Schnelles 5G in diesem Jahr auch bei europäischen iPhone-Modellen?

Im Oktober 2020 stellte Apple das iPhone-12-Lineup vor, bestehend aus dem iPhone 12, 12 mini, 12 Pro und 12 Pro Max. Eines der groß beworbenen Funktionen ist die Unterstützung von 5G-Mobilfunknetzen mit einer Datenrate von bis zu 2.000 Mbit pro Sekunde. Was Apple nur in den technischen Spezifikationen erwähnt: Nicht alle Modelle unterstützen das schnelle mmWave-5G-Netz. Obwohl Apple die neuen Modelle weltweit unter dem Namen "iPhone 12" verkauft, unterscheiden sich die Geräte auf dem US-Markt von der Empfangstechnik von den restlichen Modellen.


Nur in den USA unterstützt das iPhone 12 (und alle Modellvarianten) mmWave-5G – die restlichen iPhones können nur im Sub-6-GHz-Netz funken. Hier sind nur moderate Geschwindigkeitssteigerungen im Vergleich zu LTE zu beobachten: Zwischen 100 und 400 Mbit pro Sekunde sind möglich – mit mmWave hingegen 2.000 Mbit. Doch aufgrund der geringen Reichweite von mmWave lohnt sich die Technik nur in sehr dicht besiedelten Gebieten wie zum Beispiel Stadien, Flughäfen oder die Innenstädte großer Metropolen. Ein Vorteil von 5G bleibt aber bei allen iPhone-Modellvarianten: Kunden dürften erheblich öfter die volle Datenrate erreichen als mit LTE, da 5G-Mobilfunkmasten eine größere Anzahl an Handys gleichzeitig mit Daten versorgen können.

Zulieferer: Apple bestellt große Mengen an geeigneten Antennen
"PatentlyApple" berichtet nun, dass Apple dem taiwanischen Unternehmen Qiqi einen großen Auftrag für mmWave-5G-Antennen zugesprochen hat – wahrscheinlich für das im Herbst 2021 erscheinende iPhone 13. Qiqi würde zum allerersten Mal Komponenten für Apple-Geräte beisteuern – aktuell stellt das japanische Unternehmen Murata Manufacturing die mmWave-Antennen für das US-iPhone-12 her. Da Apple bei wichtigen Komponenten meist mit mehreren Herstellern zusammenarbeitet, ist davon auszugehen, dass Murata Manufacturing auch weiterhin 5G-Antennen liefert. Durch die Corona-Pandemie können Lieferketten innerhalb weniger Wochen oder gar Tagen unterbrochen werden und ein verzögerter iPhone-Start im Herbst würde Apple Milliarden kosten – daher legt Apple Wert auf mehrere Quellen wichtiger Bauteile.

Diesmal weltweit?
Noch völlig unklar ist, ob das iPhone 13 weltweit einheitliche Funktionen bietet oder ob sich die Geräte wieder nach Region deutlich unterscheiden. Berichten nach liegen die Produktionskosten des mmWave-iPhone-12 um 50 Dollar über dem iPhone 12 ohne schnelles 5G.

Kommentare

Kaji05.01.21 16:59
Ich finde es sehr schade, dass Apple den europäischen Markt etwas stiefmütterlich behandelt - und das schon seit Jahren. Ich erinnere nur an das "LTE Desaster" beim iPhone 5 (in Deutschland wurden nur die LTE-Frequenzen der Telekom unterstützt und erst das 5S unterstützte dann alle Frequenzen). Die Konkurrenz schafft es doch auch. Bei Samsung unterstützten z.B. alle Galaxy S20 5G Modelle sowohl Sub6 als auch mmWave und die wurden bereits im Feburar 2020 vorgestellt. Apple hatte über ein halbes Jahr länger Zeit und hat es trotzdem nicht geschafft - schade.
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