Zugänglich und gesprächsbereit: Tim Cook über die Zusammenarbeit mit Trump


Über die "merkwürdige" Beziehung zwischen Apple-CEO Tim Cook und Donald Trump wurde schon während dessen erster Regierungszeit viel geschrieben. Zwei Personen auf Machtpositionen, die von ihrer Persönlichkeit und ihren Ansichten wohl kaum unterschiedlicher sein könnten, arbeiten erfolgreich zusammen. Cook gelang es vielfach, Trump seine gewünschten Schlagzeilen zu liefern, dafür teils erhebliche Vorteile für das Unternehmen zu erhalten – wenngleich oft ein öffentliches Bekenntnis schon ausreichte, ohne tatsächlich große Änderungen vorzunehmen. In einem
Interview äußerte sich Cook nun erneut darüber, wie jene Arbeitsbeziehung funktioniert.
US-Regierung ist "zugänglich"Cook beschreibt die Zusammenarbeit mit der Trump-Regierung als "zugänglich und gesprächsbereit". Man könne seinen Standpunkt darlegen, werde angehört und könne politische Themen direkt ansprechen – auch wenn das nicht bedeute, sich am Ende zu einigen. Sein zentrales Prinzip sei Einbindung statt öffentlicher Empörung. Er hält wenig davon, nur von außen zu kritisieren oder lautstark zu kommentieren. Fortschritt entstehe aus seiner Sicht eher dadurch, dass man sich an einen Tisch setze, direkt miteinander spreche und versuche, in einem komplexen politischen und regulatorischen Umfeld Einfluss zu nehmen.
"Es geht um die Sache, nicht die Politik"Zugleich betont Cook, dass Apples Werte unverändert blieben. Er nennt ausdrücklich Datenschutz, Umwelt, Barrierefreiheit und Bildung als konstante Leitlinien. Sich mit Politikern zu treffen, die andere Ansichten vertreten, verstehe er deshalb nicht als Widerspruch, sondern als notwendige Form des Dialogs. Er kritisiert die starke Polarisierung und meint, verhärtete Fronten entstünden eher dadurch, unterschiedliche Positionen nicht mehr miteinander zu besprechen. Cook verteidigt seinen pragmatischen Kurs gegenüber Trump somit nicht politisch, sondern als sachorientierte Interessenvertretung ("I interact on policy, not politics").