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Test Wuben X4 LED-Taschenlampe – Durchdachtes Multitalent für Gearheads

Manche LED-Taschenlampen können heute viel mehr als nur hell leuchten. Mit der Wuben X4 gibt es eine neue kompakte Leuchte, die viel kann, dabei bestens durchdacht ist und die in der Gegenüberstellung aufzeigt, wie weit die LED-Technik in den letzten 15 Jahren gekommen ist.

Als Gearhead gönnt man sich manchmal Dinge, die nicht zwingend gebraucht werden, die aber dennoch nützlich sind und nicht nur den Spieltrieb befriedigen. Taschenlampen gehören bei mir seit jeher zu solchen Tools. Ich sammle und horte die nicht, sondern suche mir solche Hilfsmittel sehr gezielt für meine Zwecke aus. Zugegeben: In vielen Fällen würde mir das in jedem iPhone eingebaute LED-Licht auch ausreichen, um den reinen Zweck zu erfüllen, aber für mich gilt auch stets: Das Bessere ist des Guten Feind. Die kompakte Taschenlampe Wuben X4 bietet tatsächlich vieles, was sie von einem simplen Smartphone-Licht abhebt. Hier ein kurzer Hands-On-Bericht.


Kompakt
Marke Wuben
Bezeichnung X4
Art kompakte Taschenlampe
Empf. Preis (€) ca. 60 Euro
Verfügbarkeit sofort
Wuben X4: Da geht ein Licht auf
Der Grund, warum ich mir ziemlich kurzentschlossen eine neue Taschenlampe gegönnt habe, ist das Ableben meiner seit 15 Jahren genutzten Taschenlampe Lupine Piko TL Max (siehe diese Rewind PDF von 2011). Oder genauer gesagt, das Ableben des darin verbauten Akkus, der sich nicht selbst tauschen lässt. Die LEDs funktionieren noch, aber der Akku hält seine Ladung nicht mehr und ist nach einem Tag ohne Benutzung leer.


Nun könnte ich die Piko TL zum Hersteller Lupine schicken und den Akku tauschen lassen. Doch die Kosten dafür dürften die für die Anschaffung der Wuben X4 übersteigen. Vom Zeit- und Versandaufwand ganz zu schweigen. Da Form und Größe der X4 der Piko TL stark ähneln und weil die Funktionsbeschreibung bei Amazon gut zu meinem Nutzungsprofil passt, schlug ich spontan zu. Die Lampe wurde via Prime ohne Aufpreis per Express geliefert. Abends vor der Glotze bestellt, morgens um acht Uhr lag sie vor der Tür. – Flott!


Der Funktionsumfang der X4 ist recht ordentlich. Insbesondere im Vergleich zur Piko TL, die hier die undankbare Aufgabe hatte, als Maßstab zu dienen. Undankbar deshalb, weil sie eigentlich gegen die X4 in keiner Disziplin mehr punkten kann. Das ist insofern ok, weil wir hier von einer 15 Jahre alten Lampe reden. Doch die Piko TL gibt es noch heute als Piko TL Minimax im Sortiment von Lupine. Zwar mit helleren LEDs (bis 1.800 Lumen statt nur 750 Lumen) aufgebohrt, aber funktional auf dem selben Stand und nach wie vor zu einem stattlichen Preis von 319 Euro. Die Wuben X4 kostet mit rund 60 Euro weniger als ein Fünftel.


Sehen wir uns die X4 erst mal näher an. Die einzelnen Highlights sind auf der Produktseite und bei Amazon ausführlich beschrieben, darum hier nur eine schnelle Übersicht:

  • Stoßfestes Aluminiumgehäuse mit IP65-Rating
  • Hauptleuchte mit bis zu 1.500 Lumen maximaler Helligkeit
  • Akku mit 3.400 mAh, einfach per verriegelbarer Federklappe austauschbar
  • Leuchtdauer je nach Leistung zwischen 3 und 720 Stunden
  • Aufladen per USB-C in 2,5 Stunden
  • Helligkeit per Drehrad in sechs Stufen dimmbar (nicht stufenlos, wie in der Beschreibung behauptet)
  • zwei Lichtschalter, einer an der Rückseite als Taster ausgelegt, für direkten Zugriff auf Turbo-Modus/Blitzlicht
  • praktischer Schiebeschalter für Moduswechsel: Sperre (Lock), Hauptlicht, Seitenlicht und Nachmodus
  • Seitenlicht mit sechs warmweißen LEDs und einer RGB-LED für diverse farbige Blinksignale
  • Magnet an der Unterseite, Gürtelclip an der Rückseite
  • optionales Zubehör: Fahrradhalter, farbige Diffusor-Kappen
  • erhältlich in drei Farben: Weiß, Schwarz und Grau
  • Gewicht mit Akku rund 140 g

Die Lupine Piko TL sieht dagegen mit ihrem Funktionsumfang ziemlich blass aus. Viel mehr als unterschiedlich hell leuchten und ein paar Blinksignale hat sie nicht drauf, ihr Akku kann nur vom Service gewechselt werden und aufladen geht nur mit Steckernetzteil und Hohlstecker statt USB-C. Zugutehalten möchte ich Ihr das elegantere und auch haptisch angenehmere Design (nicht so kantig-zerklüftet) und das noch massivere Gehäuse. Doch damit allein kann sie heute keinen Blumentopf mehr gewinnen.

Die Bedienung der Wuben X4
Der vielleicht entscheidendste Vorteil der X4 ist aber ihr ausgeklügeltes Bedienkonzept. Man merkt deutlich, dass hier viele Überlegungen aus der Praxis eingeflossen sind. Und vieles davon hätte der teuren deutschen Konkurrenz auch in einem modernen Nachfolger der Piko TL gut gestanden.


Das Problem der Piko TL ist ihr Ein-Tasten-Konzept mit Farbcodes in der Taste. Über diverse Mehrfach-Tastendrücke oder Taste halten in unterschiedlichen Betriebszuständen, plus bunte Blinksignale, können ihre verschiedenen Funktionen umgeschaltet werden. Nur leider kann sich das keiner merken, der nicht täglich damit arbeitet. Da hilft auch die sehr winzige aufgedruckte Tabelle wenig.


Ganz anders die Wuben. Trotz weit größerem Funktionsumfang lassen sich fast alle davon binnen kurzer Zeit erlernen, wobei man dies dann auch nicht mehr so schnell vergisst. Der Hauptgrund ist das Konzept mit dem Schiebeschalter, mit dem entweder Seitenleuchten oder die Hauptleuchte gewählt wird. Wobei die letzte der vier Schaltstufen Nachtlicht über die Hauptleuchte ist und die erste Schieberstellung zur Verriegelung aller Funktionen dient, damit die Lampe beim Transport nicht versehentlich eingeschaltet wird.

Der zweite große Pluspunkt ist das Drehrad. Statt über schwer zu merkende Tastencodes reicht hier ein Dreh zur Helligkeitsanpassung. Etwas komplizierter wird es lediglich bei der Auswahl der verschiedenen RGB-Farben der Seitenleuchte, was über Doppelklick-Kommandos bzw. halten der Taste umgeschaltet wird. Aber alle primären Funktionen sind schnell und einfach ohne langes Grübeln eingestellt.


Das eigentliche Ein- und Ausschalten des Lichts geschieht entweder über die Haupttaste oberhalb des Schiebeschalters (einmal drücken = an, noch mal drücken = aus), oder über die "Actiontaste" am unteren Ende der Lampe. Die funktioniert wie eine Maustaste und schaltet das Licht nur so lange an, wie die Taste gedrückt und gehalten wird. Sie dient in erster Linie zum schnellen Erreichen der maximalen Helligkeit. Einfach drücken und 1500 Lumen brennen den Weg frei. Ein Doppelklick der Taste (die klickt übrigens vernehmbar, was hier eine gute Sache ist) aktiviert das Blitzlicht. Durch die zwei Schalter kann die Lampe im Gegensatz zu den meisten anderen gut in zwei unterschiedlichen Haltungen aktiviert werden.


Gut durchdacht ist auch die Unterbringung des USB-Ports. Der sitzt unter dem Schiebeschalter und wird nur in Stufe vier (Nachtmodus) sichtbar. Bei Bedarf kann das Nachtlicht während des Ladens auch an sein. Hier findet sich mein größter Kritikpunkt an dem Konzept: Der Ladezustand wird während des Ladevorgangs nur mit einer roten LED (laden) und einer blauen LED (voll) angezeigt. Und zwischendurch kann kann der Ladezustand überprüft werden, indem bei ausgeschalteter Lampe (Schieber auf Seiten- oder Hauptlicht) die On/Off-Taste für eine Sekunde gedrückt wird. Dann wird über die RGB-LED mit verschiedenen farbigen Blinksignalen angezeigt, wie voll der Akku noch ist. Dazu muss man sich wieder Farbcodes merken, was absolut unsinnig ist. Am einfachsten wäre eine Art Ampelschaltung mit rot, gelb, grün. Aber noch besser wäre die Anzeige des Ladezustands über die sechs warmweißen LEDs als Lichterkette, Doch die können offenbar nicht einzeln angesteuert werden.


Die Wuben X4 in der Praxis
Maximale Helligkeit ist hier Nebensache. Die erreichbaren 1.500 Lumen sind schon verdammt hell. Wer mehr braucht, kann gerne zu Lichtmonstern wie der Wuben A9 (12.000 Lumen), der A1 (20.000 Lumen) oder auch der kompakten X1 mit ebenfalls 12.000 Lumen greifen. Die X4 bietet ausreichend Helligkeit, um auch als kräftiges Fahrradlicht oder in der dunkelsten Natur für Reichweiten bis über 200 m genutzt werden, ist aber in erster Linie ein Tool-Licht. Dazu gedacht, um in unterschiedlichsten Situationen des Alltags und bei der Arbeit ein möglichst großes Spektrum an Lichtsituationen abdecken zu können. Sei es für Nachtwanderungen, als Zeltbeleuchtung, Arbeitslicht für tausende Situationen (ich verwende es oft zur Beleuchtung von Geräterückseiten oder für Fotozwecke) oder einfach als Leselicht. Die warmweißen seitlichen Leuchten erweisen sich gerade für Letzteres als Gold wert, denn dafür ist das kalte, stärker gebündelte Licht der Hauptleuchte nicht so ideal.


Alle Funktionen erweisen sich als wirklich praktisch. Von der zweiten Taste am Ende der Lampe, über den ausreichend großen Gürtelclip der auch für breitere Gurte passt, die Zugänglichkeit der USB-Buchse (ein USB-A-auf-C-Kabel ist übrigens dabei) bis hin zur Magnethalterung passt hier alles. Besonders gut gefällt mir aber die Funktionsauswahl über den Schiebeschalter und das Drehrad zum Dimmen. Das geht zwar nur in sechs Stufen und nicht stufenlos, wie vom Hersteller behauptet, aber das Rad macht die Sache komfortabel. Einzig der Schritt zwischen dunkelster Stufe und nächst hellerer Stufe ist für meinen Geschmack etwas zu groß. Wenn mir hier irgend etwas fehlt, dann vielleicht eine Art Zoom für die Einstellung des Abstrahlwinkels, wie von LED Lenser bekannt, was aber eine aufwendige Mechanik erfordern würde. Doch die über verschieden große LEDs und unterschiedliche Reflektoren und Streuscheiben erreichte Mischung aus Reichweite und peripherer Ausleuchtung, macht das eigentlich auch überflüssig.


Fazit: Licht für alle Fälle
Der direkte Vergleich der Wuben X4 mit meiner viel genutzten und 15 Jahre alten Lupine Piko TL lässt die High-End-Lampe von damals ziemlich alt aussehen. Ein Grund ist vielleicht auch, dass sich das deutsche Unternehmen dazu entschlossen hat, seinen Schwerpunkt hin zu Fahrradbeleuchtung zu verlagern. Taschenlampen spielen in der Entwicklung heute kaum noch eine Rolle bei Lupine. Die Chinesen von Wuben füllen diese Lücke dafür mit etlichen innovativen Taschenlampen, von denen die X4 nur die jüngste in einer langen Reihe ist.

Diese sehr kompakte Tool-Lampe ist für zahllose Gelegenheiten nützlich und überzeugt in der Praxis vor allem mit einem durchdachten Bedienkonzept. Der dafür geforderte Preis von rund 60 Euro, der hin und wieder in Angebotsaktionen sicher noch unterboten wird, macht die X4 für Gearheads zu einem echten No-Brainer.

Plus/Minus Wuben X4
+ hohe Leuchtkraft bei kompakten Maßen
+ ausgezeichnetes Bedienkonzept
+ extrem vielseitig einsetzbar
+ starker, austauschbarer Akku, per USB-C aufladbar
+ nützliches Seitenlicht und mehrfarbige Blinkfunktionen
+ Magnethalterung und Gürtelclip
+ fairer Preis

– Ladezustandsanzeige nur umständlich über Blink- und Farbcodes
– Dimmfunktion entgegen Produktbeschreibung nicht stufenlos


Disclaimer: Das Produkt wurde vom Autor im freien Handel zum Normalpreis gekauft. MTN oder der Autor haben keine Vergütung oder sonstige Zuwendung für diesen Testbericht erhalten. Der Hersteller/Vertrieb schaltet auch keine Werbung auf MTN und hat keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels. Dieser Bericht spiegelt ausschließlich die persönliche, unabhängige Einschätzung und Meinung des Autors wider. Es handelt sich bei diesem Beitrag nicht um Werbung.

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