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Platzt die KI-Blase? Ökonomen befürchten Wirtschaftskrise

Künstliche Intelligenz ist seit über drei Jahren ein Hype-Thema. Kaum eine Präsentation neuer Produkte geht seitdem über die Bühne, ohne dass Fähigkeiten in Bezug auf Large Language Models (LLMs) Erwähnung finden: Neue Prozessoren mit leistungsfähigen NPU-Kernen, Bildbearbeitung mit KI-Fähigkeiten, Betriebssysteme, die maßgeschneiderte, Emoji-ähnliche Grafiken erstellen – die Liste findet kaum ein Ende. Die versprochenen Produktivitätssteigerungen sind bisher nicht in dem Maß eingetroffen, wie sie sich viele erhofft haben. Seit einigen Monaten wachsen die Befürchtungen, dass der Höhenflug endet – und sie prophezeien eine darauffolgende Wirtschaftskrise.


Im Spiegel-Interview wiederholt die Harvard-Professorin Gita Gopinath ihre bereits im Oktober 2025 veröffentlichte Prognose, dass eine spontane Entwertung des KI-Themas im Wertpapierhandel bevorsteht. Das könnte dazu führen, dass Anlagevermögen im Wert von 35 Billionen US-Dollar vernichtet würde – 20 Billionen davon in den Vereinigten Staaten, die restlichen 15 im Rest der Welt.

Langsamer Einschätzungswandel
Laut Gopinath, die bis August stellvertretende Direktorin des Internationalen Währungsfonds war, findet bei Aktionären ein stetiger Umschwung statt: Bisher hofften Anleger darauf, dass KI-Anwendungen zu einem großen Produktivitätszuwachs in vielen Branchen führen würde. Zunehmend geraten allerdings die stetig steigenden Kosten in den Fokus. Anbieter von Chatbots und KI-Dienstleistungen fahren weiterhin große Verluste ein, während die erhofften Produktivitätsgewinne ausbleiben. Dies wird immer mehr Aktionären gewahr.

Möglicher Auslöser eines Börsen-Crashs
Ein Platzen der KI-Blase am Aktienmarkt könnte durch verschiedene Ereignisse ausgelöst werden. Käme etwa eine neue KI auf den Markt, die vergleichbare Resultate zu einem Bruchteil der Kosten liefere, wie Anfang 2025 mit Deepseek geschehen, dürften plötzlich viele Anleger gleichzeitig ihre Investition überdenken. Auch eine stärker ansteigende Inflation oder ein Abheben der Leitzinsen seitens der US-Notenbank trügen potenziell zu einem spontanen Kursrutsch bei. Die Auswirkungen beschreibt sie als deutlich größer als beim Dotcom-Crash zur Jahrtausendwende. Obendrein befürchtet sie, dass die Zentralbanken nicht in der Lage sein könnten, die Auswirkungen abzufedern.

Bloomberg warnt ebenfalls
Auch das Nachrichtenportal Bloomberg befürchtet ein bevorstehendes Platzen der KI-Blase. Die Analyse wertet die gesetzeswidrigen Deportationen der US-Regierung als einen weiteren möglichen Auslöser: Der Bau neuer Datenzentren wird durch einen Mangel an Arbeitskräften in der Baubranche gebremst, da schätzungsweise ein Viertel der Arbeiter aus dem Ausland stammte. Obendrein verteuerten die von Trump erhobenen Zölle den Import von Ausstattung und Material.

Kommentare

Moranai
Moranai29.01.26 09:10
Jede Krise ist auch eine Chance. Schauen wir mal ob die Prognosen eintreten werden.
+1
System 6.0.1
System 6.0.129.01.26 09:19
“What goes up must come down.”

― Isaac Newton

Ich sehe da inzwischen mehr eine Bereinigung unter den Anbietern. Es fühlt sich ja fast an, als würde jeder kleine Homebrew-Club seine eigene KI-Lösung anbieten. Sowas macht nur die Anbieter der Hardware reich.

Eine Konsolidierung würde der Branche sicherlich helfen. Oder wie Kapitän Marko Ramius, Kapitän der „Roter Oktober“ erst vor kurzem anmerkte:

„Eine kleine Revolution ab und zu ist eine gesunde Sache.“
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+10
macbeutling
macbeutling29.01.26 09:22
Just gestern durfte ich mir die Präsentation eines Telefon-Bots anschauen...furchtbar
Glück auf🍀
+7
KaBa29.01.26 09:26
System 6.0.1
“What goes up must come down.”

― Isaac Newton
“What goes up must come down.”

-- Alan Parsons Project
+8
Zerojojo29.01.26 09:34
Das Problem ist halt, dass sich bei solchen Blasen einige wenige arg bereichern und wenn sie platzen, zahlt die Allgemeinheit die resultierende Wirtschaftskrise. Wie absurd die involvierten Firmen sich gegenseitig hochgeschaukelt haben wird in dem Video gut erklärt.



Da hätte der Staat schon längst intervenieren müssen, aber KI ist momentan ja die heilige Kuh, die tun und lassen kann was sie will.
+4
oculi29.01.26 09:48
Ganze Abteilungen mit hoch bezahlten Leuten wurden (bei uns) eingerichtet, deren bisheriger Produktionsgewinn sich als äußerst überschaubar darstellt. Allerdings wurden enorm schöne und aufwendige PowerPoint Folien erstellt - verbunden mit vielversprechenden Prognosen und blumigen Hoffnungen, eingekleidet in technische Buzzwords.
Ich bin mir sicher, dass es kleine und eindeutige Bereiche gibt, wo man mit KI eine hilfreiche Prozessunterstützung und -verbesserung hinbekommt. Aber das wird sich weit ab von den erhofften und versprochenen Einsparungen oder Beschleunigungen bewegen und keiner wirtschaftlichen Gesamtkostenbetrachtung standhalten. Noch nicht. Am Ende ist dies aber auch sicher von der jeweiligen Branche und dem konkreten Prozess abhängig.
Überall wo es um Mustererkennung, Massendaten und wenig menschlicher Interaktion geht, gibt es ganz sicher Anwendungsgebiete und Potentiale.
Sobald hohe Individualisierung, Prozessabweichungen und menschliche Komponenten der Faktor sind, wird es noch sehr sehr lange dauern ....
+2
UWS29.01.26 09:51
Das sind die üblichen Zyklen bei diesen Themen. Zuerst die "Die-Welt-wird-nie-wieder-sein-wie-vorher-Jubler", dann kommen die "Alles-überbewertet-Skeptiker" und zum Schluss die "Wir werden-alle-sterben-Apologeten".

Untern Strich sind die LLMs eine wirklich sehr interessante Technologie. Der Ansatz "wir scrapen jetzt mal das Web" ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich denke mal zukünftig – also jetzt – werden sich die Firmen spezialisierte Teams zusammenstellen, die KI gezielt auf einzelne Sachbereich trimmt und damit hochspezialisierte Lösungen schafft.

Dass alle generell dieses Thema so gehypt haben und die Jungs aus dem Spielcasino das große Geld schnuppern, ist der Sache nur am Anfang dienlich. Man hat zwar viel Geld eingesammelt aber nun will der Investor den Mehrwert sehen und wird nervös – die Hardware-Hersteller sehen den Mehrwert natürlich jetzt schon

Als Tipp ein unterhaltsames Video zm Thema "Programmieren mit KI". Untertitel könnte heißen: Wie Leute, die keine Ahnung vom Coden haben, versuchen sich im Bewerbungsgespräch mit KI als Programmierer darzustellen – und nach der ersten Rückfrage auseinanderbröseln. . Edit: die KI-Übersetzung am besten ausschalten
There is no cloud…it’s just someone else’s computer.
+1
macuser22
macuser2229.01.26 10:39
System 6.0.1
“What goes up must come down.”
― Isaac Newton

Ich sehe da inzwischen mehr eine Bereinigung unter den Anbietern. Es fühlt sich ja fast an, als würde jeder kleine Homebrew-Club seine eigene KI-Lösung anbieten. Sowas macht nur die Anbieter der Hardware reich. Eine Konsolidierung würde der Branche sicherlich helfen.…
Das ist eine sehr neoliberale Sichtweise. Heutzutage ist nichts mehr isoliert und für sich gestellt. Wenn die Blase platzt, betrifft das einen ganzen Wirtschaftssektor und damit wiederum andere. Es gibt weitere Verbindungen zu Krediten und Schuldgeschäften, die dann auch fällig werden und nicht mehr bedient werden können. Das führt, wie im Artikel dargelegt, zu einer globalen Wirtschaftskrise ungekannten Ausmaßes. Sehr viele Menschen werden ihre Ersparnisse und im schlimmsten Fall auch ihren Lebensunterhalt verlieren. Das ist Zusammenbruch und kein "Gesundschrumpfen". Bin sehr gespannt …
Erkenne dich selbst –//– Nichts im Übermaß
0
Crypsis8629.01.26 10:50
das wird aber einige Arbeitskollegen hart treffen, wenn sie plötzlich wieder selbst denken müssen, ihre Emails selbst schreiben müssen und sich nicht mehr alles von der KI ungeprüft vorkauen lassen und so dann auch in die Meetings gehen...
Ich nutze ganz selten mal den Copilot als Google-Ersatz.. wenn man da nicht alles gegencheckt, hätte man auch da genug Patzer drin..
0
Danger29.01.26 10:57
KaBa
System 6.0.1
“What goes up must come down.”

― Isaac Newton
“What goes up must come down.”

-- Alan Parsons Project

“What goes up must come down.”

-- Blood Sweat & Tears

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