FTC will gegen Apples "systematische Verbreitung linker Inhalte" vorgehen


Die Federal Trade Commission (FTC) wird derzeit vom Republikaner Andrew Ferguson geleitet. Dieser machte es sich jetzt zur Aufgabe, gegen die von Apple angeblich systematisch betriebene Verbreitung linker Inhalte vorzugehen. Es geht dabei um die Auswahl von Meldungen in Apple News, welche teils redaktionell, allerdings auch automatisiert erfolgt. Dabei beruft sich Ferguson auf eine reichlich fragwürdige Studie einer rechten Organisation. Diese hatte in Stichproben 620 linksgerichtete Artikel und genau null Meldungen von rechtsstehenden Medien gezählt.
Studie mit merkwürdigen MethodenAllerdings ist besagte Erhebung nicht ganz ernstzunehmen, denn Apple blendet sehr wohl Meldungen von Fox und Co. ein – als Artikel wie auch als Top Stories. Selbiges trifft auf das Wall Street Journal zu, welches wahrlich nicht als links gilt. Dass man wie kritisiert keine Inhalte von Breitbart oder The Gateway anzeigt, stimmt zwar – allerdings werden diese gemeinhin als rechtsextreme Fake-News-/Verschwörungsseiten eingestuft, verloren deswegen zahlreiche Klagen, und es ist nicht einmal bekannt, ob diese überhaupt an Apple News teilnehmen wollen. Der Dienst setzt auf Quellen, die sich für Apple News anmelden und sammelt nicht einfach internetweit Artikel
Das Fazit der Studie Inhalt wie auch Zuständigkeit der FTC fraglichFerguson beruft sich im
Brief an Apple auf Section 5 des FTC Act ("unfair or deceptive acts or practices") und argumentiert, Apple behaupte Neutralität, verhalte sich aber anders. Tim Cook solle zu den Vorwürfen Stellung nehmen und die angeprangerten Geschäftspraktiken korrigieren. Ob die FTC aber überhaupt Zuständigkeit für die Auswahl redaktioneller Inhalte eines privaten Aggregators hat, ist höchst strittig – selbst wenn eine Bevorzugung linksgerichteter Medien zutreffen würde.
Zudem können Nutzer in vielerlei Hinsicht anpassen, was sie sehen wollen, für sie irrelevante Inhalte abstufen oder fast komplett auf selbstgewählte Quellen in Apple News setzen. Vorwürfe gegen die angebliche Benachteiligung von Meldungen aus dem rechten Lager sind nicht neu – es handelt sich um seit jeher von Trump und seiner Regierung vorgebrachte Anschuldigungen, für die es aber kaum eine Datengrundlage gibt.