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Test Grell OAE2 offener Over-Ear: Warum dieser Kopfhörer anders tickt und damit besser klingt

Ein natürliches, räumliches Klangerlebnis mit Kopfhörern ist schwer zu erreichen. Wer nicht mit massiver Rechenleistung eine Raumklangillusion erzeugen will, muss zu anderen Mitteln greifen. So wie Grell Audio mit dem außergewöhnlichen OAE2. REWIND verrät, was dahinter steckt und wie er klingt.


In der gehobenen Kopfhörer-Preisklasse um 500 Euro herrscht ordentlich Gedränge. Überwiegend tummeln sich hier bessere Bluetooth Over-Ear Kopfhörer von renommierten Marken wie B&W, Focal oder auch die neuen Apple AirPods Max 2. Doch auch passive, kabelgebundene Kopfhörer für hohen Klanganspruch sind in diesem Preisbereich stark vertreten, denn es scheint so eine Art Schallmauer darzustellen. Es gibt natürlich noch viel teurere Kopfhörer, aber wer als Hersteller einigermaßen hohe Stückzahlen absetzen will, sollte nicht viel mehr als besagte 500 Euro verlangen.

Kompakt
Marke Grell Audio
Bezeichnung OAE2
Art Over-Ear, offen, dynamisch
Empf. Preis (€) 499
Verfügbarkeit sofort
Vielleicht hat so auch Grell Audio bei der Entwicklung des OAE2 kalkuliert, denn der liegt haarscharf unter dieser Grenze. Aber es handelt sich hier um einen ganz besonderen Kopfhörer, der nur auf den ersten Blick herkömmlich aussieht, technisch aber einen schon älteren Ansatz konsequent weiterentwickelt und auf ein neues Level hebt.

Dahinter steckt übrigens kein Unbekannter. Namensgeber und Entwickler Axel Grell ist in der Kopfhörerszene bekannt wie ein bunter Hund. Nicht nur zeichnet er sich für die Entwicklung so bekannter und erfolgreicher Spitzenkopfhörer wie den Sennheiser HD800 aus, sondern auf seinem Mist sind auch zahlreiche andere Kopfhörer renommierter Hersteller gewachsen. Grell hat mit Consulting-Tätigkeiten seine Finger unter anderem bei Neumann (NDH30), Adam Audio (H200) und anderen im Spiel. Wenn einer sich mit Kopfhörern gut auskennt, dann er.


Was den OAE2 so besonders macht
Zunächst erst mal die wichtigsten Grundeigenschaften des OAE2. Es handelt sich um einen rein passiven, kabelgebundenen Bügelkopfhörer mit Over-Ear-Gehäusen in offener Bauweise und mit dynamischen Treibern (40 mm Durchmesser). Er kann symmetrisch oder unsymmetrisch an nahezu jedem heute gängigen Kopfhörerausgang bzw. speziellen Kopfhörerverstärkern betrieben werden, was er seinen gutmütigen elektrischen Parametern verdankt: 38 Ohm Impedanz bei einer Empfindlichkeit von 100 dB machen ihn zu einem sehr gutmütigen und leicht zu treibenden Kopfhörer. Seine Wohlfühlzone ist definitiv der stationäre Betrieb, aber technisch spricht nichts gegen den Einsatz an Mobilplayern bzw. Dongle-DACs mit Smartphones.

Was zunächst nach 08/15-Bauweise aussieht, geht an entscheidenden Stellen gänzlich andere Wege. Und zwar bei der Treiberanordnung und deren akustischer Integration in die Gehäuse. Wer einen Blick in die Hörkapseln wirft, findet diese ungewöhnliche Ansicht:


Hä? Wurde der Monteur da bei der Arbeit angestoßen und hat die Treiber dabei versehentlich an die falsche Stelle geschraubt? Natürlich nicht. Die Position ganz vorne im Gehäuse ist so etwas wie die konsequente Ausnutzung eines alten Tricks, mit dem man versucht, durch die Schrägstellung der Treiber so etwas wie eine Vorne-Ortung zu erzielen, was bei Kopfhörern schwer zu realisieren ist. Jeder kennt das Gefühl beim Hören über Kopfhörer, dass die Musik scheinbar mitten im Kopf stattfindet.


Der Grund dafür ist die Art und Weise, wie unser Gehör funktioniert. Bei der räumlichen akustischen Wahrnehmung spielt nämlich das Außenohr (unsere komisch geformten Lauschlappen) und auch der Kopf selbst eine wesentliche Rolle. Unser Gehirn ermittelt durch Laufzeitunterschiede und die filterartige Wirkung der Schallführung durch das Außenohr die Richtung. Darum ist die Definition für das Außenohr auch „richtungsselektiver Filter zur Lokalisation von Schallquellen in der Medianebene“.


Bisher haben so einige Kopfhörer-Hersteller versucht, durch einen geneigten Einbau der Treiber dem Ohr vorzugaukeln, dass der Ton von vorne kommt. Aber nur mit mäßigem Erfolg, denn die Treiber sind dennoch sehr nah und meist noch direkt über dem Gehörgang angeordnet. Außerdem spielen noch andere Faktoren bei der exakten Ortung eine Rolle, die mit diesem Trick nicht so leicht ausgehebelt werden können.

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