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Apple in Deutschland zur Öffnung des NFC-Chips gezwungen – was das Gesetz bedeutet und warum das letzte Wort nicht gesprochen ist

Dass beispielsweise die Sparkasse ihren hauseigenen Bezahldienst für Android-Nutzer, nicht jedoch für iPhone-Anwender anbietet, hat einen simplen Grund: Apple verweigert Drittanbietern die Verwendung der NFC-Schnittstelle. Der Lesemodus ist gestattet, nicht jedoch die vollständige Nutzung, welche für kontaktlose Bezahlung benötigt würde. Der Sparkassenverband verkündete daher vor einem Jahr, man fordere die Öffnung der Schnittstelle, dies zu "angemessenen Konditionen". Gleichzeitig begannen nicht nur die Sparkassen damit, den Gesetzgeber zu bearbeiten, Apple gesetzlich zur Kooperation zu zwingen. Dies war offensichtlich von Erfolg gekrönt, denn in die Umsetzung der Geldwäsche-Richtlinie wurde praktisch in letzter Minute, genauer gesagt in der Nacht vor der letzten Lesung, genau ein solcher Passus eingefügt. Apples eigene Lobbyarbeit hatte offensichtlich also erheblich weniger gefruchtet.


Ein offener Angriff gegen Apple – sagt Apple
Apple zeigte sich in einer ersten Stellungnahme sehr überrascht, wie plötzlich die Gesetzgebung auf einmal die Forderungen der Kreditwirtschaft bis in den Wortlaut übernahm. Von einem "offenen Angriff" ist die Rede – wohl nicht ganz unbegründet, denn in der Debatte des Finanzausschusses war recht offen die Rede davon, den Markt vor "den Amerikanern" (nicht nur Apple, sondern auch Google und Amazon) schützen zu müssen. Apple kritisiert zudem das fehlende technische Wissen jener, die das Gesetz verabschiedeten und kündigte an, man wolle die technischen Hintergründe noch einmal verständlich machen. Auf jeden Fall sei es ein großes Sicherheits- und Datenschutzrisiko, wenn fortan jeder weitgehenden Zugriff auf den NFC-Chip erhalte. Sowohl das Verfahren an sich als auch den Inhalt beanstandet Apple.

Es wird noch viel Zeit vergehen
Ob Apple den Chip aber in Zukunft wirklich öffnen muss, mag zwar nun in einem Gesetzestext stehen, ist jedoch noch keine ausgemachte Sache. Einerseits will sich Apple gegen den Eingriff wehren und im Notfall auch alle Rechtsmittel in Anspruch nehmen, andererseits gesteht selbiges Gesetz Apple zu, Gebühren zu verlangen. Diese müssen zwar "angemessen" sein, was unter dem Begriff zu verstehen ist, weiß momentan aber niemand. Gleichzeitig hat Apple die explizit aufgeführte Möglichkeit, eine Gefährdung der "Sicherheit und Integrität der technischen Infrastrukturleistungen durch die Zurverfügungstellung" nachzuweisen – gelingt dies, bleibt alles wie zuvor. In jedem Fall dürfte es noch viele Monate dauern, bis die Sachlage vor der Klärung steht. Der Bundesrat hat ebenfalls noch nicht zugestimmt.

Kommentare

cyberdyne
cyberdyne15.11.19 15:10
ich stimme Apple Aussage zu 100% zu!
+17
maculi
maculi15.11.19 15:18
Wenn es um eine zuverlässig geschützte Zahlungsabwicklung geht, dann sind Kompromisse bei der Sicherheit völlig inakzeptabel. Genau an der Stelle ist ApplePay im Vergleich vorbildlich. Irgendeine Aufweichung darf es nicht geben. Wenn Apple Möglichkeiten entwickelt, Zugang zu NFC zu gewähren ohne das das System kompromittiert wird, gerne. Falls sie das nicht machen, dann steht es den Sparkassen und anderen Nörglern immer noch frei, ApplePay zu unterstützen.
Auf Kundenseite wird niemand gezwungen, mit dem Handy zu bezahlen, oder aber sich ein iPhone anzuschaffen. Wem Apples Verhalten nicht gefällt, der soll sich einen androiden holen, steht ja jedem frei.
+31
Frank Drebin
Frank Drebin15.11.19 15:26
Typisch deutsche Politik, keine Ahnung von Tuten und Blasen, aber schnell Gesetze durchboxen. Solange nicht deutsche Konzerne es sind, wird immer schnell gehandelt…
+22
Häkelmeister15.11.19 15:30
Frank Drebin

Das sehe ich auch so wie du. Wenn alte Männer Gesetze machen...
-4
sierkb15.11.19 15:32
heise (15.11.2019): Lex Apple Pay: Bundestag bestimmt offene Schnittstellen für Bezahldienste
Technische Dienstleister wie Apple müssen künftig ihre Datenschnittstelle zu Zahlungsservices öffnen, hat das Parlament beschlossen.
heise
[…]
Apple versuchte angesichts des Änderungsantrags der Koalition rasch und massiv gegenzusteuern. Zunächst hätten sich Lobbyisten des Konzerns im Kanzleramt beschwert, war im Parlament zu hören. Sogar US-Botschafter Richard Grenell soll sich eingeschaltet haben, was vielen Abgeordneten übel aufstieß.
[…]
Die Volksvertreter haben noch eine Hintertür für Apple offen gelassen, auf die sich das Unternehmen berufen dürfte. So werden IT-Dienstleister ausnahmsweise auch dann nicht verpflichtet, "wenn sachlich gerechtfertigte Gründe für die Ablehnung der Zurverfügungstellung" von Diensten vorliegen. Dies sei etwa der Fall, wenn "die Sicherheit und Integrität der technischen Infrastrukturleistungen" gefährdet werde. Was genau darunter zu verstehen ist, dürfte wohl erst gerichtlich geklärt werden können.

Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

Den Kern der Gesetzesinitiative, mit dem die 5. EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in nationales Recht umgesetzt werden soll, ließen die Abgeordneten unverändert. Anbieter elektronischer Geldbörsen, die Umsätze mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Ripple oder Facebooks geplanter Libra machen, müssen demnach ihre Kunden im Rahmen der "üblichen Sorgfaltspflichten" für Finanzhäuser kontrollieren. Ihnen obliegt damit, etwa die Identität der Nutzer sowie deren einschlägige Wallet-Adressen in einer zentralen Datenbank zu speichern und Verdachtsfälle zu melden.

Den Kreis der von den Bestimmungen Betroffenen hat das Parlament erweitert auf Anbieter, die breit definierte "Kryptowerte oder private kryptografische Schlüssel" verwahren, verwalten oder sichern. Voraussetzung dafür ist, dass die Dienste dazu dienen, einschlägige Tokens für Dritte "zu halten, zu speichern und zu übertragen". Außen vor bleiben nach Protesten von Startups Finanzdienstleister, "die außer dem Kryptoverwahrgeschäft" keine weiteren einschlägigen Services erbringen und so keinen direkten Endkundenkontakt haben.
[…]

Zeit Online (14.11.2019): Mobiles Bezahlen: Koalition will Zugriff auf NFC-Chip von Apple erzwingen
Bisher können Apple-Nutzer nur über den Bezahldienst Apple Pay zahlen. Andere Anbieter lässt die Techfirma nur darüber zu. Die Regierung will mehr Chancengleichheit.
Zeit Online
[…]
Der Gesetzesbeschluss wurde in einer Sitzung des Finanzausschusses des Bundestages am Mittwoch vorbereitet. Wie aus der FDP-Fraktion zu erfahren war, die sich in einer Initiative ebenfalls mit dem Thema beschäftigt hat, verzögerte sich dies mehrfach. Schließlich kamen die fertig abgestimmten Dokumente erst kurz vor Mitternacht wieder bei den Ausschussmitgliedern an – ungewöhnlich spät. Den Grund für die Verzögerung glaubt Bettina Stark-Watzinger zu kennen: "Wir haben auf Arbeitsebene die Information aus dem Bundesministerium der Finanzen erhalten, dass die US-Botschaft auf höchster Regierungsebene intervenierte, um diesen Beschluss zu verhindern und den parlamentarischen Prozess zu stoppen", sagte die federführende FDP-Abgeordnete ZEIT ONLINE. Apple solle Auslöser der Intervention sein.

Deutscher Bundestag: Antrag, Drucksache 19/15057 (12.11.2019): Fair Play im digitalen Wettbewerb – Für Gegenseitigkeit beim Zugang zu IT-Schnittstellen im Bereich der Zahlungsdienstleistungen
Der Bundestag wolle beschließen:… (PDF)
-2
klatuu15.11.19 15:35
"Markt vor den Amerikanern schützen", wenn ich das schon wieder höre.
Macht einfach bessere Produkte !
Deutschland ist selbst schuld, dass es in den letzten Jahren bereits viele Industrien verloren hat. Wenn den Schülern in der Schule noch nicht mal in Ansätzen IT vermittelt wird und es auch kein Thema ist, wie man Firmen gründet, dann ist es kein Wunder. Meine Kinder durften in der Schule lernen wie man sich bewirbt, aber nicht wie man sich selbstständig macht.
Wenn in diesem Land nur Anwälte und Manager Ansehen haben, nicht aber Ingenieure oder Lehrer, dann muss man sich auch nicht wundern, dass wir ein Land von Konsumenten geworden sind.
Jetzt mit Protektionismus zu kommen um schlechte Produkte zu verteidigen, ist wirklich nur armselig.
+23
Hot Mac
Hot Mac15.11.19 15:58
Ja, die GroKo muss jetzt den Staub von den Klamotten schütteln und zeigen, dass noch Leben in den alten Knochen steckt.

Die ZEIT hat schon in der Früh über diesen Blödsinn berichtet.

Deutschland hängt halt am Bargeld.
Waffengeschäfte lassen sich nun mal nicht via Apple Pay abwickeln und mit der Geldwäsche ist das auch so eine Sache.
+1
pacmook bro15.11.19 16:04
da haben wir mal wieder unsere hochgelobte „Demokratie“
scheiß Lobbyisten!!
-5
BigLebowski
BigLebowski15.11.19 16:17
pacmook bro
da haben wir mal wieder unsere hochgelobte „Demokratie“
scheiß Lobbyisten!!

Und Apples Lobbyisten sind die guten oder wie?

Ich finde gut das NFC geöffnet wird.
Muss Apple halt die Bezahlungsapps von Banken die NFC zugriff erhalten streng kontrollieren. Das ist nicht Armageddon, habt ihr irgendetwas verloren dadurch? Installiert halt keine anderen NFC Apps und fertig.
+4
sierkb15.11.19 16:18
pacmook bro
scheiß Lobbyisten

Von denen Apple/Tim Cook einer (und zwar kein harmloser, kein machtloser, kein kleiner – ganz im Gegenteil!) ist.
+2
trigunas10815.11.19 16:21
Wow jetzt bin ich aber schon etwas überrascht von den Kommentaren hier.
Natürlich kann man argumentieren das Apple auf seinen Geräten machen kann was sie wollen, warum man es aber mit der eigenen Stimme unterstützt das Apple unter dem Deckmäntelchen der "ach so gefährdeten Sicherheit" unliebsame Konkurrenten ausschliesst erschliesst sich mir nicht. Aber vielleicht mag mich jemand aufklären.
+5
Niederbayern
Niederbayern15.11.19 16:48
Ich sehs schon kommen das Apple mit Apple Pay in D in naher Zukunft nen grossen Bogen drum machen wird noch bevor die Sparkasse die EC Anbindung bringt
+3
ratti
ratti15.11.19 16:58
Gehirnwäsche war erfolgreich? JEDE Öffnung ist zu begrüßen, egal welcher Hersteller, welches Ökosystem, welche Dienstleistung.

Das Lobbyisten sich beschweren, dass diesmal die Lobbyisten-Texte der Gegenseite übernommen werden, ist aber lustig. Der ganze Lobby-Sumpf ist das Problem.
-4
tomtom0070015.11.19 16:59
Hi Ratti,

leider ist es ja so, dass unsere Politiker immer weniger Ahnung von den Dingen haben... Die "guten" Politiker gehen eben lieber in die Wirtschaft weil man da eben besser verdient.
Was wir heute so in der Politik sehen ist leider alles nur noch Stümperhaft... Leider, ich mag das gar nicht so schreiben. Aber was sehen wir sonst jeden Tag ?
+4
sierkb15.11.19 17:18
[OT]

tomtom00700:

"Die". "Die Politiker". Als kämen sie nicht aus unserer Mitte, wären nicht auch ein Teil unseres Volkes, wären sie nicht jene von uns selbst gewählten und bestellten Volksvertreter in unserem Auftrage unserer Repräsentativen Demokratie. Und wo in der Gesamt-Rechnung bist Du selbst bzw. Deine eigenen Versäumnisse?

Du hast die Freiheit und die Möglichkeit, es zu ändern und besser zu machen (jeder Einzelne von uns!) – indem Du (ja DU!) aufstehst und Dich selber zur Wahl stellst und es tatsächlich dann auch besser hinbekommst. Wenn das aber keiner macht und jeder eine andere Ausrede findet, es nicht zu tun, bleiben halt nur noch jene übrig, über die Du Dich dann beschwerst, dass sie es zu Deiner Unzufriedenheit tun. Demokratie, auch und erst recht eine Repräsentative Demokratie wie die Unsere, lebt und atmet vom Mitmachen, vom Selber-Verantwortung-übernehmen, vom Sich-selber-einbringen und nicht vom Sich-schadlos-halten und Alles-mundfertig-serviert-bekommen (soll sich halt ein Dummer finden, der's macht).

Findet sich da keiner, der es machen will, besser machen will und kann bzw. bekommt er/sie nicht genug Mehrheiten (z.B. weil dessen Argumente nicht überzeugen, zu dünn sind, seine Person unglaubwürdig und wenig vertrauenserweckend), machen es halt jene weiter, die sich dazu bisher bereiterklärt haben und mehrheitliches Vertrauen haben.

Meckern und immer nur die Schuld auf Andere schieben, während man selber in der Deckung bleibt, ist einfach und mit Verlaub gesagt ein wenig wohlfeil. Aber aus der Deckung rauskommen, selber in den Ring steigen und höchstselbst Verantwortung übernehmen, es dann selber anders, möglichst besser machen als jene, die man kritisiert und gegen die man angetreten ist – das ist die Devise und Herausforderung und der Prüfstein!

[/OT]
+1
Gedankenschweif15.11.19 17:22
"den Markt vor "den Amerikanern" […] schützen zu müssen"

Das ist ja wohl das absurdeste überhaupt. Alle Systeme des mobilen Bezahlens arbeiten mit Kreditkarten und diese kommen ausschliesslich von den amerikanischen Unternehmen Visa, Mastercard und American Express.
Wo ist da was gewonnen, wenn man die amerikanischen Kreditkarten über einen anderen Dienst als ApplePay nutzt?
+5
Bitsurfer15.11.19 17:26
Bevor Apple NFC in Deutschland öffnet, schliesst Apple in Deutschland ApplePay.
+7
sierkb15.11.19 17:30
Bitsurfer
Bevor Apple NFC in Deutschland öffnet, schliesst Apple in Deutschland ApplePay.

Bestimmt nicht. Zumal sie ja nach anfänglicher Totalverweigerung bereits Bereitschaft signalisiert haben, die ApplePay-Schnittstelle zu öffnen und es in kleinen Schritten bereits getan haben (oder wollen abwarten und es soweit kommen lassen, bis sie von der EU-Kommission zur Öffnung gezwungen werden, so wie das Microsoft damals in puncto SMB-Schnittstelle versus Samba passiert ist?). Vorher nehmen sie Vernunft an und beugen sich dem deutschen/europäischen Gesetz, dazu ist ihnen der Markt (Deutschland, Europa) und der dort zu erzielende Umsatz und Gewinn zu wichtig. Betonen sie ja auch stets in anderer Hinsicht, dass sie sich gerne nach dem Gesetz richten und tun, was man von ihnen verlangt statt auf Umsatz und Gewinn zu verzichten und aus dem betreffenden Land zu fliehen (Stichwort: China). Wer A sagt, muss auch B sagen.
+1
Wiesi
Wiesi15.11.19 17:51
Es ist nicht ganz ungefährlich, wenn Europas Finanzwelt von einem Land abhängig ist, das Präsidenten wie D.T. an seine Spitze wählt. Man beachte, wie Einfach es war, den IRAN vom Geldtransfer zu isolieren obwohl der Sitz von SWIFT in Belgien liegt.

Daß die Offenlegung einer Schnittstelle die Sicherheit einer Transaktion gefährdet, ist blanker Unsinn (Security by Obscurity). Sie gefährdet allenfalls den Aktienkurs von Apple.
Hinweis: Die Sicherheit des Geld-Transfers wird durch geheime Token gewährleistet. Diese wurden dem IRAN entzogen. Das SWIFT-Protokoll war und ist offen. Auch wenn es nicht jeder kennt.
Everything should be as simple as possible, but not simpler
+5
iEi
iEi15.11.19 18:16
Hätten „wir Deutsche“ oder „wir Europäer“ nicht die Zukunft total verschlafen und einfach auch eigene attraktive Hardware und oder Software und oder Dienste entwickelt müssten wir jetzt uns nicht gegen „die Amerikaner“ zur wehr setzen.

Aber es geht genau so weiter: Statt was Innovatives entgegen zu setzen wird mit Gesetzen versucht was zu erreichen und den Markt zu ändern.

Peinlich
+3
tobias.reichert15.11.19 18:35
sierkb
die ApplePay-Schnittstelle zu öffnen

Na das ja niemals. Eine NFC-Payment-API vielleicht. Apple Pay-Zugriff auf die Infrastruktur wird es nicht geben.
0
Sitox
Sitox15.11.19 18:45
ratti
Gehirnwäsche war erfolgreich? ...
Schon lange. Viele, nein die meisten Threads hier sind ein Trauerspiel in der Hinsicht.
-1
sierkb15.11.19 19:00
tobias.reichert
sierkb
die ApplePay-Schnittstelle zu öffnen

Na das ja niemals.

Sag' niemals nie.
tobias.reichert
Eine NFC-Payment-API vielleicht.

Jepp. Darum geht's, um diese Teilkomponente dessen. Danke für die Präzisierung.
tobias.reichert
Apple Pay-Zugriff auf die Infrastruktur wird es nicht geben.

Ist auch gar nicht gefordert. Gefordert ist ein diskriminierungsfreier Zugang via bereitgestellter API (davon insbesondere NFC-API) für alle Interessenten zu fairen Konditionen/Preisen.
Abgesehen davon: Sag' niemals nie.

Und: immer mehr und je länger das ganze Drama andauert und je mehr sich Apple dagegen wehrt, desto mehr werden Erinnerungen wach an gewisse Parallelen und Verhaltensmuster bei diesem gewesenen Drama und Kabinettstück – Microsoft hatte sich mit ähnlichen Argumenten damals mit Händen und Füßen dagegen gewehrt und ähnliche Verweigerungshaltung und Argumente bemüht wie Apple jetzt (und nicht nur in diesem Punkt):

heise (27.06.2012): EuGH senkt Kartellstrafe für Microsoft ein bisschen

heise (30.03.2009): Samba: Tanz um die Interoperabilität
Die quelloffene Implementierung von Microsofts Netzwerkprotokoll SMB/CIFS sorgt seit mehr als sechszehn Jahren dafür, dass Linux- und Unix-Rechner auf Windows-Systeme zugreifen können.

heise (28.02.2008): Die Woche: Zur Offenheit gezwungen
Microsofts Offenlegung der Windows-Schnittstellen und -Spezifikationen kann man kaum einem freiwilligen Sinneswandel des Software-Riesen zuschreiben. Die EU-Wettbewerbskommission hat an der neuen Offenheit der Redmonder einen nicht unerheblichen Anteil.

heise (21.02.2008): Strategiewechsel: Microsoft öffnet sich

heise (21.12.2007): Open-Source-Entwickler erhalten Zugang zu Microsofts Server-Protokollen

Reuters (22.10.2007): Microsoft finally bows to EU antitrust measures

heise (01.10.2007): SerNet: Microsoft soll SMB/CIFS-Protokoll offenlegen

Seitdem und mittlerweile arbeitet Microsoft begeistert am Samba-Projekt mit, bringt sich da mit Know-How und Personal aktiv mit ein und sorgt für bestmöglichstes Gelingen und interoperables, plattform- und herstellerübergreifendes Zusammenspiel. So soll es sein.

Diesen Sinneswandel, diese Lernkurve kriegt Apple auch noch hin. Hoffentlich. Bestimmt. Was Microsoft hinbekommen hat, bekommt Apple auch hin. Vielleicht ja sogar schneller und ohne so eine Schwerstgeburt und notwendigen Druck nebst Rekordstrafe.
0
My2Cent15.11.19 19:09
Wieder mal ein Beweis dafür, wie streng sich deutsche Politiker an die Verfassung halten.

Bekanntlich heißt es in Art. 20 des GG:
Alle Staatsgewalt geht von den Lobbyisten aus.
-3
sierkb15.11.19 19:10
My2Cent
Wieder mal ein Beweis dafür, wie streng sich deutsche Politiker an die Verfassung halten.

Bekanntlich heißt es in Art. 20 des GG:
Alle Staatsgewalt geht von den Lobbyisten aus.

Seit wann geht von Apple Staatsgewalt aus? Gott sei Dank ist dem nicht so, auch, wenn Einige (darunter so mancher Apple Aktien-Besitzer) hier es wohl gerne hätten. Sie machen schon viel zu viel, was sie wollen und legen Recht und Gesetze nur so aus, wie es ihnen dienlich ist – ist es ihnen nicht dienlich oder hinderlich, wird dagegen lobbiiert (selber oder z.B. via entspr. Institutionen mit Einfluss, teilweise auch gesetzgebendem Einfluss, z.B. via PWC, KPMG etc.) und phantasievoll bis abenteuerlich getrickst und umgangen was das Zeug hält (z.B. Thema Steuer-Trickserei).
+1
My2Cent15.11.19 19:15
cyberdyne
ich stimme Apple Aussage zu 100% zu!

Dann kennst du also die tieferen technischen Zusammenhänge?
Denn sonst _glaubst_ du nur den Aussagen Apples.
Glauben und Wissen sind zwei verschiedene Dinge.
-2
My2Cent15.11.19 19:21
@sierkb: Ach du meine Güte!
Es gibt bei MTN leider keinen Ironie-Tag, sonst hätte ich ihn verwendet.
In Artikel 20 GG steht bekanntlich was anderes.
Aber die Regierungen verhalten sich regelmäßig so, als würde dort das stehen, was ich geschrieben habe. Man könnte es auch drastischer formulieren, aber dann würde das Posting vermutlich von MTN entfernt.
0
sierkb15.11.19 19:25
[OT]

My2Cent:

"Die". "Die Anderen". "Die Regierungen" (welche übrigens jeweils mehrheitlich gewählt ein Zig-Millionen-Volk vertreten – Deutschland betreffend sind es ~83 Millionen). Immer die Anderen. Um Gottes Willen, bloß nie man selbst. Und DU? Was trägst Du selbst diesbzgl. zum Gelingen des Kuchens bei? Oder beschränkst Du Dich nur aufs Passive, aufs Zugucken, aufs Meckern aus der bequemen Wohlfüloase heraus, während andere den Kopf hinhalten, statt aus dem bequemen Sessel aufzustehen und Dich selber hinzustellen und zu sagen: "Verdammte Axt, ich biete mich an und mach's – und ich mach's besser!"

[/OT]
-5
My2Cent15.11.19 19:44
@sierkb: Wir erinnern uns an die vielen "Fridays for Future" Demos.
Die Regierung beschließt daraufhin ein paar harmlose Gesetzesänderungen.

Und was passiert?
Die KFZ-Lobbyisten beschweren sich dass sich die Regierung erdreistet, ihnen Steine in den Weg zu werfen, obwohl die KFZ-Lobby großzügigen Millionen spendet.
An wen eigentlich?
Und wenn dieser Zusammenhang hergestellt wird, riecht das dann nicht nach Bestechung?

Wir erinnern uns auch:
Deutschland ist _fast_ das einzige Land, in dem es immer noch ein verbindliches Geschwindigkeits-Limit auf Autobahnen gibt.
Wieviele Menschen wohl jedes Jahr durch die Raserei auf deutschen Autobahnen unnötigerweise sterben?

Und was denkst du, kann und soll ich dagegen tun ???
Ich habe keine Millionen um die Politiker umzustimmen.
+2
Wiesi
Wiesi15.11.19 19:53
My2Cent
Deutschland ist _fast_ das einzige Land, in dem es immer noch ein verbindliches Geschwindigkeits-Limit auf Autobahnen gibt.

Netter Dreckfuhler
Everything should be as simple as possible, but not simpler
+5
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