulst oder nicht, egal, wer welche Studie finanziert, sind laut den Naturgesetzen der Physik nicht dazu in der Lage, irgendwas zu schädigen. Sie können im Höchstfall etwas erwärmen oder einen Sonnenstich herbeiführen – aber selbst dazu braucht es eine ganz bestimmte Wellenlänge (12 cm) und echt viel Energie. Richtig viel, z. B. ein Kilowatt aus der Steckdose oder intensive Strahlung eines mittleren Sterns in etwa 150 Millionen Kilometer Entfernung! Alles darunter ist definitiv ungefährlich. Ganz ohne Studie, nur mit Naturwissenschaft, ehrlich. Euer verf*ckter Toaster gibt gefährlichere Strahlung ab als ein Handy.
P.S.: Euer Physiklehrer hat angerufen; er wartet immer noch, dass ihr endlich zur Nachhilfestunde erscheint.
+3
Hape5209.12.19 18:19
P.P.S.: Mit Minussen kommt ihr nicht gegen die Naturgesetze an. Das ist echt peinlich.
0
Mecki
Mecki09.12.19 19:02
Ely
Mobilfunk ist gepulste Strahlung,
Was nichts weiter bedeutet als dass sie nicht permanent auftritt, sondern immer nur in kurzen Impulsen (wobei kurz sich auf menschliche Zeitwahrnehmung bezieht, so kurz sind die gar nicht in Wahrheit). Warum sollte das gesundheitsschädlicher sein, wenn man zwischendurch den Sender immer mal wieder abschaltet? Was glaubst du führt zu mehr Schäden: Wenn dich ein Röntgengerät 15 Minuten durchgehend mit Röntgenstrahlung beschießt, oder wenn es in diesen 15 Minuten immer nur wieder kurze Impulse mit mindestens gleich langen Pausen dazwischen abgibt? Bei letzteren bekommst du doch nur die halbe Strahlendosis wie im ersten Fall ab, also warum sollte das gesundheitsschädlicher sein?

Und Röntgenstrahlung ist deswegen gefährlich, weil das ionisierende Strahlung ist, was sich auch im Labor leicht nachweisen lässt, aber erst ab einer Wellenlänge von 250 nm oder kleiner kann Strahlung ionisieren (Röntgenstrahlung beginnt z.B. bei unterhalb 10 nm), 2 GHz Funkwellen haben hingegen eine Wellenlänge von ca. 150'000'000 nm, das liegt Welten darüber. Da würde ich mir mehr Sorgen über die Strahlung machen, die beim Zerfall von Radon entsteht, welches sich in geschlossenen Räumen überall bei uns anreichern kann. Radon selbst ist ungiftig, unsichtbar und geruchlos, ist ein Edelgas und Radon (und seine Zerfallsprodukte) sind nur ein Alphastrahler, was eigentlich recht harmlos ist (Alphastrahlung durchdringt nicht einmal unsere Kleidung, die kann man mit einem Blatt Papier abschirmen), aber da es ein Gas in der Luft ist, atmen wir das regelmäßig ein und wenn es in unseren Lungen zerfällt, dann ist das was ganz anderes. Radon ist wahrscheinlich die zweitgrößte Quelle für Lungenkrebs nach Rauchen und noch vor Industrie- und Verkehrsabgasen und diese Quelle ist vollkommen natürlich, der Mensch hat hier ausnahmsweise mal keinen Schuld, denn Radon kam schon immer in der Natur vor.
-1
Ely
Ely09.12.19 19:09
Hape52

Soso, Physik. Das mit der Nachhilfe solltest du brav vormachen. Und mit Soldaten reden, die mit Radar zu tun hatten, ist sowieso nur Radiostrahlung, die kann man ja zum Frühstück essen.

Lektüre: und noch das , alle auf die Schnelle gefunden.
-2
vf4709.12.19 20:42
Ely
Hape52

Soso, Physik. Das mit der Nachhilfe solltest du brav vormachen. Und mit Soldaten reden, die mit Radar zu tun hatten, ist sowieso nur Radiostrahlung, die kann man ja zum Frühstück essen.

Lektüre: und noch das , alle auf die Schnelle gefunden.
Die in diesen Fällen aufgetretenen Schädigungen basieren aber auf Röntgenstrahlung, also ionisierender Strahlung, die bei älterer Hochfrequenztechnik als "Nebeneffekt" erzeugt wurde.
+4
Tirabo09.12.19 20:55
Achtung Glatteis!

Desweiteren beruhte das verlinkte Urteil des Schleswiger VG nicht auf dem "tatsächlichen Beweis", das es schädlich war, sondern es drehte hier lediglich zur Opferentschädigung die Beweislast um, was dann Gegenstand weiterer Revisionen wurde und zum Schluß von BVG wieder an das Schleswiger VG zurückverwiesen wurde.

Vom Beklagten, die Bundeswehr, wurde damit dann verlangt, einen Beweis zu liefern, dass die Strahlung der Anlagen damals NICHT dazu geführt hätten, dass der Kläger später an Krebs erkrankt.
Diesem Beweis konnte die Bundeswehr als Arbeitgeber auch nicht liefern.

Eigentliches physikalisches Problem war, dass frühere Radargeräte auch hohe Röntgenstrahlung emittierten...
+1
Mecki
Mecki09.12.19 21:00
Ely
Und mit Soldaten reden, die mit Radar zu tun hatten
Du weißt schon, dass ein Radar eine Sendeleistung von bis zu 100'000'000 Watt erreichen kann, oder? Wäre Mobilfunkstrahlung auch nur im Ansatz so gefährlich, wie du es darzustellen versuchst, müsst dich ein Radarstrahl selbst in zwei Kilometer Entfernung noch sofort töten, wenn er auf dich trifft. Faktisch ist das aber nicht der Fall. Auch tritt trotz dieser gigantischen Leistung keinerlei Ionisierung auf, dafür ist die Wellenlänge viel zu hoch.

Tatsächlich kann eine sehr große militärische Flugradaranlage wirklich einen Vogel töten, wenn er dummerweise direkt ganz nahe vor der aktiven Antenne langsam vorbei fliegt, so dass er länger "im Strahl" verbleibt, aber das ist ja auch so als würdest du einen lebenden Vogel in die Mikrowelle stecken. Den Vogel trifft vielleicht über eine eine Mio Watt Energie, dass kann sein Körper nicht schnell genug abführen, die Temperatur steigt, die Eiweiße denaturiere und er stirbt so wie ein Mensch an zu hohen Fieber sterben würde. Er stirbt also nicht direkt an irgend einer Strahlung, er stirbt weil er einen tödlichen Hitzekollaps erleidet.

Nochmal, niemand streitet ab, dass elektromagnetische Wellen Elementarteilchen aufheizen können, das ist nicht der Punkt, der Punkt ist, dass Wärme grundsätzlich nicht gesundheitsschädlich ist, sonst würde wir sterben, wenn wir uns morgens die Haare föhnen (so ein Föhn gibt 2100 Watt an Wärmeenergie ab). Wärme wird erst dann zu einem Problem, wenn sie bestimmte Werte lokal (z.B. Verbrennung) oder global (z.B. Hitzeschock) übersteigt, so dass unser Körper nicht mehr in der Lage ist damit klar zu kommen. Dein Handy gibt aber weniger Wärme an deinem Körper ab als ein lauwarmer Suppenlöffel, wenn du ihn in den Mund nimmst.

Die Energie, die dein Körper durch Infrarotstrahlung der Sonne abbekommt, selbst im Winter und selbst hinter einer Fensterscheibe, übersteigt die Energie die dein Handy abgibt um ein Vielfaches. Ich kann nur mit der Menge Sonnenlicht, die normalerweise auf unseren Körper trifft, wenn wir das Haus verlassen, problemlos Wasser in einem Glas um 10 Grad erwärmen - das dauert etwas, ist aber machbar. Aber mir soll mal jemand zeigen, wie er es schafft dieses Wasser durch die Strahlung eines handelsüblichen Handies auch nur um 0,2 Grad zu erwärmen; ich behaupte, das ist unmöglich. Und selbst wenn unser Handy ein paar Körperzellen an unseren Körpern um ein ganzes Grad erwärmen würde, wäre das den Zellen egal, denn auch mit 38 Grad Körpertemperatur sterben Menschen nicht, sonst wäre Fieber immer tödlich.
+2
Ely
Ely09.12.19 21:24
Mecki

Ich stelle den Mobilfunk nicht als grundsätzlich gefährlich hin. Das Problem ist etwas differenzierter zu betrachten.

Grundsätzlich sollte gelten, Vorsicht walten zu lassen, wenn die Faktenlage unklar ist. Wie beim Mobilfunk und anderen derartigen Techniken. Der Körper ist ausgelegt, mit einer bestimmten Strahlendosis umzugehen, wie es in der Natur der Fall ist. Menschengemachte Strahlenquellen kommen hinzu und summieren sich im Laufe der Jahre recht heftig auf. Und dafür sind Menschen nicht ausgelegt.

Eine Lösung ist, ein dichteres Mobilfunknetz herzustellen. Klingt erst mal seltsam, ist es aber nicht. In der Regel ist das Handy selbst die größte Strahlenquelle. Zumindest dann, wenn‘s Netz mistig ist, wie es in Deutschland der Fall ist. Schlechter Empfang bedeutet, daß das Handy die Sendeleitung erhöht. Was es bei gutem Empfang nicht muß.

Ganz übel ist „Kein Netz“. Dann dreht das Handy richtig auf, um Empfang zu bekommen und die Batterie leert sich entsprechend schnell.

Eine andere Lösung sind Mikrozellen. Das wird z. B. in vielen Städten in Spanien gemacht. Winzige Zellen, die einen Radius von 20 bis 50 Meter abdecken, daher mit extrem geringer Sendeleistung auskommen und für ein gutes und strahlenarmes Netz sorgen. Die Telefone erreichen mit sehr geringer eigener Leistung eine sehr gute Verbindung.

Wir bereits gesagt - Vorsicht statt Nachsicht. Also lieber auf der sicheren Seite bleiben, zumal es technisch auch mit einer sehr geringen Strahlenbelastung umsetzbar ist.
+1
stepa9910.12.19 03:07
Ich kann den Bericht nur aus eigenem Empfinden bestätigen.
Wenn ich mit meinem 7plus längere Zeit telefoniere, wird mein Ohr sehr warm und nach 30 Minuten bekomme ich Kopfschmerzen.

Zugegeben, ich telefoniere unüblich auch oft 2 Stunden oder mehr am Stück.
Mache ich das Gleiche mit meinem Ersatzhandy 6s plus, merke ich nichts.
Allerdings, wenn ich mit dem 7plus nur 10 Minuten telefoniere, merke ich auch nichts.
Ich denke, es hat auch was mit der Einwirkzeit zu tun.

Bei meinem alten Galaxy S5 merke ich auch nichts.
Meine Freundin hat auch das 7plus und kann das auch bestätigen.

Wenn Ihr mal den Connect Testbericht anschaut und deren SAR Werte vergleicht, liegt das 7plus schon im oberen Bereich. Schade, denn das 7plus ist eigentlich ein Spitzengerät. Am besten immer Kopfhörer oder Freisprecheinrichtungen verwenden, wenn man länger quasseln will.
+1
Bananenbieger10.12.19 09:52
stepa99
Wenn ich mit meinem 7plus längere Zeit telefoniere, wird mein Ohr sehr warm und nach 30 Minuten bekomme ich Kopfschmerzen.
Das kann aber auch andere Gründe haben. Halte einfach mal Deine Hand längere Zeit ans Ohr und auch dann wirst Du feststellen, dass das Ohr sehr warm wird.
-3
Ely
Ely10.12.19 10:03
Das Ohr wird auch deshalb warm, weil die Hand auch warm ist.
-1
Mecki
Mecki10.12.19 11:21
stepa99
Wenn ich mit meinem 7plus längere Zeit telefoniere, wird mein Ohr sehr warm und nach 30 Minuten bekomme ich Kopfschmerzen.
Das passiert auch dann, wenn du dir dein Telefon im Flugmodus (also garantiert keine Handystrahlung) 30 Minuten lang ans Ohr hältst. Menschen wie ich kennen diese heiße Ohren noch von kabelgebundenen Analogtelefonen aus der pre-Handy-Zeit. Der Hauptgrund dafür ist der selber Grund warum Ohrenschützer deine Ohren wärmen, die geben ja auch keine Strahlung oder Wärme ab, sondern dein Ohr gibt ständig Wärme ab und kann es die nicht an die Umgebung ableiten kann, dann erwärmt es sich. So funktionieren auch Bettdecken, die werden nicht selber warm, die verhindern nur, dass dein Körper Wärme abgeben kann.

Dazu kommt dann noch, dass ein SmartPhone viele elektrische Komponenten haben, die alle Wärme abgeben im Betrieb (Verlustleistung) und das Kühlkonzept eines solchen Gerätes ist es, die Wärme einfach an die Umgebung abzugeben. Nur in deinen Fall ist auf der einen Seite dein Kopf und auf der andere Seite deine Hand, also kann die Wärme nur dahin abgegeben werden, was das ganze noch verstärkt, weil jetzt die Wärme von deinem Ohr nicht nur nicht abgegeben werden kann, es kommt sogar noch Wärme von außen dazu. Also muss dein Körper die Wärme nach innen abführen und das macht er, indem er den Blutfluss erhöht (denn Blut kann sowohl wärmen, als auch kühlen) und deswegen wird dein Ohr rot, weil es stark durchblutet wird.

Und das man bei langen Telefonaten Kopfschmerzen bekommt, das geht auch vielen Menschen so, die ein Festnetztelefon mit Kabel nutzen, denn sich 30 min bis 2 Stunden einen Hörer ans Ohr zu halten ist unergonomisch (schon mal was von Headset gehört?) und sich auf ein wichtiges Gespräch mit einem nicht vor Ort vorkommenden Gesprächspartner zu führen ist anstrengend, weil unser Gehirn hier eine Doppelbelastung ausgesetzt ist: es muss sich auf das Gespräch und dessen Inhalt konzentrieren, mit einer Person, die es nicht sieht, und es ist immer anstrengend, wenn Sinneswahrnehmungen nicht übereinstimmen; zeitgleich muss es aber die Umgebung um dich herum genauso verarbeiten als würdest du gerade nicht telefonieren. Telefonieren ist immer Multitasking, außer du legst dich dabei auf ein Sofa, schließt die Augen und konzentrierst dich zu 100% nur auf das Telefonat.
-3
Mecki
Mecki10.12.19 12:34
Ely
Grundsätzlich sollte gelten, Vorsicht walten zu lassen, wenn die Faktenlage unklar ist.
Die Gesetzmäßigkeiten von Physik und Chemie bleiben auch innerhalb von lebenden Organismen im vollen Umfang erhalten. Wenn ich also weiß, dass eine elektromagnetische Strahlung keinerlei Einfluss auf physische oder chemische Prozesse außerhalb von Körpern hat, dann weiß man auch, dass sie keinerlei Einfluss innerhalb von Körpern hat. Und auch nachdem tausenden von Wissenschaftlern weltweit über Jahrzehnten auf diesem Gebiet Mio von Forschungsgeldern verbrannt haben, ist nach wie vor der einzig relevante nachweisbare Effekt, den man hat finden können, eine mögliche Erwärmung.

Und das Wärme zu einem Problem führen kann, auch das streitet ja auch niemand ab. Kein Mensch könnte lange in einer Mikrowelle überleben. Aber wie immer macht die Dosis das Gift. Unser Körper ist sehr gut dafür konstruiert mit Wärme klar zu kommen. Bestes Beispiel: Wäre er das nicht, wäre ein Saunabesuch tödlich. Und die Menge, die Handys unter den vorgegebenen Grenzwerten an Wärmeenergie abgeben sind so lächerlich gering, das sie weit unter diversen natürlichen Effekten liegen, mit denen unser Körper aber auch täglich klar kommen muss und mit denen er auch problemlos klar kommt, also warum sollte diese einen winzige zusätzliche Wärmequelle jetzt auf einmal ein Problem darstellen?

Ich möchte hier auch darauf hinweisen, dass noch kein Mensch, der behauptet sensibel für Funkwellen zu sein und körperliche Beschwerden zu haben (z.B. angeblich immer mit Kopfschmerzen auf Funkwellen zu reagieren), jemals dieses in einem Doppelblindtest hat unter Beweis stellen können. In einem Raum, der sämtliche Funkwellen von außen abschirmt und über eine eigene Strahlenquelle verfügt (z.B. eine Mobilfunkbasistation), war es noch keinen Probanden möglich zu sagen, wann dieser Funksender eingeschaltet ist bzw. wurde und wann nicht, obwohl er in dem Raum aufgrund der Nähe zum Sender etwa die 100-fache Strahlendosis abbekommen hat als im Alltag normal wäre.
0
stepa9912.12.19 01:28
Mecki
stepa99
Wenn ich mit meinem 7plus längere Zeit telefoniere, wird mein Ohr sehr warm und nach 30 Minuten bekomme ich Kopfschmerzen.
Das passiert auch dann, wenn du dir dein Telefon im Flugmodus (also garantiert keine Handystrahlung) 30 Minuten lang ans Ohr hältst. Menschen wie ich kennen diese heiße Ohren noch von kabelgebundenen Analogtelefonen aus der pre-Handy-Zeit. Der Hauptgrund dafür ist der selber Grund warum Ohrenschützer deine Ohren wärmen, die geben ja auch keine Strahlung oder Wärme ab, sondern dein Ohr gibt ständig Wärme ab und kann es die nicht an die Umgebung ableiten kann, dann erwärmt es sich. So funktionieren auch Bettdecken, die werden nicht selber warm, die verhindern nur, dass dein Körper Wärme abgeben kann.

Dazu kommt dann noch, dass ein SmartPhone viele elektrische Komponenten haben, die alle Wärme abgeben im Betrieb (Verlustleistung) und das Kühlkonzept eines solchen Gerätes ist es, die Wärme einfach an die Umgebung abzugeben. Nur in deinen Fall ist auf der einen Seite dein Kopf und auf der andere Seite deine Hand, also kann die Wärme nur dahin abgegeben werden, was das ganze noch verstärkt, weil jetzt die Wärme von deinem Ohr nicht nur nicht abgegeben werden kann, es kommt sogar noch Wärme von außen dazu. Also muss dein Körper die Wärme nach innen abführen und das macht er, indem er den Blutfluss erhöht (denn Blut kann sowohl wärmen, als auch kühlen) und deswegen wird dein Ohr rot, weil es stark durchblutet wird.

Und das man bei langen Telefonaten Kopfschmerzen bekommt, das geht auch vielen Menschen so, die ein Festnetztelefon mit Kabel nutzen, denn sich 30 min bis 2 Stunden einen Hörer ans Ohr zu halten ist unergonomisch (schon mal was von Headset gehört?) und sich auf ein wichtiges Gespräch mit einem nicht vor Ort vorkommenden Gesprächspartner zu führen ist anstrengend, weil unser Gehirn hier eine Doppelbelastung ausgesetzt ist: es muss sich auf das Gespräch und dessen Inhalt konzentrieren, mit einer Person, die es nicht sieht, und es ist immer anstrengend, wenn Sinneswahrnehmungen nicht übereinstimmen; zeitgleich muss es aber die Umgebung um dich herum genauso verarbeiten als würdest du gerade nicht telefonieren. Telefonieren ist immer Multitasking, außer du legst dich dabei auf ein Sofa, schließt die Augen und konzentrierst dich zu 100% nur auf das Telefonat.


Ich merke du hast meinen Text nicht richtig gelesen. Warum passiert dann beim 6s plus nichts ? Auch beim alten Galaxy S5 alles im grünen Bereich. Beim iPhone X meiner Tochter auch nichts. Nur bei den 7plus Modellen von mir und meiner Freundin. Connect hatte die 7plus Smartphones in Sachen Strahlung, auch am oberen Bereich angesiedelt.

Man muß auch mal akzeptieren das Apple auch Fehler macht!
0
Mecki
Mecki17.12.19 14:48
stepa99
Warum passiert dann beim 6s plus nichts ?
Zum einen weil Handies beim Telefonieren unterschiedlich viel Verlustwärme an unterschiedlichen Stellen abgeben; schau dir halt mal unterschiedliche Handies beim Telefonieren mit einer Infrarotkamera an: Da gibt es deutliche Unterschiede wie viel Wärme abgegeben wird und auch wo diese Wärme abgegeben wird am Gerät. Das hat aber rein gar nichts mit Handystrahlung zu tun, sondern mit den verbauten Komponenten und wie diese im Gerät angeordnet sind.

Zu anderen weil du keinen Doppelblindtest machst. Ich kenne zig Leute, die mir gesagt haben, sie können ganz klar den Unterschied zischen einer CD und einer MP3 Datei hören... bis wir einen Doppelbildnest gemacht haben und auf einmal konnten sie es nicht mehr. Denn wenn Menschen ein Ergebnis erwarten, dann verändert das ihre Wahrnehmung. Gebe ich Menschen zwei Handies und sage das eine strahlt 100x stärker und lasse sie dann mit beiden telefonieren, dann werden die meisten sagen, dass von dem stärkeren viel mehr Kopfschmerzen bekommen beim telefonieren, auch dann wenn das in Wahrheit zweimal das gleiche Handy war und beide exakt gleich viel elektromagnetische Strahlung abgegeben haben.
+1

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.