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Virtualisierung am Mac: Was kann sie, und wie schafft macOS das?

Die Zeiten, in denen Macs ein Nischendasein fristeten, für deren Betriebssystem es kaum Software gibt, sind längst vorbei. Trotzdem gibt es gute Gründe, gelegentlich in eine alternative OS-Version zu wechseln: Software-Entwickler können dort etwa ihre Apps auf Kompatibilität testen. Wer sich für Linux interessiert, probiert Desktops und Distributionen aus, ohne einen Mac partitionieren und neustarten zu müssen. Und dann gibt es doch noch die eine oder andere Windows-App, ohne die manche Branchen einfach nicht überleben können. Apple ist das bewusst und baut seit nunmehr zwölf Jahren einen Virtualisierer ins System ein – wenn auch ohne Bedienoberfläche. Diese lässt sich jedoch leicht in unterschiedlichen Komfortgraden nachrüsten.


Unter Apple Silicon gibt es eine eindeutige Begrenzung, wozu Virtualisierung in der Lage ist: Es werden nur Betriebssysteme unterstützt, welche auf der ARM-Prozessorarchitektur lauffähig sind. Das sind beispielsweise macOS-Versionen ab 2020, bestimmte Linux-Distributionen sowie Windows 11 für ARM-basierte PCs. Alles, was auf Intel optimiert ist, etwa Windows von XP bis 10, bedarf einer prozessorintensiven Emulation.

Einfacher Einstieg
Eine aufs Äußerste reduzierte VM-App bietet Howard Oakley mit Viable, ViableS sowie Liviable an. Die kostenlosen Programme helfen beim Einrichten und Starten von Virtuellen Maschinen: Viable(S) ist für macOS-VMs gedacht, Liviable eignet sich für Linux-Distributionen. Etwas komfortabler ist die Shareware VirtualBuddy von Guilherme Rambo; die App versammelt installierte VMs in einem Übersichtsfenster und erlaubt ein zentrales Ablegen der VM-Dateien auf einem externen Volume.

VirtualBuddy bietet Installationsassistenten für viele Versionen von macOS und Linux.

Veteran Parallels (fast) nur noch im Abo
Aus Intel-Zeiten dürfte vielen Anwendern Parallels bekannt sein: Der Anbieter offeriert seit vielen Jahren eine Lösung zum Virtualisieren von (unter anderem) Windows an. Auf Apple Silicon wird Parallels nur noch als Abonnement angeboten; die Standard-Version kostet derzeit 54,99 Euro pro Jahr (Aktualisierung: Die Standard-Version gibt es auch noch als Einmalkauf für 189,99 Euro). Es gibt auch teurere Pro-, Business- und Enterprise-Abonnements, welche mehr Features bereitstellen – darunter eine Emulation Intel-basierter Windows-Versionen.

Allrounder UTM
Beim Open-Source-Programm UTM verschwimmen die Grenzen zwischen Virtualisierung und Emulation – die Software ermöglicht schlicht beides. Eine Galerie auf der Website erleichtert das Einrichten einer neuen VM: Im Voraus konfigurierte (freie) Systeme lassen sich mit einem Klick installieren. Bei kommerzieller Software erscheint eine Anleitung, wie man das jeweilige System laden, installieren und aktivieren kann. Besonders schön: UTM funktioniert auch auf Intel-Macs – und unter iOS. Wer den alternativen App Store AltStore auf seinem iPhone oder iPad installiert hat, kann darüber UTM auf sein Mobilgerät bringen.

Hypervisor plus Virtio
In einem Blog-Beitrag zum Stand der Virtualisierung unter macOS hat Howard Oakley den Fortschritt der VM-Unterstützung in macOS nachgezeichnet. Den Grundstein habe Apple bereits vor zwölf Jahren mit macOS 10.10 (Yosemite) gelegt – so weit liege die Integration eines Hypervisors zurück. Für Apple Silicon setzte Apple dann auf den unter Linux verbreiteten Virtio-Standard, um virtuellen Maschinen einen performanten Zugriff auf die neuartige Hardware zu gewähren.

Beständiger Fortschritt in macOS
Auch wenn VM-Support selten viel Zeit auf Apples Produktvorstellungs-Events gewidmet wird, geschah in den vergangenen Jahren doch einiges rund um die Weiterentwicklung der VM-Integration. Seit macOS 15 (Sequoia) etwa darf man sich in einer VM mit einem Apple Account anmelden – und kann so zwei iCloud-Konten parallel betreiben. Doch es bleiben auch Einschränkungen: Audio-Unterstützung ist fehleranfällig, und der Mac App Store funktioniert nur stark eingeschränkt in einer macOS-VM.

Kommentare

Wellenbrett29.04.26 17:34
Gemäß der Webseite von Parallels gibt es weiterhin eine Kaufversion:


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froyo5229.04.26 17:41
Ich nutze Parallels nicht im Abo, sondern als Kaufversion. Ist ab und zu auch mal im günstigen Angebot. Läuft mit Windows 11 (ARM) auch einwandfrei auf meinem Yellow Macbook Neo (6/512).
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sudoRinger
sudoRinger29.04.26 17:43
Das kann mir hier hoffentlich jemand beantworten. Ich nutze noch Sequoia. In Virtual Buddy werde ich dann aufgefordert, dass ich 'Device Support for macOS 26' installiere, damit ich Tahoe als VM einrichten kann. Ich kann das partout nicht auf der Apple Developer-Seite finden. Wo finde ich das?

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xcomma29.04.26 17:45
Wellenbrett
die Kaufversion bezieht sich aber nur auf die sogenannte "Standard Edition".

Und diese wiederum - wenn man Parallels von früher noch kennt - ist bereits mal erheblich beschnitten worden in der Vergangenheit als Parallels sein Geschäftsmodell angepasst hat. Bewusst wurden die Features dann so gesliced, dass für viele sinnvolle(re) Anwendungen die Pro Edition gewählt werden musste/sollte.
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immo_j
immo_j29.04.26 17:46
Wellenbrett
Gemäß der Webseite von Parallels gibt es weiterhin eine Kaufversion:

Danke für den Hinweis! Ich habe den Artikel aktualisiert und den regulären Preis der Kaufversion (189,99 Euro) ergänzt. Allerdings steht im Feature-Vergleich unter "Unterstützt die neuesten Versionen von macOS, Windows und Linux" der ominöse Hinweis bei Standard: "Nur Abonnent verfügbar".
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xcomma29.04.26 17:50
sudoRinger
Vielleicht irre ich mich, aber konnte man jemals ein neueres MacOS als das des Hosts virtualisieren?
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sudoRinger
sudoRinger29.04.26 18:04
xcomma
Vielleicht irre ich mich, aber konnte man jemals ein neueres MacOS als das des Hosts virtualisieren?
Oben im Artikel steht, dass Beta-Versionen installiert werden können. VirtualBuddy bietet mir tatsächlich auch nur Beta-Versionen an.

In EclecticLight steht es
run most betas of the next release of macOS;
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ttwm29.04.26 18:08
sudoRinger
Das kann mir hier hoffentlich jemand beantworten. Ich nutze noch Sequoia. In Virtual Buddy werde ich dann aufgefordert, dass ich 'Device Support for macOS 26' installiere, damit ich Tahoe als VM einrichten kann. Ich kann das partout nicht auf der Apple Developer-Seite finden. Wo finde ich das?

Laut https://tinyapps.org/blog/mobile-device-support.html im neusten XCode-Package zu finden.
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sudoRinger
sudoRinger29.04.26 18:11
ttwm
im neusten XCode-Package zu finden.
Dann muss ich wohl doch mal wieder Xcode installieren. Danke.
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xcomma29.04.26 18:14
sudoRinger
mit Parallels (als auch VMware Fusion) habe ich schon länger nichts mehr gemacht, kann sein, dass ich das so in Erinnerung hab, da beide Firmen praktisch immer mit jeder neuen MacOS Major Version auch eine angepasste Version ihrerseits veröffentlicht haben. Es also nicht primär eine Einschränkung seitens Apple ist, sondern vielmehr der geschäftstüchtigen VM-Software Hersteller.

Wenn dann wiederum 1 Jahr später ein neues MacOS kam, konnte dann wohl der Host auf einer älteren Version verbleiben und eine VM mit der neuen MacOS Version erstellt werden, solange man auch brav die kostenpflichtigen Parallels / VMware Upgrades nachzieht. Vielleicht war's so (unter Intel zumindest).
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bitSchleuder29.04.26 18:55
VMWare Fusion Pro gibts mittlerweile für lau.
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