Google warnt vor Gmail-App und zögert App-Updates hinaus – wegen der Pflicht zu Datenschutz-Labels?

Google scheint Probleme damit zu haben, der Pflicht für Datenschutz-Labels in Apples App Store nachzukommen. Anders lässt sich die lange Zeit seit dem letzten Update einiger Apps des Suchmaschinen-Anbieters nicht erklären. Drittanbieter müssen ihre Anwendungen im App Store seit Dezember mit einem entsprechenden Label versehen, das Auskunft über den Umgang mit Nutzerdaten gibt – und den Umfang des Anwenderdaten-Trackings offenlegen. Die Regel greift für neueingereichte Apps ebenso wie für Updates vorhandener Programme. Manche Google-Apps für iOS sind mittlerweile schon so lange ohne Aktualisierung, dass es kurzzeitig zu einem kuriosen Warnhinweis innerhalb der jeweiligen Anwendung kam.


Google warnt vor Nutzung der eigenen Gmail-App
„Du solltest die App aktualisieren. Die Version, die du benutzt, enthält nicht die neusten Sicherheitsfunktionen“ – den Google-Warnhinweis sahen Nutzer der Gmail-App kürzlich innerhalb der Anwendung, wenn sie einen neuen Account anlegen wollten. Die Empfehlung zum Update birgt jedoch ein Problem: es gibt schon seit Monaten keine Aktualisierung. Während das jüngste Gmail-Update im Google Play Store für Android-Geräte vom 9. Februar stammt, erhielten iPhone- und iPad-Nutzer zuletzt am 1. Dezember 2020 eine neue Version.


Quelle: MacRumors

Viele Google-Apps seit Monaten ohne Update
Google veröffentlicht normalerweise mehrmals pro Monat ein Update für iOS-Versionen der hauseigenen Apps. Seitdem Apple die Datenschutz-Labels vorschreibt, sind jedoch keine Updates mehr für diverse Google-Anwendungen erschienen. Der Suchmaschinen-Riese nennt zwar keinen Grund für den fehlenden Nachschub an Aktualisierungen, eine Vermutung liegt aber nahe: Da Google-Dienste sehr datenhungrig sind und viele Nutzerdaten für Werbezwecke analysieren, scheut sich das Unternehmen, das notwendige Datenschutz-Label im App Store zu veröffentlichen. Das Label könnte sich negativ auf den ohnehin schon hinsichtlich des Datenschutzes ramponierten Ruf von Google auswirken und Anwender abschrecken.

Offenbar versucht das Unternehmen die Label-Pflicht so lange wie möglich hinauszuzögern und Anpassungen vorzunehmen, um die Label-Hinweise weniger harsch erscheinen zu lassen. Dabei versprach Google schon Anfang Januar, „diese oder nächste Woche“ Updates inklusive Datenschutz-Label für alle iOS-Apps bereitzustellen. Doch bis heute fehlen viele der angekündigten Aktualisierungen. Wie lange Nutzer warten müssen, bis alle Google-Apps aktualisiert werden, ist derzeit nicht abzusehen. Das Unternehmen entfernte den Warnhinweis der Gmail-App kürzlich übrigens wieder – serverseitig. Ein Software-Update gab es nicht.

Kommentare

OMA
OMA11.02.21 14:30
Zumindest Chrome habe ich inzwischen von allen iOS/iPadOS-Geräten entfernt. Da klaffen wohl die größten Sicherheitslücken.
+2
Der Mike
Der Mike11.02.21 15:10
Wozu braucht man die?

Wenn ich für jeden E-Mail-Account eine eigene "App" bräuchte, dann ist der Anbieter Schrott.

E-Mail ist standarisiert.

Outlook ist schon schlimm genug, scheißt auch auf Standards (!= Exchange).
+2
shotekitehi
shotekitehi11.02.21 16:11
...das Google vor der plakativen Darstellung seines Geschäftsmodelles, der Datenverwertung seiner Nutzer, so einen Bammel hat...
Auf der Schachtel stand: ‘Benötigt Windows XP oder besser’. Also habe ich mir einen Mac gekauft.
+2
tk69
tk6911.02.21 18:07
Herrlich, diese inoffiziellen Eingeständnisse… 😄
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Peter Eckel12.02.21 00:40
Das muß man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Allein auch nur einzugestehen, wie viele und welche Daten sie abgreifen, ist Google schon zu heiß.

Ich habe die Datenschutz-Label-Nummer im App Store von Apple ehrlich gesagt ja für einen weitestgehend wirkungslosen PR-Gag gehalten. Anscheinend habe ich mich geirrt.
Ceterum censeo liberum facierum esse delendum.
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MikeMuc12.02.21 08:51
Wahrscheinlich wissen diejenigen bei Google, die diese Label nun ausfüllen sollen, garnicht, was die Apps so alles sammeln. Anstatt nun einfach zu schreiben: „wir sammeln alles und noch mehr“ versucht man sich gerade durch die Programme zu graben und untersucht, was man da genau sammelt und wie man das am besten umschreiben kann
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