Apple setzt für Klimaneutralität auf Tesla-Technik

Apple hat sich bekanntlich ehrgeizige Ziele gesetzt, wenn es um den Umwelt- und Klimaschutz geht. Spätestens in neun Jahren sollen das kalifornische Unternehmen selbst und auch alle Zulieferer klimaneutral tätig sein. iPhone, iPad und Mac sowie sämtliche anderen Produkte aus Cupertino dürfen ebenfalls ab 2030 keine negativen Auswirkungen mehr aufs Klima haben. Im Mittelpunkt der Anstrengungen steht dabei die drastische Reduzierung des CO₂-Ausstoßes.


Verzicht auf fossile Energieträger
Dieses Ziel lässt sich bekanntlich nur durch den Verzicht auf fossile Energieträger erreichen. Apple investiert daher erhebliche Summen, um zukünftig ausschließlich Sonnen- und Windenergie nutzen zu können. Auf diesem Weg ist der iPhone-Konzern nach eigenen Angaben bereits ein gutes Stück vorangekommen, seit drei Jahren werden etwa alle Standorte in 43 Ländern mit erneuerbarer Energie versorgt. Das Hauptquartiert in Cupertino beispielsweise verfügt eine große Solaranlage, zudem entstand in dessen Nähe ein Sonnenkraftwerk mit gewaltigen Ausmaßen.


Das Kraftwerk des California Flats Solar Project
Quelle: Apple

Apple baut riesigen Batteriespeicher
Sonnenenergie und Windkraft haben aber nach wie vor einen großen Nachteil: Sie liefern Energie nur, wenn es hell ist beziehungsweise ein hinreichendes Lüftchen weht. Um die Versorgung rund um die Uhr sicherzustellen, werden also groß dimensionierte Batteriespeicher benötigt. Eine solche Anlage will Apple nach eigenen Angaben demnächst am Rande des California Flats Solar Project errichten lassen. Das weit mehr als tausend Hektar große Kraftwerk beliefert den iPhone-Konzern mit einer Leistung von bis zu 130 Megawatt, den Rest der maximalen Gesamtkapazität von 280 Megawatt bezieht der kalifornische Energieversorger Pacific Gas and Electric.


Die Baustelle des neuen Batteriespeichers
Quelle: Apple

Speicherkapazität von 240 Megawattstunden
Die Kapazität der neuen Anlage, deren Umrisse bereits auf ersten Bildern zu erkennen sind, soll 240 Megawattstunden betragen. Diese Menge reicht aus, um mehr als 7.000 durchschnittliche US-Haushalte einen ganzen Tag lang mit Strom zu versorgen. Allerdings fließt die gespeicherte Energie nicht ins allgemeine Netz, sondern dient als Puffer für Apples Standorte in der Nähe, insbesondere natürlich das Hauptquartier. Zum Einsatz kommen dabei nach Informationen von The Verge 85 sogenannte Megapacks von Tesla. Der Hersteller von Elektroautos vermarktet und installiert diese von ihm entwickelten Lithium-Ionen-Speicherblöcke bereits seit 2019. Gebaut werden sie in Teslas Gigafactory 1 im US-Bundesstaat Nevada. Wann Apples Speicheranlage in Betrieb geht, ist nicht bekannt. Sicher ist allerdings, dass es nicht die größte Einrichtung ihrer Art sein wird: Pacific Gas and Electric betreibt in der Nähe bereits ein System mit 256 Megapacks, welche eine Kapazität von 730 Megawattstunden aufweisen.

Kommentare

nane
nane02.04.21 10:21
Prima! Ein Schritt in die richtige Richtung.
Das Leben ist ein langer Traum, an dessen Ende kein Wecker klingelt.
+7
DTP
DTP02.04.21 13:06
nane
Prima! Ein Schritt in die richtige Richtung.
In Europa gibt es ja auch eine Initiative, Datencenter bis 2030 klimaneutral zu betreiben:
https://www.climateneutraldatacentre.net/self-regulatory-initiative/

Und wir alle können auch etwas dazu beitragen, in dem wir einen Energieanbieter wählen, der zu 100% Ökostrom anbietet.
+2
Prof. Oz
Prof. Oz02.04.21 17:56
Klimaneutral würde bedeuten, Akkus würden sich bei allen Geräten tauschen lassen, längere Softwareunterstützung/Upgradefähigkeit sowie Reycling von allen Bestandteilen.
+11
system703.04.21 11:36
Die Klimareligion. Die ganze Argumentation hält keinen wissenschaftlichen Argumenten stand.
-17
Semmelrocc03.04.21 20:53
Interessant ist auch die Angabe, dass die Leistung der Anlage den täglichen Bedarf von 7.000 kalifornischen Haushalten deckt. Das ergibt einen täglichen Strombedarf von 35 kWh pro Haushalt – etwa das 3,5-fache eines Haushalts hierzulande und sicherlich der (notwendigen) Nutzung von Klimaanlagen geschuldet. Wobei, wenn wir hierzulande in Zukunft flächendeckend Wärmepumpen zum Heizen benutzen, kommen wir sicherlich in ähnliche Regionen.
+2
antihiphop2002
antihiphop200204.04.21 02:49
Schützen wir die Umwelt indem wir sie mit Windmühlen und Solaranlagen zupflastern.... bei aller Liebe zu Apple, Bill Gates geht da mit modernen Kernreaktoren den deutlich besseren Weg.
Wenn es einen Menschen gäbe, der wagte, alles zu sagen, was er von dieser Welt gedacht hat, bliebe ihm kein Quadratmeter mehr, um sich darauf zu behaupten
-9
X-Jo04.04.21 18:24
antihiphop2002
Schützen wir die Umwelt indem wir sie mit Windmühlen und Solaranlagen zupflastern.... bei aller Liebe zu Apple, Bill Gates geht da mit modernen Kernreaktoren den deutlich besseren Weg.
1. Unseren Lebensraum schützen wir auf jeden Fall durch „Windmühlen“ und Solaranlagen.
Bei einer Erderhitzung von z. B. +6 oder +8 ℃ wird es die Welt und auch eine Umwelt weiterhin geben. Die Frage ist, ob Menschen in dieser Umwelt noch leben können. Aber wir sind ja gerade dabei, das herauszufinden …

2. Kernreaktoren sind inzwischen viel zu teuer und müssen subventioniert werden (wer bezahlt doch gleich die temporäre Endlagerung?). Staaten, die unbedingt Kernwaffen benötigen, müssen für den Bau moderner KKWs halt weiterhin Steuergelder „investieren“.
+6
Warp
Warp04.04.21 18:51
X-Jo, da wäre ich mir an deiner Stelle nicht so sicher. Es gibt inzwischen auch Studien wo nachgewiesen wurde, dass so Windplantagen auch zur Erderwärmung beitragen können. Weiterhin hat man festgestellt, dass hinter Windkraftanlagen mindestens das Mikroklima verändert wurde und dort regelrechte Trockenzonen entstanden. Ich hatte hier in einem anderen Thread schon mal entsprechende Links eingestellt. Sowas wird anscheinend gerne nicht erwähnt weil das nicht ganz ins Weltbild passt. Was die Kernkraft betrifft. Da gibt es auch Staaten welche nicht unbedingt Kernwaffen benötigen , davon abgesehen, dass nicht mit allen Kernkraftwerkstypen überhaupt waffenfähiges Material hergestellt werden kann. Der nächste Schritt wären Fusionskraftwerke. Aber da findet man in diversen Kreisen bestimmt auch einen Grund wieso diese dann wieder schädlich wären.
-4
X-Jo04.04.21 21:17
Fusionskraftwerke wären natürlich der Durchbruch in der Energieerzeugung ohne wesentliche Nachteile (ausser vielleicht den Kosten?).
Das einzige Problem: Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, kommen diese leider viel zu spät.

Vision: In vielleicht 50 Jahren gibt’s flächendeckend und kostengünstig Fusionskraftwerke und die Windräder können wieder abgebaut werden!
0
sahnehering05.04.21 09:58
X-Jo
Vision: In vielleicht 50 Jahren gibt’s flächendeckend und kostengünstig Fusionskraftwerke und die Windräder können wieder abgebaut werden!
Und genau das ist für mich der Punkt für Windkraftanlagen. Keine langfristigen Folgen. Man kann die Dinger einfach abbauen, und muss ich nicht 100.000 Jahre um irgendwelchen Müll kümmern. Ob die temporär scheisse aussehen darüber kann man diskutieren.
Aber wir haben unsere Umwelt kaputt gemacht, dann können wir auch ein paar Jahrzehnte auf Windspargel schauen.
Kein Backup, kein Mitleid
+7
DTP
DTP05.04.21 11:09
sahnehering
X-Jo
Vision: In vielleicht 50 Jahren gibt’s flächendeckend und kostengünstig Fusionskraftwerke und die Windräder können wieder abgebaut werden!
Und genau das ist für mich der Punkt für Windkraftanlagen. Keine langfristigen Folgen. Man kann die Dinger einfach abbauen, und muss ich nicht 100.000 Jahre um irgendwelchen Müll kümmern. Ob die temporär scheisse aussehen darüber kann man diskutieren.
Aber wir haben unsere Umwelt kaputt gemacht, dann können wir auch ein paar Jahrzehnte auf Windspargel schauen.
Stimmt. Und keiner, der Windräder hässlich findet, fordert ja zB den Abbau von Autobahnen. Auch hässlich, zerschneidet soziale Landschaften, vermindert den Wert von Grundstücken und extrem laut und krankmachend.

Die Argumente von Befürwortern von Wasserstoff und Fusionskraftwerken kommen ja oft nicht aus der Überzeugung, dass diese besser seien, sondern aus der Überzeugung, dass "wir jetzt nichts tun sollten". Irgendwie vermute ich, dass wenn es morgen diese Technologien einsetzbar gäbe, diese Lobbyisten auch auf einmal einen Grund finden würden, warum Quantenkraftwerke doch besser wären und man lieber warten sollte.

Übergangstechnologien helfen halt, heute schon den Übergang zu vollziehen.
+6
X-Jo05.04.21 11:46
Warp
[…] Es gibt inzwischen auch Studien wo nachgewiesen wurde, dass so Windplantagen auch zur Erderwärmung beitragen können. Weiterhin hat man festgestellt, dass hinter Windkraftanlagen mindestens das Mikroklima verändert wurde und dort regelrechte Trockenzonen entstanden. Ich hatte hier in einem anderen Thread schon mal entsprechende Links eingestellt. Sowas wird anscheinend gerne nicht erwähnt weil das nicht ganz ins Weltbild passt. […]
Meinst du diesen Thread und …
Warp
[…]
Wie sieht denn das langfristig mit Windenergie aus? Da hab ich das hier gefunden auf der Seite espk.de. Das steht, dass Windkraft AUCH zur Klimaerwärmung beitragen kann plus andere Auswirkungen auch im lokalen Klima wie Erzeugung von Trockenzonen im Leebereich von Windparks.
[…]
… diesen Link?
https://www.eskp.de/energiewende-umwelt/der-einfluss-des-klimawandels-auf-die-windkraft-935998/ :
Ich habe den Artikel gelesen und finde dort weder eine Aussage, dass Windkraft zur Erwärmung beiträgt noch kommen die Wörter „Trockenzone“ und „Mikroklima“ im Artikel vor.
+3

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