macOS auf dem iPad: Apples klare Absage – aber auch ein wackliges Argument

Microsoft bietet mit Surface Pro und Surface Go sogenannte Convertibles an, auch andere Hersteller wie Lenovo haben solche Zwitter aus Tablet und Notebook im Programm. Auf diesen laufen dieselben Betriebssysteme wie auf Notebooks und Desktop-Rechnern. Apple hingegen setzt nur bei Computern auf macOS, iPhones und iPads kommen mit iOS/iPadOS. Im Inneren des neuen iPad Pro arbeitet jedoch ebenso wie in iMac, MacBook Pro 13 Zoll, MacBook Air und Mac mini Apples hauseigener M1-Chip. Was läge da näher, als auch die Tablets irgendwann mit dem "großen" Betriebssystem auszustatten?


Identische CPUs in Macs und iPad Pro
Dieser Wunsch wurde zumindest gelegentlich in Foren und Sozialen Netzwerken geäußert, nachdem Apple das neue iPad Pro präsentiert hatte. Er ist aus gleich mehreren Gründen alles andere als abwegig: Die Apple-Silicon-Macs und die beiden High-End-Tablets nutzen dieselbe CPU-Architektur, das große iPad Pro verfügt über ein ähnlich großes Display wie MacBook Air M1 und MacBook Pro M1. Apple hat zudem mit Magic Keyboard und Smart Keyboard Folio Tastaturen im Programm, welche die flachen Rechner zu Notebooks oder Desktops umfunktionieren. Am Betriebssystem ändert deren Nutzung allerdings nichts.

Quelle: Apple

Zusammenführung steht nicht zur Debatte
Apple zufolge wird das auch auf absehbare Zeit so bleiben. Eine Zusammenführung der beiden Geräteklassen stehe nicht zur Debatte, sagten Marketing-Chef Greg Joswiak und der für den Hardware-Bereich zuständige Manager John Ternus im Gespräch mit The Independent. Man plane hingegen, sich weiterhin auf die Verbesserung der beiden separaten Produktlinien zu konzentrieren. Apple wolle sich nicht in Theorien verzetteln, wie man Tablets und Computer einander angleichen könne. Zudem seien die Kunden in dieser Hinsicht geteilter Meinung. Die einen bevorzugten eine Vereinheitlichung, um sich nicht mehr zwischen Mac und iPad entscheiden zu müssen. Andere befürchteten eine Zusammenführung und mutmaßten sogar ein "Komplott", bei dem Apple die Abschaffung einer Gerätekategorie plane.


iPad Pro hat erhebliche Leistungsreserven
Ternus ergänzte, das kalifornische Unternehmen wolle weder Mac noch iPad in irgendeiner Form in ihrer Funktionsweise einschränken, damit das jeweils andere Gerät besser aussehe. "Wir strengen uns an, um sowohl den bestmöglichen Computer als auch das beste Tablet zu entwickeln", sagte Apples Hardware-Chef. Das werde beim neuen iPad Pro deutlich: Die Kunden profitierten davon, dass das Gerät erhebliche Leistungsreserven habe und nicht nach kurzer Zeit obsolet werden könne. Unter anderem aus diesem Grund habe man sich entschieden, das Tablet mit dem M1 auszustatten. "Die besten Apple-Silicon-Chips fanden immer ihren Weg ins iPad Pro, und der M1 ist eben der beste unserer Prozessoren."

Argumente wacklig – warum es doch eine künstliche Einschränkung ist
Allerdings sind die Argumente zumindest in einem Punkt angreifbar und nicht glaubwürdig. Mac und iPad Pro setzen wie erwähnt beide auf einen M1-Chip und sind enger verwandt denn je. Technisch gesehen wäre es durchaus möglich, das iPad Pro (zusätzlich) mit macOS zu versehen – und damit beim Anschließen an ein externes Display statt einer Touch- eine Maus- und Tastatur-orientierte Oberfläche zu zeigen. In diesem Fall wäre für viele Nutzer aber tatsächlich klar, nicht mehr Mac und iPad nebeneinander zu benötigen, was sicherlich zur Kannibalisierung von Verkaufszahlen führen würde. Apple weiß selbstverständlich um diesen Umstand – weswegen auch ein Tablet mit der Performance eines guten Desktop-PCs ausschließlich mit einem angepassten Smartphone-Betriebssystem arbeiten darf.

Kaum jemand nimmt Apple die Aussage ab, dies sei keine bewusste Limitierung, sondern eröffne Chancen. Hierbei handelt es sich relativ deutlich um eine Marketing-Entscheidung, keine hausinterne Konkurrenz zulasten des Umsatzes zuzulassen. Blickt man aber einige Jahre in die Zukunft, so erscheint es als der logische Weg, nicht mehr drei verschiedene Hochleistungs-Devices (Mac, iPad, iPhone) parallel zu benötigen – irgendwann wird es so weit sein, dass zumindest eine Plattform davon die Aufgaben der anderen komplett ersetzt. Wovor Apple aber wohl ebenfalls zurückscheut ist, mit einem Device nicht zwei komplett unterschiedliche Oberflächen bieten zu wollen. Hierfür müsste noch sehr viel mehr Harmonisierung von iPadOS und macOS stattfinden. Dies ist sehr schwierig, denn Touch-Systeme haben nun einmal andere Anforderungen an UI-Elemente als normale Desktop-UIs.

Kommentare

Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex23.04.21 11:26
Das ist tatsächlich DER Punkt schlechthin, der mir all die neue Power und Ausstattung des kommenden iPad Pro XDR gegenüber meinem 2018er Pro absolut unschmackhaft macht: Die Power kann ich einfach nicht wirklich effektiv nutzen, da die Software dafür fehlt und das OS deutliche Grenzen setzt.

Come on Apple, we wand a MacPad
+9
heliworld23.04.21 11:32
Ja, echtmal, ein Hybrid-Modus wäre doch sinnvoll.
Entweder rein iPad OS
oder ich "boote" neu oder wie auch immer, und hab dann MacOS und schließe Tastatur, Maus und großen Monitor an.

Selbst wenn dann 15-20GB zusätzlich belegt werden würde, wäre doch egal bei 256-2TB Version. Würde aber dann tatsächlich aktuell zumindest Macbooks ziemlich obsolet machen.
+3
Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex23.04.21 11:35
heliworld
Würde aber dann tatsächlich aktuell zumindest Macbooks ziemlich obsolet machen.

Selbst wenn ich mit aktuellen Mitteln das iPad zum zweiten Display für den Mac mache, kann ich halt weder mit dem Finger noch mit der Pencil ein Fenster rüberschieben. Ich muss dazwischen zur Maus oder zum Trackpad wechseln. Das ist einfach apple-untypisch beknackt. Daher wäre Mac Software auf dem iPad genial – auch und vor allem mit dem neuen XDR Display.
+3
KingBradley
KingBradley23.04.21 11:42
Es gibt so viele gute Ideen die selbst Apple nicht bringen wird:

- Smartphone an ein Monitor anschließen, dazu Bluetooth Tastatur + Maus
Rechner/Mac Ersatz
Das fand ich immer eine coole Idee, hat sich aber nie durchgesetzt weil kein Hersteller das so richtig will.

Apple ist irgendwie gefangen in seinen Produktkategorien.
Aber wenn sich die Hardware von iPad und Mac immer mehr ähneln: wozu dann eine Trennung?
Im Bereich wo die Leistung auf einem Niveau liegt: iPad Pro und MacBook Air...
Da könnte ja langfristig wirklich nur ein iPad Pro mit Tastatur, vermarktet als convertible, das Air ersetzen. Oder?🤔

Voraussetzung natürlich:
iPadOS wird immer weiter aufgebohrt und ersetz dann letztendlich macOS und kommt auf den Macs
+3
Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex23.04.21 11:46
KingBradley
iPadOS wird immer weiter aufgebohrt und ersetz dann letztendlich macOS und kommt auf den Macs

Dafür müssten die Macs halt touchfähig werden, was Apple ja nach wie vor ausschlägt.
-2
Lagavulin
Lagavulin23.04.21 11:50
Apple sollte wirklich einmal darüber nachdenken, mittels Container-Technologie beide Betriebssysteme, iOS und MacOS, auf das neue iPad Pro zu bringen.

Dann hätte man „das Beste aus beiden Welten“ in einem einzigen Gerät: Ein iPad und – in Verbindung mit einem Magic/Smart Keyboard – die volle Funktionalität eines MacBook. Eine Unterstützung des Touch-Displays in MacOS wäre für mich erst mal gar nicht wichtig, darüber kann man später einmal nachdenken.
Always look on the bright side of life
+4
Crypsis8623.04.21 11:51
stimmt leider.. würde das 12er pro beide systeme haben bzw. fcpx und xcode auf ipados laufen, hätte ich kein macbook mehr. und so kauft man sich treudoof dann doch beide geräte und redet sich das alles irgendwie schön

aber um ehrlich zu sein finde ich auf ipados nur das dateihandling nach wie vor nicht so prickelnd. fcpx könnte man zur not ja auch mit lumafusion ersetzen, allerdings fehlen dann die plugins. langfristig gesehen wird sich ipados vermutlich eher macos annähern. irgendwann muss der "split" von iOS ja mal früchte tragen.
+2
Murx23.04.21 11:53
Irgendwann kommen sie nicht drum herum, die zwei Syteme nicht nur optisch sondern auch funktionell immer mehr aneinander anzugleichen. Denn der Kunde will keinen Stillstand bei der Entwicklung. Das dauert aber noch. Und wird dann als das nächste große Ding verkauft. Ein System für alles.

Oder es kommt ganz was anderes, was wir uns noch nicht vorstellen können.
+3
stargator23.04.21 11:55
Das iPad OS lernt ja immer mehr dazu, da sehe ich nicht das Problem. Habe ich halt keinen Finder. Aber ich kann nicht einfach ein MacOS Programm auf dem iPad installieren, und viele dich ich brauche gibts dort gar nicht. Maus und Tastatur, sowie Monitor funktioniert inzwischen ganz gut auf iPad OS. Mal schauen was sie auf der WWDC zeigen.
0
macster10023.04.21 11:56
Erst dieses Gelaber von wegen „reine Marketingentscheidung“, und dann am Schluss der entscheidende Punkt, der selbiges negiert: „ Wovor Apple aber wohl ebenfalls zurückscheut ist, mit einem Device nicht zwei komplett unterschiedliche Oberflächen bieten zu wollen.“ Wobei hier statt wollen eher müssen stehen sollte.
-1
desko7523.04.21 12:00
Gammarus_Pulex
...
Daher wäre Mac Software auf dem iPad genial – auch und vor allem mit dem neuen XDR Display.
Ich denke, genau das wird noch kommen, bzw. ich hoffe es. Anstatt beide Betriebssysteme zu vereinen, sollten sie die Software auf beiden Systemen ausführbar machen. iOS-Apps auf MacOS gibts. Ich denke im Herbst schwingt das Pendel in die andere Richtung.
0
pego23.04.21 12:02
Also wenigstens Multi-User Funktionalität wäre beim iPad mal angebracht.
+5
macuser22
macuser2223.04.21 12:15
Kaum jemand nimmt Apple die Aussage ab, dies sei keine bewusste Limitierung, sondern eröffne Chancen. Hierbei handelt es sich relativ deutlich um eine Marketing-Entscheidung, keine hausinterne Konkurrenz zulasten des Umsatzes zuzulassen. Blickt man aber einige Jahre in die Zukunft, so erscheint es als der logische Weg, nicht mehr drei verschiedene Hochleistungs-Devices (Mac, iPad, iPhone) parallel zu benötigen – irgendwann wird es so weit sein, dass zumindest eine Plattform davon die Aufgaben der anderen komplett ersetzt.

Sorry, ich bin nicht der Meinung des Artikels und der meisten Kommentare hier, sondern finde Apples Argumentation absolut schlüssig. Auch wenn sie den netten Nebeneffekt hat, ggf. mehr Geräte zu verkaufen.

Ich kann mir momentan kein Setting vorstellen, mit dem ich meine professionellen Arbeiten (großer Bildschirm, feinste Retuschen, Layout & Satz, Programmierung, Key-Framing, 3D-Grafik, Netzwerk-Gedöns, etc.) genauso auf einem iPad welcher Art auch immer ausführen könnte. Hier sind die User-Anforderungen einfach zu unterschiedlich und das wird sich so auch erstmal nicht ändern.

Nur weil derselbe Motor drin steckt, muss es nicht dasselbe Gefährt sein …
Erkenne dich selbst –//– Nichts im Übermaß
+12
antipod23.04.21 12:27
die sollen mal ihre professionellen Apps aufs iPad bringen. Ich denke, das würde schon einiges helfen. Ich verstehe aktuell zum Beispiel nicht, weshalb Finalcut nicht auf dem iPad verfügbar ist. mit M1 erwarte ich zumindest auf dem Pro schon, dass zur WWDC mal was kommt.
+1
bjbo23.04.21 12:32
Ich habe eine Vermutung, in welche Richtung Apple möchte, macOS auf dem iPad ist es nicht...

Ich vermute, dass Apple etwas ganz anderes im Sinn hat. Sie werden iPadOS weiter aufbohren, damit mehr möglich sein wird. Beispielsweise, dass alle möglichen Auflösungen nativ vom iPad unterstützt werden wie sie es mit dem ProD Display im Event schon genannt haben.

Darüber hinaus werden sie das OS soweit aufbohren, dass ausgewählte Software (vom Hersteller freigegeben wie umgekehrt mit den iPad-Apps auf dem Mac) auf dem iPad läuft. Tastatur/Maus/Trackpad werden ohnehin schon unterstützt, externer passender Monitor dran. Fertig ist der Arbeitsplatz inkl. des Touch-Displays, das dann wie ein Wacom-Tablet daneben betrieben werden kann oder halt eigenständig am MagicKeyboard oder auch ganz ohne.
Problematisch sind natürlich im Moment noch so Dinge, wie Menüs. Aber das wäre hier meine Vermutung.

Tl;dr: Apple ermöglicht den umgekehrten Weg von Mac-Apps auf das iPad ohne die beiden Betriebssysteme auf dem iPad anzubieten.
+1
DP_7023.04.21 12:38
Es reicht eben nicht den Mac touchfähig zu machen. macOS auf dem iPad wäre unbedienbar. Es ist gut, dass es zwei Systeme gibt mit ihren Stärken auf den jeweiligen Geräten. Fenster zu jonglieren auf dem iPad ist Unfug.
+3
Marcel Bresink23.04.21 12:39
Murx
Irgendwann kommen sie nicht drum herum, die zwei Syteme nicht nur optisch sondern auch funktionell immer mehr aneinander anzugleichen. Denn der Kunde will keinen Stillstand bei der Entwicklung.

Apple hat mehr als 14 Jahre Entwicklungsarbeit dafür verwandt, das Betriebssystem immer weiter aufzuspalten und für die einzelnen Gerätetypen jeweils spezielle Varianten zu optimieren. Das wieder rückgängig zu machen, wäre Stillstand und würde absolut keinen Sinn ergeben, weder technisch, noch wirtschaftlich.

Ein iPad wird von den meisten Kunden deshalb gekauft, weil es so einfach und eingeschränkt ist. Mit macOS würde es seine Existenzberechtigung verlieren.
+7
deus-ex23.04.21 12:53
Gammarus_Pulex
Das ist tatsächlich DER Punkt schlechthin, der mir all die neue Power und Ausstattung des kommenden iPad Pro XDR gegenüber meinem 2018er Pro absolut unschmackhaft macht: Die Power kann ich einfach nicht wirklich effektiv nutzen, da die Software dafür fehlt und das OS deutliche Grenzen setzt.

Come on Apple, we wand a MacPad
Das OS reizt die Hardware sowie so nie aus, sonder soll ja soviel Ressourcen wie möglich für Anwendungen bereithalten/frei lassen.

Fakt ist aber. Es wird noch einfacher Mac Anwendungen die eben auf die Power eine M1 zurückgreifen können fürs iPad anzubieten. Ich sag nur Final Cut und Logic Pro. Gerade diese beiden Tools sehe ich in Zukunft auch auf einem iPadPro.
+2
weasel23.04.21 12:54
DP_70
Es reicht eben nicht den Mac touchfähig zu machen. macOS auf dem iPad wäre unbedienbar. Es ist gut, dass es zwei Systeme gibt mit ihren Stärken auf den jeweiligen Geräten. Fenster zu jonglieren auf dem iPad ist Unfug.

Äh, warum?
+4
marcel15123.04.21 12:58
weasel

Icons die zum Touchen zu klein sind?
0
Mecki
Mecki23.04.21 13:10
Dies ist sehr schwierig, denn Touch-Systeme haben nun einmal andere Anforderungen an UI-Elemente als normale Desktop-UIs.
Und das beantwortet doch bereits, warum macOS am iPad nicht sinnvoll wäre. Apple möchte hier nicht irgendeinen Hybridmurks bauen, sondern sich ganz auf die unterschiedlichen Bedienungsszenarien konzentrieren können. macOS auf einem iPad wäre doch aktuell furchtbar zu bedienen.

Aber wenn ich damit aktuelle mac App nicht brauchbar bedienen kann, was bringt mir macOS dann auf dem Gerät? Dann kann ich es nur noch wie ein Notebook sinnvoll einsetzen, mit Tastatur und Maus, was zwar geht, aber damit verliert das Gerät seine Klasse und ist nur noch ein portableres Notebook.

Auch sind die Sicherheitsanforderungen an ein Gerät, das immer eingeschaltet ist (nicht einmal wirklich schläft, nur "ruht") und das der Nutzer im Alltag immer dabei hat (welches ständig zwischen diversen, fremden und öffentlichen WLANs wechselt und das man so auch per BT/NFC hacken könnte) doch völlig andere als die an ein Gerät, dass der Nutzer nur bei Bedarf anschaltet, und das selten bis nie das Haus verlässt, weil es (meistens) am heimischen Schreibtisch verweilt und dort auch immer nur das gleiche WLAN nutzt.
+2
weasel23.04.21 13:21
marcel151
weaselIcons die zum Touchen zu klein sind?

Ja, das wäre ein Punkt. Aber erstens liesse sich das über die Auflösung regeln und zweitens über Pencil.

Ich fände beides optional auf dem iPad klasse: iPadOS und macOS.

iPadOS is viel zu limitiert (zumindest für mich), so dass ein iPad Pro schon fast an Ressourcenverschwendung grenzt. Das ist natürlich eine sehr subjektive Wahrnehmung.
+1
Mostindianer23.04.21 13:21
3 Faktoren:

1. Zielgruppe
2. Hardware
3. Software

Zu 1. Bisher war das iPad + System + Apps + Zubehör ganz klar an Kunden gerichtet, welche konsumieren wollen, darauf ausgerichtet ist auch das iOS.

Unterdessen richtet sich das iPad und im speziellen das Pro auch an Kunden welche primär Inhalte erstellen, also Arbeitsgeräte, daher neu iPadOS.

Zu 2. die Hardware ist Touchbasierend und hat Anschlüsse zu externe Eingabegeräte wie Stift, Maus, Tastatur. Ist aber dennoch primär alles auf Touch ausgerichtet. Im Weiteren hat es unterdessen Anschlüsse zu externen Speichermedien.

Zu 3. iOS für Consumer, iPadOS für die Ersteller, es fehlen aber noch viele Funktionen die das MacOS beinhaltet.

Grundsätzlich muss ich auf einem iPad kein Klassisches MacOS mit Maus/Tastatur haben, sondern nur deren Funktionen.

Wer legal und mit dem offiziellen Segen c von Apple damals ein MacOS auf einem Tablet ausprobieren möchte, der sollte zu einem gebrauchten Modbook greifen https://de.wikipedia.org/wiki/ModBook?wprov=sfti1
+1
Sindbad23.04.21 13:56
Der Tag wird kommen...

Die Leistung der Geräte steigt weiter.
iPhone / iPad haben bald genug Speicher und Rechenpower für den Normalbedarf.
Apple und andere arbeiten an innovativen Konzepten.
Ich kann warten und freue mich auf die zukünftigen Keynotes.
-1
alexthegreat23.04.21 14:07
Es ist doch einigermaßen klar warum Apple diesen Schritt (noch) nicht geht. Was bringt es denn ein Device zu haben das wahlweise ein klassischer Mac oder ein Tablet sein kann, wenn die Software das nicht mitgeht?
Technisch wäre es ein leichtes den TB-Anschluss am iPad mit einem Trigger zu versehen der bei Anschluss eines Monitors die UI anpasst. Aber was bringt das, wenn ich dann entweder ein beschränktes iOS Programm auf dem Desktop habe (so wie es ja jetzt schon teilweise ist) oder ein über komplexes iOS Programm mit zig Untermenüs?
Damit die Entwicklung von sinnvoll optimierter Software aber voran schreitet, braucht vor allem das iPad enorme Leistungsreserven. Diese hat es nun bekommen!

Ich glaube Apple wird auf lange Sicht den Weg gehen Geräte in den Hintergrund zu rücken. Das wird dann so laufen: iPhone in der Hosentasche: angepasstes UI für Touch-Bedienung. iPhone am Bildschirm angeschlossen: Mac-UI auf Bildschirm, angepasstes UI auf iPhone. Das gleiche gilt natürlich für die iPads. Die Bedienelemente auf den iDevices selbst werden dabei immer auf Touch-Bedienung optimiert dargestellt. Jetzt müssen nur noch die Programme das auch entsprechend mitgehen.
Interessant wird es tatsächlich beim Hybrid iPad Pro. Ich kann mir vorstellen, dass bei Anschluss eines Keyboards/Maus die UI angepasst wird (eher Richtung Mac). Bei Bedienung ohne diese Peripherie wechselt das UI wieder in die Touch-Variante.

Bei Windows hat die Verschmelzung nie funktioniert weil sie ein UI für alles wollten. Und das ging dann in die Hose weil es so für jeglichen Anwendungsfall schlecht war.
Apple ist da absolut auf dem richtigen Weg.
+1
pstoehr23.04.21 14:20
Es würde mich jetzt echt mal interessieren wieviele der Leute hier die von einem "OS Switch je nach Kontext" reden schon mal Anwendungssoftware für so etwas geschrieben haben.
Es hat schon einen guten Grund warum die "Office-Software" von Apple unter iPadOS vollkommen anders aussieht und bedient wird wie auf dem Desktop. Wie es definitiv nicht geht hat uns Microsoft gezeigt. Word auf einem dieser "Hybriden Systeme" ist einfach schrecklich zu bedienen. Und ständig mit dem Pen rumzumachen wenn man ein Menü bedienen will ist halt definitiv nicht dasselbe wie das Arbeiten mit der Maus.

Och hätte auch gerne eine an iPadOS angepasste Xcode Version, aber bloß weil das neue iPadPro genug Rechenleistung hat heißt dass ja noch lange nicht, dass man dann mit einem Tablet auch komplexere Software-Systeme mit Xcode entwickeln will. Klar, ne "Hello World" App geht bestimmt, aber wer mal leiden will kann ja mal mit Playgrounds unter iPadOS "Software erstellen". Der Fun ist endlich ...

Rechenleistung allein ist es nicht und weil im iPadPro jetzt der M1 drin steckt bedeutet dass noch lange nicht, dass man auch dieselbe Rechenleistung wie beim neuen iMac hat, da fehlt einfach die Lüftung. Mal so schnell für Zwischendurch mag das reichen, aber irgendwann muss man der fehlenden Lüftung Tribut zollen und dann fehlt halt doch die Rechenleistung (auch wenn der aktuelle große MacMini mit dem M1 auch fürs Entwickeln nicht unflott ist).

Das wird also noch lange dauern bis man nur mit einem Stück Hardware und Peripherie alle wesentlichen Anwendungsbereiche abdecken kann
Peter
+2
weasel23.04.21 14:32
pstoehr
Es würde mich jetzt echt mal interessieren wieviele der Leute hier die von einem "OS Switch je nach Kontext" reden schon mal Anwendungssoftware für so etwas geschrieben haben.

Für mich ist vielmehr das Problem, dass iPadOS viel zu beschränkt ist. Hier sind für mich persönlich zu nennen:

- Multi User
- Dateisystem

Vor allem letzteres ist ein KO Kriterium derzeit für mich persönlich. Cloud ist ein No Go.

Das Dateihandling zwischen Apps, das Nutzen von nicht lokalen Dateien bspw auf Netzlaufwerken, ist einfach nur Krampf.

Ganz einfaches Beispiel: warum soll ich Fotos erst einmal lokal aufs iPad kopieren? Austausch zwischen Apps? Versionen?
-1
ww
ww23.04.21 14:40
Es gibt für Apple nur EIN Argument: sie wollen iPad UND MacBook verkaufen.

Man braucht kein touchfähiges macOS oder ein iPados auf dem Mac.

Das macOS soll genau so wie es jetzt ist auf dem iPad Pro laufen. "Nur" mit Tastatur und Maus/Touchpad bedienbar sein. Über den TB-Anschluss kann man Alles anhängen. Am besten ein TB-Dock/Hub. Und schon hat mein ein vollwertiges MB.

Oder man startet das iPad Pro mit iPados. Und ich kann es standalone als iPad benutzen.

Fertig! Es braucht kein anderes oder angepasstes OS. macOS muss nur auf dem iPad laufen.

Ist alles Geschwafel von Apple. Die wollen mehr verkaufen. Thats it. Ist auch ihr gutes Recht. Trotzdem hätte mir das Gefallen.
0
pstoehr23.04.21 14:43
Hallo Weasel,

für solche „Poweruser-Tätigkeiten“ ist das Tablett nicht konzipiert. iPadOS abstrahiert so etwas wie das Dateisystem einfach weg und der „Otto-Normal-User“ ist in der Regel damit glücklich.
Multiuser ginge inzwischen sicherlich, hier war früher einfach der fehlende oder „unbezahlbare“ “Plattenplatz” das Hauptproblem. Aber auch da sehe ich persönlich keinen ausreichend Markt für.

Peter
+2
weasel23.04.21 14:56
pstoehr
Hallo Weasel,

für solche „Poweruser-Tätigkeiten“ ist das Tablett nicht konzipiert. iPadOS abstrahiert so etwas wie das Dateisystem einfach weg und der „Otto-Normal-User“ ist in der Regel damit glücklich.
Multiuser ginge inzwischen sicherlich, hier war früher einfach der fehlende oder „unbezahlbare“ “Plattenplatz” das Hauptproblem. Aber auch da sehe ich persönlich keinen ausreichend Markt für.

Peter

Richtig. Ich gebe dir da recht. Ich hatte ja betont, dass es für mich eben ein KO Kriterium ist.

Allerdings ist es eben schade, dass das iPad eben all die notwendige Power bekommt, man aber das Potenzial nicht voll ausschöpfen kann.

Es ist toll damit zu arbeiten. Auch unterwegs/auch auf der Couch. Aber wenn man nicht alles damit machen kann, muss man halt doch ein MacBook mitnehmen. Sehr schade.

Aber okay... jeder ist da von seinen Anforderungen anders.
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