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Zukunft der Apple Card: Apple trennt sich von Goldman Sachs und hat neuen Partner gefunden – Chancen für weltweite Einführung?

Seit rund drei Jahren ist bereits bekannt, dass die Apple Card einen neuen Betreiber braucht. Für Goldman Sachs als Bank im Hintergrund des Zahlungsmittels handelt es sich um ein Milliardengrab, weswegen man aus dem Vertrag aussteigen wollte. Die Rede war von rund einer Milliarde Dollar Verlust pro Jahr, da sich Besitzer der Karte schlicht nicht so verhalten, wie es Banken gerne hätten: finanzieren und verlässlich 19 bis 30 Prozent Zinsen auf nicht ausgeglichene Monatsrechnungen entrichten. Dabei tat sich ein weiterer Widerspruch auf, denn einerseits nahmen unterdurchschnittlich viele Nutzer Finanzierungen in Anspruch, gleichzeitig konnten aber weit überdurchschnittlich viele Kunden ihre Raten nicht bezahlen. Apple drängte nämlich auf sehr laxe Kreditvergabe, die Kosten dafür trug hingegen Goldman Sachs. Zahlreiche andere Banken sollen aufgrund dieser Modalitäten schnell abgewunken und kein Interesse gezeigt haben.


Apple stellt Chase als neuen Betreiber vor
Die lange Suche nach einem neuen Bankpartner war jetzt aber erfolgreich, wie Apple in einer Pressemitteilung ausführt. Die Gerüchte bewahrheiteten sich, wonach Chase das Kreditkartengeschäft übernimmt und in Zukunft für die Apple Card verantwortlich ist. Die US-Großbank verwaltet jetzt bereits große Teile des Apple-Barvermögens und galt daher als naheliegende Wahl. Außerdem setzt Chase ebenfalls auf MasterCard, was den Umzug der Karte weg von Goldman Sachs etwas vereinfacht. Apple spricht davon, dass die Umstellung ungefähr zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. An den allgemeinen Bedingungen wie Verzicht auf Grundgebühr, ein bis drei Prozent Cashback (je nach Händler) sowie verzinste Sparkonten soll sich nichts ändern.

Apple Card damit in Europa möglich?
In den damaligen Berichten rund um einen möglichen Wechsel zu Chase hieß es, dass die Chancen auf eine weltweite Einführung damit gestiegen sind. Die Bank will nämlich ihr US-zentriertes Geschäft internationalisieren und verstärkt Europa mit Dienstleistungen ansprechen. Allerdings gibt es weiterhin keine Hinweise auf Pläne, die Apple Card irgendwann hierzulande zu sehen – wenngleich eine solche Ankündigung sicherlich auch erst nach der erfolgreichen Umstellung und nicht zwei Jahre vorher erfolgen würde.

Kommentare

Macmissionar08.01.26 09:48
Was soll so eine Karte für Vorteile bringen? Ich würde sie glaube ich nur holen, um ein Stück "Apple-Technik" mit hübschem Logo zu besitzen; und auch nur dann, wenn sie kostenneutral (zum Beispiel bei einem gewissen Umsatz) wäre. Ansonsten ist doch flächenmäßig Apple Pay inzwischen etabliert …
A Mac is like a Wigwam: No Windows, no Gates, no Backdoors, Peace, Harmony – and an Apache inside.
-8
innug08.01.26 09:57
Macmissionar
Die Vorteile sind doch im Artikel beschrieben (Cashback, verzinste Sparkonten etc.). Mindestumsatz ist nicht nötig, da keine Grundgebühr erhoben wird (steht auch da). Apple Pay ist keine Alternative, da es nur einen Dienst darstellt, der dein eigentliches Zahlungsmittel (Kreditkarte oder Debit Karte) anwendet. Aber das können Bank-Experten sicher besser erklären.
+22
skipper08.01.26 10:34
19-30% Zinsen, das klingt sittenwidrig, aber in den USA geht eben alles.
-3
Termi
Termi08.01.26 10:42
Wenn Goldman Sachs die Kooperation eingestellt hat, weil es sich nicht gelohnt hat, wird es für Chase bei gleichem Preismodell schwierig.

Für Apple finde ich es auch merkwürdig, auf ein Stück Plastik/Metall zu setzen, statt auf eine virtuelle Kreditkarte im Wallet. Ich nutze meine Kreditkarte fast ausschließlich per Apple Pay, weil mittlerweile nahezu alle Akzeptanzstellen das per NFC unterstützen.

In Amerika ist es üblich, anstelle eines Dispos die Kreditkarte als Überbrückungskredit zu nutzen. Das dürfte hierzulande weniger ertragreich sein.

Für Endkunden macht das wirtschaftlich ohnehin keinen Sinn, da es wirklich gute kostenfreie Goldkarten gibt, wie z.B. die der Norwegian Bank.
-7
PorterWagoner
PorterWagoner08.01.26 10:49
Termi Apple setzt doch massiv darauf, dass es eine digitale Kreditkarte mit Wallet-Integration ist. Viele Finanzfunktionen wie die Auswertungen oder Ratenzahlung gibt es nur im Gespann von Apple Card und Wallet. Die Metallkarte ist nur ein Zusatz und gibt außerdem weniger Cashback.
+8
Gedankenschweif08.01.26 11:39
Termi
Für Apple finde ich es auch merkwürdig, auf ein Stück Plastik/Metall zu setzen,
Menschen sind nun mal haptische Wesen, die in der realen Welt leben und daher eine große Affinität zu realen, berührbaren Objekten haben.
Die physische Karte gibt es also nur, um dieses emotionale Verlangen der Manschen zu bedienen.
Daher ist das ja auch keine simple Plastikkarte, sondern ein edles Objekt aus Titanium.
"Titanium Card
With laser etching and clean styling, Apple Card is designed with the same craftsmanship we bring to all our products. And it’s the only credit card made of titanium — a sustainable metal known for its beauty and durability."
+2
aMacUser
aMacUser08.01.26 11:44
MTN
In den damaligen Berichten rund um einen möglichen Wechsel zu Chase hieß es, dass die Chancen auf eine weltweite Einführung damit gestiegen sind.
Ich bin mittlerweile glücklich mit meiner Klarna Kreditkarte. Nebenbei praktischerweise auch noch ein EU-Anbieter (ja, VISA ist USA, aber gibt halt keinen europäischen KK-Netzwerke). Auch wenn ich Online (in seriösen Shops) am liebsten per SEPA-Lastschrift zahle, bieten viele das leider nicht an, und man muss auf die Kreditkarte wechseln.
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esc
esc08.01.26 16:27
Wenn man viel in ausländischen Währungen zahlt, kann ich Revolut empfehlen. Die Umrechnungskurse sind sehr fair und es fallen auch keine weiteren Provisionen an.
+1
Benjamin-Do08.01.26 17:49
esc
Wenn man viel in ausländischen Währungen zahlt, kann ich Revolut empfehlen. Die Umrechnungskurse sind sehr fair und es fallen auch keine weiteren Provisionen an.

Kannst Du etwas zu Revolut sagen? Ich habe nur mal in Bezug auf Aktien davon gehört
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Termi
Termi08.01.26 19:47
PorterWagoner
Termi Apple setzt doch massiv darauf, dass es eine digitale Kreditkarte mit Wallet-Integration ist. Viele Finanzfunktionen wie die Auswertungen oder Ratenzahlung gibt es nur im Gespann von Apple Card und Wallet. Die Metallkarte ist nur ein Zusatz und gibt außerdem weniger Cashback.

Vorteil von Apple Pay ist, dass weder Apple, noch der Kreditkartenanbeiter noch Händler die Transaktionen auswerten können. Wenn die Auswertung durch Apple ermöglicht wird, bietet das einen tiefen Einblick in das Leben der Kunden. Auf bei Banken kannst Du einer Transaktionsauswertunge zustimmen. Dann wird Kunden ein FinanzManager geboten, der Ein-/Ausgaben kategorisiert. Die Banken könnten damit dann gezielter Werbung schalten. Können Kunden auswählen (zumindest bei meiner Bank). Ratenzahlung per Kreditkarte ist - wie von mir schon geschrieben - in Deutschland weniger verbreitet, als in den USA. Dies ist für Kreditkartenanbieter nach drastischer Senkung der Transaktionsgebühren vor vielen Jahren für manche noch ein Ertragsfaktor. Cashback muss refinanziert werden. Weder Kartengebühren noch Transaktionskosten können das. Somit müsste Chase sehen, wie sie am Produkt Geld verdienen. Auch wenn meine Einschätzung viele Daumen nach unten bekam, bin ich sehr skeptisch, dass Chase das nach dem Scheitern von Goldman Sachs hinbekommt. Ich arbeite seit Jahrzehnten in der Finanzbranche und hatte schon mit einigen Kreditkartenprogrammen zu tun. Nur zum Spaß macht das keiner.
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