Flashback aus alten Zeiten: MP3-Faces aus der Vor-iTunes-Ära feiern Comeback

Panic ist das, was man in Mac-Kreisen einen Indie-Entwickler bezeichnet. Allerdings ist die in Portland ansässige Firma in mittlerweile 23 Jahren zu einer etablierten Größe in der Software-Entwicklung für macOS und auch iOS geworden. In ihren gelegentlichen Blog-Beiträgen geben sie oftmals umfangreiche Einblicke in ihre Arbeit, ihre Umsätze und Zukunftspläne. Eins der ersten Produkte der Software-Schmiede war der Audio-Player "Audion". Mit ihm ließen sich ab 1999 am Mac neben CDs auch komprimierte Sound-Dateien im MP3-Format abspielen – zunächst unter dem klassischen Mac OS 9, später dann auch im neu vorgestellten OS X.


Aus der Zeit vor iTunes
Das Erzeugen von MP3-Titeln aus Audio-CDs war mit Audion nicht möglich, doch bei der Wiedergabe brachte die App einen erstaunlichen Funktionsumfang zu Tage. Weckfunktion wie Equalizer gehörten zum Lieferumfang, ebenso eine Karaoke-Funktion. Besonders stach jedoch die Möglichkeit heraus, eigene Faces zu gestalten – individuelle Bedienoberflächen für die Titelwiedergabe. Programmierkenntnisse waren nur im geringen Maße nötig; Anwender mussten lediglich für den unterschiedlichen Button-Status eigene Grafiken in einem Paket zusammenstellen und mit einer Textdatei deren Funktion definieren. Als dann 2001 das kostenlose iTunes erschien mit seiner Möglichkeit, selbstständig Musik-CDs zu "rippen", wurde es eng für Audion. Ab 2004 stellte Panic die Entwicklung ein und bot ihren Audio-Player fortan kostenlos an.

Vergangen ist nicht vergessen
Auch die Galerie der nutzergenerierten Faces blieb weiterhin online. Die Auflösungen sind längst nicht mehr zeitgemäß, doch mit ihren Transparenzeffekten und in späteren Versionen farblich anpassbaren Bereichen zeigte sich Panic durchaus innovativ. Nun beschreibt ein Blog-Beitrag der Mac-Entwickler, wie sie daran gingen, das bestehende Archiv an Audion-Faces umzuwandeln in funktionsfähige Web-Audio-Player. Der umfangreiche Blog-Beitrag ist voller technischer Details, etwa zum Umstieg von Mac OS zu OS X und den unterschiedlichen Phasen des Programms.


Alles für ein Podcast-Easter-Egg
Das Panic-Team entwickelte einen Konverter, um die Faces umzuwandeln. Der einzige praktische Nutzen: In der vierten Folge des Panic-Podcasts dreht sich alles um Audion, und wer diese Folge direkt auf der Website anhört, bekommt den Original Audion-Player eingeblendet, und kann auf eins von sieben Oberflächen wechseln, etwa zum futuristischen WIDGET.

Kommentare

obri11.03.20 13:11
Tatsächlich laut die Mehrzahl von "status" auch "status", mit lang gesprochenem "u". Ursache ist, daß "status" nicht zur o-Deklination, sondern zur seltenen u-Deklination gehört. So etwas wie "stati" gibt es dabei überhaupt nicht.

Quelle z.B:
+3
darkov
darkov11.03.20 13:11
Flashbacks
+1
Fenvarien
Fenvarien11.03.20 13:27
obri Der Redakteur wurde mit 12 Stockhieben "belehrt"!
(ist korrigiert )
Ey up me duck!
+12
HerrRotkohl11.03.20 14:45
....wow!!! Das waren noch Zeiten! Danke für die Nostagia 🙏
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Mowgli11.03.20 15:57
Hatte ich auch auf meinem PowerMac... war das damals eine Freude. Ich werd auch alt.
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MOTIVHIMMEL
MOTIVHIMMEL11.03.20 21:57
Die Zeiten mit Mac OS 9 oder älter, waren schon irgendwie ganz nett. Es gab so viele Programme mit denen man optisch schön rumspielen konnte. resexcellence.com war da eine wunderbare Anlaufstelle.

Und dann die zwei großen MP3 Player, die um die Gunst der Anwender buhlten. Audion und SoundJam MP. Ich war ein Anhänger von SoundJam, da es mir optisch und vor allem funktional (vor allem die Verwaltung von Wiedergabelisten) deutlich besser gefallen hat als Audion. Am Ende hat Apple ja SoundJam dann abgegriffen und daraus iTunes gezaubert.
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