
Test LEAK Sandwich 100 Kompaktlautsprecher: Klassischer Look mit moderner Technik zum fairen Preis
LEAK Sandwich 100 – Die TechnikEntwickelt wurden die Sandwich-Speaker von Peter Comeau, der so etwas wie der britische Karl-Heiz Fink ist. Kennen Sie auch nicht? Macht nichts. Aber in der Szene gelten diese Herren als Entwickler-Koryphäen für Lautsprecher. Comeau verantwortet beispielsweise die Entwicklung so legendärer Speaker wie die Heybrook HB1 und HB2 (Ende der Siebziger). Der Mann hat also Erfahrung auf dem Gebiet und verlässt sich nicht einfach auf fertige Modelle aus dem Rechner.
In den Sandwich-Modellen steckt bemerkenswerte Technik. Insbesondere in den Tief-Mittelton-Treibern. Der Modellname Sandwich weist schon darauf hin, denn die Membranen bestehen hier aus einer Sandwich-artigen Konstruktion, die LEAK schon vor einer kleiner Ewigkeit genutzt hat. Dabei werden die Membranen mehrschichtig aufgebaut, um das stets angestrebte Ziel zu erreichen: eine Kombination aus Steifigkeit mit hoher innerer Dämpfung bei geringstmöglichem Gewicht. Im Falle der neuen Modelle bestehen die Membranen aus einem Rohacell-Schaumkern, der zwischen zwei dünnen Aluminium-Membranen eingebacken wird.
Sandwich-Membranaufbauten wie diese waren lange Zeit kein großes Thema, aber heute kommt die Technik wieder richtig in Fahrt. Einige High-End-Hersteller wie etwa Børresen aus Dänemark setzen aufwändige Sandwich-Membranen aus Materialien wie Carbon, Titan und Honeycomb-Kernen ein. LEAK war seiner Zeit damals also weit voraus.
Die Sandwich Membranen der neuen Serie bestehen natürlich auch aus entsprechend modernen Materialien und wurden mit neuesten Techniken gefertigt. Aber das Grundkonzept blieb erhalten. Abgesehen von den Membranen ist die Technik der Sandwich 100 um einiges konventioneller, was aber nicht schlecht sein muss. Statt „konventionell“ könnte ich auch „bewährt und zuverlässig“ schreiben. Auf die Abstimmung kommt es letztlich an.
Comeau kombiniert die Sandwich-Membran mit einer eigens entwickelten 30 mm Gewebekalotte, die über eine für diese Klasse recht aufwendige Frequenzweiche an den TMT angebunden ist. Das Gehäuse ist eine klassische Bassreflexabstimmung mit Port an der Rückseite. Zum Anschluss an den Verstärker steht ein schönes und solides Single-Wire-Terminal für Stecker und Gabelschuhe zur Verfügung.
Die Verarbeitung mit Holzfinish und Aluminium-Elementen an der Front wirkt gediegen und wertig. Die Speaker sind – in ihrer Preisklasse – mit ihrem Volumen von 10,6 Litern bei knapp 8 Kilo pro Box ganz schon schwer. Ein schönes Detail dabei sind die mitgelieferten Frontabdeckungen, die optisch bestens den klassischen Stil ergänzen und die magnetisch gehalten werden. Das Abnehmen erfordert etwas spitze Fingernägel, ist aber ansonsten kein Problem.
Die Sandwich 100 haben eine Impedanz von nominal 6 Ohm. Die minimale Impedanz gibt der Hersteller mit 4,8 Ohm an, was für ein sehr Verstärker-unkritisches und gutmütiges Verhalten spricht. Mit einer Empfindlichkeit von 86 dB (in der Realität sind es meist 1-2 dB weniger) brauchen die Sandwich 100 keine Monsterverstärker, aber Leistungsreserven können nie schaden. Der Hersteller empfiehlt 25 bis 100 Watt, ich würde nicht weniger als 50 W anraten.
