Vor 20 Jahren: Die ersten Intel-Macs sind da und lassen eine Ära beginnen


Der Januar kann durchaus als geschichtsträchtiger Monat für Apple bezeichnet werden, denn lange Zeit fand dann stets das erste große Highlight des Jahres statt: die MacWorld San Francisco. 2009 zum letzten Mal veranstaltet, konnte man sich stets auf wichtige Hardware- und Softwareneuerungen freuen. Das Event vor 20 Jahren hatte es besonders in sich, denn Apple schritt in eine neue Ära. Was auf der WWDC 2005 angekündigt wurde, nämlich der Umstieg auf Intel-Prozessoren, manifestierte sich jetzt in den ersten beiden Produkten. Das MacBook Pro war geboren – und der iMac Core Duo erschien ebenfalls
Die Leistung zweier G5-ProzessorenIn der damaligen Pressemitteilung hieß es zur neuen Notebook-Generation: "Das MacBook Pro liefert Doppelprozessor-Desktop-Leistung in einem flachen Notebook. Das neue MacBook Pro mit dem Intel Core Duo Prozessor hat die Performance nicht nur eines, sondern gleich zweier G5-Prozessoren in einem lediglich 2,6 Zentimeter dünnen Design". Doch nicht nur das Innenleben war neu, sondern gleichzeitig auch der Name. Hießen Notebooks bei Apple bislang iBook und PowerBook, so liefen die Geräte fortan unter der Bezeichnung "MacBook Pro" sowie einige Monate später zudem unter "MacBook".

Vor 15 Jahren galt dies als besonders dünn
Viel Performance – viel WärmeAn der Performance des neuen MacBook Pro gab es wenig zu beanstanden und die meisten Nutzer zeigten sich begeistert, wie viel Leistung in einem flachen Computer möglich war. Während dieser Aspekt den Erfahrungen mit Apples M1-Umstellung sehr ähnlich ist, gab es allerdings auch Unterschiede: Das MacBook Pro arbeitete alles andere als kühl, und wer es auf dem Schoß betrieb, zog sich rasch rote Flecken zu – daran änderte sich übrigens in der gesamten Intel-Ära recht wenig. Als kleiner Schönheitsfehler galt zudem die 32-Bit-Architektur, denn erst mit dem Core 2 Duo ab Herbst 2006 setzte Apple auch im Notebook-Sektor auf 64 Bit. Vor allem beim iMac ergab sich dadurch ein etwas seltsames Bild: Nach eineinhalb Jahren iMac G5 (64 Bit) musste man nun erst noch einmal wieder mit 32 Bit auskommen.
Bei 1:01:20 geht die Hardware-Präsentation losDie Reaktionen auf die ersten Intel-MacsDen befürchteten "Intel inside"-Aufkleber gab es nicht – zumindest ein Punkt, in dem alle Seiten Erleichterung bzw. Freude zeigten. Auch wenn es einige radikale Gegner des Intel-Umstiegs gab, denen Apple seitdem nichts mehr rechtmachen konnte, überwog die Zustimmung. Endlich habe Apple wieder Notebooks mit hoher Rechen- und Grafikleistung im Portfolio, so ein häufig gehörtes Argument. Zu jenem Zeitpunkt war übrigens noch nicht bekannt, dass Apple an "Boot Camp" arbeitete, also offiziellen Treibern für den Einsatz von Windows auf dem Intel-Mac. Bis zu den nächsten Intel-Macs verging ebenfalls nicht mehr viel Zeit. Im Februar folgte der Mac mini, im Mai kam das MacBook, im August der Mac Pro. Damit schlossen Apple und Intel den Umstieg gerade einmal acht Monate nach Auslieferung des ersten x86-Macs ab – und somit wesentlich schneller als zunächst prognostiziert.
...doch bald ist die Intel-Ära komplett vorbeiDie letzte Mac-Generation mit Intel-Chips stammt aus dem Jahr 2020 (iMac 5K, August), seitdem erfolgten Aktualisierungen nur noch mit den hauseigenen M-Prozessoren. Selbst ohne Apples offizielle Aussage im vergangenen Juni wäre damit ziemlich klar gewesen, was das für die Systemunterstützung bedeutet: Ab dem nächsten Major Release (macOS 27 im Herbst) ist endgültig Schluss mit Intel. macOS 26 Tahoe geht daher als letzte Intel-kompatible Hauptversion in die Apple-Geschichte ein.