Apple patentiert autonomen Auto-Konvoi samt Stromtransfer beim Fahren

Selbstfahrende Autos können im Konvoi zusammenarbeiten und durch Fahren im Windschatten sowie Teilen der Batterieladungen optimierte Verbrauchswerte erreichen. Das geht aus einem Apple-Patent namens "Peloton" hervor, welches nun das US-Patentamt veröffentlicht hat.

Mehr Reichweite, weniger Pausen
Peloton macht sich dabei die Physik des Windschattenfahrens zu nutze, die aus dem Radsport bekannt ist. Die Führungsgruppe unterbricht dabei den Luftstrom und erreicht einen minimierten Luftwiderstand für die folgenden Team-Mitglieder. Später tauschen die Fahrer die Positionen, um den Kraftaufwand für das Gegen-den-Wind-fahren aufzuteilen. Im Fahrzeugkonvoi führt dieses Vorgehen zu Stromspareffekten der hinteren Elektroautos. So kann die Karawane entweder bei gleichbleibenden Verbrauch schneller fahren oder die Reichweite erhöhen. Letzteres senkt wiederum die Anzahl der Tankstopps und damit die Reisezeit.


Automatisch und optimiert
Das System soll die Reichweite der Konvoimitglieder vergleichen und damit eine optimierte Reihenfolge bestimmen. Es lässt zudem Faktoren wie Kraftstoffreserven und Beladung in die Berechnung einfließen. Zusätzlich überträgt eine einziehbare Vorrichtung Energie von einem Auto zum anderen, sodass sich schwächere Akkus von stärkeren aufladen lassen. Da alle beteiligten Fahrzeuge selbst fahren, miteinander kommunizieren und alle nötigen Daten dazu erfassen, können sie längere Zeit nah genug zueinander fahren, um eine akzeptable Energieübertragung zu gewährleisten. Ob eine solche Übertragung auch mit Nicht-Mitglieder des Konvois möglich sein soll, verschweigt das Dokument.

Apple Car oder nicht
Apple arbeitet seit Jahren im Verborgenen an autonomen Fahrsystemen und hat auch etliche "Testfahrzeuge" im Betrieb. Beobachter rätseln, ob der Technologie-Konzern nur die Systeme oder womöglich ein komplettes Apple-Auto entwickelt. Von Zeit zu Zeit kommen Patente, wie zuletzt über ein neues Konzept für den Antriebsstrang von Elektrofahrzeugen, ans Licht, die eher in Richtung Apple Car weisen. Zuletzt häuften sich die Berichte, das Unternehmen wolle gegen 2023 mit dem neuen Produkt an die Öffentlichkeit treten.

Kommentare

trw
trw24.10.18 16:38
Konvoi u.a. mit Daten- und Strombabgleich und "Belgischem Kreisel"???

... langsam wird mir etwas "Bange" ... ;-(
-2
jlattke24.10.18 17:09
… klingt verdammt nach dem Platooning der Lkw-Hersteller – nur umfangreicher. MAN probiert das auf der A9 schon länger im Livebetrieb.
+2
SaNaif24.10.18 17:57
alles ein alter Hut, das Konzept des Windschatenfahrens im Konvoi gibt es schon seit den Achtzigern des letzten Jahrhunderts.
Man vergisst dabei nur eines, es sitzt immer noch ein Mensch im Auto. Und der wird zumindest gestresst reagieren wenn er bei 120 mit 2 Metern Abstand gefahren wird. Das gleiche Problem gibt es bei Flugzeugen, die könnten bei der Landung ganz anders vorgehen. Nur leider hat der Pilot den Eindruck er schlägt gleich auf der Landebahn auf.

Derartige Dinge werden möglicherweise zukünftigen Generation vorbehalten bleiben, die es gar nicht mehr gewöhnt sind selbst etwas zu steuern. Dann sind die Systeme und die rechtlichen Rahmenbedingungen auch soweit, dass der Gefahrene die Kontrolle und Verantwortung komplett abgeben kann und z.B. Rückwärts zur Fahrtrichtung sitzen kann. Oder die Windschutzscheibe ist ein Display auf dem während der Fahrt irgendwas abgespielt wird.
+2
Oceanbeat
Oceanbeat24.10.18 18:21
@SaNaiv

Das ist auch nichts anderes, als in verschiedenen Abteilen in einem Zug über die Gleise zu rasen - ich sehe da überhaupt kein Problem. Die Fahrzeuge sind natürlich gekoppelt - wenn auch nicht physisch...
Wenn das Universum expandiert, werden wir dann alle dicker...?
+1
Stefab
Stefab24.10.18 19:59
Auch nehme ich an, dass nur im vordersten ein Fahrer sitzen wird, bzw. wenn hinten auch Fahrer sitzen, die nur zur Sicherheit sind, und nur der vorderste LKW wirklich gefahren wird, ähnlich wie es auch für den Tesla Semi geplant ist.
-1
Dante Anita24.10.18 21:36
Hatte dazu auch einmal einen Bericht gesehen, dort ging es um 🚛. Der entscheidende Unterschied war, dass das erste Fahrzeug von einem Menschen gelenkt wurde. Die anderen Fahrer können sich einklinken und die LKW fahren ab dann autonom hinterher, bis der Fahrer sich wieder ausklinkt.

Bei Apples Patent läuft anscheinend alles autonom, auch der Erste. Tesla wäre für sowas prädestiniert gewesen. Erstaunlich dabei: Apple hat noch nicht mal eigene Autos produziert, denkt aber schon über Themen nach, die in x Jahren kommen könnten.
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Cliff the DAU
Cliff the DAU25.10.18 10:30
jlattke
… klingt verdammt nach dem Platooning der Lkw-Hersteller – nur umfangreicher. MAN probiert das auf der A9 schon länger im Livebetrieb.

Daimler auch !!! Seit Jahren.
„Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum.“
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