Handystrahlung am Ohr: iPhones im Mittelfeld, Galaxys sind Musterknaben

Wie stark "strahlt" ein Smartphone? Diese Frage bewegt seit Jahren nicht nur "elektrosensible" Zeitgenossen. Die Datenbank des Bundesamts für Strahlenschutz gibt Auskunft - und legt offen, dass die aktuellen iPhones beim SAR-Wert am Ohr nur im Mittelfeld zu finden sind. Musterknabe ist Samsung mit den Telefonen der Galaxy-Klasse.


Je niedriger, desto besser
Wie stark ein Mobiltelefon durch elektromagnetische Wellen auf den Körper des Benutzers einwirkt, lässt sich an der Spezifischen Absorptionsrate (SAR) ablesen. Diese sollte einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation zufolge einen Wert von 2 Watt pro Kilogramm Körpergewicht (W/kg) nicht überschreiten. Allgemein gilt dabei: Je niedriger, desto besser, denn um so geringer wird das menschliche Gewebe bei der Nutzung des Smartphones erwärmt.

Datenbank mit SAR-Werten öffentlich zugänglich
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verfügt über eine umfangreiche Datenbank mit den SAR-Werten von Handys, die öffentlich zugänglich ist. Apples aktuelle iPhone-Modelle XR, XS und XS Max sind darin allesamt mit SAR-Werten am Ohr von 0,99 W/kg angegeben. Die "Strahlung" liegt also ungefähr bei der Hälfte des zulässigen Werts. Allerdings bewegen sich Cupertinos Geräte damit gerade einmal im Mittelfeld der Konkurrenz, auf Augenhöhe etwa mit dem Huawei P10 (0,96 W/kg).

Galaxy-Geräte "strahlen" weniger
Zwar nicht Klassenbester, aber durchaus ein Musterknabe ist hingegen Samsung. Das Galaxy S9 des koreanischen Herstellers kommt auf einen am Ohr gemessenen SAR-Wert von 0,37 W/kg, das Galaxy S9+ sogar nur auf 0,29 W/kg. Die Vorgänger Galaxy S8 und S8+ liegen mit 0,32 W/kg und 0,26 W/kg sogar noch darunter. Zum Vergleich: das iPhone 8 weist 1,32 W/kg auf, das iPhone 7 wird in der Datenbank des BfS mit 1,38 W/kg angegeben.

Xiaomi und Google deutlich schlechter
Erheblich schlechter als Apple schneiden hingegen etliche andere Hersteller ab. Das Xiaomi Mi A1 kommt auf einen Wert von 1,75 W/kg, Googles Pixel 3 auf 1,33 W/kg. Die Krone für die geringste Strahlung (0,17 W/kg) aufsetzen dürfen sich Samsung mit dem Galaxy Note 8 und ZTE mit dem Axon Elite.

Apple bei Messung am Körper besser als Samsung
Deutlich geringere SAR-Werte als die Konkurrenz von Samsung weist Apple allerdings bei Messungen am Körper in einem Abstand von 0,5 Zentimetern auf. iPhone XR, XS und XS Max kommen hierbei auf 0,99 W/kg, das Galaxy S9 auf 1,18 W/kg, das S9+ sogar auf 1,35 W/kg.

"Strahlung" sorgt nicht für "heiße Ohren"
Übrigens: Welchen SAR-Wert ein Smartphone auch immer hat, wenn die Ohren beim Telefonieren heiß werden, liegt das nicht an der "Handystrahlung". Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend, dass man etwas an die Hörmuscheln hält und dadurch die Wärmeabgabe dieser besonders durchbluteten Körperregion blockiert.

Kommentare

rosss14.02.19 09:19
Bei iPhones ist es demnach egal wie man sie hält.

Falls sich bei Samsung jemand beschwert, kann man einfach sagen:
„You're holding it wrong!“

Fazit: Im Schnitt strahlen alle Mobiltelefone in gleicher Größenordnung, gute SAR-Werte sind lediglich einer guten Abschirmung für eine bestimmtes Prüfverfahren geschuldet und haben somit wenig Aussagekraft.
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herienoe
herienoe14.02.19 09:32
Und wenn man Aids am Ohr hat, kommt das davon, wenn man den ganzen Tag mit A...l... telefoniert Wollen wir den gesund sterben?
-11
Frank Drebin
Frank Drebin14.02.19 09:48
Wer hat hier den Text geschrieben? Etwas mehr Sorgfalt bitte, auch wenn es noch früh ist...

"Die Krone für die geringste Strahlung (17 W/kg)": entweder ist hier die Krone für die höchste Strahlung gemeint, oder es sollte 0,17W/kg heißen!

"Körper in einem Abstand von 50 Zentimetern auf.", es sind keine 0,5m sondern 0,5cm!
+8
nane
nane14.02.19 09:49
Erstaunlich, dass gerade die 7/8 Modelle so eine "hohe" Strahlung aufweisen und vor allem zwischen den "normalen" und den Plus Modellen die Bandbreite teilweise wirklich enorm ist.

Rein aus technischer Sicht betrachtet, müssten doch alle Mobiltelefone recht "gleichmässig" strahlen, denn das Antennendesign sollte pro Frequenzband-Sammlung ja immer gleich sein und die Chips zur Übertragung kommen ja nur von 2 (Intel, Qualcomm) Unternehmen.
Faszinierend! Um es mal mit Mr. Spock zu sagen

MTN: Der Körperabstand sind 0,5"c"m, nicht 50cm
Das Leben ist ein langer Traum an dessen Ende kein Wecker klingelt.
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Alexhibition14.02.19 11:09
Soviel zu Apples Gesundheitsoffensive. Wohin fließt das ganze Forschungsgeld, wenn sie es nicht schaffen die geringste Strahlung zu haben?
-4
Dupondt14.02.19 11:45
Frank Drebin
Wer hat hier den Text geschrieben?
Ich.

"Die Krone für die geringste Strahlung (17 W/kg)": entweder ist hier die Krone für die höchste Strahlung gemeint, oder es sollte 0,17W/kg heißen!

"Körper in einem Abstand von 50 Zentimetern auf.", es sind keine 0,5m sondern 0,5cm!
Danke für die Hinweise. Habe die Tippfehler korrigiert.
+2
locoFlo
locoFlo14.02.19 11:47
Alexhibition

Ein Gesundheitsschaden durch diese Strahlung konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden. Ander als bei mangelnder Bewegung oder Herzrhythmusstörungen, die ja Themen der Kampagnen bei Apple sind.
Nobody dies as a virgin, life fucks us all. KC
+1
Fucko14.02.19 12:23
Der Text ist schon ziemlich uneindeutig und damit weitestgehend unsinnig. Der Referenzwert von 2W/kg KG soll nicht überschritten werden. Für Grenzwerte relative Werte anzugeben ist absolut in Ordnung. Aber die Ist-Werte ergeben in der Einheit keinen Sinn. Entweder ich gebe hier einen absoluten Wert an, oder ich muss schreiben, auf was für ein Körpergewicht ich mich beziehe. Auf ein Standard-KG von 70 kg?
So oder so ist das ja ziemlich hoch. Gehen wir von 70 kg aus, dann würde die aktuelle iPhone-Generation mit knapp 70 Watt funken? Ist ziemlich viel, oder? Kann mir das jemand erklären?
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@Macintosh14.02.19 12:25
Ich verstehe nicht ganz, wieso es diese Messungen überhaupt gibt. "Handystrahlung" ist erstens ein viel zu allgemeiner Begriff und zweitens klingt er sehr irreführend. Als wäre jedes Smartphone ein potenzieller Krebserreger. Funkstrahlung ist nicht ionisierend und es gibt keinerlei wissenschaftliche Befunde dazu, dass der menschliche Organismus (oder jegliche andere Tiere) empfindlich auf elektromagnetische Strahlung reagiert. Wenn man einen Herzschrittmacher trägt, dann sollte man aufpassen, ja. Aber der normale Mensch ohne Cyborg-Upgrades nimmt dadurch keinerlei Schaden. Eher würde ich darauf achten, das Teil nicht im Dunkeln zu benutzen, damit man noch eine Weile was von seinen Augen hat.
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Stefan S.
Stefan S.14.02.19 14:04
locoFlo
AlexhibitionEin Gesundheitsschaden durch diese Strahlung konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden.
Wohl doch!
Seit Einführung des Mobilfunks in England hat sich die Zahl bösartiger Hirntumore verdoppelt.
... Schlussfolgerung:
Wenn wie bei der Mobilfunkstrahlung die Ergebnisse von in-vitro-, tierexperimenteller und epidemiologischer Forschung jeweils die kanzerogene Wirkung eines Agens belegen, grenzt die Wahrscheinlichkeit nahezu an Sicherheit, dass dieses Agens für den Menschen ein kanzerogenes Risiko darstellt.
Manning, Snowden,Levison & sind Helden und Obama stinkt.
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Chriz_L
Chriz_L14.02.19 16:12
Was bringt mir der SAR-Wert in der Realität? Das ist ja der Wert der maximal erreicht wird, wenn das Handy mit maximaler Leistung sendet. Wenn ich aber jetzt halbwegs Empfang habe, dann regelt das Handy die Sendeleistung zurück. Hat nicht nur den Zweck, dass das Gehirn möglichst wenig gebrutzelt wird sondern auch um länger als 30 Minuten telefonieren zu können bevor der Akku leer ist. In dem Fall wird das iPhone noch wo telefonieren wo bei einem Handy mit geringerem SAR-Wert das Gespräch bereits abreist.
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@Macintosh14.02.19 19:06
@Stefan S.

Du redest Unsinn. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
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ilig
ilig14.02.19 19:22
@Macintosh
Kannst Du etwas genauer erklären, wieso Stefan S. »Unsinn redet«? So kann ich nicht erkennen was Du meinst.
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@Macintosh14.02.19 20:05
Ein Zusammenhang zwischen ansteigenden Fällen von Tumoren und der Einführung von Mobilfunk besteht nicht unbedingt. Das wird dir auch so keiner nachweisen können.
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ilig
ilig15.02.19 12:35
@Macintosh
Danke. Jetzt habe ich es verstanden – und sehe das auch so.
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