
Test LEAK Sandwich 100 Kompaktlautsprecher: Klassischer Look mit moderner Technik zum fairen Preis
LEAK Sandwich 100 – Praxis, AufstellungsempfehlungAus den zuvor genannten technischen Daten geht schon hervor, dass an die vorgeschaltete Verstärkertechnik keine zu hohen Ansprüche gestellt werden. Auch Röhrenverstärker kommen hier in Frage. Vor allem die gutmütige Impedanz macht die Sandwich 100 auch für Verstärker mit weniger stabilen Netzteilen brauchbar. Kleine Verstärker wie der
Wiim Amp Ultra, der
eversolo PLAY oder auch Amps ohne Streaming, wie der
nubert ampX passen technisch problemlos. Eine gute Empfehlung mit ebenfalls britischen Wurzeln wäre auch der kleine Vollverstärker
Creek 4040A. Mehr geht darüber hinaus immer. Das gilt selbstverständlich und im besondren Maße – weil optisch besonders gut passend – auch für die hauseigenen LEAK-Verstärker
Stereo 130 und
Stereo 230.
Als kleine Hausaufgabe steht beim Lautsprecherkauf immer die Überprüfung der Aufstellung im Lastenheft. Darüber sollte man sich schon vor dem Kauf Gedanken machen, denn die Lautsprecher und deren Positionierung muss zur Raumakustik passen. Es nützt gar nichts, sich die besten High-End-Speaker zu kaufen, wenn diese dann aus optischen Gründen unpassend aufgestellt werden. Das wäre ein Paradebeispiel für „Perlen vor die Säue werfen“.
Je nach Konstruktion und Abstimmung brauchen die meisten Lautsprecher einen gewissen Wandabstand, es sei denn, sie wurden speziell für wandnahe Aufstellung ausgelegt. Auch sollten Lautsprecher wenn möglich auf eigenen, stabilen Standfüßen aufgestellt werden und, wenn vermeidbar, nicht mit direktem Gehäusekontakt etwa auf einem Regal oder Lowboard gestellt werden. Die Ausrichtung zum designierten „Haupthörplatz“ sollte den Regeln des Stereodreiecks folgen. Natürlich wird keiner gezwungen, immer wie festgenagelt am Sweet Spot an der Spitze des Dreiecks zu sitzen, aber an diesem Punkt sollte die Aufstellung und Einwinkelung ausgerichtet werden. Eine komplett unsymmetrische Aufstellung, womöglich auch noch in unterschiedlichen Höhen abseits der Ohrhöhe, ist sinnlos.
Wenn nichts anderes als die Aufstellung auf einem Regalboard oder ähnlichem in Frage kommt, sollten die Lautsprecher zumindest so gut wie möglich von der Stellfläche entkoppelt bzw. kontrolliert an diese angekoppelt werden. Hierbei machen die meisten Nutzer den Fehler anzunehmen, dass weiche, stark dämpfende Untersetzer oder gar halbe Tennisbälle oder Matten eine gute Idee wären. Sind sie nicht! Ich habe eben nicht ohne Grund von „Ankopplung“ gesprochen. Die Kunst besteht darin, den optimalen Kompromiss zwischen zwei gegensätzlichen Zielen zu erreichen. Nämlich zwischen Dämpfung einerseits und Standfestigkeit andererseits.
Weiche Untersetzer mögen zwar in manchen Frequenzbereichen bessere akustische Dämpfungseigenschaften als harte haben, aber erstens sind diese Frequenzbereiche oft nicht relevant und zweitens erzeugen sie ein anderes, extrem unerfreuliches Problem: Wenn die Lautsprecher nicht absolut unbeweglich und wackelfrei stehen, wird ihr Gehäuse durch die teils extremen Beschleunigungskräfte der Membranen minimal entgegen der Membranauslenkung vor- und zurück bewegt. Massenträgheit! Diese Bewegungen sind in nicht sichtbar noch mit Handauflegen spürbar, aber sie kosten immer Energie, die dem Klang hörbar bei der Dynamik abgeht. Aus dem Grund werden in vielen Lautsprechern auch Spikes eingesetzt. Sind die optimal ausgerichtet, steht der Lautsprecher bombenfest und sie sorgen in den richtigen Frequenzbereichen eine Entkopplung. Das klappt auch nicht in jedem Fall perfekt, ist aber sehr bewährt und WEITAUS besser als wabbelige Füße. Und bitte niemals eine zurechtgeschnittene Iso- oder Trainingsmatte verwenden, nur weil’s so schön billig ist. Die ganzflächige und zudem instabile Ankopplung ist Gift für den Klang. Für Kompaktlautsprecher wie hier empfehlen sich Versuche mit harten Untersetzern, die gleichzeitig mindestens eine Entkopplungsschicht haben. Als sehr effizient und zugleich kostengünstig haben sich
diese Untersetzer von Tertullus erwiesen.
Ich habe die Sandwich 100 im Test auf sehr stabilen Standfüßen und zunächst in einer freistehenden Position mit ordentlich Wandabstand ausprobiert. Schnell stellte sich heraus, dass dies nicht die optimale Aufstellung ist, denn die Wiedergabe war in dem auch relativ großen Raum, der zudem vorne offen in einen anderen Raum übergeht, einfach zu flach. Kein Bass! Da war absolut keine Substanz hörbar. Also stellte ich die Standfüße samt Lautsprecher nahe an die Rückwand. Das war schon wesentlich besser, aber mir fehlte noch immer eine gesunde Körperhaftigkeit, wie sie auch mit kleinen Zwei-Wege-Speakern möglich ist. Die Sandwich entpuppten sich als im Bass eher linear abgestimmt. Und bei einem Frequenzgang von angegebenen 49 Hz bis 20 kHz (bei -3 dB im Bass) ist da auch nicht mit extrem viel Donnergrollen zu rechnen. Nicht in diesem Raum. Doch ein wenig mehr Oberbass und Grundton hätte ich mir schon gewünscht.

Gehört wurde u. a. mit dem kompakten aber sehr leistungsstarken Lyngdorf TDAI-2210 Streaming-Vollverstärker, der hier unauffällig auf der Fensterbank steht. Also habe ich die Speaker in meinen Haupthörraum verfrachtet, der deutlich kleiner (um 20 m²) und akustisch sorgfältig optimiert ist. Auch hier entpuppte sich eine eher wandnahe Aufstellung als bessere Option – trotz der rückseitigen Bassreflexöffnung. Nur nicht ganz an die Wand quetschen, bitte. Das dürfte den Meisten Interessenten für Lautsprecher dieser Kategorie entgegenkommen, müssen sie die Sandwich 100 doch nicht so weit in den Raum rücken, sondern können sie eher platzsparend positionieren.
So positioniert blühten die Sandwich 100 förmlich auf.
