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Test eversolo PLAY: Der beste und günstigste Streaming-Amp seiner Generation?

Es ist noch gar nicht so lange her, als Apple mit dem iPhone der Welt gezeigt hat, wie „Mobiltelefonie“ der Zukunft aussieht und damit tatsächlich die Welt verändert hat. Ich will nicht behaupten, dass eversolo mit dem Streaming-Vollverstärker PLAY auch nur eine annähernd gleich große Revolution gelingt, aber dieses HiFi-Gerät einer neuen Generation ist dennoch eine Art Game Changer. So gut und günstig war es noch nie, eine komplette Musikanlage mit allem Komfort zu erwerben, die zugleich so kompakt ist.

Kompakt
Marke eversolo
Bezeichnung PLAY
Art Streaming-Vollverstärker
Empf. Preis (€) 699 (799 mit CD)
Verfügbarkeit sofort
Als Streaming-Vollverstärker steckt hier alles in einem kleinen Gehäuse, das einem Mac Studio nicht unähnlich ist (aber doch andere Maße hat). Außer Lautsprecher. Hier hat der Kunde die freie Wahl aus einem riesigen Angebot an Passivlautsprechern, die der PLAY mit seinem integrierten Leistungsverstärker nutzen kann. Ob schmales Studentenbudget oder High-End-Lautsprecher: Der Kunde hat die Wahl, was mit dem PLAY an Lautsprechern genutzt werden soll. Und Lautsprecher sind bekanntlich das mit Abstand klangentscheidendste Glied einer Audio-Wiedergabekette.


Das macht dieses Gerät auch so viel nachhaltiger, als beispielsweise einen All-In-One-Speaker à la KEF LS50 Wireless oder eine Soundbar. Nicht nur, dass die Auswahl an möglichen Lautsprechern riesig ist. Auch der Wechsel auf eventuell bessere Speaker ist damit jederzeit problemlos möglich, ohne auch das Front-End und die Verstärkerelektronik neu kaufen zu müssen. Und umgekehrt: Die Lautsprecher können bleiben, wenn doch mal wieder ein Streaming-Amp auf den Markt kommt, der den PLAY ablösen soll.

Aber was macht eversolo mit dem PLAY anders? Und sind sie damit wirklich allein auf weiter Flur? Werfen wir dafür zunächst einen Blick auf das Konzept der Hardware.


Zwei Versionen des PLAY
Am Anfang steht eine kleine „entweder/oder“-Entscheidung: Der eversolo PLAY ist nämlich wahlweise mit einem integrierten CD-Laufwerk erhältlich, das nicht nur zum Abspielen von Silberscheiben taugt, sondern diese auch auf Massenspeicher rippen kann. 799 Euro kostet der PLAY damit. Wer darauf verzichten kann, oder wer vielleicht noch ein CD-ROM-Laufwerk mit USB-Anschluss herumliegen hat (die es auch für wenige Euro bei Amazon gibt), kann das auch an die Normalversion des PLAY anschließen, die auf das interne Laufwerk verzichtet und für genau 100 Euro weniger zu haben ist. Also für 699 Euro.


Für diese Summe erhält der Käufer:

  • einen Multiroom-tauglichen Musikstreamer, der sehr viele Musikdienste einschließlich Apple Music in HiRes unterstützt
  • einen DSP mit automatischer Raumeinmessung
  • eine digitale Subwoofer-Frequenzweiche
  • eine Lösung für besseren TV-Ton
  • einen Digital/Analog-Wandler
  • einen Phono-Vorverstärker für MM/MC
  • einen Vorverstärker für analoge Quellen
  • einen Stereo-Endverstärker mit 2x 60 W an 8 und 2x 110 W an 4 Ohm

Und das alles in einem kleinen Gehäuse mit 5,5-Zoll Touch-Display und äußerst gelungener App zur Steuerung per iPhone oder iPad. Für 30 Euro mehr gibt es auf Wunsch auch eine Bluetooth-Fernbedienung für die wichtigsten Funktionen.

Der PLAY ist als „Always-On“-Komponente ausgelegt. Und hier zeigt sich auch einer der ganz wenigen echten Kritikpunkte am Konzept. Es gibt zwar einen Standby-Modus, in dem der Stromverbrauch von rund 6,5 W im Leerlauf auf etwa 2,8 W sinkt, doch leider ist er in diesem Zustand im Netzwerk nicht mehr sichtbar. Konkretes Beispiel: Aus der Geräteliste in Roon verschwindet er, sobald er in Standby geschaltet wird. Dementsprechend kann er von Roon auch nicht aufgeweckt werden. Auch die eversolo-App hat im Standby keinen Zugriff auf den PLAY. Zwar kann er über die App mittels Wake-On-LAN-Befehl aufgeweckt werden, aber das ist kein wirklich komfortabler „Bereitschaftsmodus", wie man ihn von vielen anderen Streamern kennt.


Es gibt auch noch einen Befehl "Ausschalten", welcher das Betriebssystem herunterfährt, doch seltsamerweise liegt der Stromverbrauch dann immer noch bei 2,8 W. Also kein Unterschied zum Standby. Das merkwürdige Verhalten wurde vom Vertrieb bestätigt und an eversolo gemeldet.

Kommentare

Larsihasi_30.08.25 08:22
Startet er nach „Strom an“ direkt mit der letzten aktiven Quelle? So habe ich es aktuell am WiiMAmp im Einsatz: hier ist eine Funk Steckdose davor und fungiert als Radiowecker. Somit würde auch der Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand keine Rolle spielen..
+1
Froyo521930.08.25 08:43
Betreibe am Play die Dali Fazon Mikro und bin hell begeistert.
0
BeeOne30.08.25 09:56

Das macht dieses Gerät auch so viel nachhaltiger, als beispielsweise einen All-In-One-Speaker à la KEF LS50 Wireless oder eine Soundbar. Nicht nur, dass die Auswahl an möglichen Lautsprechern riesig ist. Auch der Wechsel auf eventuell bessere Speaker ist damit jederzeit problemlos möglich, ohne auch das Front-End und die Verstärkerelektronik neu kaufen zu müssen. Und umgekehrt: Die Lautsprecher können bleiben, wenn doch mal wieder ein Streaming-Amp auf den Markt kommt, der den PLAY ablösen soll.

Nur hat das Ersetzen eines funktionierenden Gegenstands durch etwas besseres oder neueres leider nichts mit Nachhaltigkeit zu tun…
-2
Greasel30.08.25 10:57
Froyo5219
Betreibe am Play die Dali Fazon Mikro und bin hell begeistert.

Ich betreibe am Play die Q Acoustics 3030c und bin ebenfalls total begeistert.
+1
mateteetasse
mateteetasse30.08.25 11:01
hier sind es 1,5 watt in ruhe und ausgeschaltet, betrieb zwischen 7-15 watt. die hatten meine sonos schon alleine im standby.

man kann immer mit WOL in der app starten, bei ruhe und aus.

booten oder standbay nach stromausfall kann man wahlweise einstellen. aber zu einem autoplay habe ich ihn jetzt auf die schnelle nicht überreden können.

zeitgesteuertes starten finde ich auch nicht, ruhezeit geht aktuell nur in den nächsten 10-90 minuten.

ein autoplay nach strom anschalten scheint also aktuell noch nicht zu funktionieren. bei der aktiven app entwicklung und deteilverliebtheit schon in der jetzigen ausbaustufe kann das aber sicher noch kommen. (falls ich es nur nicht gefunden habe)

in den foren kam eine frage zu der db-lautstärkeeinstellung, die wohl sehr zaghaft reagierte und viele mussten bis dreiviertel aufdrehen für „normale“ lautstärke. prompt ein update mit der option, auf digitale 0-100 umzustellen, die weit besser/nachvollziehbarer funktioniert.

apple music als app wird wie auf ios abgebildet, selbst musikvideos spielen auf dem bildschirm ab.
+2
Klaus9930.08.25 11:54
Zum Thema Autoplay:
Ich betreibe hier ein Lenovo Tablet als Streamer, welches getriggert durch den DAC, einschaltet und automatisch Apple Music abspielt. Gesteuert wird dies alles durch die App Tasker. Das wäre vielleicht auch eine Möglichkeit für den eversolo Play.
0
sonorman
sonorman30.08.25 11:59
mateteetasse

Danke für Deine Ergänzungen.
mateteetasse
hier sind es 1,5 watt in ruhe und ausgeschaltet, betrieb zwischen 7-15 watt. die hatten meine sonos schon alleine im standby.
Habe eben noch mal nachgemessen. "Ausgeschaltet" schwankt der Verbrauch hier stetig (im Sekundentakt) zwischen etwa 2,5 und 3,2 Watt.


man kann immer mit WOL in der app starten, bei ruhe und aus.
Richtig. Aber leider verliert er im Standby den Kontakt zum Roon Server und nach dem Aufwecken wird er nicht zuverlässig wieder erkannt. Okay, Roon-Nutzer sind mit dem PLAY wohl auch die Ausnahme, aber für mich ist das zur Zeit noch ein echter Minuspunkt. Hoffentlich können die das fixen.
+2
bbauknecht30.08.25 12:08
Ich habe hier noch zwei tannery’s 613 herumstehen… würde das von der Leistung passen?
Bin gerade am überlegen, ob ich meinen ganzen Sonos Krempel abschaffe.
Vielen Dank
+1
unimoog30.08.25 12:12
Welche der genannten Kompaktlautsprecher sind für den Desktop bzw. Nahbereich empfehlenswert?
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sonorman
sonorman30.08.25 12:20
unimoog
Welche der genannten Kompaktlautsprecher sind für den Desktop bzw. Nahbereich empfehlenswert?
Die meisten kompakten Zwei-Wege-Speaker, die gut auf den Desktop passen, sind potentiell nahfeldtauglich. Dazu gehören auch solche mit Koaxialtreibern, wie die KEF. Auch die hier vorgestellten neuen Dali Kupid wären gute Kandidaten.

Wichtig bei Desktop: Die Lautsprecher niemals direkt auf die Tischplatte stellen. Entkopplung und auch ein wenig Neigung (oder ausreichende Höhe) um sie auf die Ohren zielen zu lassen, sind ein Muss.

Und selbst dann hat die Tischplatte noch einen deutlichen Einfluss aufgrund der Direktreflexion. Um 200 Hz ergibt sich eine Abweichung im Frequenzgang. Die lässt sich mit dem EQ bzw. auch mit der Raumkorrektur des PLAY ganz gut ausbügeln.
+1
sonorman
sonorman30.08.25 12:37
bbauknecht
Ich habe hier noch zwei tannery’s 613 herumstehen… würde das von der Leistung passen?
Ich nehme an, Du meist Tannoy.
Ich kenne zwar den Impedanzverlauf nicht, aber von den Prospektdaten her sollten die Problemlos mit derm PLAY harmonieren.
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mateteetasse
mateteetasse30.08.25 12:52
fluch und segen zugleich sind die ständigen firmware und software updates dieser app-kisten. an sich schon toll, dass hier ständig nachgearbeitet und erweitert wird.
aber immerhin kann man sie bei wiim und eversolo auch mal überspringen.
was ist das bei sonos für ein graus gewesen, gerade beim spontanen musikhören erstmal ein update aller geräte fahren zu MÜSSEN. zumal da oft hinterher nichts anders war als vorher … eher schlechter.

schön am eversolo, dass er auch komplett ohne app in diesem zustand bleiben könnte, wenn man z.b. smb-anbindung mit eigener musik nützen würde.
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Schallwandler30.08.25 13:06
Danke für den Artikel! Wenn es bloss einen Kopfhörerausgang hätte...ich bin immer noch auf der Suche nach genau so einem All-in-one-Teil mit CD-Player, Phono UND einem schönen Klinkenanschluss für meine Kopfhörer.
Weiss jemand was?
+2
sonorman
sonorman30.08.25 13:23
Schallwandler
Es gibt für den PLAY einen Workaround. Über seinen USB-Port kann er Audio an externe DACs ausgeben. Einfach da einen Dongle-DAC Deiner Wahl mit Kopfhörerverstärker anschließen. Bedeutet zwar Mehrkosten, aber auf die Weise kannst Du Deinen Kopfhörer komfortabel am PLAY benutzen.
+2
mateteetasse
mateteetasse30.08.25 13:31
dac an usb … oh, der hervorragende resonessence labs herus z.b.?
jaha, wird mit namen erkannt und funktioniert.
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