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TechTicker: Jamo ist wieder da, Edifier 2.1-System, Denon AV-Receiver, beidseitiger Monitor von Philips, Sony Over-Ears

Sony hat einen neuen Edel-Kopfhörer vorgestellt, der einen (fragwürdigen?) Trend auslösen könnte: Klangtuning per KI. Außerdem in dieser Ausgabe: Die Rückkehr der dänischen Marke Jamo, ein Monitor mit zwei Gesichtern von Philips, 2.1-Speaker von Edifier und noch mehr Technik-News.

JAMO STELLT NEUE HEIM- UND MOBILLAUTSPRECHER VOR
Jamo gehörte lange Zeit zu den bekanntesten dänischen Lautsprechermarken. Leider kam das Unternehmen irgendwann in schweres Fahrwasser und verschwand von der Bildfläche. Wie so viele andere europäische HiFi-Marken. Und ebenfalls wie bei vielen anderen Marken, kam es nun zu einem Revival der Marke. Ein chinesisches Unternehmen – wie könnte es anders sein - kaufte den Namen und stellt nun wieder Lautsprecher mit dem Namen Jamo her.

Auf der High End 26 im kommenden Monat in Wien werden dem Publikum die ersten Ergebnisse vorgestellt. Darunter die Standlautsprecher der Concert Legacy-Serie, die auch wieder Made in Denmark sind. Im Kern basiert die Concert Legacy auf einer einfachen Idee: Wie würde die ursprüngliche Concert-Serie heute aussehen, wenn sie sich in den letzten dreißig Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hätte? Anstatt alte Designs zu übernehmen, führt die neue Serie die Ideen fort, die die 1996 vorgestellten Lautsprecher Concert 8 und Concert 11 geprägt haben.


Die Treiber werden gemeinsam mit Scan-Speak in Dänemark und SEAS in Norwegen entwickelt, während für die Tieftöner finnische Holzfasern verwendet werden. Diese Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass Design, Technik und Fertigung gleichermaßen Teil der Mission sind, Audiophilen den charakteristischen Jamo-Klang wieder in Erinnerung zu rufen, so die Pressemeldung.

Auch eine neue Serie Concert Element wird vorgestellt. Hier eine Preisübersicht.

Concert Legacy
  • Jamo Concert Legacy 11 | Onyx, Heritage, Northern Frost | €8,999
  • Jamo Concert Legacy 9 | Onyx, Heritage, Northern Frost | €5,499
  • Jamo Concert Legacy 8 | Onyx, Heritage, Northern Frost | €3,299

Concert Element
  • Jamo Concert Element 90 | Onyx, Northern Frost | €2,599
  • Jamo Concert Element 70 | Onyx, Northern Frost | €1,999
  • Jamo Concert Element 50 | Onyx, Northern Frost | €1,159
  • Jamo Concert Element SW10 | Onyx, Northern Frost | €729


Darüber hinaus zeigt dasrejuvenierte Unternehmen eine neue Serie von Wireless Lifestyle-Lautsprechern namens HYG – was vermutlich vom dänischen "Hygge" (Gemütlichkeit) abgeleitet ist und hoffentlich kein Hinweis auf einen allzu relaxten Klang ist.

An der Spitze der Kollektion steht HYG Flex – entwickelt für alle, die sich einen kraftvollen, raumfüllenden Klang im skandinavischen Stil wünschen. Mit seinem weichen Stoffbezug und der zylindrischen Form lässt sich HYG Flex im ganzen Haus aufstellen, vom Wohnzimmer über die Küche bis hin zur Terrasse und in den Außenbereich.


HYG Flow wurde speziell für den Außenbereich und Ihre nächste Reise entwickelt. Das kompakte, tragbare und nach IPX7 wasserdichte Gerät verbindet skandinavisch inspiriertes Design mit strapazierfähigen Materialien und einer langen Akkulaufzeit, so die Marketingabteilung.

Jamo HYG Flow

HYG Reflect ist ein Lautsprecher für das Schlafzimmer, der Ruhe und Ausgeglichenheit vermitteln soll. Mit seiner Kombination aus warmer Ambientebeleuchtung, kabellosem Laden und einem Klang, der sich an die Position des Lautsprechers im Verhältnis zum Hörer anpasst, ist HYG Reflect ein stilvoller Begleiter am Bett.


Die HYG-Serie geht im Juli in den Verkauf. Preise wurden noch nicht genannt.


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EDIFIER 2.1 HI-RES LAUTSPRECHERSYSTEM S355DB
Ein kompaktes 2.1-Lautsprechersystem (2 Hauptlautsprecher plus Subwoofer) zum kleinen Preis mit "Studioanspruch" hat Edifier mit dem S355DB vorgestellt. Die beiden Satellitenlautsprecher arbeiten mit 3,5-Zoll-Aluminium-Mitteltönern und 1,5-Zoll-Titan-Kalottenhochtöner. Ergänzt wird das Zusammenspiel durch einen 8-Zoll-Subwoofer, der über eine 5,8-GHz-Funkverbindung kabellos verbunden wird und Frequenzen bis hinunter zu 44 Hz mit spürbarer Tiefe und Präzision transportieren soll.


Die Gesamtleistung des Edifier S355DB von 150 Watt RMS verteilt sich dabei auf ein Tri-Amping-System, in dem jeder Treiber individuell angesteuert wird. Unterstützt wird dieser Ansatz durch eine durchgängige digitale Signalverarbeitung mit 24-bit/96 kHz. Eine aktive Drei-Wege-Frequenzweiche sowie Dynamic Range Control sollen für sanfte Übergänge zwischen Höhen, Mitten und Bass sorgen.


Mit Bluetooth 6.0 und LDAC erreicht das System Datenraten von bis zu 990 kbps. Diese Qualität bleibt auch bei parallelen Verbindungen erhalten, da Multipoint-Bluetooth den Wechsel zwischen mehreren Geräten nahtlos ermöglicht, so die Beschreibung. Parallel dazu eröffnet die Anschlussvielfalt eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. HDMI eARC für TV-Setups inklusive verlustarmer Signalübertragung und Steuerung über HDMI-CEC, ist auch dabei. Ergänzt wird dies beim Edifier S355DB durch optische und koaxiale Eingänge, USB-C für digitale Audioquellen sowie einen klassischen Line-In-Anschluss für analoge Geräte.


Das Edifier S355DB Set ist ab sofort zu einem UVP von 429,99 Euro erhältlich.


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DENON: NEUE X-SERIE AV-RECEIVER AVR-X2900HDAB UND AVC-X3900H
Komisch. AV-Receiver wie die neuen X2900HDAB und AVC-X3900H von Denon empfinde ich irgendwie aus der Zeit gefallen. Abgesehen von den sich ständig ändernden Surround-Formaten wirkt das Konzept der neuen Receiver wie direkt aus den Neunzigern in unsere Zeit geschickt. Inklusive der typisch japanischen kryptischen Modellbezeichnungen.

Ich persönlich habe Surround- oder Multikanal-Wiedergabe, wie es heute eher heißt, schon vor langer Zeit wieder aufgegeben und bin zurück zur reinen Stereo-Lehre. Auch wenn es heute dank Funkübertragung möglich ist, zusätzliche Lautsprecherkanäle ohne Kabel-Kotze kreuz und quer durch den Hörraum drahtlos anzusteuern, bleibt der Verkabelungsaufwand wegen der meist nötigen Stromversorgung für Aktiv-Speaker dennoch enorm. Und das Wohnzimmer oder dern Hörraum mit vielen Lautsprechern und Subwoofern vollzustellen, ist auch nicht mein Ding. Dennoch sind Multikanal-Systeme dieser Art heute offenbar immer noch gefragt, denn sonst würde es diese neuvorstellungen kaum geben. Nun gut. Jeder wie er mag.

Der AVR-X2900H DAB richtet sich an Nutzerinnen und Nutzer, die gegenüber Einstiegsmodellen erweiterte Leistungs- und Ausstattungsmerkmale suchen. Mit 95 Watt pro Kanal bei sieben Kanäle unterstützt er aktuelle Surround-Formate, sowie moderne HDMI-Features und moderne Gaming-Standards für Heimkino-, Musik- und Spielanwendungen. Der Receiver unterstützt neben Audyssey auch Dirac Live Room Correction als optionales Upgrade. Ergänzt wird die Ausstattung durch HEOS Multiroom sowie die für Denon typische einfache Einrichtung und Systemintegration.


Der AVC-X3900H ist laut Denon für anspruchsvolle Heimkinos und professionelle Installationen konzipiert, bei denen Kontrolle, Skalierbarkeit und höchste Präzision entscheidend sind. Mit 9.4 Verstärkerkanälen, 11.4 Verarbeitungskanälen und 105 Watt pro Kanal meistert er komplexe Lautsprecherkonfigurationen und umfangreiche Hörumgebungen. Vier unabhängige Subwoofer-Ausgänge sowie erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten sorgen für besonders ausgewogenen und kraftvollen Bass. Der AVC-X3900H unterstützt optional Dirac Live Room Correction*, Bass Control und Active Room Treatment (ART), leistungsstarke Tools für erfahrene Nutzerinne und Nutzer sowie Installateurinnen und Installateure. Audyssey ist ebenfalls vorhanden, sodass jede und jeder die passende Kalibrierungsmethode wählen kann. Ergänzt wird die Ausstattung durch webbasierte IP-Setup-Oberfläche, HDMI-Diagnosewerkzeuge sowie und umfangreiche Steuerungs- und Integrationsschnittstellen.


Beide Modelle sind mit der HEOS Multiroom-Plattform ausgestattet. Bluetooth, Apple AirPlay 2 sowie Zugriff auf Streaming-Dienste wie Spotify, TIDAL, Qobuz und TuneIn ermöglichen hochauflösendes Streaming im gesamten Haus. Räume lassen sich gruppieren oder unterschiedliche Quellen parallel über eine App abspielen.

Die Neuheiten sind ab 14. Mai 2026 bei Denon.com und autorisierten Denon Fachhändlern erhältlich.

  • Denon AVR-X2900H DAB — 1.000 Euro
  • Denon AVC-X3900H — 1.499 Euro


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PHILIPS/MMD STELLT BEIDSEITIGEN BUSINESS-MONITOR VOR – BILD VORNE UND HINTEN
Der beidseitige 60,47 cm (23,8“) Business-Monitor Philips 24B2D5300 ist der erste eigenständige Monitor, der über ein „Dual-Screen“-Design verfügt, schreibt der Hersteller in seiner Pressemeldung. Der 24-Zöller hat nicht nur einen Bildschirm auf der Vorderseite, wie üblich, sondern noch einen zweiten, gleich großen auf der Rückseite. Das macht ihn interessant für Anwendungen etwa an Tresen, um Kunden zu informieren, oder für bestimmte Co-Working-Szenarien.


Im geschäftlichen Bereich lassen sich beispielsweise Anwendungen und sensible Informationen auf nur einer Seite des Monitors anzeigen, während auf der kundenzugewandten Seite Inhalte wie Kaufdetails, interaktive Anwendungen oder personalisierte Informationen dargestellt werden. Der doppelseitige Bildschirm 24B2D5300 eignet sich so für eine Vielzahl Umgebungen, darunter Büros mit Empfangsbereichen, Banken, Gesundheitseinrichtungen, Serviceschalter und viele andere Bereiche mit Kundenkontakt. Er ermöglicht etwa einen reibungslosen Check-in-Prozess, Kundeninteraktionen in Echtzeit und den sicheren Umgang mit sensiblen Daten. Unternehmen behalten jederzeit die volle Kontrolle darüber, wer welche Inhalte sehen kann.

In Büros können zwei Personen gleichzeitig an beiden Screens arbeiten – entweder unabhängig voneinander an derselben Aufgabe oder demselben Projekt, oder indem einer dem anderen etwas präsentiert. Dank einer 180-Grad-Schwenkfunktion im Standfuß können beide Screens jederzeit mit dem jeweiligen Gegenüber bei der gemeinsamen Nutzung gewechselt werden.


Bei beiden Rücken-an-Rücken montierten Screens handelt es sich um 23,8“-IPS-Panels mit Full-HD-Auflösung und einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Das Gerät hat USB-C-Anschlüsse für die Anbindung beispielsweise an Mac/PC.

Der Philips 24B2D5300 soll in Deutschland und Österreich noch in diesem Monat zum UVP von 429 Euro über den Fachhandel erhältlich sein.


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SONY PRÄSENTIERT „1000X THE COLLEXION“; NEUE FARBE „SANDSTONE“ FÜR WH-1000XM6
Sony hat in dieser Woche den „1000X THE COLLEXION“ angekündigt, einen neuen, besonders anspruchsvollen Premium-Over-Ear-Kopfhörer der 1000X-Serie. Der Over-Ear wird laut Sony aus hochwertigen Materialien und mit viel Liebe zum Detail hergestellt undverkörpere eine neue Interpretation der 1000X-Philosophie – was auch immer das bedeuten soll. Die Markteinführung markiert zudem das 10-jährige Jubiläum von Sonys 1000X-Serie.


Der Kopfbügel des „1000X THE COLLEXION“ besteht aus Metall mit einer matt sandgestrahlten Textur, die durch handpolierten Glanz kontrastiert wird. Jedes Bauteil wird sorgfältig gefertigt und steht für Langlebigkeit und zurückhaltenden Luxus, so der Hersteller. Und weiter: Weiches, edles Kunstleder, dessen Entwicklung zwei Jahre in Anspruch nahm, sorgt für eine raffinierte Haptik, während integrierte Metalltasten und Mikrofonöffnungen ein klares, nahtloses Design gewährleisten, das sowohl optisch als auch haptisch überzeugt. Die Kopfhörer sind in zwei Farben erhältlich: Platin Weiß oder Schwarz. Beide Farben verbinden eine edle Designphilosophie mit dezenten metallischen Kontrasten.


Das Herzstück ist eine Treiber-Einheit mit weicher Kante und einer neu entwickelten, hochsteifen Kalotte aus unidirektionalem Carbon-Verbundmaterial. Der "1000X THE COLLEXION" ist der erste Kopfhörer mit DSEE-Ultimate, das mithilfe von KI-Technologie komprimierte Musikdateien in Echtzeit hochskaliert und so verlorene Details und den Dynamikbereich wiederherstellt, um ein intensiveres Hörerlebnis in nahezu Hi-Res-Qualität zu bieten. – Oha! Per KI rekonstruierte Musikdetails? Erleben wir hier womöglich den Beginn eines neuen Trends? Statt die Musik möglichst unbeeinflusst von der Quelle bis zum Hörer zu transportieren, gestatten wir einer KI die "Interpretation" des Klangs? Ich bin skeptisch. Aber es ist gut vorstellbar, dass damit ein Massengeschmack bedient werden kann.

Darüber hinaus kündigt Sony die neue Farbvariante „Sandstone“ für den beliebten WH-1000XM6 an.


Das Modell "1000X THE COLLEXION" ist in den Farben Platin Weiß und Schwarz zum UVP von 629 Euro erhältlich. Der WH-1000XM6 Sandstone soll laut Meldung 449 Euro kosten, steht aber im Sony Online-Shop derzeit für 369,99 Euro zum Verkauf.


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LIVEBOX: SINGLE-BOX-HIGH-END-SYSTEM MIT TRUE AMBIENCE TECHNOLOGIE
Auf der diesjährigen High End, die erstmals in Wien stattfindet, will ein junges Unternehmen mit LIVEBOX ein All-In-One Soundsystem vorstellen, dass erstmals überzeugendes Stereo und immersiven Sound aus nur einem Lautsprecher vorstellen will. – Ohne Lautsprechertürme und Racks voller Audio-Equipment, lautet das Versprechen. Allerdings ist LIVEBOX soetwas, wie eine ziemlich gigantische Soundbar und damit auch nicht wirklich unsichtbar.


LIVEBOX entstand aus einer Kooperation von Weiss Engineering, PSI Audio und Illusonic, von denen mir zumindest die ersten beiden Namen aus der High-End-Welt gut bekannt sind. Weiss Engineering ist bekannt als eines der fähigsten und technologisch kompetentesten Unternehmen im Bereich Digital-Audio-Technologien. Aber auch für seine exorbitant teuren Digitalkomponenten, die allerdings auch im Pro-Bereich von High-End-Mastering-Engineers geschätzt werden. PSI Audio hat sich ebenfalls im Studiobereich einen Namen mit seinen Aktivlautsprechern gemacht, ist aber auch in der HiFi-Welt mit seinen aktiven Bassfallen AVAA bekannt. Illusonic versorgt seit 20 Jahren Hersteller mit Entwicklungen im Bereich Psychoakustik und menschliche Wahrnehmung. Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in der Schweiz.


Das neue Lautsprechersystem nutzt die True Ambience Technologie, um ein überzeugendes Stereobild aus nur einem Gehäuse zu erschaffen. Das System nutzt dafür das Prinzip der Crosstalk Cancellation: Audio vom rechten Lautsprecher wird für das linke Ohr ausgelöscht und umgekehrt. Die zugrundeliegende Technologie ist komplex aber nicht neu und nutzt hier eine Kombination aufwendiger digitaler Elektronik, makelloser analoger Lautsprechertechnik und präzise austarierter Algorithmen.

Kein Musiksystem spielt für sich selbst, sondern immer zusammen mit dem Raum, in dem es sich befindet. LIVEBOX klingt für sich bereits großartig, und um diesen Klang auch im Raum entfalten zu können, bietet das System Optionen zur Anpassung an die konkreten Gegebenheiten. Ein Optimierungsservice sorgt für perfekte Ergebnisse vor Ort, indem das System die spezifischen Eigenschaften des physischen Raums sowie persönliche Klangvorlieben berücksichtigt. LIVEBOX wird wörtlich auf die Hörenden abgestimmt: tuned for you.


Preise für das System wurden noch nicht genannt. Zu erleben ist LIVEBOX auf der High End vom 4. – 7. Juni 2026 bei Weiss Engineering auf Level 1, 1.70.

Kommentare

globalls
globalls24.05.26 09:08
das Konzept des Doppelbildschirmes finde ich sehr interessant und ist der vergleichsweise günstig.

Zum Sony 1000X Collexion: etwas, was nicht da ist, kann ja nicht skaliert werden, oder versteh ich da was falsch.
Muss ich denn alles selber machen?
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sonorman
sonorman24.05.26 09:14
globalls

Zum Sony 1000X Collexion: etwas, was nicht da ist, kann ja nicht skaliert werden, oder versteh ich da was falsch.
Doch, man kann ja auch Bilder skalieren. Aber Informationen, die im Original nicht vorhanden sind, können entweder nur interpoliert werden (was die althergebrachte, übliche Methode ist), oder müssten von einer KI "antizipiert" werden.

BIldskalierung mit KI funktioniert bei einfachen Motiven oft ganz gut (nutze ich häufig), hat aber klare Grenzen, wenn der Inhalt komplexer wird. Die KI fängt, je nach Motiv, schnell an zu "fantasieren" oder wird kreativ in der Darstellung. Bei Musik wird das letztendlich nicht viel anders sein.
+1
Bettlejuice
Bettlejuice24.05.26 15:10
Eine Ode an AV-Verstärker und Mehrkanal-Ton

Die AV-Receiver sind m.E. nicht aus der Zeit gefallen. Sie sind aber inzwischen ein Nischenprodukt, da die Marketing-Abteilungen den Konsumenten glaubhaft vermittelt haben, dass immersives Audio sich einfach per Soundbar, Homepods, etc. erleben lässt.

Für die reine Musikwiedergabe war und ist das sowieso nix. Abgesehen von wenigen, speziell für ein Format aufgenommen und meist elektronischen Alben, klingt das meiste einfach furchtbar. Quadrophonie aus den 60ern war schon murks. Da geht nichts über eine gute Stereobühne.

Ich bin aber sowas von froh, dass es wieder mehr Player auf dem AV-Verstärkermarkt gibt, weil bei der Filmwiedergabe schaut es komplett anders aus.
Man braucht aber definitiv einen Raum und die richtige Software dazu.

Das Kernproblem hast Du schon angesprochen - das Wohnzimmer. Es ist zum Wohnen da und eignet sich nicht für Mehrkanal-Setups.
Kompromisse sind dann kleine Dipol-Rears und ein Subwoofer, der da steht, wo er noch hinpasst.
So sieht es bei mir im Wohnzimmer seit Jahrzehnten auch aus. Da mein Fernseher ordentlichen Ton liefert, läuft der AV-Verstärker nie.
Lustigerweise zeigen die Produktfotos im TechTicker auch schon, wie man ein Maximum an Erstrelexionen rausholt

Schon ein 5.1-System in einem separaten Raum ist was ganz anderes und schlägt die meisten Kinos, die recht defensiv für die breite Masse abgestimmt sind.
Ein Film wie Deep Water Horizon ist dann wirklich immersiv, denn im Gegensatz zum Kino ist der Sound auf meinem Hörplatz abgestimmt.

Sobald Höhen- oder Deckenlautsprecher ins Spiel kommen, fehlt es einfach an Software.
Das Problem ist, selbst wenn die Originalfassung einigermaßen gut für das Heimkino abgemischt ist (z.B. Dune, Blade Runner 2049, …), heißt das ja nicht, dass der deutsche Lizenznehmer die gleiche Qualität bietet. Bei Fury Road hört man z.B. sowas wie "Ich bekomme keine Luft hier unten" über den Höhenkanal. WTF.
Hört man allerdings in A Quiet Place (Originalton) bei der Kellerszene das Monster plötzlich von oben... genial.
Die deutsche Fassung ist - wie fast immer - ein 5.1 Downmix. Aber warum sollte man auch viel Geld und Zeit in den Ton stecken, wenn 95 % der Zielgruppe sich die Filme über (Aldi-)Soundbars anhören? Die wunderbaren Upmixer scheinen auch nur unterschiedliche Reverb-Algorithmen zu kennen.

Die unterschiedlichen Formate sind tatsächlich die Pest, und das haben einzig und allein die Dolby Laboratories zu verantworten.
Was Kinos und Heimkinos zugemutet wird, ist einfach der Wahnsinn. Wie soll ein kleines ländliches Kino schritt halten, bei dem ganzen Murks, was die zur Zertifizierung fordern?
Sie haben ein Quasi-Monopol und lassen innovativen Systemen wie Auro 3D gar keine Chance. Es grenzt fast an ein Wunder, dass sich DTS (ebenfalls eine Nische) noch auf Discs halten kann.
Zur Not sperrt Dolby die Konkurrenten einfach zum richtigen Zeitpunkt für eine Weile gerichtlich aus.
Als User kauft man einen Dolby Atmos Film, der aber auch in Stereo abgemischt sein kann und nur im Atmos Format übertragen wird.
Für mich ist das arglistige Täuschung. Atmos Objekte im Kino: 128 - auf Disc max. 16 - im Streaming? 6?
Auch Upfiring-Lautsprecher sind doch ein Witz. Damit das auch nur ansatzweise funktioniert, hat man mehr Aufwand als direkt Deckenlautsprecher einzubauen.

Bei 13 Lautsprechern und den akustischen Maßnahmen kann der Raum für nichts anderes mehr als Musik, Games und Filme genutzt werden. Es passt nichts mehr rein. ABER, obwohl es kein echtes Heimkino ist: in den wenigen Momenten, in denen ein gut abgemischter Film läuft - egal in welchem Format - bekomme ich das Grinsen nicht aus dem Gesicht und ich weiß, dass sich der ganze Aufwand doch gelohnt hat. Auch die Stereobühne profitiert extrem von einem separatem Hörraum.

Keine Soundbar, kein Algorithmus schafft es bis heute in jedem Raum, akustische Quellen exakt zu simulieren.
Die Präsenz von echten Lautsprechern zu virtuellen lässt sich nicht vergleichen. Um das zu erreichen, braucht man halt noch AV Verstärker.
Wenn man bedenkt, dass man den Raum (ohne Nachbarn), das Geld, die Zeit und auch noch die nötige Software braucht, dann grenzt es an ein Wunder, dass es sie noch/wieder gibt.
Aber ich bin sehr froh darüber

Das man allerdings versucht, AV und Dienste wie HEOS und Streaming mit einem Produkt zu bedienen, halte ich für völlig falsch.
+7
adiga
adiga24.05.26 17:13
Jamo ist wieder da? Vor vierzig Jahren war ich ein grosser Fan der Dänen. Für mich waren das Superlautsprecher zu einem akzeptablen Preis. Auch wenn nun Chinesen dahinter stecken, muss ich mir unbedingt anschauen (anhören).
0
Orbital
Orbital24.05.26 18:57
Bettlejuice
Für die reine Musikwiedergabe war und ist das sowieso nix.

Das ist nicht richtig. Auch Stereo funktioniert profitiert von den Einmesssytemen der AV-Receiver. Bei mir hat ein AVR den ganzen puristischen Verstärkerzoo als so was von Steinzeittechnik disqulifiziert. Alle Probleme mit Raummoden, die ich mit Absorbern etc. in den Griff zu kriegen versucht habe waren plötzlich gelöst.
+2
sonorman
sonorman24.05.26 19:38
Orbital
Bettlejuice
Für die reine Musikwiedergabe war und ist das sowieso nix.

Das ist nicht richtig. Auch Stereo funktioniert profitiert von den Einmesssytemen der AV-Receiver. Bei mir hat ein AVR den ganzen puristischen Verstärkerzoo als so was von Steinzeittechnik disqulifiziert. Alle Probleme mit Raummoden, die ich mit Absorbern etc. in den Griff zu kriegen versucht habe waren plötzlich gelöst.
Ja, wenn man als Laie die falschen Absorber in den falschen Maßen an die falschen Positionen stellt, so Pi-mal-Daumen, dann wird das auch nix. Deswegen sind herkömmliche Verstärker ohne DSP aber noch lange keine Steinzeittechnik.

Im Gegenteil. Wenn ein PROFI mit entsprechenderer Messerfahrung die richtigen Absorber/Diffusoren korrekt einsetzt, ist das jeder digitalen Raumkorrektur weit überlegen. Digitale Korrekturen können auch nur begrenzte Bereiche des Raums optimieren. Absorber etwa lassen Raummoden gar nicht erst entstehen und Diffusoren verhindern z. B: Flatterechos. Das wirkt sich auf den ganzen Raum aus. Raumreflexionen können mit DSP gar nur sehr begrenzt bekämpft, aber auch nicht vermieden werden.

Digitale Korrekturen können die Probleme einer Raumakustik nicht direkt bekämpfen, sondern nur indirekt, durch Verbiegen des Frequenzgangs und anderer Parameter wie Phase und Delay. Bei einem fachgerecht mit Raumakustikmodulen optimierten Raum muss nichts nachträglich korrigiert werden. Das ist IMMER besser. So wie man einen Knochenbruch lieber gezielt heilt, anstatt nur die Schmerzen mit Medikamenten zu lindern und sich auf eine Krücke zu stützen.

Automatische digitale Raumkorrektur ist in vielen Fällen für Laien ein probates Hilfsmittel, um auf einfache Weise gewisse Raumakustikprobleme zu lindern. Aber es ist und bleibt Medizin und Krücke, keine Heilung. Gekonnter Einsatz von Raumakustikmodulen ist kompliziert, nicht ganz billig und ggf. nicht förderlich für die Einrichtung, aber aus klanglicher Sicht der bessere Weg.

Weder das Eine oder andere ist grundsätzlich schlecht oder „Steinzeit". Wer keine Vorurteile hegt, wird keins davon grundsätzlich verteufeln.
+3
Bitsurfer24.05.26 20:35
Oha, Scanspeak.
Das waren meine ersten Lautsprecher. Aber wie so oft. Die gingen weg weil ich in einem Studio die Infinity RS2 gehört hatte. Mein Händler wollte die mir erst nicht verkaufen, weil und überhaupt. Traurigerweise, das beste an denen war wenn sie einfach nur dastanden. Mein grösster Fehlkauf.

Der Gründer übrigens, ein Technikfreak, war anschliessend mitbegründer von Dynaudio. Da entstanden dann Legenden wir die Dynaudio 500. Erinnere mich noch. Gab eine DirectCut LP. KnockOut von Charly Antolini. Schlagzeuger. Bei Vorführungen hat die den einen oder anderen Basslautsprecher ins ewige Reich geschickt. Für die 500 war das ihr Habitat.
Dann die DC Serie bis zu einer anderen Legende. Bis heute. Die Consequence.
Und weil Dynaudio damals keinen Adäquaten Verstärkerhersteller finden konnten der ihren Ansprüchen genügte haben sie selbst einen Verstärker für internen Gebrauch entwickelt. Den Arbiter. Der vermutlich beste Verstärker der jemals gebaut wurde. Den klaut auch niemand so einfach. 140 Kg/Monoblock.

Aber Scanspeak baut hervorragende Lautsprecherchassis. Halt nix für Sparfüchse.
0
Tommy1980
Tommy198025.05.26 11:35
Gar kein Wort zu den neuen AV von Yamaha? Yamaha gehört sich immerhin noch selbst und dürfte damit der letzte von den Massenmarkt-Marken sein.

Zu Jamo: Das Chinesen unsere europäischen Marken kaufen und "wiederbeleben" gehört verboten, dann doch lieber in Frieden ruhen lassen. Hat dann ja doch nichts mehr mit dem Original zu tun.
+3
Tirabo25.05.26 13:21
Bettlejuice

Keine Soundbar, kein Algorithmus schafft es bis heute in jedem Raum, akustische Quellen exakt zu simulieren.
Kannst Du diesen Satz bitte näher erläutern? Ich weiß nicht, was du damit zum Ausdruck bringen willst.
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Bitsurfer25.05.26 13:52
Tirabo
Bettlejuice

Keine Soundbar, kein Algorithmus schafft es bis heute in jedem Raum, akustische Quellen exakt zu simulieren.
Kannst Du diesen Satz bitte näher erläutern? Ich weiß nicht, was du damit zum Ausdruck bringen willst.
Du musst halt weiterlesen. Im nächsten Satz steht es.
Man kann zb nicht mit einer Soundbar die klangliche Breite erreichen wie zwei Lautsprecher die links und rechts stehen. Oder hinten und vorn.
+1
Tirabo25.05.26 20:49
Bitsurfer
Tirabo
Bettlejuice

Keine Soundbar, kein Algorithmus schafft es bis heute in jedem Raum, akustische Quellen exakt zu simulieren.
Kannst Du diesen Satz bitte näher erläutern? Ich weiß nicht, was du damit zum Ausdruck bringen willst.
Du musst halt weiterlesen. Im nächsten Satz steht es.
Man kann zb nicht mit einer Soundbar die klangliche Breite erreichen wie zwei Lautsprecher die links und rechts stehen. Oder hinten und vorn.

Sorry, aber der Satz sagt etwas ganz anderes aus. Deshalb hab ich vorsichtshalber noch einmal nachgefragt. Auf den Hinweis, dass kein Algorithmus es bis heute schaffe jeder akustische Quelle exakt zu simulieren, muss ich widersprechen. Die Wellenfeldsynthese kann das. Leider ist sie derzeit noch zu kostspielig, aber sie kann die Akustik und Klangfelder kompletter Räume in einer anderen räumlichen Umgebung absolut getreu wiedergeben. Der Klang eines Instruments oder mehrere Instrumente werden also nicht mehr nur über die Lautsprecher wiedergegeben, sondern wird direkt von einem Raumumspannenden Lautsprecher-Array als Wellenfront im Raum erzeugt.
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sonorman
sonorman25.05.26 21:31
Tirabo
…Die Wellenfeldsynthese […] kann die Akustik und Klangfelder kompletter Räume in einer anderen räumlichen Umgebung absolut getreu wiedergeben. …
Nein. Nur in der Theorie. Technische Umsetzungen bedeuten immer Abweichungen vom theoretischen Kern. Da es nicht mal einen Lautsprecher gibt, der alle Töne absolut perfekt wiedergeben kann, kann ipso facto auch die Wellenfeldsynthese keine "absolut getreue" Wiedergabe bieten. Von anderen Faktoren in der Aufnahme- und Wiedergabekette ganz zu schwiegen.

Den selben Denkfehler haben viele schon mit der Einführung der CD gemacht, die in der Theorie eine absolut perfekte Tonwiedergabe versprach. Und manche glauben das fatalerweise noch heute.
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Tirabo25.05.26 22:42
sonorman
Tirabo
…Die Wellenfeldsynthese […] kann die Akustik und Klangfelder kompletter Räume in einer anderen räumlichen Umgebung absolut getreu wiedergeben. …
Nein. Nur in der Theorie. Technische Umsetzungen bedeuten immer Abweichungen vom theoretischen Kern. Da es nicht mal einen Lautsprecher gibt, der alle Töne absolut perfekt wiedergeben kann, kann ipso facto auch die Wellenfeldsynthese keine "absolut getreue" Wiedergabe bieten. Von anderen Faktoren in der Aufnahme- und Wiedergabekette ganz zu schwiegen.

Den selben Denkfehler haben viele schon mit der Einführung der CD gemacht, die in der Theorie eine absolut perfekte Tonwiedergabe versprach. Und manche glauben das fatalerweise noch heute.

Doch. Jeder Lautsprecher ist doch nur ein kleiner Teil der gesamten Wellenfront. Ein Lautsprecher der Wllenfeldsynthese gibt eben KEIN „Signal wieder“, wie man es von einem einzelnen Lautsprecher erwartet, sondern ist ein Bestandteil der gesamten Wellenfront. Und diese Wellenfront kann sowohl theoretisch als auch praktisch genauso über dieses Lautsprecherarray konstruiert werden, wie sie aufgenommen wird. Eine tiefe Welle hat zB. eine langsamere Schwingung, eine hohe Welle wird mit hoher Schwingung in das gesamte Array gebracht und in den Raum übertragen.

Noch einmal: ein einzelner Lautpsrecher in einem Wellenfeldsynthese-Array gibt kein einzelnes Signal wieder, sondern wird selbst zum Teil der Wellenfront. Genutzt wird dabei das Huygensschen Prinzip: Eine Welle lässt sich als Summe vieler kleiner Wellen beschreiben, und genau diese viele kleinen Wellen werden von den einzelnen Lautsprechern erzeugt.
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sonorman
sonorman25.05.26 23:10
Es gibt in der Natur bzw. In der Praxis kein System, dass absolute mathematische Genauigkeit erreicht.

Lautsprecher können beispielsweite bestimmte Impulse nie exakt naturgetreu reproduzieren, weil sie etwa Nachschwinger erzeugen, um mal ein einfaches Beispiel zu nennen. Auch feine Transienten lassen sich mit Schallwandlern, die nicht unendlich leicht sind, nie 100% exakt reproduzieren. Daran ändern auch die Theorie der Wellenfeldsynthese nichts.

Und selbst bei der Aufnahme entstehen Abweichungen vom Original, die nicht perfekt rekonstruiert werden können, weil man nicht mal genau weiß, was genau verloren geht. Zudem gibt es auf der Aufnahmeseite auch kein exaktes Gegenstück zur Wellenfeldsynthese. Das würde so etwas wie einen mit Millionen Mikrofonen vollgestopften Raum erfordern, die jedes noch so kleine akustische Ereignis an jedem Punkt im Raum erfassen. Man kann das alles nur annäherungsweise errechnen. Aber nie perfekt

Daher widerspreche ich Deiner Aussage energisch. In wissenschaftlich orientierten Kreisen ist das übrigens bekannt. Und wer das praktisch schon mal erlebt und keine Tomaten auf den Ohren hat, wird das auch realisieren.

Disclaimer: Ich bestreite nicht, dass die Ergebnisse damit beeindruckend sein können, aber sie sind nicht perfekt. – Und für die heimische Praxis ohnehin nicht relevant, weil in einem normalen Wohnzimmer kaum umsetzbar.
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sonorman
sonorman25.05.26 23:17
Noch ein anschauliches Beispiel:

Theoretisch ist es mit dem Prinzip des Gegenschalls möglich, jeden Ton mit jedem Pegel komplett und Rückstandslos auszulöschen. Aber jeder mit AirPods oder anderen NC-Kopfhörern weiß, dass das nur in begrenztem Umfang funktioniert. Der Grund ist, weil die technische Umsetzbarkeit Grenzen hat.
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Tirabo26.05.26 00:42
sonorman
Es gibt in der Natur bzw. In der Praxis kein System, dass absolute mathematische Genauigkeit erreicht.

Lautsprecher können beispielsweite bestimmte Impulse nie exakt naturgetreu reproduzieren, weil sie etwa Nachschwinger erzeugen, um mal ein einfaches Beispiel zu nennen. Auch feine Transienten lassen sich mit Schallwandlern, die nicht unendlich leicht sind, nie 100% exakt reproduzieren. Daran ändern auch die Theorie der Wellenfeldsynthese nichts.

Und selbst bei der Aufnahme entstehen Abweichungen vom Original, die nicht perfekt rekonstruiert werden können, weil man nicht mal genau weiß, was genau verloren geht. Zudem gibt es auf der Aufnahmeseite auch kein exaktes Gegenstück zur Wellenfeldsynthese. Das würde so etwas wie einen mit Millionen Mikrofonen vollgestopften Raum erfordern, die jedes noch so kleine akustische Ereignis an jedem Punkt im Raum erfassen. Man kann das alles nur annäherungsweise errechnen. Aber nie perfekt

Daher widerspreche ich Deiner Aussage energisch. In wissenschaftlich orientierten Kreisen ist das übrigens bekannt. Und wer das praktisch schon mal erlebt und keine Tomaten auf den Ohren hat, wird das auch realisieren.

Disclaimer: Ich bestreite nicht, dass die Ergebnisse damit beeindruckend sein können, aber sie sind nicht perfekt. – Und für die heimische Praxis ohnehin nicht relevant, weil in einem normalen Wohnzimmer kaum umsetzbar.

Ich habe den Eindruck, dass du das dahinter stehende Prinzip einfach nicht verstanden hast. Der Lautsprecher hat in diesem System keinen Eigenklang mehr, weil er eben nicht mehr als einzelner Schallübertrager eines komplexen Signals in den Raum dient, sondern er ist selbst nur ein kleiner Bestandteil des gesamten Schallfelds geworden (die Schwingung jeder der einzelnen Membran des Arrays bewegt nur einen Teil aller Luftmoleküle eines komplexen Signals in den Raum). Daher bleibt die Richtung der Schallquellen im Raum stabil und verändert nicht ihren Ort, wenn man im Raum umherläuft. Man benötigt also keinen „Sweet-Spot“ mehr, weil es der gesamte Raum ist. Der Raum selbst ist hier der Sweet-Spot geworden. Bei Wellenfeldsynthese braucht man daher sehr viele Lautsprecher, aber nicht Mikrofone. Die Mikrofone dienen eher dazu, Quellen oder Raumantworten aufzunehmen, während die eigentliche Synthese später auf der Lautsprecherwand stattfindet. Im Jahr 2008 wurde ein Konzert im Kölner Dom unter Mitwirkung vom WDR live in den Raum der TU Berlin übertragen. Dabei wurden alle Wellenfronten des Kölner Doms in den Raum übertragen. Die Zuhörer waren akustisch im Kölner Dom. Ich war damals dabei, es war großartig.

Und ich merke, dass du im HiFi-Jargon wieder nur von einer meiner Meinung nach wenig nützlichen imaginären „Perfektion“ sprichst, die es grundsätzlich sowieso nicht gibt. Ist eine Stradivari perfekt? Ist die Frage überhaupt erlaubt, ob sie perfekt ist oder ist die Stradivari einfach nur eine Stradivari, weil sie so klingt, wie sie ist? Klingt aber eine andere Stradivari etwa weniger perfekt oder auch nur anders? Ist der Raum des Kölner Doms perfekt? Darauf kommt es eben nicht an. Selbst die Abnahme und Mikrofonierung eines Orchester ist bereits eine subjektive und künstlerische Tätigkeit in Absprache mit dem Tonmeiser und dem Dirigenten, also manipuliert und nicht echt, genau wie die interpretierte Musik. Selbst eine Stereoübertragung ist nur eine Manipulation und auch nicht echt und genauso wenig perfekt. Es ist daher müßig und unsinnig, in der Wiedergabekette immer wieder von Perfektion zu sprechen, die es nie geben wird, auch nicht annähernd.

Im musikalischen Kontext (Interpretation, Akustik, Raum, Menschen, Stimmung) spielt das auch keine übergeordnete Rolle.
Selbst unsere wohltemperierte (heute gleichstufige) Stimmung, auf der alle unserer westlichen Musik beruht, ist auch nur ein Kompromiss und gerade weil sie nicht perfekt ist, hat sie sich durchgesetzt. Es gibt auch nicht perfekte Musik. Wenn ich ein Werk neu einstudiere, schaue ich mir zahlreiche Aufnahmen des Werks auf YouTube an - auf einem iPad. Jetzt fragt sich jeder: Wie geht das denn? Nun, es kommt auf die nutzbringende Information an. Ein High-end Lautpsrecher bringt mir als Tonschaffender und Musiker beim Werkstudium keinen Nutzen.
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Tirabo26.05.26 01:15
sonorman
Noch ein anschauliches Beispiel:

Theoretisch ist es mit dem Prinzip des Gegenschalls möglich, jeden Ton mit jedem Pegel komplett und Rückstandslos auszulöschen. Aber jeder mit AirPods oder anderen NC-Kopfhörern weiß, dass das nur in begrenztem Umfang funktioniert. Der Grund ist, weil die technische Umsetzbarkeit Grenzen hat.

Gegenschall, also die Invertierung eines Signals hat jetzt nichts mit Wellenfelkdsynthese zu tun.
Die Schwierigkeit ist ja immer die nie 100-prozentige akustische Abkopplung unserer Ohren von der Umwelt, ohne es unangenehm für den Träger werden zu lassen.
Es bleibt also eine immer eher menschliche, komfortorientierte oder nennen wir es „medizinische“ Problematik, weniger eine technische.
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sonorman
sonorman26.05.26 08:53
Tirabo
Na da hast Du Dir ja einen schönen Bären aufbinden lassen.
Glaubst Du wirklich, dass die WFS in der Lage ist, die physikalischen limitierungen eines Wiedergabesystems einfach durch den Einsatz vieler Lautsprecher zu eliminieren, oder wie soll ich das verstehen?

Zurück zu Deiner Kernaussage, die ich bestreite:
Tirabo
…Die Wellenfeldsynthese […] kann die Akustik und Klangfelder kompletter Räume in einer anderen räumlichen Umgebung absolut getreu wiedergeben. …

Das ist und bleibt falsch, weil nur in der Theorie möglich. Hier mal eine KI-Analyse, wo die Grenzen dieser Methode sind:

–––––

Kurz zusammengefasst: Physikalische und praktische Grenzen der Wellenfeldsynthese (WFS) lassen sich in mehrere Kategorien gliedern — räumliche/Array‑Limits, Frequenz‑/Wellenlängen­abhängigkeiten, Rechen‑ und Messaufwand, Lautsprecher‑ und Raumfehler sowie psychoakustische Aspekte. Nachfolgend strukturierte Punkte mit Konsequenzen und typischen Grenzwerten.

Räumliche / Array‑bezogene Grenzen
- Endliche Arraylänge: Ideale WFS setzt unendlich ausgedehnte Sekundärquelle(n) voraus; in der Praxis sind Arrays endlich → Begrenzte „Sweet‑Zone“, Randartefakte (Beugung, Phasenfehler) und zunehmende Abweichungen außerhalb des relevanten Hörbereichs.
- Folge: Genauigkeit fällt mit Abstand vom Arrayrand; typische Hörfeldgrößen sind Bruchteile der Arraylänge.
- Diskrete Abtastung (Sprecherabstand): Abstand a zwischen Lautsprechern setzt obere Grenzfrequenz durch räumliche Aliasingbedingung; Aliasing beginnt ungefähr bei f_alias ≈ c/(2a) (c ≈ 343 m/s).
- Beispiel: a = 0.1 m → f_alias ≈ 1.7 kHz; oberhalb entstehen Störmaxima/Artefakte.
- Array‑Geometrie: Lineare vs. zylindrische vs. planare Arrays beeinflussen, welche Schallfelder synthetisiert werden können (2D vs. 3D). Vollständige 3D‑Kontrolle erfordert Flächenarrays, praktisch selten realisierbar.

Frequenz‑ und Wellenlängenlimits
- Tieffrequenz: Sehr lange Wellen (λ groß) erfordern große Arrays bzw. große Lautsprecherflächen, um die gewünschte Wellenfront präzise zu formen; praktische Tiefbassbegrenzung durch Arraygröße und Treiberleistung.
- Hochfrequenz: Begrenzung durch Abtastung (Aliasing) und Richtwirkung der Einzellautsprecher; Präzise Wellenfrontform nur bis f_alias praktikabel.

Lautsprecher‑ und Elektronik‑Grenzen
- Physische Lautsprecher: endliche Direktivität, begrenzte Bandbreite, Verzerrungen, begrenzte maximale Schalldruckpegel. Diese führen zu Abweichungen vom idealen Sekundärquellenmodell.
- Verstärker/Delay‑Auflösung: digitale Verzögerung/Amplitude quantisiert, Latenzen und Kalibrierfehler beeinflussen Präzision.
- Kalibrierung: Kanal‑zu‑Kanal‑Amplitude/Phase‑Abweichungen müssen sehr genau kompensiert werden; Messaufwand steigt mit Kanalzahl.

Raumakustik und Umgebungsfehler
- Reflexionen: Wände/Decke/Boden brechen das freie Feld‑Modell; early reflections verändern das synthetisierte Feld besonders außerhalb der Sweet‑Zone.
- Diffuse Anteile & Nachhall: verschlechtern Ortbarkeit und Korrektheit des Wellenfeldes.
- Praktische Folge: WFS ist robuster in stark bedämpften Räumen oder benötigt Raumkorrektur und Absorption.

Rechenaufwand und Skalierbarkeit
- Hohe Kanalzahl → große FIR‑Filter, Latenzen und Rechenleistung nötig für Echtzeit‑Berechnung (Beam‑/WFS‑Filter, Inversionsverfahren, Antialiasing‑Filter).
- Netzwerk/Verkabelung: Tausende Kanäle sind praktisch sehr aufwendig.

Aliasing, Beugung und Randeffekte
- Diskretisierung führt zu Raumfrequenz‑Aliasing (räumliche Gibbssche Effekte); typische Mittel zur Minderung: Antialiasing‑Filtern, hochauflösende Anordnung oder hybride Systeme (WFS + Wave‑Domain/HOA).
- Randeffekte: Endliche Arraykanten erzeugen Diffraktionsfelder, die als Fehler wahrnehmbar sind.

Psychoakustische Grenzen
- Hörereignislokalisation: Menschen nutzen Interaural Time/Level Differences (ITD/ILD) und Spektralinformation; innerhalb einer gewissen Zone reicht gute Übereinstimmung mit HRTFs, außerhalb wird Wahrnehmung weniger tolerant.
- Perzeptive Toleranz: Kleine Phasen‑/Amplitudenfehler sind oft nicht störend; dadurch sind praktische Systeme tendenziell „genug gut“ für Hörer in Sweet‑Zone.
- Mehrere Hörer: WFS zielt auf freie Hörerpositionen, aber für große Zuhörerbereiche steigen Anforderungen stark.

Kombinations‑/Hybridlösungen und praktische Kompromisse
- Hybridansätze: Kombination aus WFS (für mittlere Frequenzen) und Direkt‑Lautsprechern/Subwoofern (für Tiefton) oder mit Higher‑Order Ambisonics (HOA) zur Begrenzung von Kanalzahl/Aliasing.
- Einsatzszenarien: Labore, Kinos, VR‑Setups, Forschung — dort lohnt Aufwand; für Heimanwendungen sind Komplexität und Kosten oft prohibitiv.

Typische praktische Kennzahlen (Faustregeln)
- Lautsprecherabstand a: 0.05–0.2 m üblich; höherer Abstand → niedrigerer Aliasing‑Grenzwert.
- Aliasinggrenze f_alias ≈ c/(2a).
- Sweet‑Zone: oft nur einige Meter breit bei realistischen Arraylängen (abhängig von Arraygröße und Frequenzband).
- Kanalzahl: von einigen Dutzend (kleine Demos) bis zu hunderten (Forschungsanlagen, VR‑Labs).

Fazit — zusammengefasst
- Physikalisch ist WFS durch die Notwendigkeit unendlich vieler, kontinuierlich verteil­ter Sekundärquellen, Wellenlängenabhängigkeit und Raumwechselwirkung begrenzt.
- Praktisch limitiert sind Bandbreite (Aliasing oben, Arraygröße unten), Sweet‑Zone‑Größe, Raumreflexionen, Treiber‑/Elektronikfehler, Rechen‑ und Installationsaufwand sowie Kosten.
- Lösungsansätze: Arrayverdichtung, größere Arrays, Antialiasing‑Filter, Hybrid‑Konfigurationen, Raumbehandlung und präzise Kalibrierung.

–––––

Und was mein Beispiel mit dem Gegenschall angeht: Es ist absurd, ein Beispiel damit ungültig erklären zu wollen, weil es nicht das Gleiche ist. Das ist ja die Natur eines Beispiels. Es dienst nur zur Verdeutlichung, nicht zur Gleichsetzung.

Und noch eine große Bitte: Wenn unsere Argumentation hier schon so lang wird, kannst Du dann bitte auf Vollzitate verzichten? Ich weiß nicht genau, worauf exakt Du Dich beziehst (hab ja nicht nur eine Aussage getroffen) und davon ab wird es natürlich extrem unübersichtlich.
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Bettlejuice
Bettlejuice27.05.26 22:39
Orbital
Das ist nicht richtig. Auch Stereo funktioniert profitiert von den Einmesssytemen der AV-Receiver.
So war das nicht gemeint. Ich meine das z.B. Rockmusik überhaupt nicht von Atmos profitiert und meist fürchterlich klingt. Zudem kann man z.B. mit Phasenschweinereien im Mix die Stereobühne auch nach hinten erweitern, wenn es denn sein muss.

Was Einmesssysteme angeht, behaupten sie etwas zu korrigieren. Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Eine Prüfung mit REW zeigt oft völlig andere Ergebnisse. Es gibt physikalische Limits. Zudem sind die mitgelieferten Varianten arg limitiert. Auf eine Auslöschung mit +6db (und mehr) zu reagieren ist auch nicht schlau, aber woher soll die Software das wissen? Man sollte sich auch fragen, was man überhaupt "korrigieren" möchte. Spätestens bei Reflexionen und Reverb muss man sowieso an den Raum ran und da ist beim Wohnzimmer am Ende oder am Ende alleinstehend.
Tirabo
Würde die Virtualisierung von Klangquellen funktionieren, d.h. der Klang wird aus dem Nichts an einem Punkt in einem beliebigen Raum erzeugt und verschwindet dann einfach wieder, könnten wir alle sehr viel Geld sparen. Aber was soll ein armes Chassis denn alles gleichzeitig machen? Hinten links eine 20Hz Explosion - oben rechts eine Trillerpfeife? Ja, das mag alles räumlicher klingen, aber es weit davon entfernt präzise zu sein. Mein Yamaha im Wohnzimmer erzählt mir, das es Rear Speaker mit Dipol Lautsprechern simuliert, während ich an der Wand mit Dachschräge sitze... na klar. 90% der "Klangverbesserer" machen alles schlimmer. Darum ist er aus. Wir sind im Consumerbereich, die vorgestellten AV Amps sind eher die Einsteigerklasse. Im normalen Wohnraum haben wir massive Klangänderungen +/- 30cm. Selbst im Planetarium mit 50 Lautsprechern und Trinnov Prozessoren gibt es einen Sweetspot... Letztlich ist das alles blanke Theorie. Hör Dir eine super teure Soundbar mit virtualisierten Lautsprechern an und dann setz dich mal in einen Raum mit echten Lautsprechern, der sich an die Spezifikationen hält. Das ist nicht mal der gleiche Sport... Wenn Du bei der Virtualisierung fündig wirst, dann sag Bescheid. Ich suche noch einen Weg < 20Hz auf 0db zu kommen
+1
Stefan...30.05.26 14:42
Orbital
Bettlejuice
Für die reine Musikwiedergabe war und ist das sowieso nix.

Das ist nicht richtig. Auch Stereo funktioniert profitiert von den Einmesssytemen der AV-Receiver. Bei mir hat ein AVR den ganzen puristischen Verstärkerzoo als so was von Steinzeittechnik disqulifiziert. Alle Probleme mit Raummoden, die ich mit Absorbern etc. in den Griff zu kriegen versucht habe waren plötzlich gelöst.

Hättest du auch mit einem WIFI-DAC lösen können und den alten Verstärker behalten können, da kannst du mit dem iPhone, idealerweise mit externem einmessmikrofon den EQ anpassen können.
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