Ein Apple-Grande geht endgültig: Bob Mansfield zieht sich komplett zurück, Auto-Abteilung untersteht nun dem AI-Chef

Nach mehr als 20 Jahren bei Apple endet nun die aktive Berufslaufbahn von Bob Mansfield – zum zweiten Mal, denn eigentlich hatte er sich schon 2012 verabschiedet. Mansfield war einst als Senior Vice President of Hardware Engineering tätig und leitete dort unter anderem die Entwicklung des ersten MacBooks und iPads sowie des MacBook Air. Angeblich zählte er zu jenen hochrangigen Managern, die sich einst weigerten, zusammen mit iOS-Softwarechef Scott Forstall in einem Raum zu sein. Dies hatte mit dazu beigetragen, dass 2011 seine Entscheidung fiel, sich zurückzuziehen. Fortan widmete er sich gemäß Apple-Beschreibung "besonderen Projekten", womit unter anderem die Apple Watch gemeint war. Das reguläre Hardware-Geschäft betreute Mansfield hingegen nicht mehr.


Nach dem Mac kam Apples Autosparte
2016 gab Mansfield dann ein Comeback und war wieder wesentlich stärker in das Geschehen involviert. Zwar kommunizierte Apple nie, was genau Mansfields neue Aufgabe war, allerdings konnten Branchen-Insider dies rasch in Erfahrung bringen. So konnte Apple den Hardware-Spezialisten dafür gewinnen, dem "Project Titan" vorzustehen, Apples Automobil-Entwicklung. Zu diesem Zeitpunkt war intern angeblich gerade die Entscheidung gefallen, dass ein komplettes Apple-Auto in Eigenregie kein realistisches Szenario darstellte. Mit welcher Zielrichtung Mansfield daher die Abteilung anführte, blieb unbekannt. Das Tagesgeschäft selbst verantwortete Doug Field, ehemals Chief Vehicle Designer bei Tesla.


Manfields letzter Bühnenauftritt beim "Antennagate Q&A"

Mansfield übergibt an die ML/AI-Abteilung
Wie Bloomberg jetzt berichtet, hat Mansfield nun endgültig den Weg in den Ruhestand angetreten. Hundert Ingenieure, welche Apple für das Project Titan beschäftigt, unterstehen in Zukunft John Giannandrea (Senior Vice President of Machine Learning and AI Strategy). Dies deutet erneut darauf hin, dass Apple weiterhin am Automobilmarkt interessiert ist, allerdings eine gänzlich andere Richtung eingeschlagen hat. Seit geraumer Zeit forscht Apple an Technologien für selbstfahrende Autos – ohne dass klar ist, wann und in welcher Weise einmal fertige Produkte auf die Straße kommen.

Kommentare

DocTom09.12.20 14:46
Ein sehr treffender Kommentar von John Gruber dazu:

"...But how can the division behind Siri — a product that gets confused about what you mean by “What time is it in London?” — make a car that safely drives around a parking lot, let alone roads? “This car is as smart as Siri” sounds like a threat, not a selling point..."

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