Für Suche nach dem nächsten Justin Bieber: Apple kauft Musikanalyse-Startup Asaii

Die Abonnentenzahlen von Apple Music gingen in den letzten Jahren stetig nach oben. Um den für Apple wichtigen Streamingdienst noch attraktiver zu machen, passt das Unternehmen die Künstler-Empfehlungen immer mehr an den individuellen Geschmack der Nutzer an. Der Kauf des in San Francisco beheimateten Analytics-Startups Asaii könnte dabei helfen, die entsprechenden Algorithmen weiter zu optimieren. Das Angebot von Asaii spezialisiert sich zudem darauf, Interpreten mit Star-Potenzial möglichst früh zu entdecken.


Apple Music mit Asaii-Algorithmen optimieren
Asaii durchstöbert und analysiert mithilfe von Machine Learning Social-Media-Daten und Streaming-Angebote wie Facebook, Twitter, Instagram, Apple Music, Spotify, YouTube sowie SoundCloud, um vielversprechende Talente zu identifizieren. Dem Unternehmen zufolge finden die hauseigenen Algorithmen Künstler 10 Wochen, bevor sie in den Charts auftauchen. Die Technologie entdecke den nächsten Justin Bieber, bevor es jemand anderes tut, so ein Eintrag auf der Website.

Asii wurde von Sony Theakanath, Austin Chen und Chris Zhang gegründet, die zuvor bereits einschlägige Erfahrung im Technologie-Sektor bei Unternehmen wie Apple, Facebook, Uber, Salesforce und Yelp sammelten. Inzwischen arbeiten sie für das Apple Music-Team. Asii kann Apple außer bei besseren Hör-Vorschlägen auch dabei unterstützen, ein Konkurrenzangebot zu Spotifys direkter Zusammenarbeit mit weniger bekannten Künstlern und Labels zu entwickeln. Der Übernahmepreis soll weniger als 100 Millionen US-Dollar betragen. Genauere Angaben zur Kaufsumme gibt es keine.

Kommentare

Legoman
Legoman16.10.18 09:06
Musik aus dem Computer ohne Seele und ohne Wiedererkennungswert. Schnell produziert, kurz nach oben gejubelt, schnell wieder vergessen. Bäh.
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sonorman
sonorman16.10.18 09:16
Die sollten mal einen Algorithmus entwickeln, der die nächsten Pink Floyd oder Queen entdeckt und nicht so'ne Retorten-Dumbos wie den Bieber.
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Tekl
Tekl16.10.18 09:32
War auch mein Gedanke. Was will man denn mit einem weiteren Bieber? Ach ja, ich vergaß, Kohle scheffeln. Normcore performt ja so gut, dass die Auktionäre feuchte Hosen bekommen.
(hier könnte eine hippe, attributreiche Selbstdarstellung stehen)
-1
MacTaipan16.10.18 11:17
Eigentlich bin ich ja gegen solche Plattitüden, aber hier sage ich auch mal: Die sollen sich mal lieber um ihre Conputer kümmern.
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Michael McDonald16.10.18 11:20
sonorman
Die sollten mal einen Algorithmus entwickeln, der die nächsten Pink Floyd oder Queen entdeckt und nicht so'ne Retorten-Dumbos wie den Bieber.

Sowas wird es nicht mehr geben, u.a. gerade wegen Streaming, Steuerung des Musikgeschmacks der Menschen via Algorithmen und der völlig veränderten Hörkultur, Titel basiert mit Zufallsmodus und beliebig.
Wer den ganzen Tag nur noch vorgefertigte Playlists hört, entwickelt keinen echten Bezug zur Musik.
Und da es auf der Vergütungsseite für Musiker nur noch erbärmliches aussieht, sind Musikprojekte mit echten Bands und Instrumenten, die viel Arbeit und Geldinvestition verlangen, nicht mehr rentabel und zudem nicht gefragt.
Es gibt kein Artist Development mehr und auch keine Langfristigkeit im Aufbau.
Und es wächst eine Generation von Musikhörern heran, die es zudem gar nicht stört, wenn die Musik nur noch von Dilettanten an PCs mit Hilfe von Loops, Autotune und Versatzstücken produziert wird, die weder richtig Singen können, noch irgendwelche essentiellen Kenntnisse in musikalischen Vokabular haben.
Fruity Loops und GarageBand lassen grüßen...
0
Deichkind16.10.18 11:24
Genau genommen geht es in dem Projekt ja nicht um Musikanalyse, sondern um die Analyse von Wahrnehmungsmechanismen.
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