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Nur 33 Prozent der iOS-Nutzer stimmen Ad-Tracking zu – Werbepreise fallen

Datenschutz rückt immer mehr in den Fokus von Unternehmen und Regulierungsbehörden – und Apple hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Daten von Apple-Nutzern zu schützen. Bisher war es auf iOS möglich, anhand einer Werbe-ID Nutzer über App- und Webseitengrenzen hinaus zu verfolgen. Dies gestattete es Werbeanbieter, detaillierte Informationen über die Interessen von Anwendern zu sammeln – und somit zielgerichteter Werbung auszusteuern.


Für Werbetreibende hat dies den Vorteil, dass nur Nutzern mit entsprechenden Interessengebieten Werbung präsentiert wurde – doch dies gelingt natürlich nur mit entsprechenden Daten über den Nutzer.

App Tracking Transparency – nur wenige stimmen zu
Im April aktivierte Apple eine lange von der Werbeindustrie gefürchteten Änderung: Ab sofort kann der Nutzer entscheiden, ob eine App die Werbe-ID verwenden darf oder eben nicht. Die Nachfragen lassen sich sogar in den iOS-Einstellungen komplett abschalten, so dass entsprechende Apps erst gar nicht nachfragen können.

Offensichtlich sind die Befürchtungen der Werbeindustrie wahr geworden: Nur sehr wenige Nutzer stimmen dem Tracking zu. Laut einem Bericht des Wall Street Journal, welches sich auf Daten von Branch Metrics Inc. bezieht, aktivieren weniger als 33 Prozent der iOS-Nutzer die Werbe-ID.

Auf iOS fallen Werbepreise und Ausgaben – und steigen auf Android
Laut dem Bericht sollen die Werbeausgaben wie auch die Werbepreise pro Einblendung auf iOS-Geräten um etwa ein Drittel gefallen sein – während im selben Zeitraum die Ausgaben auf Android um 10 Prozent stiegen. Werbetreibende verlagern also ihre Werbeausgaben von iOS zu Android – hier besteht momentan noch nicht die Möglichkeit, das Tracking zu unterbinden, doch Google plant ebenfalls eine Einverständniserklärung.

Werbetreibenden ist es durch App Tracking Transparency nicht mehr möglich, Werbung auf iOS so zielgerichtet wie in der Vergangenheit auszusteuern, da deutlich weniger Daten über den jeweiligen Nutzer zur Verfügung stehen. Bisher war es ein großer Vorteil von digitaler Werbung, dass gezielt Nutzergruppen angesprochen werden können – im Vergleich zur Fernseh- und Print-Werbung gab es deutlich weniger "Streuverluste".

Kommentare

Rosember06.07.21 08:56
Was für eine schöne Nachricht!
+43
vismed.
vismed.06.07.21 09:24
Rosember
Was für eine schöne Nachricht!

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Weniger Werbung und Kundenkontakte heißt weniger Umsatz und somit weniger Geld für die Angestellten und somit Arbeitsplätze. In Zeiten von Corona ist die Entscheidung Apple's fragwürdig.
-56
Perdiste puesto primero06.07.21 09:27
vismed.
Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Weniger Werbung und Kundenkontakte heißt weniger Umsatz und somit weniger Geld für die Angestellten und somit Arbeitsplätze. In Zeiten von Corona ist die Entscheidung Apple's fragwürdig.

Arbeitsplätze um jeden Preis? Genauso kann man sich jeden Sch... schön reden (ganz wortwörtlich: "Weniger Sch... kaufen bedeutet weniger Geld für die Angestellten...").
+21
andreas_g
andreas_g06.07.21 09:31
vismed.
Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Weniger Werbung und Kundenkontakte heißt weniger Umsatz und somit weniger Geld für die Angestellten und somit Arbeitsplätze. In Zeiten von Corona ist die Entscheidung Apple's fragwürdig.

Ich gehe davon aus, dass wenn jemand etwas braucht, er oder sie es auch weiterhin kaufen kann. Aber vielleicht werden weniger Dinge gekauft, die nicht gebraucht werden. Das wäre in der heutigen Zeit kein Rückschritt sondern ein Fortschritt.
+26
Calibrator06.07.21 09:32
Ich kann mich nicht erinnern, jemals irgendetwas von dieser Werbung angepriesenen Artikeln gekauft zu haben. Insofern ist mir dieses Gedöns egal. Dankeschön Apple für diese Wahlmöglichkeit.
+18
stefan06.07.21 09:36
vismed.
Weniger Werbung und Kundenkontakte heißt weniger Umsatz und somit weniger Geld für die Angestellten und somit Arbeitsplätze.
Von wem genau?
+6
TiBooX
TiBooX06.07.21 09:41
vismed.

Ich denke nicht das die „ach so arme“ Werbeindustrie das Recht hat mich unentwegt zu verfolgen, zu speichern und zu drangsalieren.

Im realen Leben wäre das mit Stalking und Belästigung, sogar Nötigung vergleichbar.
Wenn ausgerechnet die „Kreativen“ keine anderen Wege finden zielgerichtet ihre Werbung zu platzieren dann braucht auch keiner diese Arbeitsplätze.

Mittlerweile gibt es Werbefirmen die JEDES! Bild, dass sie in die Finger bekommen können per Gesichtserkennung verarbeiten. Was wenn - wie es regelmässig passiert - diese Daten in die „falschen Hände“ kommen. Dann kannst du dich auf diesem Planeten keinen Meter mehr bewegen ohne das die „falschen Hände“ wissen wo du bist.
Gerade wir Deutschen sollten doch wissen was das bedeutet hollera und Hollerith.

Ich verstehe ehrlich nicht warum Werbung diese Daten beansprucht oder braucht.
Ich denke Privatsphäre ist so lebensnotwendig wie Nahrung oder Luft. Nur sind die Auswirkungen verzögert.
People who are really serious about software should make their own hardware [A. Kay]
+39
MikeMuc06.07.21 09:55
Zielgerichtete Werbung… ist doch fast immer Betrug am Kunden
Denn solange mich die bereits gekaufte Waschmaschine in den Anzeigen verfolgt, ist genau diese Werbung zu 100% im Lokus versenkt. Jede andere Anzeige hätte mehr Erfolg haben können da das Zeitfenster, in dem wirklich Interesse an der Waschmaschine besteht, doch extrem kurz ist
Eine Sicherung von Arbeitsplätzen mittels Werbung findet dann auch nur noch innerhalb der „Werbeindustrie“ statt. Denn Apps, die nur über Werbung „Gewinn“ fabrizieren, dürften meist nur „wenig“ Inhalt bieten.
+8
NONrelevant
NONrelevant06.07.21 09:57
So wie Apple das macht, finde ich das ganz gut. Keiner sollte ungefragt mit meinen Daten Geld machen.
Datensammler könnten jedoch mich fragen, ob ich meine Daten für wieviel Geld hergebe. Angebot und Nachfrage.
Wenn die mir genug zahlen, könnte ich zumindest darüber entscheiden. Aber einfach so meine Daten abgreifen und nichts dafür zu bekommen, geht gar nicht.

vismed.
Nicht jeder Zweck heiligt jedes Mittel.
NONrelevant - Wer nicht selber denkt, für den wird gedacht.
+10
julius_71006.07.21 10:00
Wieso haben immer noch knapp 33% auf erlauben geklickt? 😂😂
+15
Mr.Bue
Mr.Bue06.07.21 10:11
julius_710
Wieso haben immer noch knapp 33% auf erlauben geklickt? 😂😂

Weil sie Funktion in iOS nicht finden? 😏
+7
lamariposa06.07.21 10:14
julius_710
Wieso haben immer noch knapp 33% auf erlauben geklickt? 😂😂
Weil sie vielleicht 1 oder 2 Apps so gut finden dass sie sie unterstützen (aber nicht kaufen, falls überhaupt möglich) wollen.

Dafür musst du aber natürlich generell erst einmal „Apps erlauben, Tracking anzufordern“ (das wären dann die 33%) - um anschließend nur den Apps die du unterstützen willst tatsächlich das Tracking zu erlauben.
+3
Raziel106.07.21 10:18
Habe sogar selber bei ganz wenigen auf erlauben geklickt. Das sind dann aber ausschließlich Apps die meine Erlaubnis auch verdient haben, tendenziell von kleinen privaten Entwicklern, die sich viel Mühe geben und denen die Daten helfen, das Produkt zu verbessern.

Der Rest, und vor allem die nur penetrant und ohne Sinn Werbung verteilen, erteile ich auch direkt ne Abfuhr
+6
Gu Wen Lang06.07.21 10:33
vismed.
Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Weniger Werbung und Kundenkontakte heißt weniger Umsatz und somit weniger Geld für die Angestellten und somit Arbeitsplätze. In Zeiten von Corona ist die Entscheidung Apple's fragwürdig.
Jetzt regelt es einmal wirklich der Markt, und es ist auch wieder nicht Recht.

Apple hat Privatsphäre als echten Mehrwert entdeckt, und ich unterstelle dort mal vorsichtshalber kein über den Profit hinausgehendes Sendungsbewusstsein. Wenn jetzt durch Apples Entscheidungen ein parasitäres System am unteren Ende der Wertschöpfungskette weniger Umsatz macht, ist das m. E. ein begrüßenswerter Nebeneffekt. Das "Arbeitsplätze"-Totschlagargument greift hier nicht, es gibt auch woanders reichlich offene Stellen zu besetzen, man muss nicht zwingend in der Werbebranche arbeiten.
+12
truth
truth06.07.21 10:43
Ich finde 33% nicht wenig sondern verdammt viel. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.
+15
d2o06.07.21 10:50
Wenn man nur noch personalisierte Werbung bekommt, verliert man so langsam den Blick für alles andere drumherum. Daher bin ich persönlich kein Freund von personalisierter Werbung bin, mag ich u.a. auch kein Tracking.
Apple hat eine goldrichtige Entscheidung getroffen, und letztlich entscheidet ja jeder selbst, ob der Schalter aktiviert oder nicht.
+4
solemnis06.07.21 11:03
Ich halte Apples Vorgehen für bigott und sogar gefährlich.

Das Internet ist schon immer ein, zum größten Teil werbefinanziertes Medium.
Wie selbstverständlich erwarten scheinbar alle, das im Netz bitteschön alles kostenlos zur Verfügung steht, ob soziales Netzwerk, Videos, Nachrichten und der Wetterbericht.
Das betrifft nicht nur die, ach so bösen Big Player, sondern auch ganz kleine Seiten, wie z.B. diese - Mac Tech News.
Auch sie generieren einen gewissen Teil ihrer Einnahmen über Werbung.

Wenn diese Werbung nun durch Apples Vorgehen nicht mehr inhaltlich eingegrenzt bzw. personalisiert werden kann, verdienen diese Seiten weniger Geld mit der gleichen Anzahl von Werbung.

In der Konsequenz verdienen diese Seiten dann entweder weniger Geld, oder sie müssen noch mehr Werbung zeigen, um die gleichen Einnahmen zu erzielen.
Und das wäre bitter, und zwar für alle Beteiligten.

Wieso ich das bigott finde?
Apple lässt sich von Google jedes Jahr ca. 10 Milliarden Dollar zahlen, damit Google die Standartsuchmaschine in Safari ist (macOS/iOS) und dadurch Werbung von Google geschaltet werden kann. Ich wiederhole: Indirekt gehen 10 Milliarden Werbeeinnahmen an Apple. Damit hat Apple ja scheinbar kein Problem.

Zusammengefasst: Ich möchte weiterhin kostenlos Mac Tech News lesen können, ohne in Werbung zu ertrinken, die absolut nichts mit mir zu tun hat.
-7
chill
chill06.07.21 11:06
Dann muss sich eben nur Dessous oder Bademodenwerbung ansehen, dann erspart man sich den anderen irrelevanten Mist.
"¿ssıəɥɔs ɹəp llos sɐʍ" :ʇƃɐs əsıəʍ ɹəp 'ßıəʍ sɐʍ ɹə sɐp ßıəʍ əƃnlʞ ɹəp
+2
Nebula
Nebula06.07.21 11:07
Ich habe schon mehrmals aus Versehen auf Erlauben geklickt, weil ich in Eile war. Umgestellt habe ich es viel später. Ehrlich gesagt juckt mich das aber nur wenig, was die da sammeln. Sie wollen sammeln und finden bald eben andere Wege. Es gibt ja schon Initiativen von Werbefirmen, die an alternativen Standards arbeiten, die Apples System umgehen. Da wird auch das integrierte systemweite Tracking-Report nur kurzfristig was bringen. Irgendwann läuft dann alles über einen Server und man bekommt gar nichts mehr mit.
»Wir werden alle sterben« – Albert Einstein
-3
Thyl06.07.21 11:09
Irgendwann werden die Werbetreibenden ohnehin verstehen, dass Werbung im Internet extrem schlecht funktioniert. Die generierten Klicks dürften zu 90% Leute sein, die die falsche Stelle auf dem Bildschirm angeklickt haben. Die Tricks der Websites, genau das zu erreichen, werden immer ausgebuffter.

Und wenn das rauskommt, müssen die werbefinanzierten Dienste sich ein neues Geschäftsmodell ausdenken.
+2
eweri06.07.21 11:15
MikeMuc
Zielgerichtete Werbung… ist doch fast immer Betrug am Kunden
Denn solange mich die bereits gekaufte Waschmaschine in den Anzeigen verfolgt, ist genau diese Werbung zu 100% im Lokus versenkt. ...

Genau meine Meinung - wir sprechen immer von "Filterblasen" - zielgerichtet Werbung ist nicht anderes. Ich weiß noch, als ich mal nach einem schnelleren Internet-Anschluss bei einem bestimmten Anbieter gesurft habe - selbst gefühlte 4 Wochen nachdem ich bereits Kunde bei diesem Anbieter war, wurde ich immer noch mit Werbung zugeballert - das führt dann genau zum gegenteiligen Effekt - nämlich Ablehnung.

Der Gedanke hinter zielgerichteter Werbung ist auch völlig unrealistisch - man stelle sich mal vor, ich gehe in ein Geschäft und der Verkäufer zeigt mir nur Hosen - weil ich beim letzten Besuch auch eine Hose gekauft habe.

Genau wegen dieser "zielgerichteten Informationspräsentation" gibt es doch alle möglichen Verschwörungsgläubigen - eine Filterung von Internet-Inhalten ohne Kenntnis des Anwenders sollte per Gesetz verboten werden oder jede Webseite könnte über ein kleines Menü dem Benutzer zeigen, was es bevorzugt präsentiert und was es unterdrückt. Statt dessen macht man diesen Schwachsinn mit "Cookies akzeptieren".

Das ein Anwender nach seinen Interessen gefragt wird und dann eine inhaltliche Filterung stattfindet, fände ich in Ordnung.

Bis denn,
eweri
+11
eweri06.07.21 12:04
vismed.
Rosember
Was für eine schöne Nachricht!

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Weniger Werbung und Kundenkontakte heißt weniger Umsatz und somit weniger Geld für die Angestellten und somit Arbeitsplätze. In Zeiten von Corona ist die Entscheidung Apple's fragwürdig.

Hallo vismed!

Im früheren Jahrhunderten hielt man die Kinderarbeit für unverzichtbar und wie wir alle wissen, ist unsere Gesellschaft dabei untergegangen. Als man den Katalysator eingeführt hat waren auch wieder Arbeitsplätze in Gefahr und wie wir alle wissen, ist die deutsche Automobil-Industrie daran zerbrochen.

Ich kann verstehen, dass du, als vermutlich direkt Betroffener, das nicht toll findest, aber das Totschlag-Argument "Arbeitsplätze" ist nicht nur viel zu kurz gegriffen, sondern es ist falsch.

Bis denn,
eweri
+7
Borimir
Borimir06.07.21 12:11
solemnis
Ich halte Apples Vorgehen für bigott und sogar gefährlich.

Das Internet ist schon immer ein, zum größten Teil werbefinanziertes Medium.
Wie selbstverständlich erwarten scheinbar alle, das im Netz bitteschön alles kostenlos zur Verfügung steht, ob soziales Netzwerk, Videos, Nachrichten und der Wetterbericht.
Das betrifft nicht nur die, ach so bösen Big Player, sondern auch ganz kleine Seiten, wie z.B. diese - Mac Tech News.
Auch sie generieren einen gewissen Teil ihrer Einnahmen über Werbung.

Wenn diese Werbung nun durch Apples Vorgehen nicht mehr inhaltlich eingegrenzt bzw. personalisiert werden kann, verdienen diese Seiten weniger Geld mit der gleichen Anzahl von Werbung.

In der Konsequenz verdienen diese Seiten dann entweder weniger Geld, oder sie müssen noch mehr Werbung zeigen, um die gleichen Einnahmen zu erzielen.
Und das wäre bitter, und zwar für alle Beteiligten.

Wieso ich das bigott finde?
Apple lässt sich von Google jedes Jahr ca. 10 Milliarden Dollar zahlen, damit Google die Standartsuchmaschine in Safari ist (macOS/iOS) und dadurch Werbung von Google geschaltet werden kann. Ich wiederhole: Indirekt gehen 10 Milliarden Werbeeinnahmen an Apple. Damit hat Apple ja scheinbar kein Problem.

Zusammengefasst: Ich möchte weiterhin kostenlos Mac Tech News lesen können, ohne in Werbung zu ertrinken, die absolut nichts mit mir zu tun hat.
ich bin kein Apple Fan sondern einfach ein Nutzer der von Apple angebotenen Produkte. Daher ist es für mich tatsächlich erst einmal zweitrangig
welche Motive hinter Apples Handeln steht. Wenn Apple mir dabei hilft mein Recht auf informelle Selbstbestimmung wahrzunehmen ist das für mich okay. Und im Endeeffekt ist es auch okay wenn Apple mir die Ware Datenschutz verkauft. Alle wollen Geld verdienen, es geht für mich einfach darum auf welche Art und Weise dies geschieht. Die Werbeindustrie hat kein Recht für ihr Geschäftsmodell meine Rechte mit Füßen zu treten.
+4
d2o06.07.21 12:31
solemnis
In der Konsequenz verdienen diese Seiten dann entweder weniger Geld, oder sie müssen noch mehr Werbung zeigen, um die gleichen Einnahmen zu erzielen. Und das wäre bitter, und zwar für alle Beteiligten.

Ich sehe das anders. Man kann nicht einen Dienst anbieten wollen, ohne sich Gedanken über die Finanzierung gemacht zu haben.
Man kann es auch nicht einfach den Besuchern zuschreiben, dass sie gefälligst die Werbung zu ertragen haben, weil man ja die Seite nur für die Besucher betreibt und man das völlig uneigennützig.
Kurz und einfach gesagt: Wenn ich kein Geld habe um etwas zu machen bzw. fortzuführen, dann kann ich das nicht anderen in die Schuhe schieben. Dann muss man es von vornherein lassen oder anschließend aufgeben.

Als guter Vergleich ziehe ich immer gerne Tierheime ran. Die werden eröffnet und dann geht es los: Wenn nicht gespendet wird, wenn nicht kostenlos geholfen wird etc., dann müssen wir schließen etc.
Auch hier würde sagen, wozu wurde etwas ins Leben gerufen was man selber gar nicht finanzieren kann?

Und weder die Werbeindustrie, noch die Webseitenbetreiber, welche einen Deal mit der Werbeindustrie geschlossen haben, können die wegbrechenden Einnahmen nicht den Kunden und Besuchern in die Schuhe schieben, nur weil die ihre Daten und Gewohnheiten nicht mehr offenlegen möchten.
Früher funktionierte Werbung durch aufwändige Umfragen, Marktforschung usw.
Heute will man offenbar das Recht haben, dass solche Dinge zu teuer sind und die Kunden gefälligst die Daten aus den Umfragen, Analysten und sonstigen Forschungen freiwillig und ohne großes Interesse herausgeben.
No, I don't think so!
+5
maculi
maculi06.07.21 12:40
Das ohne personalisierte Werbung den Inhalteanbietern die Einnahmen wegbrechen ist eine völlig unbewiesene Behauptung der Werbenetzwerke. Zunächst einmal würden sie selbst deutlich weniger verdienen, denn von jedem Euro, den der Werbetreibende zahlt kommt ohnehin nur rund ein Drittel bei den Betreibern der Dienste an, der deutlich größere Teil bleibt schon vorher hängen.
Auch wenn ich mich wiederhole, ich verweise gerne wieder auf diesen Artikel: "Can Killing Cookies Save Journalism?
A Dutch public broadcaster got rid of targeted digital ads—and its revenues went way up." Einfach mal in Ruhe durchlesen und sacken lassen.
+5
cps06.07.21 13:02
lamariposa
julius_710
Wieso haben immer noch knapp 33% auf erlauben geklickt? 😂😂
Weil sie vielleicht 1 oder 2 Apps so gut finden dass sie sie unterstützen (aber nicht kaufen, falls überhaupt möglich) wollen.

Dafür musst du aber natürlich generell erst einmal „Apps erlauben, Tracking anzufordern“ (das wären dann die 33%) - um anschließend nur den Apps die du unterstützen willst tatsächlich das Tracking zu erlauben.

Das Apps fragen dürfen, ist doch imho als Grundeinstellung gesetzt.
0
solemnis06.07.21 13:27
maculi
A Dutch public broadcaster got rid of targeted digital ads—and its revenues went way up." Einfach mal in Ruhe durchlesen und sacken lassen.

Ein wirklich interessanter Artikel. Vielleicht ist ja kontextbezogene Werbung wirklich die Lösung. Dann wäre allen geholfen.

Was mich bei einigen hier im Forum ein wenig stört, ist die Auffassung, Werbung wäre etwas böses oder niederträchtiges und muss mit allen Mitteln bekämpft werden.
Das ist Werbung aber nicht. Werbung ist seit der industriellen Revolution eine wichtige und legitime Handelsware.
Schon die Schrebergartenzeitung der Urgroßeltern wurde mit Werbung finanziert.

d2o
Man kann es auch nicht einfach den Besuchern zuschreiben, dass sie gefälligst die Werbung zu ertragen haben, weil man ja die Seite nur für die Besucher betreibt und man das völlig uneigennützig.

Doch, lieber d2o, das kann man! Du bist gerade auf einer dieser Seiten.
-1
caba
caba06.07.21 13:38
solemnis

Was mich bei einigen hier im Forum ein wenig stört, ist die Auffassung, Werbung wäre etwas böses oder niederträchtiges und muss mit allen Mitteln bekämpft werden.
Das ist Werbung aber nicht. Werbung ist seit der industriellen Revolution eine wichtige und legitime Handelsware.
Schon die Schrebergartenzeitung der Urgroßeltern wurde mit Werbung finanziert.

Es geht ja hier nicht einfach nur um Werbung. Es geht um Verfolgung über Apps und Webseiten hinweg zum Zweck der Profilerstellung.

Und das war bei der Schrebergartenzeitung deiner Großeltern ganz bestimmt nicht so.

Was wenn solche Daten mal in falsche Hände geraten. Kommt ja nie vor, oder?
Meinungen sind keine Ideen, Meinungen sind nicht so wichtig wie Ideen, Meinungen sind nur Meinungen. (J. Ive)
+5
Peter Eckel06.07.21 13:39
solemnis
Was mich bei einigen hier im Forum ein wenig stört, ist die Auffassung, Werbung wäre etwas böses oder niederträchtiges und muss mit allen Mitteln bekämpft werden.
Das mag Dich stören, aber es ist nunmal meine Meinung.
solemnis
Das ist Werbung aber nicht. Werbung ist seit der industriellen Revolution eine wichtige und legitime Handelsware.
Das wiederum ist Deine Meinung, die ich nicht teile.

Werbung wäre eine Handelsware, wenn man die Wahl hätte, sie zu konsumieren oder eben nicht. Stattdessen wird sie einem aber mit allen - legitimen und weniger legitimen - Mitteln oktroyiert. Ich bin bislang hingegen noch bei keinem Händler mit dessen Handelsware zwangsbeglückt worden. "Handelsware" ist also der falsche Ausdruck für diese Pest.

Zudem läßt Du außer Acht, daß die Form der Auslieferung der "Handelsware" Nachteile (Bandbreitenverbrauch, Ladezeiten, erhöhter Bedarf an Rechenressourcen) und Risiken ("Malvertising") mit sich bringt, die ich im Fall der ersteren nicht akzeptieren will und muß und vor denen mich zu schützen ich im zweiten Fall als IT-Dienstleister mit Zugang zu Kundensystemen sogar die Pflicht habe.
solemnis
Doch, lieber d2o, das kann man! Du bist gerade auf einer dieser Seiten.
Ich bin gerade auf einer der Seiten, die einem die Wahl lassen (wenn ihr Bezahlsystem gerade mal funktioniert) und die ich - im Rahmen der mir zu Gebote stehenden Möglichkeiten - dafür unterstütze.

Wäre ich gezwungen, Werbung zu erdulden, müßte die Seite auf meine Teilhabe - aktive wie passive - verzichten.
Ceterum censeo liberum facierum esse delendum.
+3
beanchen06.07.21 13:57
Verständnisfragen:
"Apps erlauben Tracking anzufragen" ist standardmäßig ausgeschaltet. Für mein Verständnis ist damit nicht nur das Tracking deaktiviert, eine App darf auch nicht danach fragen, oder? Tun sie nämlich trotzdem.
Mit Werbung hat das ja eigentlich wenig zu tun, sie ist trotzdem vorhanden!? Weil so viele im hier "weniger Werbung" begrüßen, sie ist ja aber nur nicht auf mich zugeschnitten?
+2
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