Chef der US-Kartellbehörde kann sich Zerschlagung von Apple, Facebook und Co. vorstellen

Seit Monaten wird in den Vereinigten Staaten darüber diskutiert, ob die großen Technologie-Konzerne wie Apple, Google oder Facebook wegen Wettbewerbsbehinderung zerschlagen werden sollen. Jetzt hat sich erstmals der Chef der Kartellbehörde des Landes öffentlich zu derartigen Vorschlägen geäußert und sich für eine solche Maßnahme aufgeschlossen gezeigt.


Wettbewerb behindert?
Die Federal Trade Commission (FTC) der Vereinigten Staaten untersucht zur Zeit, ob große Unternehmen einschließlich Google und Facebook, aber auch Apple den Wettbewerb behindern. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob diese Unternehmen zu marktbeherrschend geworden sind und den Wettbewerb aushebeln. Sollte das der Fall sein, könnte die Kartellbehörde die Aufspaltung anordnen. Derartige Maßnahmen sind zwar selten, kamen aber durchaus vor; im Jahr 1984 etwa wurde der Telefonriese AT&T zerschlagen.

Zerschlagung nicht ideal, aber möglich
Ein solcher Schritt stelle eine Herausforderung dar, könne aber das richtige Mittel sein, um den Wettbewerb wiederherzustellen, sagte der FTC-Vorsitzende Joe Simmons jetzt Bloomberg. "Es wäre nicht ideal, weil es ziemlich chaotisch ist. Aber wenn es notwendig ist, muss man es machen." Eine Aufspaltung könne beispielsweise so aussehen, dass in der Vergangenheit vollzogene Unternehmenskäufe rückgängig gemacht würden. Im Falle von Facebook dürfte das etwa bedeuten, dass Whatsapp oder Instagram aus dem Konzern herausgelöst werden müssten.

Konzerne stehen zweifach unter Beobachtung
Die FTC nimmt seit einiger Zeit ebenso wie das US-amerikanische Justizministerium das Verhalten von Unternehmen wie Facebook, Google oder Apple unter die Lupe. Im Falle des iPhone-Herstellers und des Suchmaschinenriesen geht es unter anderem um die Frage, ob diese in ihren jeweiligen App Stores für Smartphones und Tablets den Wettbewerb behindern. Etliche Politiker forderten in diesem Zusammenhang eine Trennung von Plattformen und Inhalten. Konkret würde das bedeuten, dass Apple beispielsweise zwar den App Store betreiben, darüber jedoch keine eigenen Apps anbieten dürfte. Jüngsten Berichten zufolge hat der iPhone-Konzern in diesem Zusammenhang allerdings wenig zu befürchten.

Kommentare

Sputnik123
Sputnik12315.08.19 12:23
Wird mal Zeit
cum hoc ergo propter hoc
-5
Bigflitzer15.08.19 13:51
Sputnik123
Wird mal Zeit

Was sind denn deine Erwartungen daran?
+3
pünktchen
pünktchen15.08.19 14:11
Mehr Wettbewerb = vielfältigere und günstigere Angebote. Weniger Monopolrendite für marktbeherrschende Grosskonzerne.
+2

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