Test Affinity Publisher (Beta): Der überzeugende Ausweg aus der Adobe-Abo-Falle – Bye-bye InDesign

Mit den Mac-Apps Affinity Photo und Affinity Designer, sowie spezieller Versionen dieser Apps für das iPad, hat der Softwarehersteller Serif bereits vielbeachtete und leistungsstarke Alternativen für entsprechende Adobe-Programme (Photoshop und Illustrator) auf den Mac gebracht. Nun schickt sich Affinity Publisher an, auch Adobes Layout-Software InDesign Konkurrenz zu machen.

Serif hat über 20 Jahre lang Windows-Software entwickelt, sich dann vor einigen Jahren aber entschieden, eine komplett neue Produktreihe professioneller Grafiksoftware auch und primär für Macs zu entwickeln, die von Grund auf neu geschrieben, und damit ohne Code-Altlasten auskommen sollte.

Seit Jahrzehnten dominiert Adobe den Markt für Grafiksoftware sowohl auf Macs als auch auf PCs. „Photoshop“ ist zu einem Synonym für Bildbearbeitung geworden und mit der Vektorgrafiksoftware Illustrator, sowie InDesign im Bereich Desktop-Publishing, ist Adobe heute der unangefochtene Marktführer. So dominant, dass sich Adobe den Schritt erlauben konnte, sein Lizenzmodell radikal auf ein reines Abo-Konzept umzustellen. Statt die Software mit einer „Lifetime“-Lizenz zu kaufen, zahlt der User heute monatlich für deren Nutzung. Allerdings lässt sich das Adobe-Modell nicht direkt mit einem Zeitschriften- oder Streaming-Abo vergleichen, da es sich bei Produktivitätssoftware um ein gänzlich anderes Produkt handelt, als beispielsweise Musik oder Video, die eher Konsumgüter darstellen.


Unzählige Unternehmen und Selbstständige sind beruflich mehr oder weniger von Adobes Software abhängig und könnten ohne diese ihren Job nur schwer oder gar nicht erledigen. Adobe kann den Kunden daher sein Vetriebsmodell förmlich aufzwingen. Ein Problem dabei ist, dass der Kunde einzelne Apps aus der CC-Serie nur zu einem vergleichsweise sehr hohen Preis abonnieren kann, oder auf nicht individuell konfigurierbare Pakete zurück greifen muss, die möglicherweise Apps beinhalten, die man gar nicht will. Wer beispielsweise nur InDesign und Illustrator benötigt, bekommt diese Apps einzeln für knapp 50 Euro/mtl., oder über das Paket mit allen Applikationen der CC-Suite im Jahres-Abo. Das ist derzeit zeitlich begrenzt zum Lock-Preis von 35,69 Euro/mtl. zu haben, kostet aber regulär knapp 60 Euro pro Monat. Lightroom kann man gar nicht einzeln ordern, sondern nur im Paket mit Photoshop für knapp 12 Euro (bei einjähriger Bindung), oder im Komplettpaket.


Abgesehen von den geschickt geschnürten Bundles, die Kunden in vielen Fällen dazu drängen, das Gesamtpaket zu ordern, besteht nicht mehr wie bei einer Kauflizenz die freie Wahl, ob und welche kostenpflichtigen Updates gemacht oder übersprungen werden. Gerade für kleine Betriebe und Selbstständige, oder Anwender, die die Programme gar nur gelegentlich benötigen, ist so ein Adobe-Abo unrentabel. Auf weitere Nachteile, wie zum Beispiel den Umstand, dass bei Beendigung des Abos die Möglichkeit verloren geht, seine Dokumente bearbeiten zu können, soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Vielmehr geht es hier um den möglichen Ausweg, also die Suche nach Alternativen, speziell für Adobes Publishing-Lösung InDesign.


Das Dilemma: Die letzte verbliebene Non-Abo-Lizenz von Adobe InDesign ist Version CS6. Die bietet, auch wenn sie keine Updates mehr erhält, so ziemlich alles, was sich anspruchsvolle Desktop-Publisher nur wünschen können. Aber mit dem kommenden großen macOS-Release (voraussichtlich Herbst), wird die 32-Bit-App nicht mehr unter macOS funktionieren. Das heißt, wer dann nicht auf Adobes Abo-Zug aufspringen will (und die Gründe sind vielfältig) und auch nicht bei macOS 10.14 Mojave stehen bleiben will, der muss sich jetzt nach einer Alternative umsehen. Die Auswahl ist allerdings sehr dürftig.


Eine der ganz wenigen ernsthaften Alternativen ist QuarkXpress, ein Publisher, den es schon länger als InDesign gibt, der mich aber nach einer kürzlich erfolgten Testphase absolut nicht überzeugt hat. Ich bin tatsächlich schon Anfang der 2.000er von Quark auf InDesign umgestiegen, da letzteres aus meiner Sicht schon damals weitaus praktischer war. Davon abgesehen sind sowohl Quark als auch InDesign Programme, die eine uralte Codebasis mit sich herum schleppen.

Genau hier kommt Affinity ins Spiel, die sich auf die Fahne geschrieben haben, Grafiksoftware von Grund auf für moderne Betriebssystemarchitekturen und nach neuesten codetechnischen Möglichkeiten zu entwickeln.


Kommentare

germansnowman06.04.19 08:56
Kleine Fehlerkorrektur: Es heißt QuarkXpress, nicht Quark Express.
+2
motiongroup06.04.19 09:01
Wir sind hier bei uns komplett von Adobe weg zu Affinity gegangen.. egal ob am Mac, iPad oder auch unter Windows.. auch im Videoschnitt sind es Entweder die PRodukte von Apple wie fcpx,Motion und Compressor oder auch Resolve oder LWKS von Editshare um auch unter Ubuntu einen funktionierende Übergabe zu haben..

Klasse das solche Anbieter wie Affinity gibt..
+14
Steffen Stellen06.04.19 09:01
Als nächstes dann bitte ein Prototyping- oder ein Animations-Tool. Oder doch besser Videoschnitt?
0
Bozol
Bozol06.04.19 09:05
Als nächstes Bitte einen Ersatz für Lightroom.
+24
motiongroup06.04.19 09:06
Das hatte sie schon mal Serif Movie Plus X6.. das war nix. Glaube mir

@Bozol https://skylum.com/de/luminar

Wirklich klasse
+1
STB
STB06.04.19 09:20
Alles richtig was der Autor geschrieben hat, insbesondere über Adobes Abo Falle.
Von der CS1 (damals noch ohne Versionsnummer) bis zur CS6 habe ich alle Versionen offiziell erworben, die erste als Vollversion für damals 999€ (man stelle sich vor...), die nachfolgenden als uggrades. Den Schritt in die Aboversion verweigere ich, und da würde ich mich natürlich freuen, wenn eine leistungsstarke und zuverlässige Alternative auf dem Markt wäre.
Das Problem ist aber, dass InDesign nicht nur ein Quasi-Standard ist, sondern es ist ein in Stein gemeisselter Standard: Wer mal in oder mit Agenturen oder anderen Kreativen gearbeitet weiss, dass dort zu etwa 90% mit InDesign gearbeitet wird, der Rest fällt im Grunde auf Quark XPress.
Solange die Programme von Serif nicht in der Lage sind Adobe Dokumente zu importieren und anschliessend wieder als native indd-Datei zu exportieren wird es schwer einen Fuß in die Tür zu bekommen. Der Export als druckreife PDF-Datei ist einfach zu wenig, das können übrigens auch andere Programme.
Der einzige Weg den ich mir vorstellen könnte wäre eben jener den Adobe selber gegangen ist, als man Quark mit der Creative Suite als Marktführer abgelöst hat:
Mit wirklich guter Software (es hat Spass gemacht damals vom altbackenen Quark auf das modernere InDesign umzusteigen) zu absoluten Kampfpreisen eine Markteinführungskampagne zu starten.
Ob Serif die Mittel wie Adobe hat, die damals auch Freehand (nur um den einzigen Illustrator Wettbewerber zu eliminieren) und Flash (um das CS-Paket abzurunden) von Macromedia übernommen hatten, wage ich zu bezweifeln.
+7
larsvonhier
larsvonhier06.04.19 09:21
Schauen wir mal, wie eingeschränkt die 32bit Software in 10.15. laufen wird.
Dass es gar nicht mehr geht, ist noch keine ausgemachte Sache. Evtl. sind umständlichere (versteckte) Einstellungen oder Start solcher Software nötig.
+1
Bozol
Bozol06.04.19 09:24
motiongroup
Hab ich ausprobiert. War einerseits schon klasse, anderseits haben mich die vielen Abstürze doch abgetörnt. Mal eine zu erwartende V4 abwarten.
+1
STB
STB06.04.19 09:26
larsvonhier
Schauen wir mal, wie eingeschränkt die 32bit Software in 10.15. laufen wird.
Dass es gar nicht mehr geht, ist noch keine ausgemachte Sache. Evtl. sind umständlichere (versteckte) Einstellungen oder Start solcher Software nötig.
Ich glaube schon, dass Apple da resolut alte Zöpfe abschneiden wird und 32bit Software nicht mehr laufen wird. Deswegen werde ich auch nach Mojave lange Zeit nicht updaten, ich habe einfach zu viel ältere Software.
Und wenn ich ehrlich bin, von den verspielten Funktionen die mit Mojave hinzu kamen brauche ich nicht eine einzige. Auf der anderen Seite hat Mojave den Mac wie jedes vorige OS-update wieder um einige Prozentpunkte verlangsamt.
0
motiongroup06.04.19 09:41
Bozol
motiongroup
Hab ich ausprobiert. War einerseits schon klasse, anderseits haben mich die vielen Abstürze doch abgetörnt. Mal eine zu erwartende V4 abwarten.

Hatte ich abhängig von der Maschine auch.. witzig am, Hackintosh lief es am besten..
Darf ich dich fragen was eigentlich für dich gegen Fotos spricht.. anfangs war es nach dem auslaufen von Aperture der quasi Schock der sich aber über die letzten Jahre doch eher gelegt hat und nun zumindest für uns hier keine Rolle mehr spielt.. Foto in Verbindung mit Affinity und den Plugs für Foto genügen uns eigentlich vollkommen..
0
MikeMuc06.04.19 09:51
Was leider erwähnt wird, man kann, wenn man mit vielen Firmen zusammen arbeiten, meist gar keinen Bogen um Adobe machen. Die wollen Indesigndaten haben. Und schwups, schon ist man selber in der Adobefalle gefangen. Dem entkommt man leider nur, wenn man es schafft, "auf einer Insel" ohne Zwang zum Teamwork zu leben / zu arbeiten. Aber in vielen fällen ist es eben nicht möglich. Da heißt es dann nämlich: du hast kein Indesign? Besorg dir eins oder du arbeitest nicht mit uns zusammen
+5
marcol
marcol06.04.19 09:52
Die Apps von Serif sind absolut Klasse, einzig es bleibt der Nachteil das sie ein eigenes Dateiformat haben, das geht anscheinend nicht anders.

Als InDesign Ersatz nehme ich Pages, es reicht mir aus um kleine Flyer oder Broschüren etc zu machen. Selbst für Bücher kann es ausreichend sein. Kostet nichts.

Ansonsten gerne Serif unterstützen:
die Photo und Designer App habe ich schon von Anfang an, es sind tolle Apps, ob sie für Profis reichen, glaube ich eher weniger, schon alleine das eigene Dateiformat ist da wohl eine Hürde.
+1
tk69
tk6906.04.19 09:53
Ich finde das Schriftbild bei ID, wenn ich statt normal optimal wähle, immer noch einen Tuck besser. Es wirkt ausgeglichener. Bietet sowas die jetzige AP auch schon? Ich hab’s nicht gefunden...
+2
sonorman
sonorman06.04.19 09:57
germansnowman
Kleine Fehlerkorrektur: Es heißt QuarkXpress, nicht Quark Express.
Da hast Du natürlich Recht. Danke. Ist korrigiert.
+1
camaso
camaso06.04.19 10:08
MikeMuc
Was leider erwähnt wird, man kann, wenn man mit vielen Firmen zusammen arbeiten, meist gar keinen Bogen um Adobe machen. Die wollen Indesigndaten haben. Und schwups, schon ist man selber in der Adobefalle gefangen. Dem entkommt man leider nur, wenn man es schafft, "auf einer Insel" ohne Zwang zum Teamwork zu leben / zu arbeiten. Aber in vielen fällen ist es eben nicht möglich. Da heißt es dann nämlich: du hast kein Indesign? Besorg dir eins oder du arbeitest nicht mit uns zusammen
Das ist für mich auch das Hauptproblem, ich arbeite fast nur mit Kollegen aus verschiedenen Unternehmen zusammen.
+2
sierkb06.04.19 10:23
Bloomberg Businessweek (27.03.2019): Forget Photoshop. Adobe Is a Marketing Company Now
  • The business’s recent Wall Street success hastened a transition toward the creepier side of online targeting.
  • Bottom Line – Adobe has become a key aid in companies’ efforts to track their consumers everywhere. So far, its big concern is the speed of its updates.
+1
sonorman
sonorman06.04.19 10:47
MikeMuc
Was leider erwähnt wird, …
Meinst Du vielleicht, „was NICHT erwähnt wird“?
Darauf bin ich auf Seite 3 im zweiten und dritten Absatz eingegangen. Vielleicht habe ich es nur zu umständlich ausgedrückt.
+1
uepsilon
uepsilon06.04.19 10:52
STB
Alles richtig was der Autor geschrieben hat, insbesondere über Adobes Abo Falle.
Von der CS1 (damals noch ohne Versionsnummer) bis zur CS6 habe ich alle Versionen offiziell erworben, die erste als Vollversion für damals 999€ (man stelle sich vor...), die nachfolgenden als uggrades. Den Schritt in die Aboversion verweigere ich, und da würde ich mich natürlich freuen, wenn eine leistungsstarke und zuverlässige Alternative auf dem Markt wäre.
Das Problem ist aber, dass InDesign nicht nur ein Quasi-Standard ist, sondern es ist ein in Stein gemeisselter Standard: Wer mal in oder mit Agenturen oder anderen Kreativen gearbeitet weiss, dass dort zu etwa 90% mit InDesign gearbeitet wird, der Rest fällt im Grunde auf Quark XPress.
Solange die Programme von Serif nicht in der Lage sind Adobe Dokumente zu importieren und anschliessend wieder als native indd-Datei zu exportieren wird es schwer einen Fuß in die Tür zu bekommen. Der Export als druckreife PDF-Datei ist einfach zu wenig, das können übrigens auch andere Programme.
Der einzige Weg den ich mir vorstellen könnte wäre eben jener den Adobe selber gegangen ist, als man Quark mit der Creative Suite als Marktführer abgelöst hat:
Mit wirklich guter Software (es hat Spass gemacht damals vom altbackenen Quark auf das modernere InDesign umzusteigen) zu absoluten Kampfpreisen eine Markteinführungskampagne zu starten.
Ob Serif die Mittel wie Adobe hat, die damals auch Freehand (nur um den einzigen Illustrator Wettbewerber zu eliminieren) und Flash (um das CS-Paket abzurunden) von Macromedia übernommen hatten, wage ich zu bezweifeln.
Das hat man damals bei QuarkXPress auch gesagt. Wenn InDesign heute in Stein gemeißelt ist, dann war Quark die Bibel ... der Kuchen war nach einem Jahr gegessen. ABER InDesign konnte Quark-Dokumente öffnen. Das ist für den Erfolg von Publisher essentiell ... das sollte Affinity berücksichtigen. Da stimme ich vollkommen zu.
+8
UWS06.04.19 11:00
Publisher mag als Insellösung gut sein, sobald man aber im Verbund arbeitet (oder arbeiten muss) ist es derzeit keine Alternative, das haben etliche Vorposter ja schon angemerkt. Bei Photoshop oder Illustrator fällt das nicht ganz so dramatisch ins Gewicht, weil man das Endprodukt (z.B. als Tiff) schon eher kompatibel unter die Leute bringen kann.

Generell habe ich prinzipiell auch nicht unbedingt etwas gegen Abos. Software-Hersteller sollen angemessen bezahlt werden und können mit den regelmäßigen Zahlungen den Fortschritt finanzieren. Theoretisch zumindest ... in der Praxis kann das eben leider auch dazu führen, dass es nur noch marginalen Fortschritt gibt. Die gebundenen Abonennten zahlen ja eh, warum sollte man sich da (insbesondere bei Produkten mit Alleinstellungsmerkmal) noch anstrengen?
+7
Sarkis
Sarkis06.04.19 11:29
Ein sehr guter Bericht – Danke!
Vor allem weiss ich nun endlich warum sich zum Teil die Adobe Programme so träge verhalten.

Ein "Killer-Feature" hat Affinity Publisher meiner Meinung nach bereits jetzt schon. Ich bin aus reiner Neugier der Frage nachgegangen wie man mit InDesign erstellte Layouts bzw. Dokumente, importieren oder öffnen kann? Ganz einfach, ein mit InDesign exportiertes PDF lässt ich jetzt schon als voll editierbares Dokument in Affinity Publisher öffnen und als .afpub sichern. Genial!!!
+7
teorema67
teorema6706.04.19 12:00
Super Artikel, kann mich nur anschließen, vielen Dank!!


uepsilon
Das hat man damals bei QuarkXPress auch gesagt ...
Quark hatte damals den Bogen überspannt (z. B. Dongle). Das könnte Adobe in den nächsten Jahren durchaus auch passieren.


STB
… Wer mal in oder mit Agenturen oder anderen Kreativen gearbeitet weiss, dass dort zu etwa 90% mit InDesign gearbeitet wird, der Rest fällt im Grunde auf Quark XPress ...
Ich arbeite nur gelegentlich als Kunde mit Druckereien zusammen, und die wollen meist nur noch PDFs und keine INDDs wie früher. Bei Agenturen mag das anders sein …


sierkb
… Adobe has become a key aid in companies’ efforts to track their consumers everywhere ...
Was fand ich Adobe in den 1980er mit der PostScript-Revolution toll! Tut mir fast leid um die Firma, wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat.
Vornehme Leute haben immer viel Müll (badisches Sprichwort)
+7
TheHolyCamel
TheHolyCamel06.04.19 12:01
Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen.

Ich stimme deinen Ausführungen zu und habe ganz ähnliche Schritte weg von InDesign hin zu Publisher unternommen.
Manches ist ein wenig anders, ein paar InDesign-Funktionen vermisse ich (wie Bilder in Rahmen ein- und angepasst werden...) aber insgesamt ist es für meine Zwecke ideal. Ich bin aber auch nicht auf eine große Kompatibilität und Austauschbarkeit zwischen Agenturen angewiesen.
Für die alten Daten habe ich eine gesonderte Partition auf der InDesign und das MacOS auf ElCap eingefroren bleiben. Vom Produktivsystem ist Adobe (Bis auf Lightroom 6) komplett verbannt.

Viele Grüße und allen ein schönes, sonniges Wochenende.
+4
mac_heibu06.04.19 12:18
Sarkis
Ein "Killer-Feature" hat Affinity Publisher meiner Meinung nach bereits jetzt schon. Ich bin aus reiner Neugier der Frage nachgegangen wie man mit InDesign erstellte Layouts bzw. Dokumente, importieren oder öffnen kann? Ganz einfach, ein mit InDesign exportiertes PDF lässt ich jetzt schon als voll editierbares Dokument in Affinity Publisher öffnen und als .afpub sichern. Genial!!!
Na ja… Arbeite mal damit und du wirst sehen, dass es ganz und gar nicht so simpel und „genial“ ist.
Beispiel 1: Affinity Publisher kann PDFs nicht einfach platzieren (wie ein Bild) sondern importiert und interpretiert sie, damit sie editierbar werden. Das klappt ganz ordentlich, sofern du die benötigten Schriften auf deinem Rechner hast. Aus lizenzrechtlichen Gründen kann ein PDF nur editiert werden, wenn die im PDF eingebettete Schrift dies (a) erlaubt und b) als Schriftdatei auch auf deinem Rechner vorhanden ist. Dies ist häufig nicht der Fall. Konsequenz: Die Schrift wird ersetzt. Und: Text wird in der Regel so bereitgestellt, wie er im PDF vorhanden ist – sprich: In vielen Fällen wird Text in Einzelzeilen zerlegt (Siehe angehängtes Bild).
Beispiel 2: Wenn du ein Druck-PDF (X-3, flattened) platzierst, hast du die Kacheln, die bei der Transparenzreduzierung entstehen, im Layout. An eine Bearbeitung ist dann natürlich nicht mehr zu denken. Auch werden Objektattribute (z.B. Schatten, Umrandungen, …) vom zugehörigen Element getrennt und sind nicht mehr bearbeitbar.
Hier eine „Explosionsdarstellung“ eines in „Publisher“ platzierten Druck-PDFs:

Kurz: Affinity Publisher ist ein wirklich feines Programm, man sollte aber auf dem Teppich bleiben: Was auf den ersten Blick (für Laien) als „genial“ erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als unbrauchbar insbesondere im professionellen Publishing-Betrieb. Sicherlich wird sich auf dem Update-Pfad einiges verbessern. Aber am Ende werden wird auch zwei Dekaden warten müssen, bis ein ähnliche Mächtigkeit wie bei InDesign realisiert ist (und: InDesign bleibt ja auch nicht stehen …)
+6
sonorman
sonorman06.04.19 12:52
mac_heibu
… Was auf den ersten Blick (für Laien) als „genial“ erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als unbrauchbar insbesondere im professionellen Publishing-Betrieb.
Naja, soweit würde ich nicht gehen. Wie im Text angemerkt, kommt es nur darauf an, ob man eigene Layouts erstellt, oder Vorgaben von anderen bekommt, mit denen man weiter arbeiten muss. Bei ersterem kann man ganz hervorragend professionell mit AP arbeiten. Im anderen Fall ist es natürlich schwerer, solange AP keine große Verbreitung hat.

Ich sehe für AP aber eine gewisse Chance, relativ schnell in der „Szene“ angenommen zu werden, wenn sie den Preis nicht zu hoch ansetzen. Mit InDesign ging das früher übrigens auch recht flott. Als die Leute merkten, dass man damit echt gut arbeiten kann, haben sich alle zusätzlich zum damaligen Quasi-Standard QuarkXpress Lizenzen von ID beschafft. Nach und nach hat Quark dann an Bedeutung verloren, weil ID einfach besser und moderner war. Das könnte sich mit AP wiederholen, wenn sich herumspricht, wie gut es ist.
+2
pstrudl
pstrudl06.04.19 12:56
Wie viele hier hab ich auch ein paar Jahre mit QuarkXpress, Freehand etc. gearbeitet und dann sehr gern auf die Adobe Suite umgestiegen. Die Abo Lösung finde ich prinzipiell OK, ich nutze viele Apps, der Gegenwert ist in meinem Fall schon in Ordnung. Ich finde es gut, dass Adobe ernsthafte Konkurrenz bekommt, um sich ordentlich anstrengen uns brave Abozahler bei Laune zu halten. Vor allem die alte Codebasis spürt man schon deutlich, ich verwende sehr schnelle und üppig ausgestattete Macs - bringt aber bei Adobe Programmen nicht so viel, wie erwartet.

Das Problem mit der Weitergabe sehe ich nicht so groß, in meiner Tätigkeit muss ich nur recht selten "offene Daten" weitergeben, ein korrektes PDF/X4 wird meist gefordert/bevorzugt. Dazu kommt, dass man Schriften eigentlich ja auch gar nicht weitergeben darf. Adobe möchte ja idealerweise, dass nur Fonts aus der Adobe Fonts Bibliothek verwendet werden, die dann zB. beim Druckdienstleister, der ebenfalls über ein Abo verfügt ebenfalls zur Verfügung stehen. Wenn man also in der Adobe Abo Welt glücklich ist, ist das eine perfekte Lösung.

Allerdings sollte es schon einen Weg geben, AP Dateien in InDesign Daten zu wandeln, idealerweise in das Austauschformat .idml, falls das mal benötigt wird. Bei einem Umstieg auf AP unerlässlich wäre für mich definitiv eine perfekte Importmöglichkeit von InDesign Dateien. Daran führt wohl kein Weg vorbei, wenn man Tausende InDesign Dateien hat.
+9
johnnytravels
johnnytravels06.04.19 13:07
Eigentlich wollte ich erst wieder kommentieren, wenn der neue Mac Pro da ist, aber das Thema liegt mir am Herzen (und es besteht auch ein loser Zusammenhang).
Affinity Publisher kann so gut sein, wie sie will, ohne Indesign-Kompatibilität wird die nie Fuß fassen. Und da genügt es auch nicht, dass sie PDFs aus Indesign wieder zerlegen kann, solange .indd immer noch das hautsächlich rumgereichte Format ist.
Und .indd wird es bleiben, solange es für Windows keine Alternative gibt. Das stört mich auch sehr an dem Artikel. Da wird AP als mögliche Alternative angepriesen, lässt aber völlig außer Acht, dass DTP überhaupt keine Mac-Domäne mehr ist. Das war noch so als ID QuarkXpress abgelöst hat, mittlerweile ist der Betrieb insgesamt gesehen aber plattformagnostisch und Indesign kommt bereits auf einer Vielzahl unterschiedlicher Produktionsstufen zum Einsatz. Der ganze Übersetzungsbetrieb z.B. setzt auf Windows, weil das Standardtool Trados Studio nur dafür existiert, trotzdem produzieren viele Agenturen auch schon den Satz auf ihren Windowsmaschinen vor.
Eine echte Alternative muss also neben 100%iger Kompatibilität zu ID auch eine Windowsversion anbieten. Solange die nicht existiert, bleibt zumindest das Indesign Format Standard, und damit auch die Anwendung selbst.
Tippfehhler sind ausschließlich auf die defekte Tastatur meines Macbbook Pro 2017 zurückzuführen...
-4
struffsky
struffsky06.04.19 13:13
Von Quark sind viele geflüchtet weil der Support mies, das Produkt teuer und verdongelt war. Heute ist das Produkt sehr schnell weiterentwickelt worden (was man von indesign nicht behaupten kann), der Support hervorragend, die Software sauschnell und enorm genau in der Darstellung. Ich bin immer dabei geblieben und freue mich in den letzten Jahren darüber. So sehr ich mit Sonorman in vielen Punkten übereinstimme, nur weil er mit Quark nicht sofort klar kam, sollte man das Programm nicht komplett ignorieren. Testen schadet nicht und der Markt sollte auch für drei Lösungen groß genug sein. Schön dass es Alternativen zu Adobe gibt. Den entscheidenden Punkt hättest du ruhig vertiefen können, Sonorman: zahlst du als Gestalter dein Abo nicht mehr, hast du keinen Zugang mehr zu deinem geistigen Eigentum, deiner kreativen Leistung. Absurd.
+11
sonorman
sonorman06.04.19 13:19
johnnytravels
Das stört mich auch sehr an dem Artikel.
[…]
Eine echte Alternative muss also neben 100%iger Kompatibilität zu ID auch eine Windowsversion anbieten. Solange die nicht existiert, bleibt zumindest das Indesign Format Standard, und damit auch die Anwendung selbst.
Ich habe es zwar nicht besonders hervorgehoben, aber Affinity bietet doch eine Windows-Version vom Publisher an. Link auf Seite 2 im Artikel.
+5
mac_heibu06.04.19 13:21
Der Publisher wird nie(!) Indesign-Dateien lesen können, da bin ich mehr als sicher und die Entwickler haben das auch so bestätigt.
Was aber kommen wird, ist ein IDML-Import, der die Übernahme von ID-Daten ermöglichen wird. Allerdings ist das natürlich kein „Generalschlüssel“: Auch bei IDML-Übernahme muss Feature-Parität herrschen. Was soll der Publisher beispielsweise(!) mit Indesigns Inline-Objekten anfangen, wenn die App gar keine Inline-Elemente unterstützt?
Und, sonorman, du hast recht, wer keine Daten übernehmen muss, der kann mit dem Publisher bereits jetzt ganz ordentlich arbeiten, sofern er bestimmte Funktionen nicht benötigt). Ich habe lediglich davor gewarnt, ein nettes Feature als „genial“ zu qualifizieren, obwohl sie in einer Vielzahl der Fälle völlig unzureichend und nutzlos ist — insbesondere, da eine schlichte „pass-through“-Platzierung von PDFs nicht vorgesehen ist (und wohl auch nicht kommen wird). Sprich: Eine simple orginalgetreue Platzierung von PDFs wird nur dann möglich sein, wenn man die entsprechenden Schriften auf seinem Rechner installiert hat.
+3
MrWombat06.04.19 13:44
Hab’s installiert und muss sagen mir gefällt es sehr gut - falle selber aber eher in die Hobby Kategorie.
+1
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