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Apples assets.car-Format entschlüsselt – Zugriff auf App-interne Grafiken und Bedienelemente

Wer bereits einige Erfahrung mit macOS gesammelt hat, weiß oftmals, dass eine App von der Struktur her lediglich ein Ordner ist, dessen Inhalt der Finder nicht standardmäßig darstellt. Öffnet man per Sekundärklick das Kontextmenü und wählt „Paketinhalt zeigen“, zeigt sich der macOS-Dateimanager gnädig und offenbart die interne Ordnerstruktur. Unter „Contents/Ressources“ lässt sich beispielsweise das App-Icon aufspüren (für macOS 15 und früher). In diesem Ordner findet sich in jeder App zudem eine Archivdatei namens „Assets.car“. Deren Inhalt war bisher undurchschaubar. Ein Entwickler mit dem Pseudonym „Ordinal0“ erklärt nun in einem detailreichen Blog-Beitrag, wie er das proprietäre .car-Format entschlüsselt hat.


Üblicherweise stellt Xcode die Datei Assets.car selbstständig; darin versammeln sich etwa Grafiken für App-spezifische Bedienelemente, spezielle Mauszeiger-Grafiken und Ähnliches. Entwickler können mittels zwei Kommandozeilen-Werkzeugen mit „Asset Catalogs“, wie Apple diese Dateien nennt, interagieren: „actool“ erstellt diese Dateien, und „assetutil“ erlaubt einige weitere Interaktionen mit diesen Archiven. Mittels Hex-Editor und Disassembler entlockte Ordinal0 dem Dateiformat beziehungsweise den Systemkomponenten stückweise die Geheimnisse. Grundsätzlich verwendet Apple offenbar ein ASCII-Format namens BOM (Bill of Materials) als generelle Dateistruktur. Die einzelnen Medien, welche sich im Dokument verbergen, folgen dann einer strikten Nomenklatur.

Was sich in der Assets.car-Datei verbarg, war bisher nur schwer zu entschlüsseln.

Ausprobieren im Browser
Dem Entwickler genügte es offenbar nicht, seine Erkenntnisse sowie die Vorgehensweise in ausführlicher Form zu dokumentieren. Zusätzlich bettete er eine interaktive Demonstration in seine Website ein. Zieht man eine Assets.car-Datei aus einer beliebigen App auf den dafür vorgesehenen Bereich, zeigt das Applet nach kurzer Zeit deren Inhaltsverzeichnis. Nach einem Klick auf den Reiter „Assets“ erscheint eine Übersicht der enthaltenen Medien. Bei Asset-Katalogen aus Apple-Apps, welche wir damit ausprobierten, entdeckten wir Sammlungen von Bedienelementen, etwa Scrollbalken oder Werkzeugleisten-Buttons. Auch SVG-Dateien, welche die Basis von Liquid-Glass-Icons darstellen, tauchten hier auf. Allerdings erwies sich die Demo als nicht sonderlich stabil – oftmals stürzte der Browser-Tab ab, bevor wir einzelne Grafiken extrahieren konnten. Das gibt der Entwickler freimütig zu – seine Hoffnung ist, dass Software-Entwickler sich berufen fühlen, eigenständige Programme zum Durchstöbern von car-Dateien zu entwickeln.

Die Assets.car-Datei von Automator enthält Grafiken und Vektordateien – letztere sind offenbar die einzelnen Elemente des Liquid-Glass-Icons.

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