
Test eversolo DAC Z10: High-End-Technik und überragender Klang „for the rest of us“
eversolo DAC Z10: PraxisZur Praxis gehört auch das Gehäuse und dessen Design. Das ist bei eversolo mit wenigen Ausnahmen (
DMP-A10) stets recht dezent und eckig. Tatsächlich sogar so eckig, dass die sehr spitz zulaufenden Ecken den Komponenten einen sehr modernen Look verleihen.
Sehr schön gefällt mir beim Z10 (und seinem designierten Lieblings-Spielpartner T8) dass das Displayglas nicht einfach aufgeklebt, sondern umlaufend von einem schwarzen Gehäuserand geschützt ist. Das sieht nicht nur schick und hochwertig aus, sondern vermeidet auch seitlich austretendes Streulicht. Allerdings ist das Glas nicht entspiegelt und reflektiert die Umgebung manchmal deutlich. Das helle Display, das auch auch aus seitlichem Betrachtungswinkel stets gut erkennbar bleibt, kann das aber problemlos überstrahlen.
Die Bedienung habe ich im Prinzip schon abgehandelt. Die Touch-Steuerung ist top und auch der Lautstärkeregler macht einen guten Eindruck. Ganz so massiv wie beim DMP-A10 ist er aber nicht und er hat auch kein integriertes Zusatzdisplay. Bei dem großen Bildschirm des Z10 macht das aber nichts aus.
Über die mitgelieferte IR-Fernbedienung kann der Z10 auch komfortabel und direkt vom Hörplatz gesteuert werden. Wird der Z10 zusammen mit dem T8 als Streamer genutzt, muss der nur leider über seine eigene, fast identische Remote gesteuert werden. Im Moment reicht nicht eine Fernbedienung für beide.
Die Trafos sind absolut brummfrei und die Ausgänge so grandios rauscharm, wie nur bei sehr wenigen Komponenten zuvor erlebt. Das ist insbesondere dann von großer Bedeutung, wenn man z. B. am Desktop sehr nah an den Speakern sitzt. Und natürlich kommt es dem „Kontrast“ des Klangs zugute. (Vorausgesetzt, die nachgeschaltete Endstufe arbeitet ebenso rauscharm.)
Dank der großen Anschlussvielfalt bleibt kaum ein Zuspielgerät außen vor. Egal ob alt oder top-modern. Für weiteren Bedienungskomfort besitzt der Z10 auch Trigger-Anschlüsse (In/Out). Damit kann er beispielsweise von einem externen Streamer oder anderen Quellen mit Trigger eingeschaltet werden, oder er selbst kann nachgeschaltete Verstärker/Aktivlautsprecher aktivieren.
Der Z10 (unteres Gerät) hier zusammen mit dem eversolo T8, die via HDMI-I²S-Kabel verbunden sind. Außerdem ist ein TV per Toslink angeschlossen (HDMI ARC geht auch) und eine Endstufe per XLR. Der T8 ist hier mittels Direct Attach SFP-Kabel mit dem Netzwerk verbunden.
Die Anzeigen des DAC Z10 sind wahlweise sehr informativ, mit Infos beispielsweise zur Samplingfrequenz und welches Digitalfilter gerade gewählt ist, oder unterhaltsam (VU-Meter), oder unsichtbar. Das Display kann sich nämlich auch nach voreingestellter Zeit abschalten, erwacht bei Berührung aber sofort wieder zum Leben.
Fun-Feature: Die VU-Meter sind zwar in allererster Linie eine optische Spielerei und pures „Eye-Candy“. Zudem haben sie etwas Latenz und hinken den gehörten Impulsen immer minimal hinterher. Aber sie haben auch einen realen kleinen Nutzen: Sie lassen ungefähr erkennen, ob die gerade gespielte Musik stark dynamikkomprimiert ist, oder nicht. Bei Musik mit geringem Dynamikumfang, die auf maximale Lautheit ausgelegt ist (Stichwort:
Loudness War), bewegen sich die Zeiger meistens nur in einem relativ kleinen Bereich nahe an der roten Übersteuerungsgrenze. Bei Musik mit größerem Dynamikumfang bewegen sich die Zeiger viel agiler über einen weiteren Bereich. Das klappt nicht immer zweifelsfrei, aber es ist ein guter Anhaltspunkt.
