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Gurman: Silicon Valley wird für Apple zum Problem – Unternehmen will sich dezentralisieren

Wo einst wilde Büsche, Mandeln und Obsthaine wuchsen, entstand seit den 50er Jahren eine einzigartige Tech-Landschaft. Der "Stanford Industrial Park" machte den Anfang, drei Dekaden später hatte sich ein ganzes Konglomerat aufstrebender Tech-Unternehmen auf den Flächen des Santa Clara Valley angesiedelt. Zu den namhaften Vertretern des heutigen Silicon Valleys zählen unter anderem Apple, Intel, Google, Nvidia, Hewlett-Packard, Oracle, Cisco, Facebook oder auch der Autohersteller Tesla. Mehrfach hieß es hingegen in letzter Zeit, der gewaltige Technologie-Park habe seinen Zenit ganz klar überschritten und stehe vor einer Art Abschwung. Den Unternehmen geht es zwar gut, doch mehr und mehr kommen sehr nachteilige Aspekte zum Tragen.


Ein gewisser Valley-Exodus hat eingesetzt
Mit Hewlett Packard Enterprise gab beispielsweise eines der Gründungsmitglieder erst vor einigen Monaten bekannt, sich aus dem Silicon Valley zurückzuziehen. Noch immer findet man nur wenige Orte mit einer derartigen Konzentration an Talenten, allerdings werden die immensen Mieten und sonstigen Kosten zu einem immer stärkeren Nachteil. Doch selbst die Suche nach Talenten gestaltet sich zunehmend schwierig, wie Mark Gurman von Bloomberg in Hinblick auf Apple ausführt. Ohnehin habe Apple längst die Politik "alle Fachleute müssen nach Cupertino" zugunsten weltweit vertretener Forschungszentren aufgegeben.


"Silicon Valley" um 1900

Apple will Cupertino nicht verlassen...
Zwar habe Apple nicht vor, den Hauptsitz aus Cupertino in eine andere Stadt zu verlegen, stehe jedoch ebenfalls vor Problemen. Was einst als größter Vorteil des Silicon Valley galt, nämlich die Fülle an Talenten, kehrt sich inzwischen um. Angeblich gestaltet sich nicht nur die Personalsuche immer schwerer, stattdessen sei sogar eine gewisse Abwanderungs-Bewegung zu beobachten. Zahlreiche Ingenieure haben demnach Apple verlassen, da selbst hoch bezahlte Fachkräfte sich das Leben im Großraum San Francisco kaum noch leisten können. Ein weiterer Aspekt spricht ebenfalls gegen das Silicon Valley als Zentrum: Das Bestreben nach diverser Aufstellung ist schwer zu erfüllen, wenn man ausschließlich die weitgehend homogenen Tech-Bevölkerungsschichten San Franciscos zur Verfügung hat.

...aber dezentralisierter arbeiten
Bei Apple habe sich daher die Entwicklung hin zu einer dezentralisierten Aufstellung beschleunigt. Um sich nicht mehr mit Amazon und Google um dieselben Mitarbeiter streiten zu müssen, verstärke Apple den Ausbau von Büros und Entwicklungszentren in anderen Regionen. Dort sei man nicht nur näher an potenziellen Mitarbeitern, sondern könne auch wesentlich günstiger arbeiten. Derzeit investiert Apple beispielsweise in neue Hubs in den Regionen Los Angeles und San Diego sowie in den Bundesstaaten Oregon, Washington, Colorado, Idaho, Massachusetts sowie Texas. Zu den wegweisenden Antreibern jener Expansion zählen laut Gurman Apples leitender Chip-Entwickler Johny Srouji, Dienste-Chef Eddy Cue sowie Retail- und Personal-Chefin Deidre O'Brien.


Apples Chip-Zentrum in München

Während nun vor allem in den USA viele neue Hubs entstehen, begann die weltweite Ausbreitung schon wesentlich früher. Tim Cook hatte nach Amtsantritt schnell erkannt, dass man in vielen Ländern Niederlassungen und Entwicklungszentren benötige. Eines davon befindet sich übrigens in München – erst kürzlich gab Apple bekannt, eine Milliarde Euro in das "Europäische Zentrum für Chip-Design" zu investieren.

Kommentare

FlyingSloth05.07.21 10:07
zentralisierung war noch nie gut. egal ob im finanzwesen oder im technologie sektor. es gibt unzaehlige beispiele, bei welchen zentralisierung langfristig versagt hat.
+4
MikeMuc05.07.21 11:02
Früher bauten große Firmen hie in D ja ganze „Werkssiedlungen“.
Wenn sich da eine m Valley die big Player zusammen tuen würden und etwas ähnliches schaffen mit gescheiter Anbindung in die eigenen Büros und das ganze ggf. auch Fremden ein bisschen offen stehen würde damit ein gesunder Bevölkerungsmix entsteht, könnte das sich auch „den Druck aus dem Kessel nehmen. Das mit der Diversivität stellt sich über einen längeren Zeitraum dann von allein ein.
+7
thomas b.
thomas b.05.07.21 11:45
MikeMuc
Früher bauten große Firmen hie in D ja ganze „Werkssiedlungen“.
Wenn sich da eine m Valley die big Player zusammen tuen würden und etwas ähnliches schaffen mit gescheiter Anbindung in die eigenen Büros und das ganze ggf. auch Fremden ein bisschen offen stehen würde damit ein gesunder Bevölkerungsmix entsteht, könnte das sich auch „den Druck aus dem Kessel nehmen. Das mit der Diversivität stellt sich über einen längeren Zeitraum dann von allein ein.

Auch für "Werkssiedlungen" wird bezahlbarer Baugrund benötigt, der dort einfach nicht mehr vorhanden ist.
+1
jmh
jmh05.07.21 12:11
thomas b.
Auch für "Werkssiedlungen" wird bezahlbarer Baugrund benötigt, der dort einfach nicht mehr vorhanden ist.

na, im park ist ja noch etwas platz. nur koennte der chef dann bei den online keynotes nicht mehr dort spazieren gehen ...
wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.
+2
Motti
Motti05.07.21 14:00
Und nun wird aus dem UFO ein Wal Mart?
+1
MikeMuc05.07.21 14:03
Als ob die Big player nicht ausreichen Geld hätten, ausreichend weit "vor den Toren", wo noch Platz ist, Grund für eine ganze neue Stadt kaufen zu können. Un dann baut die Boeing company fix 2 Röhren für ne anständige Untergrundbahn und schon können alle in wenigen Minuten ihre alten Büros erreichen
Das muß man nur wollen, dann geht auch das
+6
ultraviolent
ultraviolent05.07.21 14:39
@MileMuc: Genau das, wenn Apple es sich nicht leisten kann, kann es niemand....
Aber zwischen KÖNNEN und WOLLEN klafft da eine Lücke denke ich...
Suicide by way of information
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