Ein kurzer Blick auf Affinity Photo für iPad – Profi-Bildbearbeitung mit iOS

Nachdem ich Ihnen letzte Woche Affinity Publisher (Beta) für den Mac vorgestellt habe, möchte ich Ihre geschätzte Aufmerksamkeit diesmal auf eine iOS-App des Softwareherstellers Serif lenken: Affinity Photo für iPad.

Wer unterwegs statt mit einem MacBook gerne Fotos in professioneller Qualität auf dem iPad bearbeiten möchte, findet mit Affinity Photo eine der besten Apps für diesen Zweck. Und das zu einem äußerst günstigen Preis. Für gerade mal 22 Euro (App Store) bietet diese von der Desktop-Version abgeleitete Anwendung einen riesigen Funktionsumfang und Leistung, wie man sie sonst nur vom Mac (oder PC) erwarten würde – sofern man die App auf einem aktuellen iPad Pro einsetzt. Der Clou dabei: Die gesamte Bearbeitung kann mit den Fingern erfolgen. Ein Apple Pencil ist nicht zwingend erforderlich – kann aber natürlich ebenfalls genutzt werden, und zwar inklusive aller wichtigen Features wie Druck-, Neigungs- und Winkelempfindlichkeit.


Den Machern ist es gelungen, beinahe den kompletten Funktionsumfang ihres Photoshop-Konkurrenten von der Desktop-Version auf die iPad-Version zu übertragen. Dabei hat Affinity aber keineswegs versucht, eine 1:1-Kopie auf das iPad zu bringen. Stattdessen haben sich die Macher genau überlegt, wie sich die vom Mac gewohnte Mausbedienung mit Touch-Befehlen umsetzen lässt. So lassen sich beispielsweise in der iPad-Version viele Einstellungen durch wischen auf den jeweiligen Bedienelementen machen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Multi-Finger-Gesten, wie beispielsweise Undo (Zwei-Finger-Tipp) oder Redo (drei-Finger-Tipp). Allerdings muss man sich all diese Gesten erst mal einprägen, was natürlich am besten bei regelmäßiger Nutzung gelingt. Gelegenheitsnutzer dürften eine ganze Weile brauchen, sich die wichtigsten Gesten zu verinnerlichen. Affinity bietet für eine Übersicht ein Video-Tutorial an.

Ein sehr simples und wirklich nützliches Hilfswerkzeug für Anfänger stellt das Fragezeichensymbol unten auf dem Bildschirm rechts dar. Solange man es angetippt hält, werden Erklärungen für die Funktionselemente eingeblendet.


Hier zeigt sich auch, dass Affinity die Funktionen in Gruppen für unterschiedliche Aufgaben einteilt. Ähnlich den Desktop-Apps werden diese Bereiche "Personas" genannt:


Je nach ausgewählter Persona ändern sich die Tools an den Rändern links und rechts. Das macht die Sache zunächst etwas unübersichtlich, ist aber ebenfalls nur eine Frage der Gewöhnung. Praktisch alle von der Desktop-Version gewohnten Funktionen sind – wenngleich hier und da mit gewissen Abweichungen – auch in der iPad-App vorhanden. Die Tools sind dabei nicht etwa nur ein verspielter Abklatsch, sondern ebenso professionell und vor allem per Touch bedienbar.


Affinity Photo für iPad ist auch im täglichen Handling von Fotos ein guter Helfer. So bietet es beispielsweise Möglichkeiten, Bilder zu skalieren, zu drehen, die Kompression anzupassen u.s.w. Das ist wichtig, um Bilder teilen oder online stellen zu können. Sogar Stapelverarbeitungen und Drag&Drop von Dateien aus anderen Apps sind möglich.

Der Preis von rund 22 Euro ist für all die gebotenen Möglichkeiten wirklich sehr fair. Hin und wieder kann man die Affinity Apps sogar zu Aktionspreisen für noch ein paar Euro weniger ergattern. Aus meiner Sicht ist Affinity Photo eine DER Must-Have-Apps für das iPad.

Kommentare

Bigflitzer13.04.19 09:16
Ich kann die App auch nur empfehlen. Ich bin kein Abo Fan, bezahle dann lieber einmal einen guten Preis und fertig. Nutze es sowohl auf dem iPad als auch auf dem iMac. Zu Beginn war der Umstieg schwierig, vieles ergab sich nicht für mich aber mittlerweile bin ich zufrieden und kann es auch durchaus empfehlen.
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tk69
tk6913.04.19 09:28
Ajo, bei mir ebenso. Die Handhabung ist nicht intuitiv. Mit anderen Apps unter iOS kommt irgendwie schneller zum Ergebnis. Natürlich könnte man sich jetzt hinsetzen und die App bis ins Detail studieren. Da fehlt mir - da ich nicht beruflich gezwungen werde - die Zeit und Muße. 🤔😬
+6
Tekl
Tekl13.04.19 11:18
Es gibt ja noch potente Vertreter wie Art Studio. Der ist zwar ebenfalls etwas untypisch für iOS, orientiert sich aber an Desktop-Apps. So findet man sich als alter Hase evtl. besser zurecht.
(hier könnte eine hippe, attributreiche Selbstdarstellung stehen)
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uni.solo13.04.19 14:56
Tekl
Was bewog Dich denn Art Studio (Zeichnen App) mit Affinity Photo zu vergleichen?
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wallacegromit
wallacegromit13.04.19 18:25
"Der Clou dabei: Die gesamte Bearbeitung kann mit den Fingern erfolgen"

Ja bin ich denn ein Höhlenmensch oder Kleinkind, dass alles mit den Finger machen muss? Wobei ich den Höhlenmenschen wahrscheinlich Unrecht tue und ich mich gleich entschuldigen möchte....;-)

Das ist doch das Problem mit den Tablets, ich bin, wenn ich professionell, also schnell und effizient arbeiten muss, mit Tastatur, Maus und allenfalls Stift schneller und präziser als mit dem Finger.
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sonorman
sonorman13.04.19 21:47
wallacegromit
"Der Clou dabei: Die gesamte Bearbeitung kann mit den Fingern erfolgen"

Ja bin ich denn ein Höhlenmensch oder Kleinkind, dass alles mit den Finger machen muss? …
Du erkennst den Unterschied?
+6
tomtom00700
tomtom0070014.04.19 12:13
Hi,
hat jemand ein Tutorial zum Freistellen gesehen? Das brauch ich öfter...
Danke
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sonorman
sonorman14.04.19 12:23
tomtom00700
Hi,
hat jemand ein Tutorial zum Freistellen gesehen? Das brauch ich öfter...
Danke
Ist eigentlich leicht zu finden. Gucksu hier
+1
tomtom00700
tomtom0070014.04.19 13:43
Hallo Sonorman,

danke, war ich wohl zu flink:) Ich werde das gleich mal testen: Sieht ja wirklcih gut aus.
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