iPhone: Europäische GPS-Alternative Galileo erstmals in den USA nutzbar

Die US-Kommunikationsbehörde FCC ermöglicht es iPhones und anderen Smartphones erstmals, Daten der europäischen GPS-Alternative Galileo zu nutzen. Zuvor waren Smartphone-Anbieter gesetzlich dazu verpflichtet, das europäische System auf ihren Geräten aus Gründen der Spionageabwehr zu blocken.


„Mehr Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit“
Die FCC hat eine entsprechende Erklärung (PDF) veröffentlicht: „Sowohl Verbraucher als auch die Wirtschaft dürfen fortan bestimmte Satellitensignale von Galileo nutzen.“ Es gehe darum, zusätzlich zum amerikanischen Global Positioning System (GPS) weitere Satellitendaten bereitzustellen. Dadurch verbessere sich die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Navigationssystemen. Da die in den Smartphones eingebaute GPS-Hardware auch GPS-fremde Satellitendaten empfangen kann, sollten Softwareupdates für die Erweiterung auf Galileo reichen.

Unabhängiger von den USA
Die Europäische Union brachte die Satellitennavigation Galileo vor einigen Jahren auf den Weg, um sich unabhängiger vom US-System GPS zu machen. Da immer mehr Bereiche – wie etwa der Liefer- und Reiseverkehr – auf Satellitennavigation angewiesen sind, sei ein eigenes Satellitensystem hilfreich, so die Überlegung. Selbst wenn die USA sich in einer Krisenzeit dazu entscheiden sollten, den GPS-Zugang einzuschränken oder ganz zu unterbinden, könnten Europäer weiterhin Satellitendaten über Galileo verwenden. Mehrere Satellitensysteme bedeuten zudem eine größere Auswahl für Verbraucher und potenziell schnellere und genauere Standortbestimmungen.

Kommentare

dan@mac
dan@mac16.11.18 17:20
Und in Europa wird es von den iPhones schon genutzt? Im Artikel ist nur vom der USA die Rede.
-1
Zippo16.11.18 17:37
dan@mac
Und in Europa wird es von den iPhones schon genutzt? Im Artikel ist nur vom der USA die Rede.
+7
Deichkind16.11.18 17:38
Seit iPhone 7: Assisted GPS, GLONASS, Galileo, and QZSS.
Wünschenswert ist allerdings, dass endlich auch die Zweifrequenzmessung unterstützt wird.
+5
Oceanbeat
Oceanbeat16.11.18 17:50
Deichkind
Seit iPhone 7: Assisted GPS, GLONASS, Galileo, and QZSS.
Wünschenswert ist allerdings, dass endlich auch die Zweifrequenzmessung unterstützt wird.
Was bedeutet das?
Wenn der Herbst seine morbide Pellerine über die Vorgärten wirft...
+3
Dawton Prime16.11.18 17:58
Die Frage ist, welche Apps (Apple Karten, Google Maps, etc.) nutzen welchen Dienst? Kann man das irgendwo erkennen?
0
Embrace16.11.18 18:19
Soweit ich weiß nutzen alle Apps die Standortsbestimmung-API von iOS. iOS nutzt also alle verfügbaren Systeme und Satelliten und gibt den Standort an die Apps weiter.
+8
Dawton Prime16.11.18 18:23
Embrace
Soweit ich weiß nutzen alle Apps die Standortsbestimmung-API von iOS. iOS nutzt also alle verfügbaren Systeme und Satelliten und gibt den Standort an die Apps weiter.

Danke für die Info!
0
barabas16.11.18 18:44
Die Garmin Fenix 5er Serie zb. unterstützt Galieio GPS bereits seit diesem Frühjahr. Zunächst in den Betas wird diese mit Software Version 11 mittlerweile auch ganz offiziell unterstützt, wobei man nur die Kombination GPS + Galieio oder GPS + Glonass wählen kann, Galieio only gibt es nicht.
In der Praxis habe ich bei der Verwendung dieser beiden Systeme bislang keine eklatanten Unterschiede feststellen können. So weit mir bekannt ist, ist Galieio aber auch nicht komplett ausgebaut.
0
nacho
nacho16.11.18 18:48
Oceanbeat
Deichkind
Seit iPhone 7: Assisted GPS, GLONASS, Galileo, and QZSS.
Wünschenswert ist allerdings, dass endlich auch die Zweifrequenzmessung unterstützt wird.
Was bedeutet das?

https://de.wikipedia.org/wiki/Zweifrequenz-Empfänger
0
Mecki
Mecki16.11.18 19:53
Deichkind
Wünschenswert ist allerdings, dass endlich auch die Zweifrequenzmessung unterstützt wird.
Wozu sollte das gut sein? Für alles das, wofür der normale SmartPhone Nutzer Satellitenpositionsbestimmung braucht, ist die Bestimmung auch so schon genau genug. Wenn überhaupt wird eine genauere Bestimmung von Nutzern nur in Gebäuden gebraucht, nur da ist das Satellitensignal gar nicht zu empfangen und hier liefern die Sensoren des iPhones auch so schon erstaunlich genaue Daten mit denn man z.B. Räumen vermessen kann. Extrem genaue Standortbestimmung im freien ist ein Sonderfall und die Leute, die das brauchen, die haben dafür auch gesonderte Geräte, die brauchen das nicht auf dem SmartPhone. Warum das SmartPhone teurer machen und die Akkulaufzeit reduzieren, für ein Feature das 99,999% der Nutzer keinen relevanten Mehrwert liefert?
-5
MikeMuc16.11.18 19:59
Deichkind
Wünschenswert ist allerdings, dass endlich auch die Zweifrequenzmessung unterstützt wird.
Willst du wirklich so eine Antenne und Stativ wie bei wikipedia mit dir rum schleppen. Das kann doch nicht dein Ernst sein. Außer es gibt ausreichend kleine Antennen und Chips die ins iPhone passen
+2
jmh
jmh16.11.18 20:57
ich haette gern endlich tempolimits in carplay und karten. ueber welchen satelliten bzw. welches system auch immer – bin da voellig unvoreingenommen ...
+3
ratti16.11.18 21:16
Ich hatte mir seinerzeit bei seinem Erscheinen das BQ Aquaris X5+ gekauft, unter anderem weil ich Galileo haben wollte. Ich tracke beim Wandern meine Route und freue mich, wenn das eine möglichst exakte Linie ist (was u.a. auch die gelaufene Strecke verfälscht)

Das Gerät selber war großartig, aber Galileo ist es nicht. Das System ist viel zu dünn, als dass bereits vernünftige Messungen möglich wären.

Meines Wissens ist das ein einzige Chip, der die gesamten Normen beherrscht. Dabei wird keine „gemischte“ Ortung durchgeführt — der Chip schaut, welches der Systeme gerade die beste Ortung ermöglicht und nutzt dann nur dieses System. Er peilt also nicht 3 GPS, 1 Galileo und 1 GLONASS an.

Wir haben uns damals rege in einem Forum ausgetauscht in der Annahme, das Handy sei buggy, weil niemals jemand einen Galileo empfangen hatte. Es dauerte glaubich 'ne Woche, bevor jemand berichtete, sein Handy würde jetzt gerade einen Satelliten „sehen“. Wohlgemerkt — sehen. Für eine Ortung wären mehrere nötig, und wenn man zeitgleich 15 GPS empfängt, werden die Galileos wohl niemals benutzt.

Inzwischen sind ein paar weitere Galileos im Orbit, aber ich werde wohl nie erleben, dass ich eine Galileo-Ortung bekomme.

http://stuffin.space/
+1
ratti16.11.18 21:28
Nachtrag: Ich war dann mal neugierig, wie inzwischen der Stand ist, und habe noch mal nachgesehen. Derzeit empfange ich (in der Wohnung) mit dem BQ Aquaris X2 Pro:

12 GPS, 7 brauchbar
9 GLONASS, 9 brauchbar
0 Galileo
0 BEIDOU (hat der Hersteller m.E. rausgeschmissen)

Mit dem Vorgänger BQ Aquaris X5+:
12 GPS, 7 brauchbar
9 GLONASS, 8 brauchbar
7 BEIDOU, 0 brauchbar (nun wissen wir, warum es rausgeschmissen wurde)
6 Galileo, 1 brauchbar

Immerhin sind also inzwischen Galileos am Himmel zu „sehen“, aber weit von einer Nutzbarkeit entfernt.
+1
sierkb16.11.18 22:08
dan@mac,
ratti:

Galileo wird doch erst Anfang 2019 voll einsatzbereit fürs Navigieren sein, der Betrieb bisher ist doch nur auf wenige ausgewählte Funktionen und Dienste (die sog. offenen Dienste, welche bereits seit 2016 für die Allgemeinheit zugänglich sind) beschränkt, das eigenständige Navigieren ohne Mithilfe der konkurrierenden Dienste ist noch gar nicht freigeschaltet, wird es erst werden Anfang 2019. Erst im Juli 2018 wurden vier weitere Satelliten (Nr. 23-26) hochgeschossen, es sind nun insgesamt 26 Galileo-Satelliten von mindestens 30 oben:

BR (25.07.2018): Navigationssystem Galileo: Weltweite Navigation mit Galileo ab 2019 möglich
Mit den heute ins All geschickten vier Galileo-Satelliten ist das europäische Navigationssystem auf 26 Satelliten angewachsen. Nach Angaben der DLR in Oberpfaffenhofen können die Galileo-Signale ab 2019 zum Navigieren weltweit verwendet werden.
BR, 25.07.2018
Es hat lange gedauert und war kompliziert, doch jetzt ist das europäische Navigations- und Zeitgebungssystem Galileo auf der Zielgeraden. Mit den vier nun vom Weltraumbahnhof Kourou gestarteten Galileo-Satelliten ist das Projekt der Europäischen Union und der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA auf 26 Satelliten angewachsen. Damit sei eine weltweite Abdeckung nahezu vollständig, erklärt die Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum DLR in Oberpfaffenhofen. Von dort aus werden die Satelliten gesteuert. Nutzer können demnach Anfang 2019 ausschließlich mit Galileo-Signalen global navigieren.

Bislang war das nur in Kombination mit den militärisch kontrollierten Navigationsdiensten GPS (USA), Glonass (Russland) oder Beidou (China) möglich, erklärt das DLR.
[…]

Golem (25.07.2018): Esa komplettiert Galileo
Mit 26 Satelliten um die Welt: Die Esa schießt am 25. Juli vier weitere Satelliten für Galileo in den Orbit. Damit ist die Konstellation groß genug, um mit dem europäischen Satellitennavigationssystem allein auf der ganzen Welt zu navigieren.

Automobil Industrie (26.07.2018): Satellitennavigation: Galileo ab Anfang 2019 eigenständig nutzbar
Das zivile Navigationssystem Galileo soll ab Anfang 2019 eigenständig für die weltweite Navigation nutzbar sein: Dazu brachte gestern (25. Juli) eine Ariane-5-Trägerrakete vier weitere Satelliten ins All.
Automobil Industrie, 26.07.2018
Mit „Tara“, „Samuel“, „Anna“ und „Ellen“, die jeweils wie ihre Vorgänger rund 715 Kilogramm schwer sind, wächst die Galileo-„Familie“ auf 26 Mitglieder an. „Alle Satelliten umkreisen in einer Höhe von 23.222 Kilometern die Erde. Die Konstellation ist damit nahezu vollständig und kann jetzt eine fast globale Abdeckung mit Galileo-Signalen gewährleisten“, sagt René Kleeßen, Galileo-Programm-Manager im Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), in Bonn – und bestätigt damit das erfolgreiche Aussetzen vier weiterer Galileo-Satelliten.

Einsatzbereit ab Anfang 2019

Das bedeutet praktisch, dass Nutzer Anfang 2019, wenn die jetzt gestarteten vier Satelliten im Regelbetrieb sind, ausschließlich mit Galileo-Signalen global navigieren können. Bislang war das nur in Kombination mit den militärisch kontrollierten Navigationsdiensten GPS (USA), Glonass (Russland) oder Beidou (China) möglich. Bis 2020 sollen alle Galileo-Dienste weltweit verfügbar sein, dafür sind mindestens 30 Galileo-Satelliten notwendig.

“Jeder Galileo-Satellit ist mit hochgenauen Atomuhren ausgestattet, die eine Messgenauigkeit von einem Meter und darunter ermöglichen. Um eine genaue Positionierung zu erhalten, benötigt man die Daten von mindestens vier Satelliten“, erklärt Raumfahrt-Ingenieur Kleeßen. Die Zuverlässigkeit des weltweiten Datenempfangs steige mit Galileo an, wobei die Verfügbarkeit der Navigationssignale nach wie vor in schwer zugängigen Gebieten wie Häuserschluchten oder Bergregionen nicht hundertprozentig garantiert werden könne.

Erste Dienste bereits verfügbar

Die ersten Dienste von Galileo wurden bereits am 15. Dezember 2016 initialisiert: der offene Dienst, der Such- und Rettungsdienst, der verschlüsselte Dienst PRS (Public Regulated Service, ausschließlich für hoheitliche Nutzer wie Polizei, Feuerwehr oder Katastrophenschutz) und ein hochgenauer Zeitdienst.


Die offenen Dienste können von jedem genutzt werden, der über ein Smartphone oder Navigationsgerät der neusten Generation verfügt. Laut Marktreport der europäischen GSA – einer Agentur, die die europäische Kommission beim Aufbau und Betrieb eines Satellitennavigationssystems unterstützt – können 95 Prozent aller heute vertriebenen Chip-Sets Galileo-Signale verarbeiten. Mit den zusätzlichen Satelliten wird der Service stetig ausgebaut.
[…]

DLR (24.07.2018): Countdown für "Tara", "Samuel", "Anna" und "Ellen"
Letzter Start von Galileo-Satelliten mit der europäischen Ariane 5-Rakete
DLR, 24.07.2018
Vier weitere Satelliten für das zivile europäische Navigationssystem Galileo sollen am 25. Juli 2018 um 13.25 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (8.25 Uhr Ortszeit) an Bord einer Ariane -5-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guyana) starten. Mit "Tara", "Samuel", "Anna" und "Ellen", die jeweils wie ihre Vorgänger rund 715 Kilogramm schwer sind, wächst die Galileo-"Familie" auf 26 Mitglieder an. "Alle Satelliten umkreisen in einer Höhe von 23.222 Kilometern die Erde. Die Konstellation ist damit nahezu vollständig und kann jetzt eine fast globale Abdeckung mit Galileo-Signalen gewährleisten", berichtet René Kleeßen, Galileo-Programm-Manager im Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn.

Das bedeutet praktisch, dass Nutzer Anfang 2019, wenn die jetzt gestarteten vier Satelliten im Regelbetrieb sind, ausschließlich mit Galileo-Signalen global navigieren können. Bislang war das nur in Kombination mit den militärisch kontrollierten Navigationsdiensten GPS (USA), Glonass (Russland) oder Beidou (China) möglich. Bis 2020 sollen alle Galileo-Dienste weltweit verfügbar sein. "Am Ende bewegen sich mindestens 30 Galileo-Satelliten im Orbit und umkreisen die Erde. Zwei Bodenkontrollzentren und mehrere Empfangs- und Sendestationen garantieren die zuverlässige und hochgenaue Funktionsweise des Systems. Jeder Galileo-Satellit ist mit hochgenauen Atomuhren ausgestattet, die eine Messgenauigkeit von 1 Meter und darunter ermöglichen. Um eine genaue Positionierung zu erhalten, benötigt man die Daten von mindestens vier Satelliten", erklärt Raumfahrt-Ingenieur Kleeßen. Die Zuverlässigkeit des weltweiten Datenempfangs steige mit Galileo an, wobei die Verfügbarkeit der Navigationssignale nach wie vor in schwer zugängigen Gebieten wie Häuserschluchten oder Bergregionen nicht hundertprozentig garantiert werden könne.
[…]
Die ersten Dienste von Galileo - der offene Dienst, der Such- und Rettungsdienst, der verschlüsselte Dienst PRS (Public Regulated Service, ausschließlich für hoheitliche Nutzer wie Polizei, Feuerwehr oder Katastrophenschutz) und ein hochgenauer Zeitdienst - wurden am 15. Dezember 2016 initialisiert. Die offenen Dienste können von jedem genutzt werden, der über ein Smartphone oder Navigationsgerät der neusten Generation verfügt. Laut Marktreport der europäischen GSA können 95 Prozent aller heute vertriebener Chip-Sets Galileo-Signale verarbeiten. Mit den zusätzlichen Satelliten wird der Service stetig ausgebaut.
[…]

ESA: Galileo
+4
Deichkind16.11.18 22:47
Von den 26 lancierten Galileo-Satelliten sind aktuell 17 Exemplare nutzbar. Weitere 4 wurden im Juli 2018 gestartet und werden derzeit kommissioniert. Den Rest kann man abhaken. Weitere 8 müssen gestartet werden, ehe man einen Regelbetrieb erwarten kann. Galileo-Konstellation: . Dennoch wundere ich mich über die schlechte Empfangbarkeit der vorhandenen Galileo-Satelliten bei dem BQ.
Bei dem Xiaomi Mi8, dem ersten und bisher einzigen Smartphone mit GPS-Zweifrequenzempfänger (Broadcom BCM 47755) sieht das schon besser aus:

Nottingham Scientific 1:
Nottingham Scientific 2:
Erfahrungsbericht Navigation-Professionell:
+1
aMacUser
aMacUser17.11.18 00:00
Deichkind
Bei dem Xiaomi Mi8, dem ersten und bisher einzigen Smartphone mit GPS-Zweifrequenzempfänger (Broadcom BCM 47755) sieht das schon besser aus:
Du verwechselst hier Zweifrequenzempfänger mit Dual-Frequenz-Empfänger. Das Mi 8 kann lediglich die Signale von zwei Systemen parallel empfangen, mehr nicht. Ein Zweifrequenzempfänger ist eine ganz andere Technik. Das geht es in einem Smartphone auch nur schwer, da die beiden Empfänger einen gewissen Abstand brauchen. Und die kleinen Chip-Empfänger sind dafür sowieso zu klein.
+2
ratti17.11.18 07:33
Deichkind
Dennoch wundere ich mich über die schlechte Empfangbarkeit der vorhandenen Galileo-Satelliten bei dem BQ.
Da muss ich meinen kleinen Liebling mal in Schutz nehmen Wir hatten das seinerzeit intensiv gecheckt, auch gegen anderen Geräte mit Galileo-Empfänger, und irgendwer hatte zuhause sogar professionelle Hardware rumstehen — der Empfang selber war vollkommen in Ordnung, aber einfach zu wenige Satelliten im Orbit. Es gibt ja diverse Websites, wo man sich das Realtime angucken kann, wo die stehen, und das war in der Regel „Keiner in der Nähe“.

Das ist einige Zeit her, wenn der Empfang JETZT ungewöhnlich schlecht ist, dann vermutlich, weil ich in der Wohnung sitze.
0
ratti17.11.18 07:43
sierkb
dan@mac,
ratti:

Galileo wird doch erst Anfang 2019 voll einsatzbereit fürs Navigieren sein, der Betrieb bisher ist doch nur auf wenige ausgewählte Funktionen und Dienste (die sog. offenen Dienste, welche bereits seit 2016 für die Allgemeinheit zugänglich sind) beschränkt, das eigenständige Navigieren ohne Mithilfe der konkurrierenden Dienste ist noch gar nicht freigeschaltet, wird es erst werden Anfang 2019.

Fein. Ich habe gerade noch mal gegoogelt, das wird in den damaligen Veröffentlichungen mit keiner Silbe erwähnt. Es heisst überall, mit den seinerzeit vorhandenen Satelliten wäre das System nutzbar, und folgende Smartphones würden das unterstützen…

Also, ich rede jetzt nicht von den Werbetexten bei Notebooksbilliger, sondern von den Veröffentlichungen der verantwortlichen Behörden.

Dann ist ja auch klar, dass man sich das Feature als Endkunde hätte sparen können.

Naja. Was soll's. Ist dann auch irgendwie eine spannende Materie.
0
Deichkind17.11.18 09:43
aMacUser
Deichkind
Bei dem Xiaomi Mi8, dem ersten und bisher einzigen Smartphone mit GPS-Zweifrequenzempfänger (Broadcom BCM 47755) sieht das schon besser aus:
Du verwechselst hier Zweifrequenzempfänger mit Dual-Frequenz-Empfänger. Das Mi 8 kann lediglich die Signale von zwei Systemen parallel empfangen, mehr nicht. Ein Zweifrequenzempfänger ist eine ganz andere Technik. Das geht es in einem Smartphone auch nur schwer, da die beiden Empfänger einen gewissen Abstand brauchen. Und die kleinen Chip-Empfänger sind dafür sowieso zu klein.

Ich meine Dual-Frequency-Empfänger mit dem Broadcom BCM 47755, der die Kanäle L1 und L5 (GPS) bzw. E1 und E5 (Galileo) gleichzeitig auswerten kann. Um Empfänger, die durch technische Tricks das verschlüsselte GPS-Signal L2 parallel zu L1 für die Verwendung in der Vermessungstechnik erschlossen haben, geht es hier nicht.

Info zu Broadcom BCM 47755 und Xiaomi Mi8:
Dual Frequency performance in mass market (Miguel Torroja, Broadcom): .

Superaccurate GPS Chips Coming to Smartphones in 2018 (IEEE Spectrum):

Big news from Broadcom: 30-cm positioning for consumers (GPS World):

Dual-frequency GNSS smartphone hits the market (GPS World): .

Und ich verweise auf die Links zu den Blogeinträgen der Universität Nottingham in meinem anderen Beitrag :
Demnach ist die Messunsicherheit beim Mi8 immerhin nur halb so groß wie beim Einfrequenzempfänger Samsung S8, aber immer noch viel größer als "30 cm". Beim Mi8 ist der Frequenzgang der GNSS-Antenne zudem noch nicht optimal für den Zweifrequenzempfang. E5 sollte systembedingt um einige dB "stärker" empfangen werden, als es beim Mi8 zu beobachten ist.
+1
Joe12
Joe1217.11.18 10:06
sierkb
das eigenständige Navigieren ohne Mithilfe der konkurrierenden Dienste ist noch gar nicht freigeschaltet, wird es erst werden Anfang 2019. Erst im Juli 2018 wurden vier weitere Satelliten (Nr. 23-26) hochgeschossen, es sind nun insgesamt 26 Galileo-Satelliten von mindestens 30 oben:
Was soll da denn freigeschaltet werden? Die Galileo Satelliten die jetzt schon im Orbit sind Senden doch schon ihre Signale. Es ist doch nur so das bisher die Anzahl der Satelliten zu Niedrig war wodurch keine Permanente Position Bestimmung möglich war.
0
ted-23617.11.18 11:12
Soweit ich mich erinnere, hatten die USA extrem Einwände gegen die europäische Galileo-Satellitennavigation. So europäisch und eigenständig ist es, so wie viele glauben, nicht. Die Amerikaner haben wohl Zugang zum System und können im Kriesenfall (wie auch immer die USA Kriesen definiert, das System abschalten oder zu mindest die Genauigkeit herrunter setzen. Das einzig Eigenständige ist wohl nur, dass der europäische Steuerzahler das System alleine finanziert.
-4
dan@mac
dan@mac17.11.18 12:12
sierkb: Danke, genau darauf zielte meine Frage ab!
0
sierkb17.11.18 12:45
ted-236:

Du meinst ? Offenbar Schnee von gestern bzw. sehr entschärft (und eine leere Drohung, der keine Taten folgten, eher im Gegenteil: selbst in GPS ist die künstliche Verschlechterung offenbar nicht mehr der Fall und dort zumindest gelockert bzw. aufgehoben unter dem Eindruck von Galileo und der Hartnäckigkeit/Unbeirrtheit der Europäer). Siehe dazu auch: , , , .
0
Termi
Termi17.11.18 20:26
Wen's interessiert: In meiner Mobiltelefondatenbank ist u.a. für >5.450 Geräte angegeben, welches Ortungssystem sie unterstützen.
0

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