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Mehrwertsteuersenkung: Apple kündigt Rückerstattungen an - und wälzt Digitalsteuern zum Teil auf Entwickler ab

Trotz der am 1. Juli dieses Jahres wegen der Corona-Pandemie um drei Prozentpunkte verringerten Umsatzsteuer hat Apple die Preise in den deutschen App Stores für iPhone, iPad und Mac nicht gesenkt. Das rief zwar vereinzelt Kritik hervor, ist aber rechtlich nicht zu beanstanden. Der Gesetzgeber schreibt nämlich die Weitergabe der Steuersenkung an Endkunden nicht vor. Apple selbst und die Entwickler allerdings profitieren von der Reduzierung, wenn auch naturgemäß lediglich in überschaubarem Rahmen.


Abo-Kunden erhalten Geld zurück
Ein Teil der App-Store-Kunden wird aber in den kommenden Monaten ebenfalls in den Genuss des bis Ende dieses Jahres abgesenkten Mehrwertsteuersatzes kommen. Wer per In-App-Kauf ein Abonnement abgeschlossen hat, erhält für sämtliche Monate zwischen Juli und Dezember 2020 eine entsprechende Erstattung. Das kündigte Apple jetzt im hauseigenen Entwickler-Portal an. Für ein Abo beispielweise, welches 9,99 Euro im Monat kostet, gibt es also automatisch 25 Cent zurück, und das im besten Fall sechsmal. Auf die Einnahmen der Abo-Anbieter wirkt sich die Erstattung dem iPhone-Konzern zufolge nicht negativ aus. Wann die Kunden mit den Rückzahlungen rechnen können, teilte das Unternehmen nicht mit. Ob die Erstattungen auch für Apples kostenpflichtige iCloud-Speicherpläne gewährt werden, ist nicht bekannt.

Apple bringt Digitalsteuern in Ansatz
In drei anderen europäischen Ländern müssen sich Entwickler hingegen auf leicht sinkende Erträge einstellen. Das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien haben nämlich vor einiger Zeit sogenannte Digitalsteuern in Höhe von zwei oder drei Prozent eingeführt. Diese Abgaben, welche Unternehmen ab einer bestimmten Größe auf ihren Umsatz entrichten müssen, wälzt Apple zum Teil auf die in den App Stores vertretenen Software-Anbieter ab. Ab sofort zieht der iPhone-Konzern vor der Berechnung der eigenen Provision vom Bruttopreis nämlich nicht mehr nur die enthaltene Mehrwertsteuer, sondern auch die Digitalsteuer ab. Dadurch reduziert sich naturgemäß der Betrag, welcher in die Tasche des Entwicklers fließt. Für eine App, die 5,49 Euro kostet, erhält der Anbieter daher in Frankreich (20 Prozent Mehrwertsteuer) ab sofort nur noch 4,46 Euro statt bisher 4,58 Euro. Dass dieses Vorgehen im Sinne der betreffenden Staaten ist, darf bezweifelt werden, diese hatten zumindest nicht die Absicht, Entwickler und Zulieferer von Apple, Amazon, Google & Co. mit der Digitalsteuer zu belasten.

Kommentare

awk03.09.20 16:03
Da werden die Fanboys aber weinen, vertraten sie doch in einem Thread hier, dass es von Apple völlig korrekt sei den Steuervorteil einzusacken.
Offensichtlich gab es hinter der Bühne mächtig Druck auf Apple.
Und nein, es hat nicht lange gedauert bis die interne Apple Prozesse soweit waren. Man hätte gleich nach dem Beschluss der Regierung die Umsetzung in der jetzigen Form ankündigen können.
-5
DTP
DTP03.09.20 16:07
Übersetzung CNBC
"Es gibt nichts, was Tech-Firmen daran hindert, dies zu tun, auch wenn es für ihre Bilder nicht wirklich gut aussieht", sagte er. Er fügte hinzu, dass "dies nicht so sehr eine steuerliche Frage ist, sondern eine Frage des Wettbewerbs, denn letztendlich werden die Endnutzer, ob Entwickler, Marktplatz-Verkäufer oder andere, diese Dienste nutzen müssen und am Ende die Steuer zahlen müssen".

The Verge
In der Türkei zum Beispiel erhöht Apple die Preise im App Store für die Verbraucher um 7,5 Prozent als Antwort auf die neue Steuer auf digitale Dienste.


Super, Apple und Google werden endlich ein wenig mehr besteuert und finden sofort einen Weg, diese Steuer zu vermeiden und sie den Kunden und Anbietern weiterzugeben.
-5
macerkan
macerkan03.09.20 16:16
Es war doch absehbar, dass dies so kommt. Apple und Co. arbeiten immer mit Nettobeträgen, so wie alle anderen Unternehmen auch. Je weniger Netto, desto weniger eigener Anteil und desto weniger Anteil für die Lieferanten/Entwickler.
+3
DTP
DTP03.09.20 16:26
macerkan
Es war doch absehbar, dass dies so kommt. Apple und Co. arbeiten immer mit Nettobeträgen, so wie alle anderen Unternehmen auch.
Die Digitalsteuer ist aber ja nicht als Mehrwertsteuer implementiert sondern als Steuer für wenige, große, globale Internetunternehmen. Dass Apple und Google die weiterberechnen (auch an 1-Personen Unternehmen) ist vielleicht legal aber hat einen sehr bitteren Beigeschmack.
+1
aMacUser
aMacUser03.09.20 16:33
awk
Da werden die Fanboys aber weinen, vertraten sie doch in einem Thread hier, dass es von Apple völlig korrekt sei den Steuervorteil einzusacken.
Offensichtlich gab es hinter der Bühne mächtig Druck auf Apple.
Und nein, es hat nicht lange gedauert bis die interne Apple Prozesse soweit waren. Man hätte gleich nach dem Beschluss der Regierung die Umsetzung in der jetzigen Form ankündigen können.

Rechtlich in Ordnung ist es auch zumeist (Grauzone und so). Ob es moralisch in Ordnung ist, ist da eine ganz andere Geschichte.
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Mecki
Mecki03.09.20 16:53
Fast sämtliches Geld, das ein Unternehmen einnimmt, stammt von Kunden (wenn man mal Kapitalerträge außen vor lässt, die viele Unternehmen überhaupt nicht besitzen). Und sämtliche Kosten, die ein Unternehmen hat, rechnet es mit in den Endpreis der verkauften Produkte/Dienstleistungen ein. Alles was ein Unternehmen also bezahlen muss, zahlen letztlich immer deren Kunden, denn woher soll das Geld denn sonst kommen? Vom Gründungskapital (bzw. Grund- oder Stammkapital)? Wie lange? Bis das komplett aufgebraucht ist und dann? Soll das Unternehmen Kredite dafür aufnehmen? Und mit welchen Geld sollen sie diese dann zurück zahlen? Es kann nur vom Kunden kommen, denn das ist die Quelle aus der das Geld eines Unternehmens stammt.

Also wie stellen Politiker sich das vor, wenn sie Unternehmen Steuern oder Abgaben aufbürden und nicht wollen, dass die Kunden diese zahlen? Sollen die Unternehmen Geld im Keller drucken? Natürlich zahlen das immer die Kunden. Das einzige was Unternehmen tun können, ist die Marge zurück zu fahren, aber die können sie auch nicht bis auf unter Null fahren, weil dann kann sich das Unternehmen auch gleich auflösen. Ziel einer jeden Unternehmung ist Gewinn und wenn die Marge Null ist, dann ist da kein Gewinn mehr, dann ist es ein Hobby und keine Unternehmung. Und für die Festlegung der Marge spielen Steuern und Abgaben direkt erst einmal keine Rolle. Ein Unternehmen wird nur dann die Marge senken, wenn es glaubt, dass es dadurch mehr Gewinn machen kann, denn dann sinkt zwar der Gewinn pro Stück, aber ggf. steigt die Stückzahl durch einen niedrigeren Preis. Das funktioniert aber auch nur bedingt, denn irgendwann fängt der Zuwachs bei der Stückzahlen den Margenverlust nicht mehr ab.
+5
Marcel Bresink03.09.20 16:59
awk
Da werden die Fanboys aber weinen, vertraten sie doch in einem Thread hier, dass es von Apple völlig korrekt sei den Steuervorteil einzusacken.
Offensichtlich gab es hinter der Bühne mächtig Druck auf Apple.

Hast Du den Artikel überhaupt verstanden? Apple sackt den Steuervorteil auch weiterhin ein (und das ist gesetzlich zulässig).

Nur für Abonnement-Verträge wurde noch einmal klargestellt, dass die zuviel gezahlte Steuer an die Endkunden per Gutschrift zurückgezahlt wird. Ein Abonnement ist gemäß BMF-Schreiben III C 2 - S 7030/20/10009 :004 Tz 3.3 eine "Dauerleistung", bei das das rechtlich so vorgeschrieben ist.
+1
awk03.09.20 17:22
aMacUser
Rechtlich in Ordnung ist es auch zumeist (Grauzone und so). Ob es moralisch in Ordnung ist, ist da eine ganz andere Geschichte.

Es gibt keine Grauzone. Es wurde von Anfang an von der Regierung klar gesagt, dass keine Verpflichtung zur Preisanpassung besteht.

Das ändert aber nichts daran, dass ein Unternehmen das zu den wertvollsten und prosperierendsten der Welt gehört und sowieso von der Corona Krise profitiert sich an staatlichen Förderungen bereichert. Das hinterlässt einen schalen Beigeschmack wo sich Apple doch so gern als sozial engagiert geriert.
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Ythcal
Ythcal03.09.20 19:12
Die Digitalsteuer soll ja, soweit ich das verstanden habe, nur für Firmen ab einer bestimmten Größe greifen, d.h. kleine Anbieter sollten sich diese wiederholen können.
Andersrum gedacht: Warum genau sollte Apple die Digitalsteuer komplett übernehmen für über den App-Store gekaufte Produkte von z.B. Microsoft oder Adobe?
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aMacUser
aMacUser03.09.20 20:29
awk
aMacUser
Rechtlich in Ordnung ist es auch zumeist (Grauzone und so). Ob es moralisch in Ordnung ist, ist da eine ganz andere Geschichte.

Es gibt keine Grauzone. Es wurde von Anfang an von der Regierung klar gesagt, dass keine Verpflichtung zur Preisanpassung besteht.
In dem Fall hast du recht, es ist keine Grauzone. Grauzone war bezogen auf die sonstigen Steuerspielchen von Apple (war von mir aber auch nicht eindeutig ausgedrückt).
Manche Unternehmen geben die gesenkte Ust an den Kunden weiter, manche nicht. Bei den ganzen Rechnungen, die ich im Monat zu zahlen habe, haben weniger als die Hälfte den Steuervorteil weitergegeben. Warum also regt man sich jetzt ausgerechnet über Apple auf?
+1
pcbastler04.09.20 09:17
DTP
Super, Apple und Google werden endlich ein wenig mehr besteuert und finden sofort einen Weg, diese Steuer zu vermeiden und sie den Kunden und Anbietern weiterzugeben.

Steuern werden IMMER auf den Kunden abgewälzt... manche Firmen sind halt so ehrlich und machen das transparent, andere erhöhen die Preise einfach stillschweigend.

Und überhaupt: Wer kann denn heutzutage noch so blauäugig sein und meinen, dass diese neuen Steuern nicht vom Endkunden bezahlt werden?
+1
DTP
DTP04.09.20 09:31
pcbastler
Steuern werden IMMER auf den Kunden abgewälzt... manche Firmen sind halt so ehrlich und machen das transparent, andere erhöhen die Preise einfach stillschweigend.

Und überhaupt: Wer kann denn heutzutage noch so blauäugig sein und meinen, dass diese neuen Steuern nicht vom Endkunden bezahlt werden?
Apple berechnet die Steuer aber nicht an die Käufer weiter sondern an die Marktteilnehmer (Anbieter, App Programmierer) und lässt gleichzeitig den Bruttoverkaufspreis gleich (den kann der Anbieter ja nicht beliebig verändern, sondern nur in Kategorieschritten).
-1
richm04.09.20 12:17
pcbastler
DTP
Super, Apple und Google werden endlich ein wenig mehr besteuert und finden sofort einen Weg, diese Steuer zu vermeiden und sie den Kunden und Anbietern weiterzugeben.

Steuern werden IMMER auf den Kunden abgewälzt... manche Firmen sind halt so ehrlich und machen das transparent, andere erhöhen die Preise einfach stillschweigend.

Und überhaupt: Wer kann denn heutzutage noch so blauäugig sein und meinen, dass diese neuen Steuern nicht vom Endkunden bezahlt werden?

Ich
Würde es differenziert betrachten. Das Unternehmen könnten zum Beispiel seine Prozesse optimieren, z.B. kleinere Verpackungen für Geräte, weniger Material, weniger Frachtkosten etc. Dadurch könnten das Unternehmen die Steuern bezahlen, dem Kunden allerdings die gleichen Preise anbieten, was wiederum den Kunden glücklich macht. Da die Steuern aber so "gering" sind wird der Kunde es nicht groß merken und trotzdem kaufen, wenn das Unternehmen es 1:1 weitergibt.
-1
Dubidu04.09.20 15:37
Ythcal
Die Digitalsteuer soll ja, soweit ich das verstanden habe, nur für Firmen ab einer bestimmten Größe greifen, d.h. kleine Anbieter sollten sich diese wiederholen können.
Andersrum gedacht: Warum genau sollte Apple die Digitalsteuer komplett übernehmen für über den App-Store gekaufte Produkte von z.B. Microsoft oder Adobe?

Wie hier schon erwähnt wurde, bemessen sich die Anteile Apples und der Entwickler immer am Nettopreis. Im Regelfall sind es vom Gesetz her für die Entwickler nicht steuerbare Umsätze. Somit macht Apple es vollkommen richtig, erst sämtliche Steuern abzuziehen (auch die neuen Digitalsteuern) und dann den verbliebenen Betrag zu 30 und 70 Prozent aufzuteilen.

Letztendlich wird dabei Apples Anteil exakt mit den vorgesehenen 2 oder 3 Prozent besteuert, wie es sich der Gesetzgeber vorgestellt hat.
richm
pcbastler
DTP
Super, Apple und Google werden endlich ein wenig mehr besteuert und finden sofort einen Weg, diese Steuer zu vermeiden und sie den Kunden und Anbietern weiterzugeben.

Steuern werden IMMER auf den Kunden abgewälzt... manche Firmen sind halt so ehrlich und machen das transparent, andere erhöhen die Preise einfach stillschweigend.

Und überhaupt: Wer kann denn heutzutage noch so blauäugig sein und meinen, dass diese neuen Steuern nicht vom Endkunden bezahlt werden?


Ich
Würde es differenziert betrachten. Das Unternehmen könnten zum Beispiel seine Prozesse optimieren, z.B. kleinere Verpackungen für Geräte, weniger Material, weniger Frachtkosten etc. Dadurch könnten das Unternehmen die Steuern bezahlen, dem Kunden allerdings die gleichen Preise anbieten, was wiederum den Kunden glücklich macht. Da die Steuern aber so "gering" sind wird der Kunde es nicht groß merken und trotzdem kaufen, wenn das Unternehmen es 1:1 weitergibt.

Verpackungen und Frachtkosten bei digitale Waren?
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