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Test Yamaha R-N1000A: Streaming-Vollverstärker im klassischen Look mit cleverer Klangsteuerung

Yamaha R-N1000A – Vorstellung

Der Yamaha R-N1000A ist rein äußerlich ein eher nach klassischen Design-Kriterien gestalteter Verstärker. Im Vergleich zum Nubert und Technics ist er deutlich größer, gut doppelt so schwer und trägt an seiner Front eine ganze Batterie von Schaltern und Knöpfen, was ihm einen gewissen Retro-Look verleiht. Unmodern erscheint er deswegen aber nicht. Eher zeitlos. Ein Design, das sich dem Trend hin zu minimalistischen Funktionselementen und großen (Touch-) Displays verweigert.

Man könnte es fast übersehen, aber ein Display bietet der R-N1000A auch – wenn auch ein kleines. Es verbirgt sich in dem dunklen Streifen am unteren Rand der Gerätefront, der bei der silbernen Version auch einen schönen Kontrast-Akzent bietet. Es handelt sich um ein OLED-Display. In dem dunklen Streifen sitzt auch die Buchse für das zugehörige YPAO-Mikrofon, sowie der IR-Sensor für die Fernbedienung. Hier nur ein paar der Anzeigen im Display:


Echte Knöpfe für eine direkte Bedienung sind mir persönlich immer willkommen. So finde ich beispielsweise auch in Elektroautos wie dem Tesla die fast ausschließliche Bedienung über Touch-Display und Menüs für bestimmte Basis-Funktionen den vollkommen falschen Weg. Allerdings gibt es bei Yamahas Lösung auch einen kleinen Haken. Nutzt man die YPAO-Funktion, die ich weiter unten ausführlicher beschreibe, verlieren mehrere der Knöpfe an der Front ihre Funktion und Bedeutung. Dadurch verkommen sie zu reinen Designmerkmalen. Auch die Nutzung der „PURE DIRECT“-Funktion, die sämtliche Klangregelungen und auch die DSP-Einmessung umgeht, macht einige der Knöpfe arbeitslos.


Die Qualität des Gehäuses und der Bedienelemente ist sehr gut, aber an die des größeren R-N2000A kommt der 1000er nicht heran. Der kostet allerdings auch mehr als das Doppelte.

Die mitgelieferte IR-Fernbedienung hat vergleichsweise viele Tasten und ermöglicht die Steuerung fast aller Funktionen. Jedoch sind die Beschriftungen sehr klein und nicht so gut erkennbar, wie bei der Technics-Fernbedienung. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen sollte man sich schon eingeprägt haben, welcher Knopf an welcher Position wofür ist, um per Tastsinn die richtige zu finden.


An der Gehäuse-Rückseite finden sich analoge und digitale Eingänge, sowie Netzwerk, Antennenanschluss für DAB+/FM, die WLAN/BT-Antenne, HDMI (ARC) und sogar ein Anschluss für Phono MM. Zusätzlich sind zwei Service-Buchsen und doppelte Lautsprecherterminals vorhanden. Damit können zwei paar Lautsprecher gleichzeitig angeschlossen und wahlweise als Paar A, B oder A+B betrieben werden. Besondere Erwähnung verdienen auch die separaten Pre- und Sub-OUT-Buchsen des Yamaha. Über den Trigger-Port kann der Yamaha andere Komponenten mit Trigger-Anschluss ferneinschalten.

Ebenfalls vorhanden: USB-Audio für asynchrone Übertragung vom Mac/PC. Dieser Anschluss unterstützt DSD nativ mit 11,2 MHz und PCM bis 384 kHz/32-Bit. Über Netzwerk Streaming: DSD 11,2 MHz und Lossless-Formate wie WAV, AIFF und FLAC, ebenfalls bis 384kHz/32-Bit.


Der Stromanschluss erfolgt über eine zweipolige C18-Kaltgerätebuchse ohne Schutzkontakt, was an dem Ein-Punkt-Erdungssystem mit schutzisoliertem Gehäuse liegt. Eine Yamaha-Spezialität. Ein passendes Netzkabel liegt natürlich bei, aber es können auch vorhandene Kaltgerätekabel mit Schutzkontakt (C13) verwendet werden.

Ein paar Innenansichten des R-N1000A.

Mit seiner Ausgangsleistung von 2 x 100 Watt an 8 Ohm sortiert sich der Yamaha zwischen dem Technics und dem Nubert ein. Bei der Schaltung setzt Yamaha auf klassisches Class-AB. Ein teilweise symmetrischer Aufbau und hochwertige Komponenten wie der große Schnittbandtrafo (der einen großen Teil zum Gesamtgewicht des Verstärkers beiträgt), eigene Kondensatoren und das Ein-Punkt-Erdungssystem sollen für besten Klang sorgen. Für die Netzwerk-Features und YPAO findet sich natürlich auch ziemlich viel Digitaltechnik im Gerät. Dazu gehört unter anderem ein hochwertiger Wandlerchip ES9080Q 384 kHz/32-Bit Sabre-DAC.


Kommentare

unimoog02.12.23 10:59
Wieder einmal vielen Dank für einen lesenwerten und fundierten Beitrag am Samstagmorgen.
Ich suche eigentlich einen Vorverstärker mit Streamingabteilung. Gibt es eine Empfehlung?
+3
sonorman
sonorman02.12.23 12:39
unimoog

Ich suche eigentlich einen Vorverstärker mit Streamingabteilung. Gibt es eine Empfehlung?
Ja, den eversolo hier im TechTicker (etwas runterscrollen)

Testbericht kommt noch im Dezember.
+2
piik
piik02.12.23 13:39
Nette Beschreibung.
Lediglich bei diesem Teil wundere ich mich:
sonorman
Dadurch, und durch einen kleinen Unterschied bei den Abständen, habe ich immer einen leichten Tonversatz nach links, was ich auf manuellem Wege durch den Balance-Regler ausgleichen könnte. YPAO aber erkennt diese Abweichung und erzeugt ganz automatisch eine exakte Mitte, da wo sie sein sollte. Und zwar nicht wie bei einem normalen Balance-Regler durch Veränderung des Pegels, sondern durch Laufzeitanpassungen.
Idealerweise sollte es kein Gegensatz, sondern eine Kombination sein. Es ergeben sich ja durch nichtsymmetrische Aufstellungen oder Räume nicht nur Laufzeitunterschiede, sondern auch Pegelunterschiede. Genau genommen sogar Klang- bzw. spektrale Unterschiede.
0
Huba02.12.23 15:00
Danke für den Test.
Mit Yamaha habe ich nur gute Erfahrungen. Eine Freundin hat einen Flügel, ich einen Vollverstärker, und sogar unser Wiesenmäher hat einen Yamaha Motor. Klingt alles super!

Hattest du Gelegenheit, den Kopfhörerausgang auszuprobieren? Wieviel mm Klinke benötigt der? Diese Info habe ich selbst auf der Yamaha-Webseite nicht finden können.
0
sonorman
sonorman02.12.23 15:28
piik
Klar, das hätte präziser formuliert werden sollen. Ich habe es geändert in:
„Und zwar nicht wie bei einem normalen Balance-Regler nur durch Veränderung des Pegels, sondern auch durch Laufzeitanpassungen.“

Huba
6,3 mm Klinke.
Kurz gesagt: Klingt sehr ordentlich, aber nicht auf dem Niveau spezialisierter KHVs. Kommt sehr auf den angeschlossenen Kopfhörer an.
+1
Pallllo03.12.23 19:39
Ich finde den Look dieses Stereo-Receivers echt gelungen.
Der sollte doch auch bei den heutigen schwarzen Plastikbombern der Surround-Receiver möglich sein.
Deren Aussehen und schlechte Haptik der Regler ist für mich aktuell ein No-Go!
+3

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