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Test LEAK Sandwich 100 Kompaktlautsprecher: Klassischer Look mit moderner Technik zum fairen Preis

LEAK Sandwich 100 – Klang und Fazit

Der Hörtest: Euphonisch aber nicht explizit britisch
Mit der richtigen Aufstellung rastete das Klangbild der LEAK Sandwich 100 endlich ein. Das Experiment mit dem großen Hörraum und freier Aufstellung diente auch vor allem fotografischen Zwecken. Mir war schon klar, dass das klanglich nicht ganz so gut hinhaut. Nun aber hatten die Sandwich beste Voraussetzungen, ihr Können unter Beweis zu stellen. Und das war vor allem sehr schön transparent, räumlich weit und dennoch nie unangenehm, mit der zu erwartenden ausgezeichneten Räumlichkeit am Sweet Spot, aber Charakterlich nicht unbedingt so, wie ich es von einigen britischen Speakern wie etwa der legendären ProAc Tablette kenne (die aber einiges teurer ist).

Im Bass und Grundton blieben die Sandwich 100 weiterhin zurückhaltend, was aber der Klarheit und Präzision des Klangbildes zuguite kan, wie sich auch später im Vergleich zeigte. (Siehe weiter unten.)

Die Sandwich spielen eher neutral als euphonisch, was diejenigen, die einen eher unverfälschten „Studioklang“ bevorzugen sicher zu schätzen wissen. Aber dieses gewisse Etwas im Klang, das so sehr mit einigen britischen Lautsprechern verbunden wird, sticht hier nicht besonders hervor.


Bassfetischisten sollten sich – trotz wandnaher Aufstellung – auch nicht zu viel erhoffen. Die kleinen Sandwiches sind hier ehrlich und ohne die sonst oft bei kleinen Zwei-Wege-Speakern genutzte Betonung abgestimmt, dafür aber sehr sauber und klar. Unter dem Strich müssen Bassfans entweder einen Subwoofer zu Hilfe nehmen, oder auf ein größeres Modell ausweichen, mit denen die Aufstellungsregeln der Sandwich 100 aber möglicherweise nicht mehr gelten.

Die Frage war nun, wie sich die LEAK gegen andere, ähnlich konzipierte und vergleichbar teure Lautsprecher schlagen würden. Dazu habe ich die eversolo SE 100 (siehe Vorstellung im TechTicker) eingeladen, die mit rund 500 Euro Paarpreis etwas günstiger aber auch optisch schlichter sind. Zumindest für einen kurzen Quervergleich reichte es, denn die eversolo sind erst kurz vor der geplanten Veröffentlichung dieses Tests erschienen und hatten dementsprechend nur wenige Stunden Einspielzeit. Sie werden später in einem Einzeltest näher behandelt.

Hier trafen zwei grundsätzlich unterschiedliche Charaktere aufeinander. Auf der einen Seite die doch irgendwie leicht britisch angehauchten Sandwich mit einem charmanten und zugleich sehr frischen Klang, der nichts an Auflösung und Ehrlichkeit vermissen ließ. Auf der anderen Seite die eversolo, die mit ihrer speziellen Form auch direkt für die Unterbringung in einem IKEA-Regal geeignet sind und merklich wärmer klingen. Aber tonal auch nicht so ehrlich wie die LEAK. Die eversolo besitzen eindeutig die angesprochene leichte Bassbetonung und sie verfügen über einen vollmundigeren Grundton. Und das, obwohl ihre untere Grenzfrequenz mit 55 Hz noch höher als die der Sandwich 100 liegt. Das kann ihnen bei schlechter Aufstellung oder mit besonders tieftonlastigem Musikmaterial aber auch ein wenig zum Verhängnis werden, da sie hier an Präzision einbüßen. Ich will nicht „dröhnig“ sagen, aber die Sandwich 100 sind doch ein Stückchen natürlicher und tonal ausgewogener.

Letztlich ein Patt, bei dem es eher um persönliche Klangvorlieben und Aufstellungsprioritäten geht. Für ihren Preis sind beide Kontrahenten gute Empfehlungen.

Die Standfüße sind übrigens aus meinem Bestand und passen daher mit ihren massiven Holzwangen farblich nicht zu den LEAK. Es handelt sich um heute nicht mehr hergestellte, höhenverstellbare Standfüße von Sonus faber, leicht modifiziert mit speziellen Audio Physic VCF II Magnetic plus Füßen.

Fazit: Der „New British Sound“?
Retro hin oder her: die LEAK Sandwich 100 sehen einfach sehr stilvoll aus – wenn man auf Holz steht. Für mich sind sie zeitlos und passen in wirklich viele Interieurs, nicht nur solche mit klassischer Einrichtung.

Aus klanglicher Sicht sollten vor allem diejenigen einen näheren Blick auf diese Speaker werfen, für die eine Aufstellung mit viel Wandabstand ohnehin nicht in Frage kommt. Die LEAK Sandwich 100 brauchen eine gewisse Nähe vor allem zu den hinteren Raumbegrenzungen, um ausreichend Körperhaft spielen zu können. Und zu groß sollte der Raum auch nicht sein. Ideal also für die Studentenbude.

Ein gelungenes Zwei-Wege-Konzept in schickem Gewand zum sehr fairen Preis.


Plus/Minus LEAK Sandwich 100
+ Sehr transparenter und ausgewogener Klang
+ für wandnahe Aufstellung geeignet
+ schöne Verarbeitung und zeitloser Look
+ recht guter Wirkungsgrad
+ Verstärkerunkritisch
+ Hochwertige Single-Wire Terminals
+ magnetische Frontabdeckung, passt zum Stil

– könnte etwas mehr Substanz im Tiefton haben

Kommentare

haschuk02.05.26 08:29
Moin.

[b=20}Der Hörtest: Euphonisch aber nicht explizit britisch.

Das hat sich ne falsche Klammer eingeschlichen.

Und Zitat: Doch ein wenig mehr Oberbass und Grundton hätte ich mir schon gewünscht.

Was meinst Du mit Oberbass?
-2
sonorman
sonorman02.05.26 09:23
haschuk
Moin.

[b=20}Der Hörtest: Euphonisch aber nicht explizit britisch.

Das hat sich ne falsche Klammer eingeschlichen.
Danke, ist korrigiert. 🙏🏻
Und Zitat: Doch ein wenig mehr Oberbass und Grundton hätte ich mir schon gewünscht.
Was meinst Du mit Oberbass?

Den Bereich zwischen mittlerem Bass und Grundton (100-150 Hz).
+3
haschuk02.05.26 10:39
Deswegen habe ich immer Schwierigkeiten mit den HiFi-Definitionen.

Der Grundton ist immer relativ. Bei der Kick liegt er bei 40 Hz, beim Bass/Synth//Orgel bei 30-60 Hz, bei Gitarren bei 60 - 120 Hz. Im Mix wird aber der Bereich der dritten und vierten Obertöne gepusht, der in der Range von 120–180 Hz liegt und da wird dann von einem Bassfundament im Mix gesprochen. Dagegen will man den „Oberbass-Bereich“ für Kick, Bass, Synths etc gar nich nutzen, weil es sonst mit dem Grundton von Gitarren matscht. Und noch wilder wird es, wenn im Toningenieursbereich von tiefen Mitten bis 100 Hz gesprochen wird.

Daher immer wieder mein Plädoyer für die Angabe von Frequenzbereichen mit Hz Angabe.
+1
sonorman
sonorman02.05.26 10:57
haschuk
Da es keine allgemein gültigen, verbindlichen Definitionen dafür gibt, ist das leider so. Es bringt aber nichts, einen genauen Frequenzbereich anzugeben, weil erstens Endverbraucher/Nicht-Musiker damit wenig anfangen können und weil es zweitens eben immer Bereiche sind, über die wir reden, keine exakten Noten. Meine Höreindrücke haben ja auch keinen Messgerätecharakter.

Auf der verlinkten Seite steht daher ja auch extra der Hinweis:
Die folgende Übersicht soll natürlich ebenfalls nicht als „amtliche“ Definition verstanden werden und auch die zugehörigen Beschreibungen lassen sich zum Teil nicht einfach starr in einen festen Frequenzbereich einordnen beziehungsweise eindeutig abgrenzen – dennoch liefert eine solche Systematik gute Anhaltspunkte, um das Thema Frequenzbereiche anschaulicher und nachvollziehbarer werden zu lassen:
+3
scheubo02.05.26 13:00
Nebensächlich: Der Link zum „Leica Look“ am Angang des Artikels funktioniert in der App nicht.
-1
Tirabo02.05.26 13:31
haschuk
Deswegen habe ich immer Schwierigkeiten mit den HiFi-Definitionen.

Und noch wilder wird es, wenn im Toningenieursbereich von tiefen Mitten bis 100 Hz gesprochen wird.

Daher immer wieder mein Plädoyer für die Angabe von Frequenzbereichen mit Hz Angabe.

Ich muss jetzt mal wirklich nachfragen: wer von den von dir erwähnten Toningenieuren hat das denn behauptet? Ich würde bei 100 Hz nie von „Mitten“ sprechen um Gottes willen, ich würde dieses Wort in diesem Bereich nicht einmal erwähnen.
0
haschuk02.05.26 15:28
Einige. Und mal Beispiele zu welchen Stilblüten in Produkten es führt:



0
haschuk02.05.26 16:05
sonorman
haschuk
Da es keine allgemein gültigen, verbindlichen Definitionen dafür gibt, ist das leider so. Es bringt aber nichts, einen genauen Frequenzbereich anzugeben, weil erstens Endverbraucher/Nicht-Musiker damit wenig anfangen können und weil es zweitens eben immer Bereiche sind, über die wir reden, keine exakten Noten. Meine Höreindrücke haben ja auch keinen Messgerätecharakter.

Deswegen rede ich auch von Frequenzbereichen von/bis.

Zum Thema Endverbraucher. Genau da finde ich immer wieder mit den Begrifflichkeiten Mitten/Höhen Schwierigkeiten. Beispiel. Passiert öfters beim Souncheck, dass jemand besorgt daherkommt und fragt. Die Mitten ziehen Sie aber schon noch runter? Rätsel. Nachdenken. Fragen. Was sind für Sie Mitten? Offene Antwort. Naja, der Mensch hört bis 16.000 Hz. Die Mitten sind da so bei 6.000 - 10.000 Hz. Also in der Mitte….Aaaaaah. Sie meinen die Höhen ab 6000…
+1
sonorman
sonorman02.05.26 16:22
Nun, was soll ich dazu sagen? Ich kenne das seit über 40 Jahren eigentlich nicht anders, hatte selbst nie ein Problem mit der Einordnung und kenne auch keinen, der ein Problem damit hatte. Und ich halte es nicht für sinnvoll, diese gewohnte Art der Beschreibung zu ändern, zumal Du selbst sagst:
haschuk
Der Grundton ist immer relativ.
"Oberbass" ist eine Relativbeschreibung.

Von daher möchte ich jetzt aus einer Mücke auch keinen Elefanten machen.
+5
System 6.0.1
System 6.0.102.05.26 17:41
Also, bis hier hin gelesen ist der Vergleich mit dem Leica Look sauber nachzuvollziehen.

Dabei geht es hier sogar um messbare Ereignisse. HiFi ist der Fotografie halt immer drei Schritte auf der Leiter des Wahnsinns jeder anderen bekloppten Diskussion voraus.

Muss man einfach neidlos anerkennen und genießen.

„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
-3
Tirabo02.05.26 19:01
haschuk
Einige. Und mal Beispiele zu welchen Stilblüten in Produkten es führt:




Ich finde das jetzt offengestanden nicht bedenklich! Das untere Bild ist ein Mesa Boogie D800 + Bassverstärker (das ohne „+“ hat gar keine Bezifferung irgendwelcher Frequenzen). Da gibt es einen Regelbereich der „unteren Mitten“ ab 1800Hz runter und dieser wurde halt innerhalb des Reglers zusätzlich nach unten in den „Bassbereich“ erweitert Wie man diesen nicht näher bezifferten Regelbereich da unten dann nennt, ist eigentlich egal. Ich finde das jetzt wirklich nicht so eng. Es gibt ja für den Bass einen eigenen Regler. Und bei PA hat der Toni am Pult eh das EQ-Sagen.
Und im oberen Bild gibt es halt auch einen Regelbereich. Man muss es nicht so regeln, es ist ein Hör-Angebot. (Wie heisst das Gerät?)
Ich glaube, dass diese Potis alles Hörangebote sind und nicht das Regelwerk Definition für diese Art Gattung von Gerät.
0
Huba02.05.26 22:37
Neben der Aufzählung der rein technischen Daten und Verarbeitung finde ich die Einschätzung der Positionierung (wandnah oder mit Abstand) sowie die Einschätzung über die Leistungsfähigkeit eines zugehörigen Verstärkers enorm wertvoll.
Danke, dass du auch diese Aspekte beleuchtest!
+1
teorema67
teorema6702.05.26 22:45
haschuk
... Und noch wilder wird es, wenn im Toningenieursbereich von tiefen Mitten bis 100 Hz gesprochen wird ...

Ganz subjektiv finde ich schon, dass das passt: 5-saitiger Kontrabass beginnt beim Kontra-C (33 Hz) oder Subkontra-H (31 Hz), Cello beim großen C (65 Hz) und Bratsche beim kleinen C (130 Hz).
+1

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