eversolo DAC Z10: Klang und FazitEin DAC, also der Punkt, an dem die digitalen Rechtecksignale in ein analog moduliertes Spannungssignal umgewandelt wird, ist sehr klangentscheidend. Und empfindlich!
Der eigentliche Wandler ist zu einem großen Teil ein sehr analoges Bauteil. Ihm fällt, vereinfacht ausgedrückt, die Aufgabe zu, ein kontinuierliches, gepulstes Signal (den "Stream") in Schwingungsmuster zu verwandeln. Der "Stream" ist aber niemals perfekt, so wie in der Theorie auf dem Papier. Kleinste Abweichungen durch Timing-Fehler oder verrauschte/verzerrte Signale gehen 1:1 durch den DAC. Was dahinter dann rauskommt, ist nicht exakt das Schwingungsmuster, das in der Aufnahme entstand oder das digital aufgezeichnet vorliegt.
Zum Glück haben wir die Technik spätestens seit der Einführung der CD immerhin so gut im Griff, dass sich damit ordentlich Musik hören lässt. Aber die Forschung und Entwicklung ist nicht in den Achtzigerjahren stehen geblieben. Heutige DACs kitzeln noch mehr Details aus der Musk. – Vorausgesetzt, das angelieferte Signal ist nicht zu sehr verzerrt. Deshalb wird auch auf allen digitalen Fronten vor dem DAC gekämpft, um das Signal so rein wie möglich zu halten.
Doch dann kommt ein Punkt hinzu, an den kaum jemand im Zusammenhang mit einem DAC denkt. Denn hinter dem DAC ist er natürlich ein ganz normaler analoger (Vor-) Verstärker. Dass analoge Komponenten sehr unterschiedlich gut sind, ist den Meisten klar. Die analoge Ausgangsstufe muss ebenfalls von bester Qualität sein. Man kann es zwar nie exakt dem einen oder anderen Teil zuschreiben, weil ein DAC ohne Analogausgang nun mal nicht existiert. Aber nach meiner Erfahrung und Einschätzung dürften die Klangunterschiede zwischen verschiedenen DAC-Vorstufen zu einem Großteil der analogen Ausgangsstufe zuzuschreiben sein, und weniger dem DAC selbst.
Sorry, schon wieder eine lange Vorrede. Aber das musste mal gesagt werden. Womit wir beim Klang des Z10 angekommen wären. Der technische Aufwand, den eversolo hier betrieben hat, zahlt sich aus. Ich habe den Z10 überwiegend in meiner Desktop-Kette an der T+A Endstufe A200 und den Passivlautsprechern Wilson Audio TuneTot gehört. Aber auch in meiner Hauptkette im Vergleich mit viel teureren Komponenten und an absoluten High-End-Speakern, wie den Børresen 02 SSE und der Wilson Audio Sabrina V. Eigentlich passt der eversolo von seiner Preisstruktur her da kaum noch sinnvoll rein. Aber auch in dieser illustren Runde hat er für beste Unterhaltung gesorgt.
Um es nach wochenlangem Hören in unterschiedlichen Konfigurationen auf den Punkt zu bringen. Der eversolo DAC Z10 ist in seiner Klasse bahnbrechend. Nein, er kann nicht sämtliche teureren Komponenten, die ich ihm entgegen stellte, in den Schatten stellen und ist nicht der beste DAC der Welt. Aber zum aktuellen Zeitpunkt stehen die Chancen gut, dass er der beste DAC auf der Welt um 2.000 Euro ist.
Eine der vielleicht wichtigsten Erkenntnisse aus den diversen Vergleichen: Die Kombination aus DAC Z10 und der Streaming Bridge T8 klingt für mich insgesamt besser ausgewogen und noch feiner, als der Integrierte eversolo DMP-A10 (siehe verlinkte Artikel unten), der rund 300 Euro teurer als das Duo Z10+T8 ist. Besserer Klang für weniger Geld! Aber dafür funktional mit kleinen Einschränkungen, weil Z10 und T8 als Einzelkomponenten mit jeweils eigener Fernbedienung nicht ganz so einheitlich zu bedienen sind. Und der Verkabelungsaufwand ist mit ihnen etwas größer. Ich persönlich würde trotzdem wegen des Klangvorteils das Duo bevorzugen.
Das Ganze wird noch interessanter, wenn man den Z10 für sich allein per USB am Mac betreibt. Das klingt nicht ganz so gut wie in Verbindung mit dem T8, aber immer noch exzellent und etwa auf dem Niveau des DMP-A10. – Für nun erheblich weniger Geld, aber gebunden an den Mac oder ein iDevice.
Noch ein wichtiger Hinweis für Roon-Nutzer, die den DAC Z10 per USB am Mac verwenden wollen. Schalten Sie in den Roon-Settings für das Gerät unbedingt den „Exklusiven Modus" an. Nur dann wird der Z10 auch bitperfekt bedient. Wenn der Z10 zu einem späteren Zeitpunkt mal das Label "Roon Tested" erhält, wird das wahrscheinlich automatisch aktiviert sein.
Fazit: Für die „wahren“ MusikliebhaberIm
eversolo DAC Z10 steckt eine Menge Know-How, das sich in den letzten zehn bis 15 Jahren im High-End-Bereich angesammelt hat. Nur jetzt zusammengefasst in einem erschwinglicheren Gerät. Zudem überzeugt der Z10 auch mit seinem Bedienkonzept und seiner Anschlussvielfalt.
Ohne Streaming an Bord hat der Nutzer die freie Wahl, entweder seinen Mac, ein iDevice oder den Roon Server per USB anzuschließen, oder sich eine Streaming Bridge wie den T8 anzuschaffen oder ähnliche Streamer zu verwenden.
Zu guter Letzt kommen auch Kopfhörerfreunde mit dem DAC Z10 auf ihre Kosten, sofern sie nicht zwingend eine Lösung mit symmetrischen Kopfhöreranschlüssen haben wollen.
Das macht den Z10 unter dem Strich zum wahrscheinlich besten DAC-Vorverstärker, den man heute für unter 2.000 Euro kaufen kann. Ein echtes Highlight und ein Vorbild für andere.
Plus/Minus eversolo DAC Z10+ Grandioser Klang
+ großer Funktionsumfang
+ tolles Touch-Interface und großes Display
+ zahlreiche Anschlüsse, auch für analoge Quellen geeignet
+ guter Kopfhörer-Amp mit autom. GAIN-Anpassung
+ Doppel-Mono-Aufbau mit hohem technischem Aufwand
+ App-Steuerung und IR-Fernbedienung
+ Trigger-Ports
+ Hauptschalter
+ Preis/Leistung insgesamt überragend
– gemeinsame Bedienung mit T8 nicht über eine Fernbedienung