Apples Hauptzulieferer täuscht und verstößt gegen Vorgaben: Pegatron unter Bewährung

Große Unternehmen müssen in der Regel einer Vielzahl an sie herangetragenen Forderungen und Ansprüchen Rechnung tragen: So erwartet man von Konzernen wie Apple, dass sie die ökologische Belastung ihres Handelns möglichst gering halten und sozialpolitisches Engagement zeigen. Apple unternimmt daher einige Anstrengungen, um diesen Wünschen gerecht zu werden – und kommuniziert entsprechende Handlungen auch gern öffentlichkeitswirksam. Angesichts globaler Lieferketten gelingt es dem US-Konzern aber nicht immer, mögliche Verstöße aufzuspüren. Nun geriet ein Zulieferer in Misskredit – was eine schnelle Reaktion Apples erforderlich machte.


Pegatron stellt Maßnahmen in Aussicht
Apple ist auf Zulieferern aus allen Teilen der Welt angewiesen – und lässt Geräte üblicherweise in Ländern wie China und Indien fertigen. Nun berichtet Bloomberg von den Verfehlungen des taiwanischen Unternehmens Pegatron, das Studenten in seinen Werken falsch klassifiziert hatte. Dadurch leisteten diese Mitarbeiter Überstunden und arbeiteten auch nachts – und versuchten diesen Umstand zu vertuschen. Somit liegt ein Verstoß gegen Apples Verhaltenskodex vor. Pegatron streitet das nicht ab: Es habe entsprechende Verstöße an den Standorten in Shanghai und Kunshan gegeben. Ferner hätten Studenten in Positionen gearbeitet, die mit den Inhalten ihrer Hauptfächer nicht in Einklang gestanden seien. Pegatron erklärte, an Korrekturmaßnahmen zu arbeiten und den Betroffenen eine angemessene Entschädigung zukommen zu lassen.

Apple reagiert
Apple nahm bereits zu den Vorfällen Stellung und weist auf gefälschte Papiere des Zulieferers hin, um die Verstöße gegen den Kodex zu verbergen. Pegatron habe außerordentliche Anstrengungen unternommen, um sich der Kontrolle des US-Konzerns zu entziehen. Der Zulieferer habe zudem den zuständigen Manager entlassen. Es gebe keine Hinweise auf Zwangsarbeit oder die Beschäftigung von Minderjährigen. Apple stellt die künftige Kooperation mit dem Ausftragsfertiger jedoch infrage und macht diese davon abhängig, ob er die Missstände beheben kann. Auf die aktuelle Produktion hat das keine Auswirkungen – zukünftig könnte allerdings der Konkurrent Luxshare mit erhöhten Bestellmengen rechnen.

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