Dell: KI ist PC-Kunden als Kaufargument relativ egal und verwirrt sie eher


Gerne setzt man in Diskussionen Künstliche Intelligenz und die allgegenwärtigen Chat- bzw. Bildgenerierungstools gleich. KI, das ist ChatGPT – und wenn es dort einmal mehr halluzinierte Antworten gibt, gilt das als Beleg für Probleme des gesamten Themenspektrums. Das ist natürlich reichlich verkürzt und spiegelt nur einen Bruchteil dessen wider, was KI bzw. maschinelles Lernen bedeutet. Die Anwendungsbereiche sind höchst unterschiedlicher Natur und reichen von den erwähnten Chatbots über die Betrugserkennung bei Kreditkartenzahlungen, Übersetzungs- und Spracherkennungssysteme auf Computern und Smartphones, Akkuoptimierung dem iPhone, intelligente Aufgabenassistenten, automatische Bildanalyse in der Medizin und Qualitätskontrolle in Fabriken bis hin zu Empfehlungssystemen von Streamingdiensten, Verkaufsplattformen, Navigations- und Routenplanung im Straßenverkehr oder der vorausschauenden Wartung von Industrieanlagen. Was also ein "KI-PC" überhaupt sein soll, so wie man es im Marketing allerorts hört, bleibt damit eine sehr schwammige und unklare Bezeichnung.
Dell stellt "AI first"-Marketing einVon Dell heißt es
hierzu interessanterweise, dass ein gewisses Umdenken stattgefunden hat. So musste man erfahren, dass Kunden in der Tat nicht viel mit derlei Begrifflichkeiten anzufangen wissen – bzw. Kaufentscheidungen nicht deswegen treffen, weil ein Computer mit "besonders viel KI" beworben wird. Insgesamt führen bloße KI-Versprechen zu mehr Verwirrung als zu mehr Verständnis, was sich denn konkret damit erreichen lasse. Noch vor einem Jahr sei man selbst ganz vorn mit dabei gewesen, den "AI first"-Ansatz zu propagieren und den "KI-PC" in den Mittelpunkt zu stellen. Dies handhabe man inzwischen jedoch anders, so Dells "Head of Product" Kevin Terwilliger.
"Kunden wollen Funktionen und Vorteile, nicht Buzzwords"Es ist auffällig, dass während der Präsentationen anlässlich der CES nicht mehr jegliche Neuerung als "enthält KI" verkauft wird. Dem Manager zufolge heiße das nicht, die Thematik aufzugeben, denn selbstverständlich erhalte jedes neue Produkt KI-basierte Funktionen und habe eine NPU verbaut. Allerdings stelle man wieder den Nutzen für Kunden in den Vordergrund, denn diese wollen eben wissen, warum sie sich für bestimmte Produkte entscheiden sollten. Dell gab daher das "AI first"-Marketing recht schnell wieder auf und will nicht mehr auf der Welle mitsurfen, wonach der Aufkleber "KI" ausreiche, um Nutzern zu suggerieren, jetzt werde auf wundersame Weise alles besser.