eversolo DAC Z10 vorgestelltDer Grund für die lange Einleitung ist, weil der DAC Z10 so etwas wie einen Evolutionssprung in seiner Geräteklasse darstellt. Ein deutlich spürbarer Schritt nach vorne, ohne dabei preislich in Gefilde abzudriften, die sich nur Spitzenverdiener leisten können.
Womit genau haben wir es hier zu tun?
Die Aufgabe des Z10 ist es, Musik aus unterschiedlichen externen Quellen zu verwalten, von digital nach analog zu wandeln, und so aufzubereiten, dass sie von Leistungsverstärkern weiter verarbeitet werden können. Also von einer Endstufe oder Aktivlautsprechern. Der Z10 verfügt darüber hinaus auch über einen eingebauten Kopfhörerverstärker. Näheres dazu später.
Kurz gesagt gehört der DAC Z10 zur Spezies der DAC-Vorstufen. Und zwar OHNE eingebautes Streaming. Er ist kein eigenständiger „Player“. Wer digitalisierte Musik von Online-Diensten oder lokal wiedergeben will, braucht zusätzlich entweder eine Streaming Bridge (wie den
eversolo T8), oder eine andere Tonquelle, wie den Fernseher, oder einfach nur den Mac oder ein iPad. Der Z10 ist hochspezialisiert, um von außen angelieferte digitale Datenströme so präzise und störungsarm wie möglich zu verarbeiten. Sämtlicher Hochfrequenzmüll von Prozessoren und Netzwerktechnik soll von der empfindlichen Wandlerstufe und den (extrem klangrelevanten) analogen Ausgangsstufen des Z10 ferngehalten werden.
Ich zäume das Pferd mal von Hinten auf, um Ihnen den Z10 in seinen Eigenschaften und Funktionen näher zu bringen. Als DAC/Vorstufe ist der Z10 mit umfangreichen Eingangsoptionen an seiner Rückseite ausgestattet. Nicht weniger als elf Anschlüsse bzw. Zuspielmethoden bietet er:
Aber wie aus obiger Erklärung hervor geht: Er ist weder Streamer, noch mit dem Netzwerk verbunden. Kein LAN, kein WLAN. Nur Bluetooth für eine gelegentliche Direktverbindung steht als drahtlose Option zur Verfügung. Die steht aus klanglichen Gründen aber ganz hinten an. Doch eversolo nutzt Bluetooth hier auch ganz geschickt, um den Z10 über die bekannte eversolo App steuern zu können. Nur eben nicht wie bei seinen Streamern über das Heimnetzwerk verbunden, sondern per Bluetooth. Das ist eine seltene Möglichkeit für reine DAC-Vorstufen. Und cool, dass dafür keine Extra-App benötigt wird, sondern die Selbe, wie für alle eversolo-Geräte.
Hier ein paar iPad-Screenshots aus der eversolo-App.
Unter den üblichen Verdächtigen bei den Kabelanschlüssen, wie USB-Audio, Coax und Toslink, findet sich auch ein HDMI ARC-Anschluss für den Fernseher und exotischere Verbindungsoptionen, wie I²S. Dabei handelt es sich um eine Verbindungsart, die kurz gesagt quasi das „RAW-Signal“ ohne vorherige Konvertierung in ein bestimmtes Übertragungsprotokoll von einem Streamer wie dem eversolo T8 entgegen nimmt. I²S wird über ein handelsübliches HDMI-Kabel übertragen, hat mit HDMI aber nichts zu tun. Da I²S für externe Audioverbindungen nicht normiert ist, bietet der Z10 in seinem Menü die Möglichkeit, den Anschluss auf unterschiedlich beschaltete Anschlüsse anderer Hersteller einstellen zu können. Das ist zwar etwas technisch und nerdig, aber aus audiophiler Sicht eine der besten Übertragungsarten für Digital Audio. Für diejenigen, die Ihren Mac oder ein neueres iPad/iPhone als Streamer/Zuspieler nutzen möchten, ist hingegen die USB-B-Buchse die erste Wahl, auch wenn die nicht ganz so „systemnah“ und „rein“ wie I²S ist. Auch über USB sind, wie bei I²S, alle Auflösungen und Samplingraten bis 32bit/768 kHz möglich.
Selbst analoge Quellengeräte wie Plattenspieler mit Phono-Vorstufe, Radio, Kassettenrecorder etc. können angeschlossen werden. Wahlweise per Cinch, oder gemäß der symmetrischen Schaltungsarchitektur, auch per XLR mit echter symmetrischer Signalführung.
Der Blick auf die Front des DAC Z10 ist der beste Beweis, dass dies keine gewöhnliche DAC-Vorstufe ist, wie sie seit ca. Mitte der 2000er Jahre üblich sind. REWIND hat im Lauf der Jahre etliche solcher DACs vorgestellt und getestet, wie etwa hier in der
Mac Rewind (PDF) aus 2010 oder hier den
Lindemann musikbook:15 und weitere.
Das fängt mit dem Interface an. Der DAC Z10 hat keine Tasten oder Schalter (außer dem Hauptschalter auf der Rückseite). Mit Ausnahme des Drehknopfes für die Lautstärke, der auch eine Drückfunktion zum On/Standby hat. Die gesamte Bedienung erfolgt über ein großflächiges, hochauflösendes Touch-Display. Der Drehknopf steuert elektronisch ein Netzwerk aus hochpräzisen Widerständen, die über bistabile Relais angesteuert werden und so die Lautstärkeregelung übernehmen. Das ist eine der besten, genauesten und klanglich überzeugendsten Methoden zur analogen Lautstärkeregelung. Viel präziser, als jedes Potentiometer. Und ohne die Gefahr, dass es bei niedrigen Lautstärken zu hörbaren Kanalabweichungen kommt.
Die Bedienung über das Touch-Display ist schnell erlernt. Es gibt drei Haupt-Buttons: Einer ruft das Auswahlmenü für die Eingänge auf (bei denen nicht benötigte übrigens deaktiviert werden können, was die Übersichtlichkeit verbessert und die Umschaltung über die mitgelieferte Handfernbedienung vereinfacht), einer für die Wahl der Ausgänge und zuletzt einer für das Hauptmenü, in dem sich sämtliche Einstellungen für Audio, DAC, Display und weitere vornehmen lassen. Alle Funktionen aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Aber für einen DAC ist der Funktionsumfang schlicht sehr groß.
Auch für das Auge bietet der Z10 einige Leckerlis. So lassen sich, ähnlich wie bei der DMP-Serie von eversolo, verschiedene virtuelle VU-Meter-Designs aktivieren. Mein Favorit ist dieses hier:
Meine Lieblings-VU-Meter. Es gibt noch viele andere Designs, die sich einfach per Swipe auswählen lassen.
Wer keine Zappelmeter mag, kann beispielsweise diesen Screen wählen:
Sehr technisch aber auch informativ ist der folgende Screen, der von links nach rechts den Weg des Signals durch den Z10 visualisiert:
