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Mac-Praxis: Das stille Scheitern von Time Machine – und wie man Datenverlust vorbeugt

Backups sind nur dann gut, wenn sie regelmäßig erfolgen. Um das zu erreichen, bringt Apples Time Machine einige clevere Funktionen mit: Stündlich sichert eine Routine im Hintergrund sämtliche Änderungen auf ein zweites Speichermedium. Nach einer Woche räumt Time Machine automatisch auf und reduziert die Zahl der einzelnen Speicherstände auf einen pro Tag; nach einem Monat wird auf wöchentliche Speicherstände eingedampft. Um Nutzer nicht mit unverständlichen Mitteilungen abzuschrecken, ist Time Machine sehr zurückhaltend, was Fehlermeldungen angeht – vielleicht sogar zu zurückhaltend: Howard Oakley beobachtete, dass Time Machine einen Dreivierteltag lang keine Datensicherung vornahm. Nichts in macOS wies ihn aktiv darauf hin.


Das Problem entstand beim Test einer Sicherheits-Software, welche externe Geräte verifiziert – sie regelt bei Desktop-Macs den Zugriff auf Peripherie ähnlich Datenschutz & Sicherheit/Zubehör bei mobilen Macs. Nach deren Installation war das vorher angeschlossene Time-Machine-Laufwerk weiterhin im Finder angemeldet; scheinbar blieben die gemounteten APFS-Volumes weiterhin verfügbar. Erst am nächsten Tag stellte er zufällig fest, dass der Finder nur scheinbar weiterhin Zugriff auf das externe Laufwerk hatte. Erst durch einen Klick auf das Symbol in der Menüleiste wurde er dessen gewahr. Nachdem er die getestete Software deaktiviert und somit den Zugriff auf die SSD wiederhergestellt hatte, nahm Time Machine kommentarlos die Tätigkeit auf. Dass 16 Stunden lang keine Daten gesichert wurden, hielt macOS offenbar für nicht erwähnenswert.

Wann warnt Time Machine?
Wann macOS 26 (Tahoe) auf das Scheitern einer Datensicherung hinweist, ist unklar. Zur Einführung von Time Machine erschien jeweils nach zehn Tagen der Hinweis, dass keine Sicherungskopien entstanden sind. In den Kommentaren wird die Vermutung geäußert, dass Time Machine erst nach 30 Tagen darauf hinweist, dass keine Backups extern gesichert würden. Das kann schnell zu einem ernsten Datenausfall führen: Zwar legt macOS stündliche Schnappschüsse an, um sie bei Kontakt zum Time-Machine-Volume ins Backup zu schreiben. Wenn das Daten-Volume jedoch einen Defekt hat, gehen sämtliche Zwischenstände mit verloren. Nutzer haben darauf keinen Einfluss: Weder der Dialog unter Einstellungen/Allgemein/Time Machine noch das Kommandozeilenwerkzeug tmutil erlauben ein Abfragen oder Ändern des Warnintervalls. Anwender müssen also aktiv das Symbol in der Menüleiste aufsuchen, um in Erfahrung zu bringen, wann das letzte erfolgreiche Backup abgeschlossen wurde.

Der Einstellungsdialog von Time Machine erlaubt lediglich, die Backup-Frequenz sowie ausgenommene Ordner festzulegen.

Abhilfe nur von Drittanbietern?
Den Nutzer über jedes nicht erfolgte Backup per Mitteilung in Kenntnis zu setzen, wäre sicherlich zu viel des Guten – insbesondere bei mobilen Macs. Doch gerade bei stationären Rechnern könnte macOS früher auf gescheiterte Sicherungen hinweisen. Wenigstens eine Einstellungsmöglichkeit wäre hilfreich. Auch ein Desktop-Widget zum Time-Machine-Status bietet macOS nicht. Die 4,99 € kostende App Backup Status rüstet ein solches für macOS 14 oder neuer nach, wurde allerdings auch seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert. Wer mehr Kontrolle über Datensicherung wünscht, sollte sich nach Alternativen wie Carbon Copy Cloner umsehen.

Kommentare

MetallSnake
MetallSnake16.01.26 17:24
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gar nicht darüber informiert wird. Ich hatte schon monatelang die Backup Platte nicht mehr dran und habe nie eine Meldung bekommen.
Wer kann mir helfen? - 'Nicht richtig gelesen. Setzen, sechs.', wo ist mein Fehler? https://www.mactechnews.de/news/article/S-187416.html#newscomment1621890
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Deichkind16.01.26 17:30
Bei mobilen Geräten, die nur von Zeit zu Zeit mit dem Sicherungsmedium verbunden werden, ist dies das erwünschte Verhalten, das ich ich auch tatsächlich beobachte.

Irgendwann kommt dann zumindest auf meinen Geräten eine Notification, die die Anzahl der Tage seit dem letzten Update nennt. Und das passiert auch dann, wenn in der Systemeinstellung der Time Machine die automatische Datensicherung nicht aktiviert ist. Wovon das Zeitintervall dieser Erinnerung abhängt, ist mir nicht klar.
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MacNu9216.01.26 17:33
Ich habe Time Machine nie vertraut und nutze seit mehr als 10 Jahren den Carbon Copy Cloner, der bei mir sehr schnell und zuverlässig läuft.
+1
milk
milk16.01.26 17:42
Das viel größere Problem von TimeMachine ist, dass sich bisweilen erfolgreich erstellte Backups nicht mehr wiederherstellen lassen.

Mir ist das selbst passiert, und seitdem habe ich (wieder Carbon Copy Cloner) verwendet.
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Megaseppl16.01.26 17:47
Bin unter anderem deswegen auf Synology Active Backup for Business umgestiegen. Der schickt mir wenigstens Reports.
Unter Windows ist es übrigens ähnlich.

Ich meine, dass es mit Time Machine früher kein Problem war und direkt in der Menüzeile angezeigt wurde, wenn die Sicherung nicht durchlief.
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Deichkind16.01.26 17:57
Megaseppl
Ich meine, dass es mit Time Machine früher kein Problem war und direkt in der Menüzeile angezeigt wurde, wenn die Sicherung nicht durchlief.

Die Meldung in der Menüzeile kommt, wenn die Sicherung gestartet ist und dann scheitert.

Der Artikel behandelt jedoch den Fall, dass macOS bzw. der Mechanismus der Time Machine davon ausgeht, dass das Sicherungsmedium nicht zur Verfügung steht. Dann wird zwar ein lokaler Snapshot erzeugt, sofern die automatische Datensicherung eingeschaltet ist, mehr jedoch nicht.
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Deichkind16.01.26 18:20
Nachtrag: Howard Oakley setzt ja ohnehin voraus, dass die automatische Datensicherung eingeschaltet ist. Jedoch kommt eben auch in diesem Fall kein Hinweis, wenn die Datensicherung, abgesehen vom lokalen Snapshot, unterbleibt, weil das Speichermedium nicht zur Verfügung steht.
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silversurfer2216.01.26 18:50
Mein Mini i7 ist der Meinung, das seid ca 😵‍💫 3000 Tagen kein BackUp gemacht worden ist 🤔 … stimmt 🤙🙂

Also … unter 10.13.x kam da immer wieder eine Meldung
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macwiz16.01.26 20:24
Bei einem MBA M2 das täglich zwischen Arbeits-Netzwerk ohne TM Server und Heimnetz mit TM Server pendelt, kommen bei jedem Booten Meldungen zu nicht erfolgtem TM Backup. Allerdings: upon boot, also könnte es evtl. auch damit zu tun haben, dass wir Mac-Nutzer idR die mobilen Kisten einfach zuklappen, bzw. die stationären Macs eben dauerhaft an sind? Der Mac-User kennt ja quasi Booten gar nicht mehr, außer wenn es Probleme gibt.
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Peanuts
Peanuts16.01.26 20:35
Ich schließe meine Backup-Festplatte nur ca. jede Woche an. Wenn ich das vergesse bekomme ich einer Erinnerung nach 10 Tagen. Eine Einstellungsmöglichkeit mit dem Zeitfenster zur Erinnerung wäre natürlich super.
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Peanuts
Peanuts16.01.26 20:37
milk
Das viel größere Problem von TimeMachine ist, dass sich bisweilen erfolgreich erstellte Backups nicht mehr wiederherstellen lassen.

Das ist ja sehr ärgerlich! Ist das ein generelles Problem?

Ich musste bisher nur ab und zu mal eine Datei wiederherstellen und das ging ohne Probleme.
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