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Apple droht: Streichen Investitionen, wenn der App Store stärker reguliert wird

Wenn kleinere Länder schärfere Bestimmungen für Tech-Riesen durchsetzen, mag dies erst einmal nicht nach großen Konsequenzen klingen. Allerdings galten neue Rahmenbedingungen in Südkorea von Anfang an als Stein, der möglicherweise eine große Lawine ins Rollen bringt. Apple und Google dürfen es demnach nicht mehr verbieten, auf Vertrieb abseits des App Stores hinzuweisen und eigene Abrechnungs-Plattformen einzubinden. Gleichzeitig setzte aber auch eine Sammelklage Apple unter Druck und führte zu einer "Einigung" mit Entwicklern – Apple wählte die geringstmöglichen Anpassungen, welche sich daraus ergaben. Fast schon Satire ist dabei, dass zwar weiterhin kein Hinweis auf externe Stores erlaubt sein sollte, wohl aber die Angabe der E-Mail-Adresse, um dann auf diesem Wege von alternativen Zahlungssystemen zu erfahren.


Apple machte Zugeständnisse – doch beruhigt die Diskussion nicht
Anfang des Monats sah sich Apple dann zu einer weiteren Anpassung gezwungen, denn die japanischen Wettbewerbshüter waren ebenfalls umtriebig. Der Store-Zwang für In-App-Käufe wurde insofern weiter abgeschwächt, als "Reader-Apps" fortan generell externe Systeme verwenden dürfen. Ein Kriterium ist dabei, dass besagte Apps Medien verschiedener Art zur Verfügung stellen, deren Ersteller sie nicht sind – was eigentlich Produzenten wie Netflix ausnähme.

In den USA sorgen Apples erzwungene Mini-Schritte nicht für großen Zuspruch. Wie es gestern hieß, seien die angekündigten Änderungen nicht weitreichend genug, weswegen der parteiübergreifend gebildete Ausschuss weiterhin gegen die Tech-Giganten vorgeht. Es gebe weiterhin großen Schwung, den "Open App Markets Act" umzusetzen und das "Twin-Monopol" aus Apple und Google aufzubrechen. Jener Gesetzesentwurf sieht umfangreiche Änderungen vor. Unter anderem sollen App-Anbieter in der Wahl ihrer Bezahlsysteme frei sein.

Drohungen, aus Investitionen auszusteigen
Einem anderen Bericht zufolge setzt Apple derzeit eine aggressive Armee aus Lobbyisten und Anwälten ein, gegen die Regulierung des App Stores anzukämpfen. Auch vor Drohungen wird angeblich nicht zurückgeschreckt. In Georgia hieß es, Apple könne sich aus einer 25 Millionen Dollar hohen Investition für ein historisches "Black College" zurückziehen – und einen Milliarden-Deal mit Kia eben nicht in diesem Bundesstaat umsetzen. Letztgenannter Punkt ist durchaus interessant, denn die Lobby-Einsatzkräfte führen ein Projekt ins Feld, das von Apple noch niemals offiziell angekündigt wurde. Allerdings stammen die Aussagen natürlich auch nicht von Apple-Offiziellen, sondern von beauftragten, externen Partnern.

Kommentare

milk
milk09.09.21 13:59
Immer, wenn ich glaube, dass Apple sich nicht unsympathischer darstellen könnte, setzen die Profis dort einen drauf.
+10
Borimir
Borimir09.09.21 14:02
milk
Immer, wenn ich glaube, dass Apple sich nicht unsympathischer darstellen könnte, setzen die Profis dort einen drauf.
Du meisnt so wie es die GDL gerade vormacht? Nennt sich Interessenvertretung.
-13
KingBradley
KingBradley09.09.21 14:39
Apple sollte akzeptieren:
Sie haben verloren.

Da brauchen doch nur Staaten wie New York und California das durch Boxen und Ende im Gelände.
+6
FlyingSloth
FlyingSloth09.09.21 14:41
Neues Apple Produkt iBlackmail
Fly it like you stole it...
+4
Bonzo8709.09.21 14:52
gut so, dann investieren eben andere Konzerne
-6
Mecki
Mecki09.09.21 14:59
Bonzo87
gut so, dann investieren eben andere Konzerne
In welcher Fantasiewelt lebst du denn bitte? Eine Investition von Apple hindert doch niemanden daran zu investieren. Wenn andere Konzerne investieren wollten, dann würden sie das tun, egal was Apple tut oder nicht tut. Wenn also Apple seine geplante Produktionsstätte mit Kia in einen anderen Bundesstaat verlegt, wer glaubst du bitte kommt dann und baut stattdessen was dahin?
+9
tranquillity
tranquillity09.09.21 15:00
Ziemlich schäbig und wie ich finde Apple unwürdig. Zumindest wie ich die Firma bisher verstanden habe.
+6
john
john09.09.21 15:07
Borimir
milk
Immer, wenn ich glaube, dass Apple sich nicht unsympathischer darstellen könnte, setzen die Profis dort einen drauf.
Du meisnt so wie es die GDL gerade vormacht? Nennt sich Interessenvertretung.
das wiederum nennt sich whataboutism.
biete support. kostenlos, kompetent und freundlich. wähle zwei.
+13
Borimir
Borimir09.09.21 15:15
john
Borimir
milk
Immer, wenn ich glaube, dass Apple sich nicht unsympathischer darstellen könnte, setzen die Profis dort einen drauf.
Du meisnt so wie es die GDL gerade vormacht? Nennt sich Interessenvertretung.
das wiederum nennt sich whataboutism.
Hm, allgemein wird das (Beispiel GDL) aber als "egoistische Durchsetzung der eigenen Interessen gesehen". Womit soll denn wovon abgelenkt werden?
-9
headlikeahole09.09.21 15:38
Borimir
Hm, allgemein wird das (Beispiel GDL) aber als "egoistische Durchsetzung der eigenen Interessen gesehen"…
Wo ist da Egoismus im Spiel?
+2
Borimir
Borimir09.09.21 15:58
headlikeahole
Borimir
Hm, allgemein wird das (Beispiel GDL) aber als "egoistische Durchsetzung der eigenen Interessen gesehen"…
Wo ist da Egoismus im Spiel?
Es geht nicht um die fordergründigen Forderungen. Die liegen mehr oder weniger auf dem Tisch. Und wenn der Egomane nicht weiter streiken lassen will bis diese zu 100% erfüllt sind muss es ja wohl einen anderen Grund geben. Z.B. seiner kleinen Gewerkschaft mehr Macht zu verleihen.
" die GDL hat lediglich 37.000 Mitglieder (die andere, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, hat 184.000)." (Quelle: Zeit von heute)
0
bernddasbrot
bernddasbrot09.09.21 16:53
Da kennt sich aber jemand richtig aus, zumindest in Schlagzeilen.

Dann empfehle ich mal ein bisschen Lektüre zu den Themen "Laufzeiten eines Entgelttarifvertrags" und dem "Tarfeinheitsgesetz", welches eine SPD-Arbeitsministerin in der GroKo auf den Weg gebracht hat.

Ja, Interessenvertretung heißt es bei Angestellten und Arbeitern, Lobbyismus bei Unternehmen.
Borimir
headlikeahole
Borimir
Hm, allgemein wird das (Beispiel GDL) aber als "egoistische Durchsetzung der eigenen Interessen gesehen"…
Wo ist da Egoismus im Spiel?
Es geht nicht um die fordergründigen Forderungen. Die liegen mehr oder weniger auf dem Tisch. Und wenn der Egomane nicht weiter streiken lassen will bis diese zu 100% erfüllt sind muss es ja wohl einen anderen Grund geben. Z.B. seiner kleinen Gewerkschaft mehr Macht zu verleihen.
" die GDL hat lediglich 37.000 Mitglieder (die andere, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, hat 184.000)." (Quelle: Zeit von heute)
+3
docfred09.09.21 17:05
Ahja. Die Menschenfreude voller "sozialer Verantwortung". Und sobald sich die Politik berechtigterweise mal um den viel zu groß gewordenen Einfluss kümmert, wird die "soziale Verantwortung aus tiefsten Herzen und vollster Überzeugung" zum Druckmittel und Verhandlungsmasse?

Ekelhafte Heuchler.
+6
headlikeahole09.09.21 17:16
Borimir
Es geht nicht um die fordergründigen Forderungen. Die liegen mehr oder weniger auf dem Tisch. Und wenn der Egomane nicht weiter streiken lassen will bis diese zu 100% erfüllt sind muss es ja wohl einen anderen Grund geben. Z.B. seiner kleinen Gewerkschaft mehr Macht zu verleihen.
" die GDL hat lediglich 37.000 Mitglieder (die andere, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, hat 184.000)." (Quelle: Zeit von heute)
Die Medien verbreiten aber in diesem Fall auch nur ihre eigene Wahrheit. Die DB hat die Betriebsrente gekündigt, die Arbeitszeitregeln gekündigt, dem Vorstand eine 10% Gehaltserhöhung genehmigt, die Betriebsrenten der oberen Büroetagen auf 20.000,-€ angehoben.
Die Forderungen der GDL wurden kurioserweise von allen anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen angenommen, die Coronabeihilfe (gab es schon immer, hieß nur früher Einmalzahlung) wurde schon teilweise ausgezahlt.
Die Allgemeinheit wird hier total verarscht. Der DGB regt sich auf (Ja, die GDL hat kein Interesse euch beizutreten) und die EVG. Mittlerweile mischt die EVG ja auch mit und bringt ihr Sonderkündigungsrecht ins Spiel, das sie wegen der GDL hat, es aber nicht ausspricht.
+4
cps09.09.21 17:20
Borimir
Hm, allgemein wird das (Beispiel GDL) aber als "egoistische Durchsetzung der eigenen Interessen gesehen".

Der Vorstand gönnt sich bescheidene 10% und Geld für Bonuszahlungen an Führungskräfte war auch da.
+6
headlikeahole09.09.21 17:20
docfred
Ahja. Die Menschenfreude voller "sozialer Verantwortung". Und sobald sich die Politik berechtigterweise mal um den viel zu groß gewordenen Einfluss kümmert, wird die "soziale Verantwortung aus tiefsten Herzen und vollster Überzeugung" zum Druckmittel und Verhandlungsmasse?

Ekelhafte Heuchler.

Nun, die Vorgänger der heutigen EVG wollten auf Drängen des Bahnvorstands eine massive Abwertung des Lokführerberufes herbeiführen. Die GDL hat damals schon nicht mitgespielt. Mit Egoismus hat das Abwenden von prekären Verhältnissen nichts zu tun. Man wollte die GDL zu einem Beitritt in den DGB bändigen und als sie das nicht wollte, kam der Kumpel von der SPD mit einem passenden Gesetz um die Ecke.
+3
Borimir
Borimir09.09.21 17:36
bernddasbrot
Da kennt sich aber jemand richtig aus, zumindest in Schlagzeilen.

Bin kein Tarif-Profi (Du?). Habe aber eine Meinung. Und meiner Meinung nach muß es andere Wege geben zu "seinem Recht" zu kommen als Millionen von Menschen den Tag zu versauen und Ihnen Ihre Zeit zu stehlen.
-1
headlikeahole09.09.21 18:01
Borimir
Bin kein Tarif-Profi (Du?). Habe aber eine Meinung. Und meiner Meinung nach muß es andere Wege geben zu "seinem Recht" zu kommen als Millionen von Menschen den Tag zu versauen und Ihnen Ihre Zeit zu stehlen.

Klingt nach den vielen Millionen Bundestrainern und Virologen.

Gäbe es eine Alternative, hätte man sie auch genutzt. Und, ein Streik kann von keinem Vorsitzenden erklärt werden, das müssen die Mitglieder der Gewerkschaft machen und sie haben es mit 95% Zustimmung getan.

Wie gesagt, alle anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen haben unterschrieben, nur die DB nicht. Und die Mitarbeiter in anderen Bereichen wollen sich ebenfalls von der GDL vertreten lassen, weil mal wieder ein EVG Vorsitzender in die Führungsebene der DB abgewandert ist, nachdem ein Kuscheltarifvertrag abgeschlossen wurde.
+3
docfred09.09.21 19:35
Kann mir mal bitte jemand erklären, was der Bahntarifkonflikt hier verloren hat?
+5
coosmannc09.09.21 20:03
Ich verstehe das Rumgejammerer mancher hier nicht. Wer sich den Vorgaben von Apple nicht beugen will, lässt einfach die Finger davon. Ist das denn so schwer zu verstehen? Wenn ich dann als Entwickler da keinen Cent verdienen kann, ist das halt so. Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespeilt wird.
-10
cps09.09.21 21:14
docfred
Kann mir mal bitte jemand erklären, was der Bahntarifkonflikt hier verloren hat?

Die Protagonisten agieren auf einem ähnlichen Niveau.
-4
heubergen09.09.21 22:14
Ich hoffe doch sehr das sie diesen Krieg gewinnen werden, das System muss beschützt werden. Wir wollen keinen Zoo und Zirkus wie ihn Google mit Android veranstaltet.
-4
pünktchen
pünktchen10.09.21 09:48
Borimir
Du meisnt so wie es die GDL gerade vormacht? Nennt sich Interessenvertretung.

Ein Streik (ganz egal was man von dem konkret hält) richtet sich an den Tarifpartner. Apples Drohungen hingegen richten sich an einen Staat. Wenn die GDL das entsprechend machen würde, also mit einem Streik Gesetzesänderungen zu erzwingen versuchte, wäre der Streik in D illegal.

Es ist schlicht auch ein Problem für die Demokratie wenn demokratisch legitimierte Entscheidungen von nicht demokratisch legitimierten Akteuren über den Haufen geworfen werden. Und verglichen mit Apple sind Gewerkschaft wie die GDL noch hervorragend demokratisch legitimiert.
+4
pünktchen
pünktchen10.09.21 09:57
coosmannc
Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespeilt wird.

Apple bezahlt die Musik? Ich dachte immer die Kunden der Entwickler und Apples tun das, wie man sich täuschen kann.
+4
MrJava01.12.21 07:58
coosmannc
Ich verstehe das Rumgejammerer mancher hier nicht. Wer sich den Vorgaben von Apple nicht beugen will, lässt einfach die Finger davon. Ist das denn so schwer zu verstehen? Wenn ich dann als Entwickler da keinen Cent verdienen kann, ist das halt so. Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespeilt wird.

Ganz genau! Sie haben den App-Store eingeführt und warum sollte sich das ändern? War von ANFANG AN so.
0
Mecki
Mecki01.12.21 22:51
pünktchen
Ich dachte immer die Kunden der Entwickler und Apples tun das
Also ich sehe nicht, dass die Kunden Massenproteste gegen den AppStore abhalten, oder dagegen, dass Entwickler den nutzen müssen, oder dagegen, dass Zahlungen über den laufen müssen. Ich sehe auch keine Kunden Apple deswegen verklagen. Jammern, klagen und protestieren tun immer nur Entwickler. Die sagen zwar manchmal, sie tun das im Namen der Kunden, aber würden die Kunden das tun, hätte das sicherlich 1000x mehr Wirkung. Fakt ist aber: 99,9% der Kunden hat kein Problem damit, denn die Leute, die wirklich ein Problem damit haben, die sind keine Kunden, die haben sich ein Android Gerät gekauft.
0
pünktchen
pünktchen02.12.21 09:58
Also du leidest doch echt unter dem Stockholm-Syndrom.
-1
Mecki
Mecki02.12.21 11:14
pünktchen
Also du leidest doch echt unter dem Stockholm-Syndrom.
Ich weiß nicht was dein Problem ist, aber ich kann jederzeit aufhören Apple Produkte zu nutzen. Tatsächlich habe ich auch ein Android Tablet zu Hause. Ich nutze Apple Produkte nur wenn will und solange ich will. Niemand zwingt mich hier also zu irgendwas, sondern Apple macht mir ein Angebot und ich als erwachsener, selbstständig denkender Mensch kann mich entscheiden, ob ich das annehmen will oder nicht und ich kann mich auch jederzeit umentscheiden.

Leider scheinst du nicht zu wissen was das Stockholm-Syndrom überhaupt ist. Wohl irgendwo mal einen Begriff aufgeschnappt, aber nie wirklich verstanden. Das Stockholm-Syndrom beschreibt die Tatsache, dass Menschen, die in einer ausweglosen Situation festsetzen, aus der sich nicht entweichen können, z.B. einer Geiselnahme, sich mit dieser Situation zwangsläufig "anfreunden", weil es sinnlos wäre gegen etwas anzukämpfen, das man eh nicht ändern kann und um diese Situation mit minimalen Schaden zu überstehen, sogar bereit sind mit den Personen zu sympathisieren bzw. zu kooperieren, die für diese Situation verantwortlich sind, weil deren Misserfolg gefährdet das eigene Leben.

Aber zum einen ist Apple nicht für meine Situation verantwortlich, mir wurde kein Gerät gegen meinen Willen von Apple aufgezwungen, ich wollte dieses Gerät haben, zum anderen steht es mir jederzeit frei zu wechseln. Und bei einer "Geiselnahme", bei der sich "Geiseln" freiwillig in die "Geiselnahme" begeben müssen und es ihnen auch jederzeit frei steht zu gehen, wenn sie wollen, wird niemals ein Stockholm-Syndrom entstehen, denn so eine Geiselnahme nennt man "Besuch" und ist nichts anderes wie wenn du Verwandten zum Abendessen besuchst. Du gehst da freiwillig hin und du darfst auch jederzeit wieder gehen, nur du entscheidest ob und wie lange du dich dort aufhältst.

Du musst aufhören Menschen Freiheiten aufzwingen zu wollen, die diese nicht brauchen bzw. gar nicht haben wollen. Und nein, jemand der sich von dir eine Freiheit nicht aufzwingen lässt leidet eben nicht unter dem Stockholm-Syndrom, denn hier bist du der Aggressor! Du bist hier der Geiselnehmer, der Nutzern etwas vorschreibt, statt ihnen die Entscheidung zu überlassen. Du schreibst ihnen vor, dass sie kein Gerät mit AppStore Zwang haben dürfen, dabei hat sich die überragende Mehrheit der iPhone Nutzer noch nie über diesen AppStore Zwang beschwert.

Die meisten sind zufrieden mit dem Ökosystem so sie es aktuell ist und wer das nicht ist, der kann das Ökosystem ja verlassen. Aber wenn du mit Gewalt das Ökosystem aufbrichst, dann schaffst du ein zweites Android und nimmst damit Nutzern eine Wahlmöglichkeit, denn statt zwischen einem System mit und einem System ohne AppStore Zwang wählen zu dürfen, gibt es dann nur noch zwei System ohne, also weniger Wahlmöglichkeit. Und alle Vorteile, die der AppStore Zwang gebracht hat, sind dann futsch und iOS wird genau die gleichen Probleme bekommen, die Android heute schon hat. Die gleichen Probleme, wegen denen sich viele Nutzer bewusst gegen Android und für iOS entschieden haben.

Also wenn du mit iOS und der Art wie Dinge dort gehandhabten werden nicht zufrieden bist, dann nutze es nicht. Nenn mir bitte mal einen einzigen Grund warum du iOS nutzen musst? Niemand hier will dir iOS oder Apple Produkte aufzwingen. Niemand hier ist dir böse, wenn du nur noch Windows/Linux PCs und Android Mobilgeräte nutzt. Aber wenn wir dir nicht vorschreiben, was du nutzen musst oder wie deine Geräte zu funktionieren haben, dann sehe bitte auch davon ab das uns vorschreiben zu wollen. Wir sind erwachsen. Wir brauchen dich nicht, um unsere Freiheiten zu verteidigen.

Wir sind in der Lage ein Android Gerät zu kaufen, wenn uns Freiheit wichtiger ist als Sicherheit, wenn wir Lust darauf haben 20 (oft nutzlose) Malwarescanner zu installieren, da wir uns lieber versuchen selber zu schützen statt uns auf den Schutz durch Hersteller Reviews zu verlassen, wenn wir fragwürdige Software in mieser Qualität aus fragwürdigen Quellen installieren wollen und wir den Komfort der iOS Softwareverwaltung lieber gegen das Chaos aus der Vorzeit eintauschen wollen. Nur wollen wir das nicht, sonst würden wir das tun und freuen und stattdessen, wenn wieder mal in den News von einem neuen SmartPhone Schädling berichtet wird, der sich per SMS verbreitet und der wie üblich nur Android Geräte befallen kann.
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pünktchen
pünktchen02.12.21 11:27
Nur weil Android noch schlechter ist muss man doch nicht jede kundenfeindliche Entscheidung Apples bejubeln. Du hast dich durch die Kaufentscheidung freiwillig in Apples Geiselhaft begeben und nun verteidigst du alles was Apple macht weil du dich dann nicht so als das Opfer fühlen musst das du tatsächlich bist. Und ja, teilweise profitierst du wenn dein Geiselnehmer profitiert. Allerdings geht deine reflexhafte Verteidigung Apples ja darüber hinaus, du verteidigst sie auch wenn sie dir mehr Geld aus der Tasche ziehen oder dir irgendwelche Beschränkungen auferlegen.

Wiki: Buyer’s Stockholm Syndrome
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Mecki
Mecki02.12.21 12:26
pünktchen
Nur weil Android noch schlechter ist
Ist es aber nicht. An Android, also dem System selber, ist grundsätzlich erst einmal nichts schlechter als an iOS. Es gibt zwar technische Unterschiede, aber für ich genommen ist da nichts besser oder schlechter. Die Probleme, die dir anscheinend bekannt sind, sonst würdest du nicht behaupten, dass es schlechter ist, und die du hier dem System unterschieben willst, sind in Wahrheit politische Probleme. Hätte Google Android genauso zugenagelt und reguliert wie Apple iOS, würden diese Probleme auch unter Android nicht existieren und man könnte Android problemlos genauso zunageln und regulieren, auch hier spricht technisch nichts dagegen. Aber man kann eben nicht beides haben: Entweder ist ein Ökosystem offen, was eben auch Nachteile mit sich bringt, oder es ist nicht offen. Es kann nicht zeitgleich beides sein.

pünktchen
du verteidigst sie auch wenn sie dir mehr Geld aus der Tasche ziehen oder dir irgendwelche Beschränkungen auferlegen.
Apple zieht mir kein Geld aus der Tasche, ich entscheide wem ich Geld gebe, wie viel und wofür. Und wenn Apple mir irgend eine Beschränkung auferlegen will, mit der ich ein Problem habe, dann kehre ich Apple ganz schnell den Rücken zu, so schnell schaust du gar nicht.

Ich kenne z.B. eine Studentin, die Zeit ihres Lebens nie Apple Produkte genutzt hat. Durch ihr Studium hatte sie jetzt die Möglichkeit über ihre Uni stark verbilligt an Apple Geräte zu kommen und hat sich daher ein MacBook Air, ein iPad und ein iPhone besorgt. Ich hab sie gefragt warum sie das gemacht hat, denn bisher hatte sie ja nichts mit Apple am Hut, und die Antwort war nur: "Finde das MacBook sieht einfach besser aus als andere Notebooks und so günstig komme ich nie wieder an aktuelle Apple Geräte." Also eine Entscheidung, die weder auf technischen Aspekten fußt, noch auf ideologischen. Ohne jetzt sexistisch klingen zu wollen, aber "sieht halt besser aus" ist eher eine weibliche Herangehensweise.

Habe sie dann gefragt, wie zufrieden sie nach einem halben Jahr Nutzung ist und die Antwort war "Anfangs war das schon sehr schwer sich da umzugewöhnen, aber jetzt liebe ich diese Systeme und ich werde wohl auch in Zukunft Apple-Geräte bevorzugen." Also kein "Ist misst, da kann ich nicht Software aus beliebigen Quellen installieren" oder "Dieses AppStore Zwang nervt total" oder "Ich vermisse viele Apps, die Apple nicht durch den Review lässt" oder "Da kann man ganz viele Sachen nicht so am System umbauen, wie ich das will"; sie vermisst nichts von dem, woraus du eine riesiges Drama machen möchtest. Und sie ist der Anwender. Sie ist der der, der bezahlt und dieses Ökosystem finanziert.

Wiki: Buyer’s Stockholm Syndrome
Auch das trifft nicht zu, da ich nirgendwo einen Kauf nachträglich gerechtfertigt habe. Ich wusste, wie das Ökosystem funktioniert, lange bevor ich das erste iOS Produkt von Apple gekauft habe; ich bin erst mit dem iPhone 5 zu Apple gewechselt. Ich wusste, dass man Apps dort nur über den Store beziehen und ich nicht Apps direkt von Webseiten installieren kann, dass Apple alle Apps vorab prüft und nur regelkonforme Apps durchlässt, ich kannte sogar die Regeln vorab, und dass Apple am Umsatz aller Apps zu 30% beteiligt wird. Aber aus irgend eine Grund denkst du, dass mich das stören müsste und kannst nicht begreifen, dass mich das einfach nicht im geringsten juckt.

Zumindest nicht auf meinen SmartPhone und da wo es mich gejuckt hat, auf meinen Tablet, da habe ich genau deswegen ein Android Tablet. Ich habe auch ein iPad und das bevorzuge ich auch, aber es gab eben eine Sache, die damit nicht ging und statt wie du deswegen einen Krieg gegen Apple und ein ganzes Ökosystem führen zu wollen, gehe ich einfach in ein Geschäft und kaufe mir ein Gerät, das meine Ansprüche erfüllt, so einfach ist das. War nicht mal teure und in unter einer Stunde erledigt. Ich kann also nicht nachvollziehen, warum du das nicht kannst und hier ständig uns erzählen willst, Apple hält dich in Geiselhaft.
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