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Europas digitale Souveränität

Falki21.01.2614:08
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen machen nachdenklich und ich stelle die Frage, welchen Beitrag der einzelne User dazu leisten kann, dass Europa seine "Digitale Souveränität" entwickelt/stärkt.
Ich wünsche mir keine politisch sondern sachlich motivierte Beiträge und bin gespannt auf Anregungen.
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Kommentare

Moranai
Moranai21.01.2614:19
Es gibt zahlreiche Europäische Alternativen für diverse US-Dienste. Je mehr User auf diese Dienste umsteigen, desto mehr wird in diese investiert und man verringert gleichzeitig die Abhängigkeit in dieverse US-Dienste.
+2
X-Jo21.01.2614:37
Falki
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen machen nachdenklich und ich stelle die Frage, welchen Beitrag der einzelne User dazu leisten kann, dass Europa seine "Digitale Souveränität" entwickelt/stärkt.
Ich wünsche mir keine politisch sondern sachlich motivierte Beiträge und bin gespannt auf Anregungen.
Beispiel Messengers: Der Einzelne stößt da an seine Grenzen, wo das soziale Umfeld ausschließlich auf amerikanische Lösungen (Whatsapp, etc.) setzt, weil das »jede/jeder« hat.
Wie will man diese Abhängigkeit beenden? Es müssten alle nahezu zeitgleich auf ein europäisches System (bspw. Threema) umsteigen. Dass so etwas gelingt, halte ich für extrem unwahrscheinlich bis ausgeschlossen! Leider.
+3
ohne2221.01.2614:48
Finde ich interessant – sowohl privat als auch beruflich.

Daher mal konkret gefragt: Was wäre denn eine Alternative zu iCloud? Im Detail wäre ein möglichst einfacher und gut in macOS und iOS integrierter Cloudspeicher interessant. Oder alternativ eine Datensynchronisation zwischen mehreren Geräten – optional auch zwischen mehreren Benutzern.

Privat organisiere ich doch recht viel im iCloud-Speicher, weil es einem relativ einfach gemacht wird.

Eine echte Alternative zu GMail wäre auch super. Da müsste es im Bestfall einen Umzugsservice geben. Wobei ich die GMail-Adresse behalten und weiterleiten müsste. Da hängen etliche Accounts dran und meine Kontakte kennen die schon seit Jahren. Da merkt man den Vendor-Lock-In besonders stark. Keine eigene Domain usw. zu nutzen war eben billiger und/oder einfacher. Und jetzt wäre eine Umstellung auch nur der E-Mail-Adresse eine Mammutaufgabe.

Bei meinem Arbeitgeber sind wir aktuell dabei, uns von weiteren US-Diensten zu trennen. Indirekt lief zum Beispiel manches über AWS. Problematisch bleiben Microsoft Office Produkte und beim Hosting wird Cloudflare als Teil der Lösung eingesetzt.

Bisher habe ich dazu noch keine Idee, wie man diese Dienste ersetzen könnte. Excel- oder Word-Dateien müssten bei einer Alternativ-Lösung perfekt funktionieren. Man hat doch immer mal wieder den Fall, dass man teils komplexe Excel-Dateien erhält oder etwas in der Art. Selbst Numbers kann dann mit so etwas nicht umgehen.

Bei Cloudflare hätte ich gern schon allein wegen des Klumpenrisikos eine Alternative. Unser Hosting-Dienst meinte nur lapidar "können wie deaktivieren, aber dann habt ihr keinen DDOS-Schutz mehr". Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es nur "Cloudflare oder nichts" gibt. Allerdings bin ich kein Server-Admin.
+1
shakebox21.01.2614:59
kein eigener inhaltlicher Beitrag, aber ein Link zum sowieso sehr guten Kuketz-Blog, der sich rund ums Thema Datensicherheit und -sparsamkeit ja auch damit immer wieder beschäftigt. Dort fängt grad eine Artikelreihe zum Thema "UnplugBigTech" an, die sich letztendlich ja in vielem genau damit beschäftigt. Aktuell ist erst der Einführungsartikel dazu verfügbar, aber wer will kann das ja weiterverfolgen oder bis zur Vollständigkeit den Rest der Seite durcharbeiten, da gibt es schon vieles zu dem Thema:
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haudejen
haudejen21.01.2615:03
ohne22
Finde ich interessant – sowohl privat als auch beruflich.

Daher mal konkret gefragt: Was wäre denn eine Alternative zu iCloud? Im Detail wäre ein möglichst einfacher und gut in macOS und iOS integrierter Cloudspeicher interessant. Oder alternativ eine Datensynchronisation zwischen mehreren Geräten – optional auch zwischen mehreren Benutzern.

Privat organisiere ich doch recht viel im iCloud-Speicher, weil es einem relativ einfach gemacht wird.

Eine echte Alternative zu GMail wäre auch super. Da müsste es im Bestfall einen Umzugsservice geben. Wobei ich die GMail-Adresse behalten und weiterleiten müsste. Da hängen etliche Accounts dran und meine Kontakte kennen die schon seit Jahren. Da merkt man den Vendor-Lock-In besonders stark. Keine eigene Domain usw. zu nutzen war eben billiger und/oder einfacher. Und jetzt wäre eine Umstellung auch nur der E-Mail-Adresse eine Mammutaufgabe.

Bei meinem Arbeitgeber sind wir aktuell dabei, uns von weiteren US-Diensten zu trennen. Indirekt lief zum Beispiel manches über AWS. Problematisch bleiben Microsoft Office Produkte und beim Hosting wird Cloudflare als Teil der Lösung eingesetzt.

Bisher habe ich dazu noch keine Idee, wie man diese Dienste ersetzen könnte. Excel- oder Word-Dateien müssten bei einer Alternativ-Lösung perfekt funktionieren. Man hat doch immer mal wieder den Fall, dass man teils komplexe Excel-Dateien erhält oder etwas in der Art. Selbst Numbers kann dann mit so etwas nicht umgehen.

Bei Cloudflare hätte ich gern schon allein wegen des Klumpenrisikos eine Alternative. Unser Hosting-Dienst meinte nur lapidar "können wie deaktivieren, aber dann habt ihr keinen DDOS-Schutz mehr". Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es nur "Cloudflare oder nichts" gibt. Allerdings bin ich kein Server-Admin.

Da ich für eine etwaige Einschränkung des Zugriffs auf amerikanische Cloudservices vorbereitet sein möchte, habe ich mir jetzt eine Nextcloud Instanz bei Hetzner gebucht und synchronisiere darüber meine Fotos und in Bälde auch meine Büro Dateien, die bislang teils in der iCloud lagen. Die wichtigsten Dinge habe ich lokal auf mehreren Geräten über Resilio Sync synchronisiert. Whatsapp habe ich schon vor Jahren entfernt, meine Freunde haben mir den Gefallen getan, mit mir auf Threema umzuziehen. Von gmail bin ich auch vor Jahren weg, habe den Account dort gelöscht und benutze zufrieden mailbox.org.
+1
maculi
maculi21.01.2615:05
Dazu gibt es auch dieses Video von Marc Uwe Kling: #didit

Im übrigen ist auch Schleswig-Holstein als Land gut dabei, sich von den Abhängigkeiten zu befreien.
+1
TMS
TMS21.01.2615:13
Falki
...
Ich wünsche mir keine politisch sondern sachlich motivierte Beiträge und bin gespannt auf Anregungen.
Ein bisserl schwierig, denn die Motivation dahinter ist politisch. Das in Gänze auszublenden und die Frage, inwieweit es überhaupt Sinn macht, das ist zwar möglich, aber eben nicht einfach.
+1
haschuk21.01.2615:15
haudejen

Da ich für eine etwaige Einschränkung des Zugriffs auf amerikanische Cloudservices vorbereitet sein möchte, habe ich mir jetzt eine Nextcloud Instanz bei Hetzner gebucht und synchronisiere darüber meine Fotos und in Bälde auch meine Büro Dateien, die bislang teils in der iCloud lagen.

Das Problem ist, dass das nix nützen wird, sofern Hetzner z.B. VMWare für ihre virtuellen Maschinen verwendet. Und darin liegt die eigentliche Schwierigkeit. Es nützt nicht viel, als End- oder Company-User auf europäische Lösungen zurückzugreifen, sofern deren Betriebsinfrastruktur wiederum von US-Lösungen abhängig ist.
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haschuk21.01.2615:17
TMS
Falki
...
Ich wünsche mir keine politisch sondern sachlich motivierte Beiträge und bin gespannt auf Anregungen.
Ein bisserl schwierig, denn die Motivation dahinter ist politisch. Das in Gänze auszublenden und die Frage, inwieweit es überhaupt Sinn macht, das ist zwar möglich, aber eben nicht einfach.

Den politischen Teil haben wir schon im anderen Thread...daher darf man das hier durchaus ausblenden.
-1
xcomma21.01.2615:33
TMS
Ein bisserl schwierig, denn die Motivation dahinter ist politisch. Das in Gänze auszublenden und die Frage, inwieweit es überhaupt Sinn macht, das ist zwar möglich, aber eben nicht einfach.
Ist zwar hochaktuell und politischer als je zuvor, aber digitale Souveränität ist eigentlich schon länger ein Thema.
Dazu hätte es die Amtszeiten von DT nicht extra gebraucht, aber die haben es sicherlich und offensichtlich beschleunigt. Unterm Strich jedenfalls ist es so oder so relevant und kann daher definitiv auch ohne Weltpolitik betrachtet werden - und zwar stark getrieben aus Aspekten wie Privacy, Kosten, Vendor-Lockins / Abhängigkeiten, geschlossene Ökosysteme, FLOSS, Komfort, Security, usw.
Es macht dann natürlich nicht halt bei der "US Haustür", sondern ganz generell. Denn EU-Anbieter sind ja nicht automatisch vertrauenswürdig nur weil sie in der EU basiert sind. Da gibt's sicherlich viele Beispiele. Man ziehe sich da nur einfach die alljährlichen CCC (Chaos Communication Congress) Beiträge rein.
+1
Mufftel
Mufftel21.01.2616:13
Ich habe inzwischen all meine iCloud‑Dienste deaktiviert und bin zu einem Anbieter gewechselt, der DSGVO‑konform arbeitet und in Deutschland sitzt (zum Beispiel IONOS). Meine E‑Mails und Kontakte synchronisiere ich über Posteo.de – und ich muss sagen, das war deutlich einfacher als erwartet. Den einen Euro pro Monat kann ich problemlos verschmerzen.
Zusätzlich habe ich mir ein NAS zugelegt und speichere meine Daten ausschließlich lokal darauf. Wenn ich von außen darauf zugreifen möchte, aktiviere ich den externen Zugriff nur für diesen Zeitraum und schalte ihn anschließend wieder ab.
Für meine Passwortverwaltung suche ich noch eine App, die nicht aus den USA stammt. Insgesamt lief der Umstieg wesentlich reibungsloser, als ich gedacht hätte.
Und um die großen Datenkraken ein wenig aus dem Tritt zu bringen, stelle ich bei Google und ähnlichen Diensten gelegentlich absurde Suchanfragen wie: „Zeige mir einen Kauf-Link für einen dreibeinigen Wasserkocher mit Hufen.“ Wenn das viele Menschen machen würden, kämen die Statistikmodelle dieser Unternehmen irgendwann an ihre Grenzen.
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sudoRinger
sudoRinger21.01.2616:24
In der wirtschaftspolitischen Debatte über China hat sich die Unterscheidung zwischen "de-risking" und "de-coupling" etabliert: Möchte man Risiken vermindern oder sich komplett abspalten? Diese Unterscheidung lässt sich auch auf US-Dienste übertragen, und ich halte de-risking für den realistischeren Ansatz. Konkret bedeutet das: Abhängigkeiten schrittweise reduzieren, ohne sich vollständig abzukoppeln.

Bei iCloud beispielsweise bedeutet de-risking, gezielt die riskanten Dienste abzuschalten. iCloud Drive habe ich deaktiviert und durch Nextcloud ersetzt. Das würde ich auch als Start empfehlen, da es der zentrale Speicherdienst ist. Kontakte und andere iCloud-Dienste hoste ich mittlerweile selbst. Gleichzeitig lasse ich unkritische Dienste wie den Sync offener Safari-Tabs weiterlaufen, und das Schlüsselbund (Keychain, nicht der Passwortmanager) synchronisiert weiterhin über iCloud, weil es dafür keine Alternative außer manuellem Abgleich der Macs gibt. Insgesamt benötige ich bei Apple nur noch etwa 1 GB Speicher, rund zwei Drittel der Dienste sind deaktiviert.

Manchmal wissen die Firmen selbst nicht so genau, was sie von iCloud erfordern. Die App Drafts gibt an, iCloud Drive vorauszusetzen. Tatsächlich genügt es aber, iCloud Drive kurz zu aktivieren, den Sync einzuschalten und iCloud Drive wieder zu deaktivieren. Drafts synchronisiert nämlich über CloudKit und speichert nur Backups in iCloud Drive.

Bei Gmail und Outlook.com habe ich den Einsatz seit langem fast eingestellt. Die Accounts existieren noch und bleiben für die Authentifizierung erhalten. Stattdessen verwende ich für Mails mailbox.org. Beim Cloudspeicher bieten sich Hetzner (Nextcloud/Storage Share) an, für Webhosting etwa all-inkl. Noch besser ist es, selbst zu hosten, das mache ich aber nur über VPN.

Bei gewissen Diensten wie Microsoft Office wünscht man sich ja geradezu den Ernstfall. Hier kann man nicht einzeln aussteigen, weil der Dienst vor allem deshalb genutzt wird, weil ihn andere nutzen. Wenn Microsoft irgendwann Zugänge abschaltet, betrifft das dann aber alle gleichzeitig und genau dann würde sich das Problem von selbst lösen, weil niemand mehr Word-Dateien verschicken könnte.

Also systematisch reduzieren statt wild abschalten: Alle Cloud-Dienste und Abhängigkeiten auflisten, die Risiken der einzelnen Dienste bewerten und dann schrittweise reduzieren. Dieser Prozess läuft bei mir seit Jahren und ist nahezu abgeschlossen. De-risking ist ein kontinuierlicher Prozess.
+1

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