Apples Gaming-Headset: Für jedes Auge ein eigenes OLED-Display von Sony?

Die Hinweise, dass Apple im zweiten Quartal des kommenden Jahres, spätestens jedoch 2022 ein VR-/AR-Headset auf dem Markt bringt, verdichten sich: Offenbar sichert sich der iPhone-Konzern bereits nennenswerte Stückzahlen der für ein solches Gerät benötigten Komponenten. Die Displays beispielsweise wird Apple jüngsten Berichten zufolge von Sony beziehen.


Zwei Micro-Displays pro Headset
Der in Tokio erscheinenden Wirtschaftszeitung Nikkan Kogyo Shimbun zufolge wird der japanische Konzern Apple mit den für das Gaming-Headset benötigten OLED-Displays beliefern. Sony würde somit nach längerer Zeit wieder ein wichtiges Glied in der Lieferkette des iPhone-Herstellers. Bei den von Apple in Auftrag gegebenen Panels soll es sich um Micro-Displays handeln, von denen jeweils zwei im Headset verbaut werden, also eines für jedes Auge.

VR und AR in einem Gerät vereint?
Nikkan Kogyo Shimbun berichtet darüber hinaus, dass Apples Headset eine Kombination aus Virtueller und Erweiterter Realität darstellen soll. Mit einer speziellen Vorrichtung werden dabei unter anderem die von den OLED-Displays dargestellten Inhalte auf Linsen projiziert, welche sich vor den Augen des Nutzers befinden. Apples Headset würde sich somit erheblich von den Geräten anderer Hersteller unterscheiden. Der ehemalige Apple-Mitarbeiter Jean-Louis Gassée hatte bereits im September dieses Jahres die Erwartung geäußert, dass ein Gaming-Headset aus Cupertino mit einer Art Head-Up-Display ausgestattet sein werde, der aktuelle Bericht der Wirtschaftszeitung bestätigt jetzt diese Einschätzung.

Sony verfügt über langjährige Erfahrung
Dass Apples Wahl hinsichtlich des Lieferanten für die Panels auf Sony gefallen sein könnte, überrascht ein wenig, allerdings nur auf den ersten Blick. Der japanische Konzern verfügt schließlich nicht nur über jahrzehntelange Erfahrung als Display-Hersteller, er gehört auch zu den Pionieren in Sachen Headsets. Schon im Jahr 2011 präsentierte das Unternehmen den hauseigenen "Personal 3D Viewer", welcher bereits mit zwei separaten OLED-Panels ausgestattet war und als Monitor-Alternative eingesetzt werden konnte. Seit einigen Jahren bietet Sony zudem ein VR-Headset namens "PlayStation VR" an, diese Brille nutzt allerdings wie die Geräte anderer Hersteller lediglich ein großes OLED-Display. Eine zweite Version dieses Headsets könnte in Kürze erscheinen.

Kommentare

svenhalen
svenhalen22.10.20 23:19
diese Brille nutzt allerdings wie die Geräte anderer Hersteller lediglich ein großes OLED-Display.

Etwas irreführend, das die meisten VR Brillen im Gegensatz zur PSVR zwei Displays verwenden.
Interessanter Weise geht Oculus mit der Quest 2 wieder von zwei OLED auf ein LCD Display zurück.
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iBert22.10.20 23:39
Mit welcher GPU will Apple das "Gaming-Headset" denn befeuern?
Mal abgesehen vom MacPro haben doch alle Macs eine 2.-3. klassige Grafikkarten. Apple hat keinen Gaming Rechner im Portofolio.
Objektiv ist relativ, subjektiv gesehen.
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[ezi0n]22.10.20 23:59
fuer nen gaming headset brauch man erstmal ne gaming platform ...
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maybeapreacher
maybeapreacher23.10.20 08:23
iBert
Mit welcher GPU will Apple das "Gaming-Headset" denn befeuern?

Wenn ich mir anschaue welche Qualität Oculus mit der Quest 2 jetzt erreicht, würde ein A14 super in eine Apple VR Brille passen. Noch mehr (auch Grafik-) Leistung als der XR2 der Quest 2.
Dann wäre es ein Standalone Headset, vlt. mit Option wireless den Desktop darzustellen? Mit der Quest 2 und VRDesktop geht das auch mit Macs übers WLAN ziemlich gut. Wenn Apple das umsetzt wird aus dem "ziemlich" vermutlich ein "gut bis sehr gut".

Bliebe der Content. Den müssen andere liefern.

Wenn es als Option mit SteamVR genutzt werden könnte, könnte es bei der Qualität auch Adopter aus dem PCVR Bereich geben. Ansonsten weiß ich nicht, der Mac Markt ist kleiner als der PC Markt, und der VR Markt ebenfalls nur ein Bruchteil des PC Markts. Andererseits, die Quest 2 übertrifft gerade alle Erwartungen was die Verkäufe angeht. Wenn Apple also ein Standalone Headset macht, könnte es durchaus einen ordentlichen Markt dafür geben.

(Zumal wie oben bereits von svenhalen erwähnt: Oculus hat bei der Quest 2 einige Dinge verschlimmbessert, von 2 separaten OLEDs sind sie auf 1 größeres LCD Panel gewechselt. Gute Schwarzwerte sind aber elementar für VR in dunklen Szenen. Sonst denkt man, man stolpert durch Nebel... unschön. Da setzt Apple mMn aufs richtige Pferd mit den OLEDs.)
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