iOS 15: Sicheres Einfügen aus der Zwischenablage schützt vor Schnüffelei

Den meisten iPhone- und iPad-Besitzern ist mittlerweile vermutlich die Benachrichtigung vertraut, welche gelegentlich nach der Nutzung der Zwischenablage erscheint. Werden nämlich mithilfe von Copy & Paste zuvor von einer App dort abgelegte Inhalte an eine andere Anwendung übergeben, weist iOS 14 darauf hin. Diese Hinweise waren Apples Reaktion auf die von Sicherheitsforschern enthüllte Praxis etlicher Entwickler, sich ungefragt und heimlich am Pasteboard zu bedienen und darin herumzuschnüffeln.


Apps spionierten in der Zwischenablage herum
Durch die für kurze Zeit am oberen Rand des Displays auftauchende Notification deckte iOS 14 schonungslos auf, dass etwa TikTok, AccuWeather und Google News, aber auch die Apps des deutschen Wochenmagazins Stern sowie der New York Times in der Zwischenablage herumspionierten. Der Hinweis erschien nämlich auch stets dann, wenn dies im Hintergrund und somit ohne Zutun des Nutzers geschah. Mittlerweile haben die meisten Entwickler dank Apples Vorkehrung diese Schnüffelei zwar eingestellt, der iPhone-Konzern erweitert die kommende Version des Betriebssystems allerdings dennoch um ein neues Feature, das bei der Zwischenablage für mehr Sicherheit und Datenschutz sorgen soll.


"Secure Paste" verhindert Auslesen des Clipboards
Mit dem im Herbst erscheinenden iOS 15 stellt Apple Entwicklern eine Funktion namens "Secure Paste" zur Verfügung. Kommt diese in einer App zum Einsatz, lassen sich Inhalte wie Texte, Bilder oder URLs wie gewohnt in die Zwischenablage kopieren. Allerdings sind sie für andere Anwendungen gesperrt, diese können sie also nicht mehr eigenmächtig auslesen. Zum Einfügen ist dann stets die entsprechende Aktion des Nutzers erforderlich. Wird das sichere Einfügen in einer App verwendet, erfolgt keine Benachrichtigung mehr, wenn man den Inhalt des Clipboards einer anderen Anwendung übergibt.

iOS 15 bietet zahlreiche neue Datenschutz-Features
Secure Paste gehört zu einer Reihe von neuen Features in Sachen Sicherheit und Datenschutz, welche Apple für iOS 15 angekündigt hat. Dazu gehören neben dem – kostenpflichtigen – iCloud Private Relay unter anderem die lokale Verarbeitung von Siri-Sprachbefehlen, das Blockieren von unsichtbaren Tracking-Pixeln in der Mail-App und das Verbergen der IP-Adresse vor Trackern in Safari. Außerdem bietet die kommende Version des Betriebssystems für iPhone und iPad einen Datenschutzbericht; dieser legt offen, wie häufig Apps auf persönliche Informationen wie Standort, Kontakte oder Fotos zugegriffen haben und an wen diese Daten übermittelt wurden.

Kommentare

maculi
maculi09.06.21 16:17
Immer wieder aufs neue erschreckend, wie völlig enthemmt manche Firmen Daten abgreifen. Da wird einfach mal alles gesammelt was sie in ihre dreckigen Pfoten kriegen, aber uns Nutzer fragen, ob wir damit einverstanden sind? Lieber nicht, am Ende sagen wir noch nein.

Gut das Apple den Hinweis der Sicherheitsforscher beherzigt hat und dergleichen Treiben unterbindet. Bleibt zu hoffen das möglichst viele Entwickler Secure Paste unterstützen, um auch an dieser Stelle diese ewige Schnüffelei zu stoppen.
+18
Borimir
Borimir09.06.21 16:27
maculi
Immer wieder aufs neue erschreckend, wie völlig enthemmt manche Firmen Daten abgreifen. Da wird einfach mal alles gesammelt was sie in ihre dreckigen Pfoten kriegen, aber uns Nutzer fragen, ob wir damit einverstanden sind? Lieber nicht, am Ende sagen wir noch nein.

Gut das Apple den Hinweis der Sicherheitsforscher beherzigt hat und dergleichen Treiben unterbindet. Bleibt zu hoffen das möglichst viele Entwickler Secure Paste unterstützen, um auch an dieser Stelle diese ewige Schnüffelei zu stoppen.
Stimme dir voll zu. Die Strafen für solche Vergehen (Straftaten) sind allerdings nicht drastisch genug. Diese müssen so drastisch sein, dass sich solche Verbrecher (denn genau das sind sie) das Ganze drei mal überlegen...
+9
Dirk!09.06.21 16:51
MTN
dass etwa TikTok, AccuWeather und Google News, aber auch die Apps des deutschen Wochenmagazins Stern sowie der New York Times in der Zwischenablage herumspionierten.

Achtung Glashaus, Steine und so ...

War da nicht auch was mit der MTN App und dieser Meldung...
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Tommy198010.06.21 08:09
Ich wundere mich viel eher, dass sowas erst jetzt kommt und nicht schon vor Jahren. Das Programme die Zwischenablage auslesen können ist ja nichts neues und unter Desktopbetriebssystem schon immer so gewesen. Mir wäre zumindest nicht bekannt, dass es unter Linux/Mac/Win aktiv verhindert wird.
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