
Test eversolo DAC Z10: High-End-Technik und überragender Klang „for the rest of us“
eversolo DAC Z10: Kopfhörerverstärker und TechnikRegelmäßige REWIND-Leser erinnern sich sicher noch an die junge Schwestermarke von eversolo namens Luxsin und den
Test des X9 DAC/Kopfhörerverstärkers. Der macht im Prinzip genau das Selbe, wie der DAC Z10, aber mit Schwerpunkt auf Kopfhörerwiedergabe. Der X9 ist zwar auch als Vorverstärker nutzbar, aber nicht auf dem Niveau des DAC Z10. Der stellt eben den Vorverstärker-Part in den Vordergrund. Trotzdem spendierten die Entwickler dem Z10 einen hochwertigen Kopfhörerausgang, aber nur für 6,35 mm Klinke.
Auch derZ10 beherrscht die clevere Einmessung des X9. Beim Anschließen eines Kopfhörers ermittelt die Elektronik dessen Impedanz und stellt daraufhin den GAIN ein (eine Art Vor-Vorverstärkung zur Lautsärkeanpassung; näheres siehe Test des X9). Wahlweise kann der GAIN-Faktor auch manuell umgeschaltet werden, aber die automatische Erkennung funktionierte bei mir bis jetzt immer zuverlässig und wählte den am besten passenden Wert.
Der Kopfhörerausgang des Z10 arbeitet unabhängig von der eigentlichen Vorstufe und ist kein billiger Baustein aus dem Zulieferer-Regal, sondern von der Schwestermarke Luxsin entliehen.
Die Technik: Ein Blick unter die HaubeDie Art und Qualität der Schaltung ist aus Verbrauchersicht eigentlich eher unwichtig. Hauptsache funktioniert wie gewünscht – könnte man salopp sagen. Aber was eversolo hier für 1.980 Euro verbaut hat, könnte als Lehrstück dienen und findet sich in ähnlich aufwendiger Form nur selten. Vor allem zu dem Preis.
Zunächst einmal ist der Z10 konsequent „Doppel-Mono“. Das heißt, die Schaltkreise für den linken und rechten Kanal liegen in allen relevanten Bereichen doppelt vor und sind räumlich strikt voneinander getrennt. Das verhindert Übersprechen und verbessert den Rauschabstand. Kennern fällt der Doppel-Mono-Aufbau auch an der Anordnung der Buchsen an der Rückseite auf, wo die Ausgänge weit voneinander entfernt liegen.
Alle wichtigen Komponenten sind doppelt vorhanden. Auch der DAC. Der ist im Z10 von AKM und eigentlich ein Duo, bestehend aus zwei Chips, die wiederum für beide Kanäle vorhanden sind. Also vier Chips. Auch die dahinter liegende Lautstärkeregelung in R2R-Schaltung ist für links und rechts getrennt zu sehen. Noch weiter geht der Aufwand bei der Stromversorgung. So verbaut eversolo hier gleich drei gekapselte Ringkerntrafos. Je einer für links und rechts, plus einer für die digitale Steuerung.
Und noch ein Aspekt ist hier sehr konsequent umgesetzt, nämlich die äußerst wichtige Systemtaktung. Die erfolgt hier mit einer gekapselten und temperaturgeregelten OCXO-Clock. Für High-Ender, die weitere Digitalkomponenten haben und diese im Takt möglichst genau synchronisieren wollen, stehen außerdem Anschlüsse für externe Clocks zur Verfügung.
Alle Bauteile sind von hoher Qualität und der Schaltungsaufbau nach heutigen Maßstäben in bestmöglicher Form verwirklicht, um einen möglichst kurzen und sauberen Signalweg zu erhalten. – Ohne dabei auf Bedienungskomfort und Funktionsvielfalt zu verzichten! Die Schaltung bzw. der Aufbau erinnert mich stark an den ebenfalls überragend guten
ROSE RD160, der allerdings mehr als doppelt so teuer ist.
