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Apple verliert weiteres Talent: Safari-Designer wechselt zur Browser Company

KI ist beliebt, zumindest bei Investoren. Viele Software-Unternehmen beabsichtigen, sich über die Integration von Künstlicher Intelligenz in ihre Produkte ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, um neue Kundengruppen (und Finanzquellen) für sich zu gewinnen. Das gilt auch für „The Browser Company“. Der derzeit exklusiv für macOS verfügbare Seitenbetrachter Dia will KI-Nutzung möglichst leicht machen. Zu diesem Zweck stellen sie Entwickler ein. Ihr jüngster Neuzugang bringt viel Erfahrung mit: Marco Triverio war mehrere Jahre lang bei Apple maßgeblich an der Safari-Entwicklung beteiligt.


Bekannt wurde die erfolgreiche Abwerbung durch eine Veröffentlichung auf Linkedin. Josh Miller, Firmengründer des in New York ansässigen Unternehmens, verkündete stolz, dass Triverio jetzt bei The Browser Company arbeite. Er bezeichnete ihn als einen „Lead Designer“ von Safari. Damit, so Miller, arbeiteten jetzt die leitenden Gestalter von jeder Safari-Ära in seinem Unternehmen, welche sich mit den hauseigenen Entwicklungen überschnitten – denn Charlie Deets arbeitet ebenfalls für Miller. Dieser war von Mai 2019 bis März 2024 bei Apple als Human Interface Designer angestellt und wechselte danach zu The Browser Company. Das zweite Projekt namens Arc, ursprünglich als „Betriebssystem für das Internet“ angekündigt, wurde jüngst weitgehend beerdigt – man wolle sich voll auf die Entwicklung von Dia konzentrieren.

Wenig Bekanntes über Triverio
Im Netz finden sich recht wenig Informationen über den (Ex-)Safari-Designer. Seine Website enthält lediglich seinen Namen in Form einer SVG-Datei. Das nicht vorhandene öffentliche Profil ist allerdings keine Seltenheit bei Apple-Angestellten – der Konzern sieht es nicht gern, wenn Mitarbeiter ihre Job-Titel und Arbeitsinhalte preisgeben. Im Jahr 2012 wurde er für sein Smartphone-Projekt Feel me ausgezeichnet. Die App überträgt Touchscreen-Berührungen in Echtzeit an Kommunikationspartner, um eine emotionale Verbindung herzustellen. Etwas Ähnliches führte Apple mit der Apple Watch ein: Nutzer können einige Sekunden ihres Herzschlags aufzeichnen und an andere iPhone-Besitzer senden. Nutzt der Empfänger ebenfalls eine Apple Watch, wird der Puls mittels Taptic Engine an dessen Handgelenk übertragen.

Jeder Browser macht jetzt KI
Dia ist nicht der einzige auf KI-Funktionen fokussierte Browser. Im Oktober 2025 stellte OpenAI mit Atlas einen Browser vor, der rund um den KI-Assistenten ChatGPT gebaut ist. Google bietet seit knapp einem Monat Disco an. Apple hält sich derzeit mit KI-Funktionen im Browser eher zurück, doch gibt es bereits einige intelligente Funktionen: Apple Intelligence fasst auf Wunsch den Inhalt einer Webseite zusammen, und „Ablenkende Objekte ausblenden“ unterstützt Anwender, nervende Elemente wie automatisch abgespielte Videos aus einer Webseite zu verbannen.

Kommentare

Nebula
Nebula09.01.26 09:37
MTN
Jeder Browser macht jetzt KI
Wir befinden uns im Jahre 2026 nach Christus. Die ganz Browser-Welt ist von KI vereinahmt. Die ganze Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Apple-Entwicklern gepflegter Browser hört nicht auf, der KI-Integration* Widerstand zu leisten.

* Apple Intelligence ist eine Systemfunktion und ist nicht mit der Integration in anderen Browser zu vergleichen. Ich kann am Mac nicht mal über den Siri-Chat eine Zusammenfassung des aktuellen Safari-Tabs bekommen.

Zum Thema: Schade, dass Apple gerade offenbar viele fähige Leute verliert. Was ist da in Cupertino nur los? Ist die Stimmung scheiße oder bieten die anderen einfach nur höllisch viel Geld?
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
0
Embrace09.01.26 10:03
The Browser Company hat sich mit Arc ja nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Stehe auch Dia (Arc-Nachfolger) sehr skeptisch gegenüber.

Viel Schlimmer als den KI-Mangel bei Safari finde ich aber die Entwicklertools und die langsame Unterstützung neuer Features (bspw. CSS). Da war Safari mal führend und hinkt nun schon seit Jahren hinterher.
+1
Moranai
Moranai09.01.26 10:29
So viel wie ich gelesen habe, war er jetzt nicht für die Technik zuständig sondern für die UI-Entwicklung. Das wird Apple verkraften können. Haben ja mehr als 5 Mitarbeiter. Was mich viel mehr stört, ist diese schleppende Einführung von Standards von HTML und CSS. Wäre schön, wenn Apple hier mal wieder in die Puschen kommt und die Entwicklung voran treibt und sich nicht von Google Chrome und Co mühsam anschieben lässt
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Mutabaruga09.01.26 10:32
Was vermisst Du denn?
0
Moranai
Moranai09.01.26 11:26
Mutabaruga
Was vermisst Du denn?

Hast du schonmal was mit Webentwicklung zu tun gehabt? Wenn du eine Homepage entwickelst und die mit Chrome testest funktioniert alles wunderbar. Mit Safari musst du immer wieder irgendwelche Spezialsachen machen oder veraltete Standards nutzen damit es läuft.
-2
Unwindprotect09.01.26 13:37
Moranai
Hast du schonmal was mit Webentwicklung zu tun gehabt? Wenn du eine Homepage entwickelst und die mit Chrome testest funktioniert alles wunderbar. Mit Safari musst du immer wieder irgendwelche Spezialsachen machen oder veraltete Standards nutzen damit es läuft.

Die Crux daran ist allerdings, dass Google seine Browserengine als Waffe einsetzt. Die Chrome-Teams entwickeln irgendwelche halbgaren Features, schrubblen schnell eine schlechte Spec zu ihrer kruden Implementierung und veröffentlichen das dann per W3C in dem sie viele Sitze haben. Gleichzeitig ignorieren sie Features anderer Hersteller und sogar bereits solche auf die man sich bereits als Standard geeinigt hatte!

Gleichzeitig bezahlen sie "Evangelisten" welche in der Entwicklergemeinde vor allem andere Hersteller schlecht reden und so agieren als ob das "Offene Web" ein Produkt von Google sei. Die Folge: Fast alle anderen Browserengines wurden mittlerweile vom Markt getrieben.

U.a. werden so auch jegliche Versuche ernsthaft gegen User-Tracking vorzugehen unterdrückt - denn DAS ist das eigentliche Interesse Googles hinter "Chrome" und "Android".

Leider gibt es viele Webentwickler, die sich davon einlullen lassen und bereits im eigenen Kopf "Chrome" als den Standard definieren und ihre Projekte rein darauf optimiert erstellen. Das ist nicht viel besser als die frühere "Optimized for Internet Explorer" Denke.

(Ich bin selbst seit > 26 Jahren Webentwickler und betrachte diese voranschreitende Entwicklung mit Sorge!)
+3
Macmissionar09.01.26 15:37
Erstens basiert Safari wie Chrome auf Webkit (zumindest jahrelang) und heute noch sind die Engines sehr ähnlich. In winzigen Details wirst Du immer Unterschiede finden. Aber so ist das doch sehr übertrieben dargestellt.
Safari beherrscht alle noch so verstrickten CSS-3-Features und endlich ist es möglich, auch lokale Dateieinschränkungen zu deaktivieren. Auch Script-Events können von außen empfangen werden. Ich nutze Chrome nur dann, um zu testen, ob gewisse Seiten wiedermal Probleme haben, oder es an Safari liegt.
Moranai
Hast du schonmal was mit Webentwicklung zu tun gehabt? Wenn du eine Homepage entwickelst und die mit Chrome testest funktioniert alles wunderbar. Mit Safari musst du immer wieder irgendwelche Spezialsachen machen oder veraltete Standards nutzen damit es läuft.
A Mac is like a Wigwam: No Windows, no Gates, no Backdoors, Peace, Harmony – and an Apache inside.
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Nebula
Nebula09.01.26 17:38
Google hat den Code schon ordentlich umgekrempelt und geht bei JavaScript sogar komplett eigene Wege. Zudem nutze Blink ein andere Layout-Engine (LayoutNG). Von winzigen Details kann da keine Rede mehr sein.
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
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wi36809.01.26 21:58
Google Chrome ist ein Browser wo Du als Entwickler verzweifeln kannst, weil Google Chrome autark entscheidet, wann es bereits geladene Elemente aktualisiert. Auch als Benutzer tappt man da in seltsame Fallen. Bei Microsoft Edge, der auf Google Chrome basiert ist es ebenfalls so übernommen worden.

Sehr viele neue Browser-Features insbesondere zu neuen Javascript-Befehlen sind zweifelhafte Fortschritte, weil es einen komplexeren Interpreter im Browser erfordert. Die Folge: Das Event-Verhalten des Browsers wird immer unlogischer. Oft hilft nur bewusst auf neue JavaScript-Befehle zu verzichten und Konstruktionen zu benutzen die bereits unter IE 11 unterstützt worden, weil diese Uralt-Features wurden damals mit rasant guter Performance implementiert und das Eventverhalten bleibt dann so wie es sein sollte.
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