Auf dem Weg zu Siri 2.0: Apple kauft Laserlike

Apple hat mit Laserlike ein weiteres Start-Up gekauft, dass sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Das Unternehmen entwickelte Methoden, um hochwertige Suchergebnisse in Form von Nachrichten, Videos und lokalen Web-Angeboten zu erzeugen. Beobachter gehen davon aus, dass der Betreiber von Siri das erworbene Know-How zur Verbesserung der Digitalassistentin nutzt.


Apple stockt KI-Team weiter auf
Angesichts der Kritik an Siris Fähigkeiten – speziell im Vergleich zum Wettbewerb – verstärkt die Führungsetage in Cupertino sukzessive die entsprechende Abteilung. Zuletzt kaufte Apple vermutlich zum selben Zweck SilkLabs, ebenfalls ein Start-Up mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz. Im Gegensatz zu SilkLabs spezialisierte sich Laserlike auf die Verarbeitung von Suchanfragen. Die „Interest Search Engine“ soll maschinelles Lernen zur verbesserten Entdeckung und Personalisierung verwendet haben. Mit deren Hilfe erkannte das System persönliche Vorlieben sowie Interessen und versorgte Nutzer nach diesen Erkenntnissen automatisch mit relevanten Inhalten.


Die App von Laserlike ist nach Apples Akquisition nicht mehr verfügbar

Automatische Infos über interessante Events
Die Seite von Laserlike führt dazu Beispiele auf. Wer sich etwa für den nächsten Livestream-Launch einer SpaceX-Rakete oder ein örtliches Musik-Festival interessiere, wisse gar nicht, wann er danach suchen solle. Dasselbe gelte für den Rückruf des eigenen Autos oder der lokalen Büroeröffnung einer Firma, auf die man in der Vergangenheit neugierig geworden war. Laserlike verstehe es als seine Kernaufgabe, Menschen dabei zu unterstützen, den individuellen Interessen zu folgen. Dabei fällt auf, dass immer wieder Bezug auf den Standort des Nutzers genommen wird – denn die Vorschläge sollen nun einmal genau zu seinem Lebensumfeld passen.

Kommentare

sierkb14.03.19 11:30
heise (14.03.2019): Apple kauft interessenbasierte Suchmaschine
Die von ehemaligen Google-Mitarbeitern gegründete Firma Laserlike arbeitete an einer Such-App, die Nutzer auf dem Laufenden halten sollte.
heise, 14.03.2019
Apple hat Suchmaschinen-Technik zugekauft: Die von drei vormaligen Google-Entwicklern gegründete Unternehmen Laserlike gehört inzwischen dem iPhone-Konzern.
[…]
Das Laserlike-Team ist inzwischen Teil von Apples Sparte für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, wie The Information berichtet. Die Abteilung wird von Googles ehemaligem Suchchef John Giannandrea geführt . Der seit vergangenem Jahr für Apple tätige Topmanager rückte vor kurzem in den Konzernvorstand auf und ist auch für die Weiterentwicklung des Sprachassistenzsystems Siri verantwortlich.

Apple liefert eigene Suchergebnisse

Apple versucht seit längerem, Suchanfragen auf eigener Hardware selbst zu beantworten: Siri-Vorschläge sind unter anderem in die System-Suche des iPhones integriert und werden auch als oberste Treffer im Browser Safari ausgeliefert.

Als Standard-Suchmaschine setzt Apple allerdings weiterhin auf Google und nimmt dadurch Schätzungen zufolge jährlich mehrere Milliarden Dollar ein.

Den Such-Deal musste der verstärkt auf Datenschutz und Privatsphäre pochende Apple-Chef Tim Cook in den vergangenen Monaten mehrfach rechtfertigen : Google sei eben die beste Suchmaschine und "das ist sehr wichtig," so Cook auf die Frage, wieso er zugleich Datenschutz propagiere und doch das Geld des Such-Konzerns nehme.

heise (21.12.2018): Googles ehemaliger Suchchef wird Apple-Topmanager
Der erst wenige Monate bei Apple tätige KI-Spezialist rückt in den Konzernvorstand auf. Er teile die Bemühungen zum Schutz der Privatsphäre, hieß es.
heise, 21.12.2018
Manager leitete Suchtechnik und KI bei Google

Giannandrea war zuvor für rund acht Jahre bei Google tätig und leitete dort die Teams für Suchmaschinentechnik und Künstliche Intelligenz. Apple heuerte den Spezialisten im April an, er ist Apple-Chef Tim Cook direkt unterstellt. Giannandrea teile Apples "Verpflichtung zum Schutz der Privatsphäre" des Nutzers sowie einen "umsichtigen Ansatz", um Computer "immer schlauer und persönlicher" zu machen, betonte Cook damals in einem internen Memo.

heise (04.04.2018): Jobwechsel: Apple schnappt sich Googles Suchmaschinen- und KI-Chef
John Giannandrea soll künftig in Cupertino unter anderem an der Sprachassistentin Siri und selbstfahrenden Autos arbeiten. Die Entscheidung gab offenbar Konzernchef Tim Cook selbst bekannt.
heise, 04.04.2018
Wie die New York Times berichtet , bestätigte dies Apple-CEO Tim Cook in einem Memo an die Mitarbeiter selbst. Giannandrea werde bei Apple ab sofort die "Strategie im Bereich des maschinellen Lernens sowie bei der Künstlichen Intelligenz" vorgeben und einer der 16 wichtigsten Manager des Unternehmens werden. Er berichtet direkt an Cook.
[…]

Ein Schotte bei Google

Giannandrea ist 53 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Schottland. Er kam 2010 im Zuge der Übernahme des Start-ups Metaweb zu Google – einem Unternehmen, das eine riesige Wissensdatenbank aufbauen wollte. Deren Teile stecken mittlerweile in der Google-Suche und ermöglichen es, direkte Fragen zu stellen. Die KI-Forschung bekam in den vergangenen Jahren bei Google eine immer größere Bedeutung, was den Verlust von Giannandrea für den Konzern schmerzlich machen dürfte. Neben dem Bereich Suchtechnik soll der Manager auch an autonomen Autos für Google gearbeitet haben.

Giannandrea ist im Silicon Valley bekannt – vor Metaweb gründete er weitere Unternehmen wie TellMe mit. In den Neunzigern war er zudem bei der von Apple-Mitarbeitern gegründeten Firma General Magic tätig, bevor er dann zum Browserhersteller Netscape ging.



Anmerkung: soweit zu lesen ist, ist Apples bisheriger Siri-Chef unmittelbar mit John Giannandreas Einzug bei Apple von seinem bisherigen Posten entbunden worden, versetzt worden und macht im Unternehmen was Anderes, arbeitet nicht mehr an Siri mit.
+5
Cliff the DAU
Cliff the DAU14.03.19 13:09
Es kann nur besser werden
„Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum.“
+2
tranquillity
tranquillity14.03.19 16:34
Siri ist keine KI sondern eine KD (künstliche Dummheit).

Intelligent wäre, wenn sie wirklich etwas verstehen würde. So wie es jetzt ist, versteht sie maximal vordefinierte Sätze, die ich in einem bestimmten (sehr engen) Wortlaut sagen muss.
-2

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