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Meinung: Die Zeit ist reif für günstigere Apple-Produkte – nicht nur MacBooks

Egal ob Mac, iPhone, iPad oder andere Apple-Hardware: Die Preise der Produkte kennen über die Jahre gesehen eigentlich immer nur eine Richtung, nämlich nach oben. Zwar könnte man diesen Trend mit der allgemeinen Inflation erklären und man muss Apple auch zugute halten, dass sie oft versucht haben, die Preise neuer Modelle auf oder zumindest nicht weit über dem Niveau des Vorgängers zu halten. Doch das ändert nichts daran, dass die Einstiegsschwelle für die meiste Apple-Hardware mittlerweile ganz schön hoch ist.


Betrachtet man die demographische Entwicklung, die stark vereinfacht dargestellt der sich immer weiter öffnenden Einkommensschere entspricht – mehr Reichtum, aber auch viel mehr Armut – wären massentauglichere Produkte von Apple ratsam – für die digitale Teilhabe aller. Immer mehr Leistung in Mac, iPhone und iPad, die letztlich nur wenige tatsächlich benötigen und auch nutzen, verbunden mit tendenziell auch immer weiter steigenden Preisen, können auf Dauer zum Problem werden, auch wenn Apple derzeit mit seinen Verkaufszahlen wie auch mit seinen Gewinnen anderes behaupten kann. Auch ist Apple traditionell ja eher in der preislichen „Upper Class“ unterwegs. So oder so könnte es ein bedeutsamer Schritt für Apple sein, den Massenmarkt in den unteren Preisklassen stärker zu berücksichtigen.

Das in der Gerüchteküche kursierende und kurz bevorstehende Entry-Level-MacBook hätte mit A18 Pro Prozessor Sicherheit mehr als genug Leistung für die allermeisten täglichen Anwendungsbedürfnisse. Selbst das iPhone hat dafür schon seit mehreren Prozessorgenerationen völlig ausreichende Leistung. Daher erscheint ein günstiges Einsteiger-MacBook ein sinnvoller und logischer Schritt. Doch da endet der mögliche Bedarf der Massen nicht.


Auch beim iPhone wird es langsam mal Zeit für eine Preisbremse, bzw. für ein wirklich günstiges Massenmodell, das mit Mainstream-Smartphones aus der Android-Welt preislich auf Augenhöhe ist. Damit könnte Apple seine ohnehin schon starke Markposition bei Smartphones weltweit noch weiter ausbauen und festigen, indem sie mehr Nutzer vom Apple Öko-System überzeugen, das trotz der aktuellen Qualitätskritik in Softwaredetails nichtsdestotrotz einzigartige und nützliche Pluspunkte aufweist.

Selbst beim stationären Mac wäre Raum für einen mutigen Schritt. Ein wirklich günstiger headless Mac, sagen wir so um 300 Euro, könnte nicht nur in jedem Haushalt zum „Volks-PC“ werden, sondern auch das Apple TV integrieren/ersetzen und als Home Hub für die Massen dienen. Die Befürchtung ist aber da, dass Apple stattdessen lieber auf einen eigenständigen Home Hub abseits von Mac-Fähigkeiten setzt, um eine weitere Einzelplattform zu etablieren.


Eine Voraussetzung für den massenhaften Durchbruch eines universellen Apple Home Hubs wäre allerdings unter anderem auch eine Überarbeitung des AirPlay-Standards oder eines adäquaten Ersatzes, der flotter und zuverlässiger arbeitet (und ohne Zwangsresampling), sowie mehr Offenheit seitens Apple für die Media-Integration in Drittanbieter-Hardware. Wie etwa der Umstand, dass Apple Music ohne aufwendige Workarounds praktisch nicht auf anderen Plattformen nutzbar ist (nur via AirPlay) und sich so unnötigerweise selbst beschränkt.

Chancen über Chancen
Im Gegensatz zu vielen anderen Big-Tech-Companys, insbesondere solchen aus dem KI-Bereich, generiert Apple tatsächlich echte Werte und verdient damit seinen hohen Börsenkurs. Das Unternehmen ist damit erfolgreich wie kein anderer. Damit das so bleibt, sollte Apple aber auch die unteren Preisbereiche besser bedienen, um den Anschluss bei den wahren Massen nicht an andere zu verlieren. Ausreichend schnelle Hardware ist heute kaum noch ein Preisfaktor. Daher sollten Volks-Systeme wie Macs, iDevices und Home Hubs auch für unter 500 Euro eigentlich machbar sein. Ob wir diese Preisgrenze schon mit dem in Kürze zu erwartenden MacBook A18 Pro unterschreiten können, ist noch fraglich, aber ein wichtiger Anfang könnte das auf jeden Fall sein, um Apples Erfolg langfristig fortzuführen.

Kommentare

fleissbildchen21.02.26 08:27
So eine ähnliche Diskussion gab es Ende der Neunziger auch: "Apple muss MacOS an andere Hersteller lizensieren, oder es wird untergehen"
+3
MLOS21.02.26 08:30
Ich behaupte mal, dass AirPlay schon massentauglich ist. Die Lautsprecher, die sich die Massen kaufen, haben das integriert und da ist allen, die ich so kenne, Resampling völlig egal.
Dennoch sollte man generell von proprietären Lösungen im Smart Home Bereich Abstand nehmen und endlich mal offene Standards weiter vorantreiben. Auch für Audio/Video-Streaming.
+5
haschuk21.02.26 08:34
MLOS
Ich behaupte mal, dass AirPlay schon massentauglich ist. Die Lautsprecher, die sich die Massen kaufen, haben das integriert und da ist allen, die ich so kenne, Resampling völlig egal.
Dennoch sollte man generell von proprietären Lösungen im Smart Home Bereich Abstand nehmen und endlich mal offene Standards weiter vorantreiben. Auch für Audio/Video-Streaming.

Smart Home proprietär. Matter. Schon da, wird auch von Apple weiterentwickelt.
+4
odi141021.02.26 08:49
Eine solche neue Produktstrategie ergäbe einen Sinn, sobald die Ergebnisse/ Zahlen nicht mehr stimmen. Aktuell noch nicht.
+4
sonorman
sonorman21.02.26 09:36
MLOS
Ich bezog das weniger auf die (nicht vorhandenen) HiRes-Fähigkeiten von AirPlay. Das ist nur eine Randbemerkung gewesen und war deswegen in Klammern gesetzt. Viel mehr geht es allgemein um höhere Zuverlässigkeit von AirPlay, um die Lizenzpolitik (viele Hersteller haben darauf keinen Bock mehr, für etwas zu bezahlen, was ihre Hardware besser kann und was für sie nur eine Randgruppe betrifft) und eben Apples allgemeine Weigerung für mehr Systemoffenheit.
+11
MacNu9221.02.26 09:37
Aus Kundensicht mag das alles folgerichtig und sinnvoll oder wünschenswert sein. Für Apple macht das wenig Sinn, da das Ziel jedes Unternehmens nicht Umsatz, sondern Gewinn bzw. die Marge sein muss. Und die steigt nicht automatisch mit mehr Verkäufen, sinkt aber dramatisch mit der Einführung billiger Produkte. Genau das ist auch der Grund, warum sich mittlerweile immer mehr Autohersteller von ihren kleinen Einstiegsmodellen verabschieden. Oder warum Kleinwagen nur unwesentlich weniger kosten als die größeren Modelle (vgl. Golf + Polo).

Ich persönlich finde die jährlichen Verkaufszahlen neuer iPhone Generationen schon brutal und absolut katastrophal für die Umwelt. Nur zur Erinnerung: Unsere Eltern haben Fernseher, Telefon, Fotoapparat, Stereoanlage etc. 10, 15, 20 Jahre genutzt, bis ein Neukauf in Frage kam. Heute haben viel mehr Menschen viel mehr Technik (Smartphone, Tablet, Notebook, 2-3 Kopfhörer, Wireless-Audio-Systeme, TV in jedem Zimmer, 2-3 Digitalkameras und und und), die oft nach 1-3 Jahren per Neukauf ersetzt wird.

Meine Beobachtung ist auch, dass insbesondere viele Menschen mit wenig Geld immer die beste Technik haben wollen/müssen. Ich sehe das in der eigenen Familie, in der insbesondere junge Leute ohne oder mit sehr geringem Einkommen jedes Jahr das Top-Smartphone (Galaxy Ultra, iPhone Pro) haben MÜSSEN, von allen auf dem Markt befindlichen Spielekonsolen nicht nur alle, sondern auch immer die neuesten haben müssen oder sich Autos gönnen, die eigentlich nur für Familien oder Außendienstmitarbeiter sinnvoll sind (Mercedes CLS oder BMW 5er Touring mindestens mit 6-Zylinder). Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren, aber mir zeigt der exorbitante Erfolg vom iPhone Pro im Gegensatz zur relativen Erfolglosigkeit von iPhone mini und iPhone SE, dass die Mehrheit der Menschen eben den Anspruch haben, das Beste zu besitzen, nicht unbedingt das, was sinnvoll oder den eigenen finanziellen Möglichkeiten angemessen wäre.

Nicht falsch verstehen: Ich gönne jedem alles. Ich denke jedoch, hinter der Forderung nach billigeren Produkten steckt einfach der Wunsch, alles einfach billiger bekommen zu können. Dafür halte ich den Gebrauchtmarkt (wie er es schon seit Jahrzehnten in allen Branchen ist) aber für sinnvoller. Ich persönlich kaufe (trotz ausrechend Einkommen) zB. schon seit mehr als 10 Jahren fast keine neuen Produkte mehr. iPhones, Macbooks, Auto, Kameras, Hifi ... - das alles gibt als Versandrückläufer, refurbished, kaum gebraucht oder auch etwas älter für einen Bruchteil des Neupreises. So muss man auf Top-Produkte nicht verzichten, sondern nur ein wenig warten und entlastet die Umwelt von Bergen von Billigkram, der schon nach kurzer Nutzungszeit auf dem Müll landen würde.

Und jetzt gehe ich davon aus, dass es Daumen runter hagelt ... 🤣
+71
pentaxian
pentaxian21.02.26 09:40
MacNu92
Und jetzt gehe ich davon aus, dass es Daumen runter hagelt ... 🤣

nöö, absolut d'accord...
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
+15
ssb
ssb21.02.26 09:41
Wenn Apple im mittleren Preissegment mitmischen will, müssten sie die Geräte aber auch einfach erweiterbar machen. Also SSD und RAM zum selber wechseln. Vielleicht sogar noch den einen oder anderen Steckplatz und natürlich mehr Anschlüsse.
Nicht weil es notwendig oder sinnvoll ist, sondern weil es in dem Preissegment erwartet wird. Da kommt man bei Universal Memory schnell an technische Grenzen und der Firmenphilosophie widerstrebt das eh.

Im unteren Preissegment gibt es nur Bastlerboards wie den RasPi, bei dem man Speicher nicht erweitern kann, aber dieses Preissegment wird Apple gar nicht bedienen wollen (zurecht).
0
Krispo9921.02.26 09:51
sonorman
MLOS
Ich bezog das weniger auf die (nicht vorhandenen) HiRes-Fähigkeiten von AirPlay. Das ist nur eine Randbemerkung gewesen und war deswegen in Klammern gesetzt. Viel mehr geht es allgemein um höhere Zuverlässigkeit von AirPlay, um die Lizenzpolitik (viele Hersteller haben darauf keinen Bock mehr, für etwas zu bezahlen, was ihre Hardware besser kann und was für sie nur eine Randgruppe betrifft) und eben Apples allgemeine Weigerung für mehr Systemoffenheit.

Sind die Randgruppe nicht die High-End‘er, die überhaupt erst die Möglichkeit haben den Unterschied zwischen HiRes und Compressed herauszuhören. Gerade für die Komponenten wo der Lizenzpreis für AirPlay eine Rolle spielt, sind dieGeräte wo AirPlay ein muß ist, um nicht signifikante Käufergruppen zu verlieren und bei denen Niemand einen Unterschied hört, weil da niemand sich konzentriert davor setzt und A/B Vergleiche macht.
+2
ssb
ssb21.02.26 09:52
MacNu92
Und jetzt gehe ich davon aus, dass es Daumen runter hagelt ... 🤣
Nee - offensichtlich nicht.
Es nervt schon, dass Gerätegenerationen veralten, weil es eine Software-Obsolesenz gibt. Bei Windows 10 sieht man das gerade ganz krass. Aber auch bei Apple gab es da immer wieder Einschränkungen - obwohl Apple ältere Geräte ja sogar relativ lange unterstützt.
Mein 10 Jahre altes MacBook Pro ist top in Schuss, aber kann nur noch eingeschränkt genutzt werden. Sogar der Vorgänger von 2011 ist noch im Einsatz. Im Büro stehen nich ein paar Minis von 2013 - eines davon werde ich wohl bei mir „entsorgen“ und mit Linux ausstatten. Als Server für git Repositories tut er es noch gut.
+15
gstar6121.02.26 09:53
Ich würde der Forderung, Apple-Produkte grundsätzlich günstiger zu machen, eher widersprechen. Meiner Meinung nach muss Apple sogar aufpassen, nicht zu günstig zu werden – zumindest in bestimmten Produktkategorien. Ein dauerhaft niedrigerer Preis könnte langfristig das Markenimage schwächen.

Natürlich gibt es Bereiche, in denen etwas Spielraum nach unten besteht. Aber man sollte differenzieren. Nehmen wir zum Beispiel das MacBook Air: Wenn man dieses zeitweise für rund 800 € bekommt, kann man kaum von überhöhten Preisen sprechen. Für die gebotene Leistung, Verarbeitung, Akkulaufzeit und den langfristigen Software-Support ist das ein sehr starkes Gesamtpaket.

Ich halte Apples bisherige Strategie für sinnvoll: Ältere Modelle mit einem vorherigen Chip als günstige Einstiegsoption im Sortiment zu behalten. Das ist klüger, als komplett neue „Billig-Modelle“ einzuführen. So bleibt die Premium-Positionierung erhalten, während gleichzeitig preisbewusste Kundinnen und Kunden abgeholt werden. Ein neues, explizit günstiges MacBook würde womöglich stärker am Premium-Image kratzen als ein bewährtes Modell mit älterer Technik zu einem reduzierten Preis.

Außerdem darf man nicht vergessen: Während viele Alltagsprodukte kontinuierlich teurer werden, stagnieren Technikpreise oft oder sinken sogar bei gleichzeitig deutlich steigender Leistung. Was man heute für etwa 800 € in Form eines MacBook Air bekommt, wäre vor einigen Jahren noch deutlich teurer gewesen. Rechenleistung, Displayqualität, Effizienz und Verarbeitungsqualität sind enorm gestiegen.

Apple lebt stark von seinem Premium-Anspruch. Das bedeutet nicht, dass die Preise künstlich hoch oder unvernünftig sein sollten. Aber die Marke steht seit jeher für ein gewisses Qualitäts- und Designversprechen. Wenn Apple nun primär über den Preis konkurrieren würde, bestünde die Gefahr, dass zusätzliche Marktanteile auf Kosten des Markenwerts gehen.

Kurz gesagt: Wachstum ist wichtig – aber nicht um jeden Preis. Ein Unternehmen wie Apple sollte eher über Innovation, Qualität und Ökosystem überzeugen als über aggressive Preissenkungen. „Immer günstiger“ kann langfristig genauso problematisch sein wie „immer teurer“.
+8
ssb
ssb21.02.26 09:59
Hihi…
das mit der Erweiterbarkeit kommt nicht gut an. War mir schon klar und ich selbst finde das nicht erstrebenswert.
Aber „der Markt“ wünscht sich das. Unteres und mittleres Preissegment wird von Menschen gekauft, die selbst wenig Ahnung haben und dann irgendwelche „Cracks“ fragen, die dann auf so etwas hinweisen. Mit geschlossenen Systemen wären diese Käufer eigentlich gut beraten, sie werden aber von selbsternannten Profis beraten, die nicht gut beraten.

Da wird es egal sein, wie günstig Einsteigermodelle sein werden, die notwendigen Marktanteile für ein profitables Geschäft werden sie nicht erreichen.
+1
Tech Berater21.02.26 10:00
MacNu92
Aus Kundensicht mag das alles folgerichtig und sinnvoll oder wünschenswert sein. Für Apple macht das wenig Sinn, da das Ziel jedes Unternehmens nicht Umsatz, sondern Gewinn bzw. die Marge sein muss. Und die steigt nicht automatisch mit mehr Verkäufen, sinkt aber dramatisch mit der Einführung billiger Produkte. Genau das ist auch der Grund, warum sich mittlerweile immer mehr Autohersteller von ihren kleinen Einstiegsmodellen verabschieden. Oder warum Kleinwagen nur unwesentlich weniger kosten als die größeren Modelle (vgl. Golf + Polo).

Ich persönlich finde die jährlichen Verkaufszahlen neuer iPhone Generationen schon brutal und absolut katastrophal für die Umwelt. Nur zur Erinnerung: Unsere Eltern haben Fernseher, Telefon, Fotoapparat, Stereoanlage etc. 10, 15, 20 Jahre genutzt, bis ein Neukauf in Frage kam. Heute haben viel mehr Menschen viel mehr Technik (Smartphone, Tablet, Notebook, 2-3 Kopfhörer, Wireless-Audio-Systeme, TV in jedem Zimmer, 2-3 Digitalkameras und und und), die oft nach 1-3 Jahren per Neukauf ersetzt wird.

Meine Beobachtung ist auch, dass insbesondere viele Menschen mit wenig Geld immer die beste Technik haben wollen/müssen. Ich sehe das in der eigenen Familie, in der insbesondere junge Leute ohne oder mit sehr geringem Einkommen jedes Jahr das Top-Smartphone (Galaxy Ultra, iPhone Pro) haben MÜSSEN, von allen auf dem Markt befindlichen Spielekonsolen nicht nur alle, sondern auch immer die neuesten haben müssen oder sich Autos gönnen, die eigentlich nur für Familien oder Außendienstmitarbeiter sinnvoll sind (Mercedes CLS oder BMW 5er Touring mindestens mit 6-Zylinder). Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren, aber mir zeigt der exorbitante Erfolg vom iPhone Pro im Gegensatz zur relativen Erfolglosigkeit von iPhone mini und iPhone SE, dass die Mehrheit der Menschen eben den Anspruch haben, das Beste zu besitzen, nicht unbedingt das, was sinnvoll oder den eigenen finanziellen Möglichkeiten angemessen wäre.

Nicht falsch verstehen: Ich gönne jedem alles. Ich denke jedoch, hinter der Forderung nach billigeren Produkten steckt einfach der Wunsch, alles einfach billiger bekommen zu können. Dafür halte ich den Gebrauchtmarkt (wie er es schon seit Jahrzehnten in allen Branchen ist) aber für sinnvoller. Ich persönlich kaufe (trotz ausrechend Einkommen) zB. schon seit mehr als 10 Jahren fast keine neuen Produkte mehr. iPhones, Macbooks, Auto, Kameras, Hifi ... - das alles gibt als Versandrückläufer, refurbished, kaum gebraucht oder auch etwas älter für einen Bruchteil des Neupreises. So muss man auf Top-Produkte nicht verzichten, sondern nur ein wenig warten und entlastet die Umwelt von Bergen von Billigkram, der schon nach kurzer Nutzungszeit auf dem Müll landen würde.

Und jetzt gehe ich davon aus, dass es Daumen runter hagelt ... 🤣
Du greifst da etwas auf, dass mich an ein Video erinnert, dass ich gerade gestern erst gesehen habe. Da spricht jemand von der Seite Finazfluss genau über dieses Thema. Sehenswert:
0
Krispo9921.02.26 10:02
MacNu92
… zeigt der exorbitante Erfolg vom iPhone Pro im Gegensatz zur relativen Erfolglosigkeit von iPhone mini und iPhone SE, dass die Mehrheit der Menschen eben den Anspruch haben, das Beste zu besitzen, nicht unbedingt das, was sinnvoll oder den eigenen finanziellen Möglichkeiten angemessen wäre.
Zum Teil mag das stimmen. Nach der Müsli Generation sind die „Jüngeren“ oft wieder sehr auf Sein und Schein fokussiert.
Für mich ist die Entscheidung aber weniger das Beste haben zu müssen, Ich hab lange mich fürs Pro entschieden, wegen der besseren Kameras und Foto Features. Mittlerweile plädiere ich für eine, dem iPhone überlegene Kompaktkamera und würde dann wenn mein 15er Pro aus dem Support läuft auf ein Einsteigermodell wechseln. Für den Preisunterschied kann man locker eine LUMIX, Powershot oder ähnliches nehmen.
+2
MLOS21.02.26 10:04
Krispo99
sonorman
MLOS
Ich bezog das weniger auf die (nicht vorhandenen) HiRes-Fähigkeiten von AirPlay. Das ist nur eine Randbemerkung gewesen und war deswegen in Klammern gesetzt. Viel mehr geht es allgemein um höhere Zuverlässigkeit von AirPlay, um die Lizenzpolitik (viele Hersteller haben darauf keinen Bock mehr, für etwas zu bezahlen, was ihre Hardware besser kann und was für sie nur eine Randgruppe betrifft) und eben Apples allgemeine Weigerung für mehr Systemoffenheit.

Sind die Randgruppe nicht die High-End‘er, die überhaupt erst die Möglichkeit haben den Unterschied zwischen HiRes und Compressed herauszuhören. Gerade für die Komponenten wo der Lizenzpreis für AirPlay eine Rolle spielt, sind dieGeräte wo AirPlay ein muß ist, um nicht signifikante Käufergruppen zu verlieren und bei denen Niemand einen Unterschied hört, weil da niemand sich konzentriert davor setzt und A/B Vergleiche macht.

Sehe ich genauso. Bei High-End-Produkten, wo es wirklich um HiRes geht, mag AirPlay eine Randgruppe von Nutzern ansprechen. Bei den Massenprodukten ist AirPlay aber weit verbreitet und wie oben schon geschrieben, hören die Leute da keinen Unterschied, geschweige denn interessieren sie sich für Resampling, Lossless oder Compressed, oder gar HiRes Audio. Da wird ein JBL Brüllwürfel gekauft, der ins WLAN gehängt wird und mit AirPlay streamt man die Musik von YouTube und Spotify, am besten noch mit Bass Boost und so weiter.
Statt AirPlay dafür zuverlässiger zu machen, sollte es lieber einen guten offenen Standard geben, den alle verwenden. Ich weiß gerade nicht, ob Matter da schon in Sachen Audio was bietet, aber das muss dann ja auch von den Herstellern implementiert werden, ohne wenn und aber.
Schon jetzt ist ja Matter im Smart Home Bereich auch ein Flickenteppich, weil Hersteller gezielt Hürden einbauen, um eigene Produkte zu bevorzugen (z.B. Philips Hue) usw.
Und so ein offener Standard soll dann auch alles abdecken, also sowohl für
+1
Krispo9921.02.26 10:08
gstar61
… Nehmen wir zum Beispiel das MacBook Air: Wenn man dieses zeitweise für rund 800 € bekommt, kann man kaum von überhöhten Preisen sprechen. Für die gebotene Leistung, Verarbeitung, Akkulaufzeit und den langfristigen Software-Support ist das ein sehr starkes Gesamtpaket.
Mir tut auch irgendwie jeder Kollege oder Bekannte/Verwandte leid, der sich kein MBA holt und dann stundenlang erst mal das Windows Laptop einrichtet / Updates einspielt über Peripherie flucht die nicht tut, Ladegeräte mit sich rumschleppt, ewig braucht bis die Präsentation am Beamer erscheint (OK, das ist etwas übertrieben) und in Summe mehr Geld ausgiebig, weil das Laptop nach drei/vier Jahren nur noch nervt.
+2
macster10021.02.26 10:13
Es gibt einfach eine preisliche Grenze, bis zu der es möglich ist, Apple-typische Hardwarequalität zu liefern (und noch eine annehmbare Marge zu erwirtschaften). Und dieser Grenze hat sich Apple in den letzten Jahren doch in vielen Produktkategorien genähert – mac mini, iPhone SE und 16e, basic iPad, Watch SE … und jetzt sogar noch ein Laptop unterhalb des Preis-Leistungs-mäßig ohnehin schon sehr guten Air. Noch weiter runter (in Preis und – zwangsläufig dann auch – Qualität) wäre einfach nicht mehr Apple-like. Insofern stimme ich diesem Artikel absolut nicht zu.
+1
sonorman
sonorman21.02.26 10:14
Krispo99
Sind die Randgruppe nicht die High-End‘er, die überhaupt erst die Möglichkeit haben den Unterschied zwischen HiRes und Compressed herauszuhören. Gerade für die Komponenten wo der Lizenzpreis für AirPlay eine Rolle spielt, sind dieGeräte wo AirPlay ein muß ist, um nicht signifikante Käufergruppen zu verlieren und bei denen Niemand einen Unterschied hört, weil da niemand sich konzentriert davor setzt und A/B Vergleiche macht.
Nein. Noch mal: es geht hier nicht um Qualitätsfragen und Datenraten, sondern um Systemoffenheit und auch Bekanntheit.

Gerade bei günstigen Geräten, wo die Integration von AirPlay nützlich sein sollte, weil es den Anwendern da sowieso herzlich egal ist, in welcher Datenrate gestreamt wird, geht es um Lizenzkosten. Noch gibt es viele Hersteller von Audiogeräten, die AirPlay integrieren, weil es ihnen wichtig erscheint. Aber es kommen bei immer mehr Herstellern auch Zweifel auf, ob sie das wirklich brauchen, wie etwa bei eversolo, die AirPlay manchmal schon außen vor lassen. Wenn da Nutzer sind, die einfach nur eine Musikverbindung herstellen wollen und die keine Nerds sind, dann nehmen die meistens Bluetooth. Zusätzliche AirPlay-Lizenzen adressieren zu wenige potentielle Nutzer.

Nur um mal ein Beispiel zu nennen. Einer meiner besten Freunde ist kein Tech-Nerd wie wir, er nutzt aber ein iPhone. Außerdem hat er eine Sony Soundbar mit AirPlay. Und wie nutzt er die mit dem iPhone? Per Bluetooth! Als ich ihn mal darauf ansprach, hatte er von AirPlay noch nie was gehört und wüsste auch gar nicht, wie das geht.

Wer sich eine streaming-fähige Audiokomponente speziell dafür holt, um höhere Qualität zu nutzen, wird wiederum AirPlay lieber links liegen lassen.

Für Otto-Normalanwender muss AirPlay einfach zuverlässiger werden (weniger Aussetzer, einfachere und schnellere Verbindungsaufnahme, bessere Mediensteuerung etc.) Alles andere ist da erst mal Nebensache. Und dann sollte Apple die Lizenzhürden zumindest senken, um der Verbreitung und Bekanntheit von AirPlay als „Standard" Vortrieb zu leisten, anstatt Steine in den Weg zu legen. Und wie wäre es denn, wenn Apple AirPlay an andere Hersteller lizenziert, damit deren Geräte auch über dieses Protokoll SENDEN können? Einzig und allein Apple-Devices können zur Zeit AirPlay senden. Warum?

Aber AirPlay ist bei der ganzen Thematik hier sowieso nur ein Nebenaspekt.
+3
MLOS21.02.26 10:42
sonorman

AirPlay ist Smart Home, Bluetooth nicht. Mit AirPlay geht Multiroom, Musik läuft weiter, wenn man z.B. einen Anruf bekommt und die Verbindung ist stabiler als BT über große Distanzen und unter den Komponenten, die übers Haus verteilt sind, da LAN/WLAN, das ist es ja, was das Zeug smart wirken lässt.
Ich habe hier z.B. mehrere Sonos Lautsprecher verstreut, unter anderem Stereo Paare und auch ein großes System mit angebundenem Sub. Das läuft über AirPlay problemlos. Bei Bluetooth hakt es dann ja schon, wenn man das Handy nur mal zu weit aus dem Raum bewegt. Und Multiroom geht damit auch nicht gut.
Daher sprach ich beim offenen Standard auch immer von Smart Home. Für normales Musikgedudel aus einem Würfel ist BT ausreichend, aber bei mehreren Komponenten über mehrere Räume verteilt reicht das nicht mehr.
Aus meiner Erfahrung ist AirPlay 2 zuverlässig und stabil. Da sehe ich jetzt keinen Verbesserungsbedarf, bis auf bessere Unterstützung für Lossless- und HiRes-Formate ohne Resampling etc, aber da hat ja jeder so seine eigenen Erfahrungen und es hängt auch nicht nur mit AirPlay zusammen sondern Probleme können viel tiefer im Netzwerk liegen. Gerade Mesh-Topologien mit so Kram wie Repeatern führen da immer wieder zu Problemen, allerdings mit allen Protokollen, nicht nur AirPlay.
100% Zustimmung hingegen bei der Steuerung, da ist AirPlay nicht top und könnte deutlich verbessert werden.
Aber statt irgendeinen Standard zu verbessern und Herstellern schmackhaft zu machen, lieber ein offener Standard ohne Lizenzgebühren entwickeln, bei dem alle an einem Strang ziehen und den alle Hersteller nutzen wollen, eben weil er dann so gut ist.
Auch so Zeug wie Multiroom sollte ein Standard in Matter o.ä. sein, sodass Multiroom nicht mehr nur mit einem System eines Herstellers gut funktioniert, sondern dass man sich einfach den Lautsprecher aussuchen kann, der zu einem und zu seinen Räumlichkeiten passt.
+2
Tirabo21.02.26 10:45
@MacNu92

Die Autobranche darf man meiner Meinung nach aber NIE in Vergleich zu Apple ziehen. Ich persönlich finde diese Vergleiche nie passend. Die Autobranche ist zwar über 100 Jahre alt, bewegt sich aber immer schon wie ein alter rostiger und kaputter stinkender Ozeandampfer durch die Welt voller Eisberge, welche sie sich selbst in den Weg stellt. Diese Branche war immer schon besonders opportun, hat sich immer Abhängig vom Staat wie ein kleines Baby gemacht und produzierte so viel Fehlentscheidungen und Skandale auf Kosten der Menschen. Da sie sich ja gerne so Abhängig macht, muss sie sich aber auch nie für Fehlentscheidung verantworten. Jegliche Managementfehler, die zu hohen Verlusten der Branche führen, zahlt hier letztendlich der Steuerzahler. Und von Fehlern gibt es genügend, es hört auch einfach nicht auf. Ja, die Mobilität ist im Umbruch, aber die Autoindustrie will damit nicht konfrontiert werden und möchte am liebsten, dass immer so alles bleibt wie es ist. So ist es ja auch gerade. Sie geht gerade unter und will es nicht wahrhaben und macht eigentlich so weiter wie immer, jammert aber mehr rum.
Auch wenn man sich bei Apple gerade fragt, was da los ist und ob der Konzern den Anschluss verliert, so übernimmt Apple wenigstens komplett die Verantwortung für sein Handeln. Von daher finde ich den neuen möglichen Ansatz, den Apple vielleicht sucht, gar nicht verkehrt. Man darf nie vergessen, dass ein Massenmarkt vielleicht weniger Margen als ein kleinerer Luxusmarkt bringt, das Ende eines Massenmarktes führt aber nicht zu mehr Gewinnen, sondern zu hohen Verlusten, weil am Schluß dann die Zahlen fehlen.
Wenn die Margen so hoch bleiben, dass Menschen die Preise nicht mehr zahlen wollen und können, hat es eben nicht funktioniert.
Mir ist der Beweggrund völlig egal, weswegen sich manchen Menschen ein teures Gerät kaufen, es bleiben anekdotische Vermutungen. Um anekdotisch zu bleiben: Ich sehe sogar immer weniger Menschen mit iPhone und Apple-Geräten in meiner Umgebung, weil die Geräte zu teuer sind! Denn das ist die meiste Antwort, wenn ich frage, ob sie zufrieden mit ihren Samsung und Androids sind.

Unsere Welt ist eben nicht mehr diejenige, von der wir glauben, dass sie immer noch stetiges Wachstum bringt. Die Zeiten stehen auf Krieg, Protektionismus und Weltmachtkämpfe. Wir Menschen sparen lieber aus Sorge um die Zukunft und die ständigen Preiserhöhungen. Die fetten und faulen Zeiten sind im Prinzip vorbei. Deswegen suchen ja gerade konservative Populisten wie einige aus der CDU die Schuld wieder mal beim Menschen mit den unmenschlichen Vorwürfen der Faulheit und Lifestyle, aber nie bei den Unternehmen. Dabei sind es unsere deutschen Unternehmen, gerade auch die Autobranche, die einfach nur faul und träge ist und einfach nicht runter vom bequemen Sofa will - mal wieder auf Kosten der Menschen, die das von den Steuern dann bezahlen müssen.
+9
MikeMuc21.02.26 10:53
Krispo99

Das Gleiche kann Dir aber auch bei Apple passieren wenn Du von einem älteren Rechner / System kommst. Die eine Hälfte deiner Programme läuft nicht mehr weil es keine Updates dafür mehr gibt, für die Andere sollst du auf einmal teure Abos „kaufen“ damit du die weiter nutzen kannst. Da hat schon mancher geflucht und wer sich vorher informiert hat, der kauft irgendwas gebrauchtes, was grad noch so mit „dem alten Kram“ zurecht kommt weil er die ganzen neueren Funktionen garnicht braucht und will.
+7
sonorman
sonorman21.02.26 11:05
MLOS
Mir sind die zusätzlichen Fähigkeiten von AirPlay bekannt, der Masse der Normalanwender aber nicht. Siehe mein Beispiel an Krispo. Und das ändert auch nichts an meinen anderen Aussagen über die Lizenzierungspolitik etc.

Dass Du keine Probleme mit Airplay hast, bedeutet nicht, dass es keine gibt. Das Netz ist voll mit Berichten von Usern, die aus dem einen oder anderen Grund von AirPlay genervt sind. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung:

Ich nutze AirPlay eigentlich nur für eine Sache, nämlich um gelegentlich ein Video aus dem Netz vom iPad auf meinen Samsung TV zu streamen. Der Verbindungsaufbau ist jedes mal quälend langsam. 10 Sekunden sind keine Seltenheit und dann startet meist nur der Ton, aber es kommt kein Bild. Die Gründe sind erst mal vollkommen egal. Was zählt ist, dass es nervt und besser gehen müsste. Egal ob mit Bild oder Ton. Die Funktion existiert ja nicht erst seit gestern.

Aber noch mal: AirPlay ist hier eigentlich nicht das Thema.
Bei der Frage, ob Apple-Hardware billiger werden muss, bin ich offen für alle Argumente pro oder contra. Der Artikel ist erst mal als Diskussionsansatz in eine bestimmte Richtung formuliert. Und ich bin selbst gespannt, ob das kommende Einstiegs-MacBook (ich gehe davon aus, dass es so kommt) womöglich für Apple neue Marktchancen eröffnet, oder ob es vielleicht sogar floppt.
+4
esc
esc21.02.26 11:06
Im Smartphone-Markt ist Apple bereits stark vertreten, ein günstiges Modell könnte teure Geräte verdrängen.
Beim Mac dominiert Windows noch, daher soll ein günstiger Mac den Marktanteil erhöhen.
+4
Fontelster
Fontelster21.02.26 12:37
MacNu92
Nur zur Erinnerung: Unsere Eltern haben Fernseher, Telefon, Fotoapparat, Stereoanlage etc. 10, 15, 20 Jahre genutzt, bis ein Neukauf in Frage kam.
Das stimmt natürlich, lag aber weniger an »Bescheidenheit« als einfach an den Produkten: die konnten früher repariert werden und das war meistens günstiger als ein Neukauf. Heute dagegen kann vieles überhaupt nicht mehr repariert werden, und wenn doch, dann steht der Preis in keinem sinnvollen Verhältnis zur Neuanschaffung.
+9
System 6.0.1
System 6.0.121.02.26 13:03
Bitte, schreibt nicht im Brustton der Überzeugung was „der Markt“ will. Ich rutsche jedesmal laut brüllend vor Lachen vom Stuhl, rolle über den Boden und trommele auf dem Teppich. Das erschreckt meine Katze. Die ist sehr sensibel.

Märkte werden gemacht. Die sind nicht da. Apple hat sich einen Markt gemacht, und bisher erfolgreich gegen jeden Einfluss von Aussen geschlossen. Apple wird diesen Markt vergrößern. Windows und Android haben ihre Märkte auch gemacht. Zwischen den Märkten gibt es nur wenig Abwanderung. Und wenn, dann überwiegend in Richtung Apple.

Apple würde durch die im Artikel beschriebenen Maßnahmen seinen eigenen Markt kanibalisieren. Apple als (Piraten-)*Schiff mag manchmal Pech mit dem Kurs haben, aber von denen geht niemand mit der Axt unter die Wasserlinie zwischen die Spanten und klopft da große Löcher rein.

* Die Älteren werden sich erinnern. 🏴‍☠️
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+5
System 6.0.1
System 6.0.121.02.26 13:21
Fontelster
Das stimmt natürlich, lag aber weniger an »Bescheidenheit« als einfach an den Produkten

Ich habe das ein Stück weit anders erlebt. Wer noch Ende der 1970er eine Stereo-Anlage gekauft hat, der hat sich das wohl überlegt. Die Anlage sollte vererbt werden können.

Mitte der 80er kamen dann die Plastikanlagen. Niemand hat seine Anlage aus dem Kinderzimmer mit in die eigene Wohnung genommen. Gleichzeitig drängten Hersteller aus Asien in die Märkte. Manche davon mit beeindruckender Technologie, andere mit verstörend niedrigen Preisen.

Damit einher ging der Zwang, jedes Jahr neue Modelle zu zeigen. Dann kamen Hersteller wie Schneider, die günstige Technik in die Wohnzimmer drücken wollten.

Am Ende sind wir bei zwei Marktsegmenten gelandet: HiFi fürs Leben (z. B. Revox) und die Plärranlage (NoName aus China). Inzwischen ist HiFi fast tot.

Was das Reparieren angeht, das ist Mitte der 80er in der Masse unwichtig geworden. Ich habe voriges Jahr meinen Revox B780 überholen lassen, und das hat mehr gekostet als der Inflationsbereinigte Neupreis. Bei ebay geht das Teil für 350 Euro weg.

Reparierbarkeit hat in der realen Welt schon lange ausgedient.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+4
TorstenW21.02.26 13:37
Die Entscheidung für Apple, ob sie günstigere Produkte auf den Markt werfen ist letztlich einfach eine finanzielle:

Günstigere Geräte erhöhen wahrscheinlich die Verkaufszahlen, senken aber die Marge. (Möglicherweise beträchlich)

ABER: Mehr Geräte und damit auch mehr Kunden erhöhen auch gleichzeitig das Potential an Personen, die Services nutzen und somit wieder mehr Geld in die Tasche von Apple spülen.

Wenn es sich also bisher für Apple nicht gelohnt hat günstige iPhones zu produzieren, weil der Gewinn durch den Verkauf der Hardware generiert wurde und dann einfach die Marge der wesentliche Faktor war, ist nun möglicherweise die Zeit gekommen, wo Services/Abos etc einen immer größeren Anteil an Apples Gewinn haben und es für Apple mehr Sinn ergibt die Nutzerbasis zu erweitern indem sie günstigere iPhones anbieten.

Apple wird sehr genau wissen wie viel Geld die Zielgruppe für günstigere Handys im Monat für Services ausgibt und irgendwo ist dann der Punkt erreicht, wo es sich für Apple lohnt auf 100€ Marge beim Hardware-Verkauf zu verzichten, weil diese 100€ über die Nutzungsdauer des Gerätes durch Services generiert werden.

Wir geben immer mehr Geld für Abos etc aus, also steigt diese Einkommensquelle für Apple immer weiter an und macht es attraktiver günstigere Geräte auf den Markt zu bringen.
Dazu kommt der Effekt, dass wir uns einfach auch der Grenze nähern, wo viele Leute auch mit einem jahrealten Gerät auskommen um ihre Mails zu schreiben und die Update-Zyklen länger werden.
Ich würde mich persönlich schon als Power-User bezeichnen, aber ich komme aktuell noch mit meinem M1 Studio Mac aus und das wird sich vmtl auch in den nächsten Jahren nicht umbedingt ändern.
Da spült ein Abo mehr Geld in Apples Taschen..
+9
Hot Mac
Hot Mac21.02.26 13:40
Ein Produkt »günstiger« anzubieten, lässt es nicht automatisch zum Kassenschlager werden.

Mit einem »Einsteigermodell« richtet man sich – wer hätte es gedacht? – an Einsteiger und nicht an Leute, die über eine geringere Kaufkraft verfügen.
Wer keine 1000 Euro übrig hat, der kann auch keine 800 lockermachen.

Das liest sich immer alles so »pathetisch«: Die Metapher der stetig weiter klaffenden Schere.
Und überhaupt ist alles so schrecklich geworden.
Früher war alles besser und so weiter und so fort.

Es gab schon immer Reichtum und Armut.
Daran wird sich auch künftig nichts ändern.
Ob das gerecht ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ich bin der Letzte, der sich über eine Preissenkung beschwert.
Bleiben die Preise auf dem gewohnten Niveau oder steigen sie weiterhin an?!
Das ist mir egal.
Die Welt, zumindest die meine, wird sich weiterdrehen.
Das hat nichts mit Großkotzigkeit zu tun, sondern mit Zuversicht und Selbstvertrauen.
Alles wird gut, wenn man es will …
-5
Bitsurfer21.02.26 14:16
System 6.0.1

Am Ende sind wir bei zwei Marktsegmenten gelandet: HiFi fürs Leben (z. B. Revox) und die Plärranlage (NoName aus China). Inzwischen ist HiFi fast tot.
Wie hatte es in den 80ern schon geheissen. Revox baut die besten Stereoanlagen. Danach beginnt echtes HiFi.
HiFi ist nicht fast tot. Was aber faktisch tot ist, ist Surround.

Btw. Ich hab mal ein Beocenter 9000 mit Bose 601 vererbt bekommen. Wenn du heute das Beocenter auf ein Longboard im Wohnzimmer stellst, das Ding sieht aus wie aus der Zukunft. Aber was will man damit? Cassette, CD und UKW.
Aber die Bose 601. Ich hab die mal angeschlossen. Die tönen so wie sie aussehen und die technologie dahinter. Wie ich es in Erinnerung hatte vor 40 Jahren. Sch…e. Aber nur meine Meinung. Hab sie in die Bucht gestellt und die sind für über 500 Tacken weg.
+3
chrissli21.02.26 14:18
Bei der aktuellen Krise was SSD und RAM angeht werden wir uns auf ganz drastische Preiserhöhungen in den nächsten 1-2 Jahren einstellen müssen, günstiger wird da erstmal wenig. Apple hat seine Kontingente zwar früh und zu guten Konditionen bestellt, aber es sieht nicht aus als wenn es zeitnah besser wird bis 2028 wird es dauern dass die Preise sich erholen, sollten die AI Startups und NVIDIA weiterhin wie irre alles wegkaufen
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