Microsoft lässt beweisen, dass ein MacBook Neo Windows-Notebooks unterlegen ist


Eine von Microsoft in Auftrag gegebene Studie ermittelt genau, was Microsoft gerne hören möchte: Windows-Notebooks im Preissegment des MacBook Neo sind die deutlich besseren und schnelleren Geräte. Dieses Fazit kommt angesichts der Marktreaktionen in den vergangenen Monaten eher überraschend, weswegen es eines Blicks auf die Methodik und den Inhalt der besagten
Untersuchung bedarf. Einiges daran ist nämlich recht schief und sehr auf die Perspektive von Microsoft zugeschnitten. Das geht schon mit der Preisauswahl los, denn es werden bis zu 500 Dollar vom eigentlichen Kaufpreis abgezogen – also der theoretische Gegenwert jener US-Promo, die 12 Monate Xbox Game Pass und Microsoft 365 Premium beinhaltet. Die Konkurrenten kosten daher bis zu 1100 Dollar.
Specs: MacBook Neo hat das NachsehenAuf dem reinen Datenblatt und in der Spec-Gegenüberdarstellung fällt der Vergleich für Apple tatsächlich zunächst ungünstig aus. Während das MacBook Neo mit 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB SSD startet, treten die getesteten Windows-Geräte mit 16 GB RAM und 512 GB bis 1 TB Speicher an. Hinzu kommen größere Displays und in vielen Fällen deutlich mehr Anschlüsse. In Benchmarks will die Untersuchung ebenfalls klare Vorteile für die Windows-Modelle ermittelt haben. Je nach Test ist von bis zu 92 Prozent höherer Multi-Core-Leistung, bis zu 58 Prozent schnelleren Photoshop-Abläufen und 12 bis 56 Prozent längerer Akkulaufzeit in Office-Aufgaben die Rede.
Aber die Geräte sind auch eine andere Notebook-KlasseGehäusequalität, Display (Ausleuchtung, Farbraumabdeckung, Auflösung, Panel), Trackpad, Tastatur und lautloser Betrieb, also die eindeutigen Stärken des MacBook Neo, spielen hingegen kaum eine Rolle. Auch die Akkulaufzeit muss man vorsichtig bewerten. Wenn ein 15-Zoll-Windows-Notebook mit größerem Akku in einem Office-Benchmark länger läuft als ein kompakteres Gerät, ist das ein reales Ergebnis, aber kein sauberer Effizienzvergleich. Auch die Wahl der Benchmarks ist genau darauf zugeschnitten, was die aktiv gekühlten, großen Notebooks besser können: länger bei Maximalleistung arbeiten, bevor gedrosselt werden muss (v.A. Cinebench) – und Gebrauch von mehr RAM machen.
Aussagekraft für den Alltag sehr geringInsgesamt belegt der Vergleich somit nur, dass es Geräte auf dem Markt gibt, die aufgrund ihrer Bauart und des Konzepts mehr Ausstattung und Performance mitbringen. Über das Gesamtprodukt sagt es allerdings nur bedingt etwas aus, zumal man bei zwei der vier getesteten Geräte eher ein MacBook Air M4 als ein MacBook Neo als preisliche Referenz hätte auswählen müssen. Jedem dürfte zudem bewusst sein, dass die RAM- und SSD-Ausstattung des MacBook Neo knapp bemessen ist – der Vergleich ist aber genau so gestaltet, dass diese Punkte ganz besonders schwer wiegen.