Push-Nachrichten von MacTechNews.de
Würden Sie gerne aktuelle Nachrichten aus der Apple-Welt direkt über Push-Nachrichten erhalten?

Bericht: iOS 27 ersetzt bisheriges Siri durch Chatbot – auf Googles Servern/Infrastruktur?

Es wurde in den letzten Jahren mehrfach darüber spekuliert, ob Apple die Marke Siri aufgeben will – immerhin steht das Produkt seit weit mehr als einem Jahrzehnt für notorische Unzuverlässigkeit fernab der eigentlichen Werbeversprechen. Auch mit der weitreichenden Überarbeitung ist das aber wohl nicht geplant. Wenn Siri demnächst auf einem neuen Unterbau steht, bleibt der Name, nur technisch ist eben sehr vieles ganz anders. Irgendwann im Frühjahr, aller Wahrscheinlichkeit nach mit iOS 26.4, geht Apple wohl den ersten großen Schritt. Die vor eineinhalb Jahren angekündigten Funktionen sollen dann Einzug halten, bekanntlich jedoch mit Google Gemini im Hintergrund.


1. Akt: Gemini-Siri. 2. Akt: Siri wird durch Siri-Chatbot ersetzt
Auf die verbesserte Siri-Version folge dann aber einige Monate später der zweite Akt, welcher noch viel mehr umstelle. Laut Mark Gurman von Bloomberg ersetze Apple das bekannte Siri-Interface nämlich in System 27 durch eine andere Art der Bedienung. Siris Zukunft als Chatbot bestehe darin, als tief integrierter Chatbot zu fungieren – mit einer Nutzungsweise, die an ChatGPT erinnere. Weiterhin rufe man Siri per Stimmkommando oder Seitentaste auf, anschließend werde man aber von einem Chatbot begrüßt. Dieser lasse sich sowohl per Stimme als auch per Texteingabe steuern.

iOS und macOS 27: Siri-Chatbot als Hauptfeature
Apple integriere Siri in alle wichtigen Apps des Unternehmens, sodass der Chatbot auf alle Nutzerdaten in den Programmen zurückgreifen kann. Foto- oder Musiksuche per Inhaltsbeschreibung, komplexere Aufgaben wie "schicke Person XY eine Mail mit allen Terminen der kommenden Wochen" oder direkter Zugriff auf Dateien seien nur einige Beispiele. "Campos", so der aktuelle Codename des Projekts, werde das Hauptfeature in iOS und macOS 27. Es gebe indes eine klare Trennung zwischen Campos und dem, was Gemini-Siri ab System 26.4 leiste. Einen vollwertigen Chatbot bringe das unmittelbar bevorstehende Update (wohl März/April) nämlich nicht. Andere Systemneuerungen sollen sich hingegen eher auf Stabilität und Performance konzentrieren – wenngleich Apple mit der Chatbot-Integration sicherlich auch genug zu tun hat.

Was man einst nicht wollte, muss kommen
Bemerkenswert daran ist, dass Apple einst Chatbots entschieden ablehnte und auch öffentlich begründete, warum Siri etwas komplett anderes sei. Die Marktdynamik der letzten drei Jahre, unter anderem wegen ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot, hat Apple aber faktisch zum Umdenken gezwungen. Nutzer vergleichen Siri direkt mit ChatGPT, Apple Intelligence wurde als enttäuschend wahrgenommen – und es lastet großer Druck auf Apple, nicht erneut beim Thema "hilfreicher digitaler Assistent" den Anschluss zu verlieren.


Siri-Chatbot auf Google-Servern statt Private Cloud Compute?
Zuletzt aber noch zu einem Punkt, den Apple und Google in der gemeinsamen Erklärung zunächst explizit angesprochen hatten, um Datenschutzbedenken zu zerstreuen: Wie es hieß, setze Gemini-Siri auf Apples eigenes Private Cloud Compute. Was auf das Frühjahrsupdate zutreffe, gelte aber nicht zwangsläufig für iOS 27 und macOS 27. Der Siri-Chatbot werde laut Bloomberg möglicherweise direkt von Google-Servern gespeist, denn Apple verfüge nicht über die erforderliche Rechenleistung, die erforderlichen Modelle auszuführen. Man kann davon ausgehen, dass Google die Datenauswertung untersagt wird, so wie es früher auch bei iCloud-Inhalten der Fall war.

Trotzdem wäre dies ein entscheidender Kurswechsel im Vergleich zum bisherigen Ansatz. Dem Bericht zufolge laufen derzeit entsprechende Gespräche zwischen Apple und Google. Als Apple Private Cloud Compute vorstellte, wusste man noch nicht, zwei Jahre später von Drittanbietern abhängig zu sein. Die Entscheidung wurde zudem "vom vorherigen Regime" getroffen, wie es in einem Kommentar heißt. Die neue KI-Leitung, namentlich Craig Federighi und Mike Rockwell, setzt hingegen auf Praktikabilität anstatt auf Idealismus – zumal der 2024er Ansatz vielen in der Branche als technisch einfach nicht möglich galt.

Kommentare

BeeOne22.01.26 10:18
„Dieser lasse sich sowohl per Sprache als auch Stimme steuern“

Wo ist denn da der Unterschied?
+2
Fenvarien
Fenvarien22.01.26 10:23
Sollte natürlich Stimme und Texteingabe heißen!
Up the Villa!
+2
Frank Drebin
Frank Drebin22.01.26 10:31
Was ist mit der Apple Vision des Butlers aus den 90ern? Quasi Siri als "vermenschlichter" Assistent. Ich finde ChatBot ist wirklich eine blöde Bezeichnung und gibt mir keinen Mehrwert für Apples Geräte. Also schauen wir was da wirklich kommen wird... Spannend bleibts alle Mal
+4
tranquillity
tranquillity22.01.26 10:37
Es ist echt so schade, dass der damals revolutionäre Ansatz von Siri (ich erinnere mich noch an die Demo auf der Keynote, ich meine es wäre auch das iPhone 4s dort vorgestellt worden) sich praktisch überhaupt nicht weiter entwickelt hat. Siri ist bis heute nur in einem so schmalen, begrenztem Bereich nutzbar und die meiste Zeit einfach dumm.
+6
nopeecee
nopeecee22.01.26 11:05
Frank Drebin
Was ist mit der Apple Vision des Butlers aus den 90ern? Quasi Siri als "vermenschlichter" Assistent. Ich finde ChatBot ist wirklich eine blöde Bezeichnung und gibt mir keinen Mehrwert für Apples Geräte. Also schauen wir was da wirklich kommen wird... Spannend bleibts alle Mal
Du meinst den Knowledge Navigator?
Auch in Foren kann man höflich miteinander umgehen
+5
esc
esc22.01.26 11:06
Daran sieht man, wie falsch Apple die Zukunft eingeschätzt hat, man viel Zeit und Geld in AR/VR anstelle von KI gesteckt.
-3
Don Gomez
Don Gomez22.01.26 11:20
esc
Daran sieht man, wie falsch Apple die Zukunft eingeschätzt hat, man viel Zeit und Geld in AR/VR anstelle von KI gesteckt.

AR/VR sind etwas vollkommen anderes. Die Zeit dafür kann noch kommen. Oder auch nicht. Jedenfalls ist es nicht austauschbar oder als pfadabhängige Alternativen zu denken.
... darauf einen Dujardin!
+4
MrJava22.01.26 11:55
„KI“ in Sinne von ChatGpt oder Gemini … kann man nicht einfach so entwickeln … das ist ganz eine andere Nummer! Warum nicht einfach eine vorhandene LLM integrieren? Die KI ist jetzt erst brauchbar geworden. 2023 war das noch ganz anders.
Hör auf Dich selbst, sonst hört Dich keiner!
0
TMS
TMS22.01.26 12:26
Ich persönlich bin über Apples Entscheidung für Googles KI nicht glücklich.
In den letzten Tagen habe ich das viel gelobte Gemini getestet und festgestellt, dass es extrem zu over-refusal neigt. Die harmlosesten und sachlichsten technischen oder medizinischen Frage werden geblockt, vermutlich weil Gemini große Probleme damit hat, deutsche Anfragen korrekt ins Englische zu übersetzen. Bei mehreren möglichen Bedeutungen eines deutschen Wortes wird fast immer die unglücklicherweise ebenfalls vorhandene anzügliche Bedeutung gewählt und dann greifen die Sicherheitsmechanismen, die mich vor angeblich zweifelhaften Inhalten schützen wollen. Sowas ist nicht wirklich zu gebrauchen.
Für Amerikaner ist es deshalb wohl weniger ein Problem, weil diese wrong refusals weniger häufig auftreten. Aber dafür der Rest der Welt.
0
Topper Harley
Topper Harley22.01.26 12:43
Egal wie.. ich zähle die Tage. Siri schafft in letzter Zeit nicht mal einfachste Diktate etc. Wenn man mal ChatGPT Transkripierung gewohnt ist, ist das wie tiefste Steinzeit
+2
esc
esc22.01.26 13:47
Trotzdem hat man das Personal und weitere Kapazitäten für eine Technologie gebunden, die aktuell nicht ankommt. Gleichzeitig muss man aber mit Google zusammenarbeiten, um bei einer anderen Technologie nicht komplett den Anschluss zu verlieren.

Aus meiner Sicht war das ein grosser Managmentfehler den Tim Cook verantworten muss.

Don Gomez
esc
Daran sieht man, wie falsch Apple die Zukunft eingeschätzt hat, man viel Zeit und Geld in AR/VR anstelle von KI gesteckt.

AR/VR sind etwas vollkommen anderes. Die Zeit dafür kann noch kommen. Oder auch nicht. Jedenfalls ist es nicht austauschbar oder als pfadabhängige Alternativen zu denken.
0
iMan
iMan22.01.26 15:08
esc
Daran sieht man, wie falsch Apple die Zukunft eingeschätzt hat, man viel Zeit und Geld in AR/VR anstelle von KI gesteckt.

Seh ich komplett anders. Der KI-Hype ist ne riesige Blase und der Nutzen massiv überschätzt. Warum jammern denn aktuell die Chefs von NVIDIA, Microsoft und Co. so rum, dass die meisten Leute KI so negativ finden oder erst gar nicht nutzen wollen? Die merken gerade, dass sie Milliarden in eine Technologie gesteckt haben, die nicht das hält was sie allen versprochen haben. Denen fliegt das hoffentlich bald um die Ohren
0

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.