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TechTicker Spezial: Cambridge stellt coolen neuen Streaminglautsprecher L/R in drei Größen und in vielen Farben vor

Cambridge Audio, seit kurzem nur noch mit dem Label "Cambridge" unterwegs und einer der wenigen bekannten mittelständischen britischen HiFi-Marken, die nach wie vor in privater Hand sind, startet mit einer Überraschung ins neue Jahr. Das Unternehmen ist vor allem für seine fair bepreisten und vor allem klanglich stets herausragenden Audiokomponenten und Kopfhörer bekannt. So hat beispielsweise der Over-Ear Kopfhörer Melomania P100 im REWIND-Test ein überragend gutes Ergebnis für seinen Listenpreis von 279 Euro abgeliefert. Und auch der Streaming-DAC-Vorverstärker CXN100 hat mit seinen Fähigkeiten im Test überzeugt.

Dass Cambridge jetzt mit seinem ersten Aktivlautsprecher auf den Markt kommt ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen ist es ganz schön mutig, heute noch in einen Markt einzusteigen, der von vielen Konkurrenten mit Jahrelanger Erfahrung auf diesem Gebiet bevölkert und dominiert wird. Auch im Hinblick auf den Erfolg kleiner Smart-Speaker à la HomePod und WiiM Sound ist das ein kühner, aber auch gewagter Schritt.


Davon abgesehen weckt ein solches Schritt von einem Hersteller, der sich einen Namen mit besonders gutem Preis/Klang-Verhältnis gemacht hat, Hoffnung auf ein womöglich überlegenes Lautsprecherkonzept zum erschwinglichen Preis. Aus dem Grund lohnt sich ein näherer Blick auf das neue Angebot unbedingt.


Cambridge L/R – Der Name ist Programm
Beginnen wir mit dem Namen der Serie: "L/R". Das steht unverkennbar für das bei Stereo-Wiedergabe erforderliche Prinzip, zwei Lautsprecher zu nutzen. Einen Linken und einen Rechten – L/R. Das sagt uns außerdem, dass die neuen Lautsprecher in ihrer derzeit angekündigten Form wohl nicht für Surround-Anwendungen konzipiert sind und nicht etwa auf 5.1 oder mehr ausgebaut werden können. Stereo rules! Find' ich persönlich absolut ok, da ich mich schon vor gut einem viertel Jahrhundert aus dem kisten- und kabelintensiven Surround-Universum verabschiedet habe und mit dem guten, alten Stereo sehr glücklich bin. Experimente mit "immersiven" Soundsystemen sind stets interessant und es gibt auch immer wieder Fortschritte auf diesem Gebiet, aber neben dem Aufwand bei Hardware und Verkabelung (was auch die Kosten und den Platz im Wohnzimmer betrifft) sind es vor allem die stets proprietären Tonformate, die sich auf Dauer oft als "Dead End" erweisen.

Die L/R-Serie von Cambridge startet mit drei Modellen. Neben der schieren Größe und Leistung gibt es vor allem einen wesentlichen Unterschied: Das kleinste Modell L/R S ist vornehmlich für den Desktop oder ähnliche Anwendungen konzipiert. Dieser Lautsprecher hat keine integrierte Streamingfunktion, sondern wird beispielsweise von einem Mac per USB oder auch per Bluetooth mit Musik versorgt. Das mittlere und das große Modell (M und X) haben ein StreamMagic Modul integriert und bieten die selbe Anschluss- und Zuspielvielfalt, wie der bekannte Receiver 150SE und das All-In-One-Systems Evo One. Einschließlich HDMI eARC und MM-Phonostufe.


Das Cambridge-eigene StreamMagic-Modul der vierten Generation unterstützt direktes Streaming über Tidal Connect, Spotify Connect Lossless, Qobuz Connect, Amazon Music, Deezer, Roon Ready, UPnP und Internetradio sowie die Nutzung in mehreren Räumen über Google Cast oder Apple AirPlay 2. Die Verbindung zwischen den beiden Lautsprechern eines Stereosets kann wahlweise per USB-C oder drahtlos nach dem WiSA HT Standard hergestellt werden.

Ein weiterer entscheidender Unterschied zwischen dem Modell S und den größeren Modellen M und X ist die Treiberbestückung bzw. das akustische Konzept allgemein.

Die Besonderheiten der Modelle L/R M und L/R X
Für die L/R M und L/R X verspricht Cambridge nicht weniger als "die Dynamik und Klangqualität einer Standbox". Dafür setzen die Briten auf jeweils zwei Tiefmitteltöner in 2,5-Wege-Beschaltung, die von seitlichen Passivradiatoren unterstützt werden. Die Treiber sind extra für die Cambridge Audio L/R Serie konzipiert worden und fügen sich in Farbgebung des Gehäuses ein. Die seitlichen Radiatoren (Membranen ohne eigenen Antrieb, die von den Schalldruckveränderungen im geschlossenen Gehäuse-Inneren angeregt werden, und die quasi die Funktion einer Bassreflexöffnung übernehmen, sind größer als die aktiven Basstreiber, was für eine besonders saubere und tiefbassstarke Wiedergabe sorgen soll. Strömungsgeräusche wie bei Bassreflex können damit jedenfalls nicht entstehen.


Die Frequenzweiche ist komplett digital aufgebaut. Das bedeutet auch, dass analoge Quellen wie Phono immer erst digitalisiert werden. Analog-Puristen wird dsas weniger freuen, aber die sind auch nicht unbedingt die Zielgruppe der L/R-Serie. Pro Stereoset sorgen sechs Endstufen für die Ansteuerung der Chassis. Die summieren sich auf eine Gesamtleistung von 150 Watt RMS pro Kanal, beim größten Modell L/R X sind es sogar 400 Watt.


Die neuen Torus-Hochtöner (Torus steht für die ringförmige Form der Schallableitung hinter der Membran, siehe Schnittmuster) wurden eigens für die Cambridge Audio L/R entwickelt. Jedes Modell ist mit einem speziell auf die Geometrie abgestimmten Waveguide ausgestattet, der eine besonders harmonische Ausbreitung der Schallwellen im Raum und holographische Abbildung sicherstellen soll. So lassen sich insbesondere die L/R X auch in größeren Räumen einsetzen, sagt Cambridge.


Die Besonderheiten der L/R S
Die kleinen Boxen L/R S sind als besonders günstige und unkomplizierteste Lösung für Desktop, Regale oder andere Aufstellungsorte mit wenig Platz konzipiert. Auch sie verfügen über ein geschlossenes Gehäuse, verzichten aber auf die passiven Radiatoren, womit sie sich auch einfache in Regalboards integrieren lassen. Auch den in den größeren Modellen zu findenden Downfire-Bass scheint es hier nicht zu geben, was auch die leicht unterschiedlichen Fußkonstruktionen erklären würde (siehe Bild der drei Modelle in Racing Green oben). Dank vom Hersteller optimierter Class-D-Verstärkung mit einer Gesamtleistung von 100 W RMS soll das Stereo-Set einen transparenten, räumlichen und dennoch vollwertigen Klang liefern. – In Marketingworten.


Drahtlose Zuspielung zur Masterbox ist per Bluetooth mit aptX HD Codec möglich (eine aptX-kompatible Quelle vorausgesetzt – Apple also nicht). Kabelgebundene Quellen können per Analogeingang (wird digitalisiert), USB und optischem Toslink vorgeschaltet werden. Mit ihren kompakten Abmessungen und dem in sechs verschiedenen Farbvarianten erhältlichen Gehäuse bringe die L/R S Premium-Sound auf jeden Schreibtisch und in kleinere Wohnräume – so das Herstellerversprechen. Bei höheren Anforderungen an Bass und Maximalpegel kann auch hier ein externer Subwoofer angedockt werden. Eine App zur Fernbedienung per Bluetooth ermöglicht Klanganpassungen unter Berücksichtigung der Aufstellung und des Hörplatzes dank anpassbarer Equalizer-Presets.

Einschätzung
Um die Kirche im Dorf zu lassen: Irgendwelche nie gesehenen und revolutionären technischen Konzepte sind hier nicht zu entdecken, weshalb ich die Erwartungen nicht zu hoch schrauben will. Auch Cambridge Audio kocht nur mit Wasser. Nichtsdestotrotz macht allein der Name schon neugierig auf erste Hörtests, denn die Briten haben sich mehr als nur einmal als sehr kompetent erwiesen, wenn es um die klangliche Abstimmung geht.

Aber natürlich geht es bei solchen Konzepten immer auch um die praktischen Aspekte. Hier bleibt abzuwarten, ob die Streaming-Modelle M und X irgendwie mehr Komfort als Konkurrenten wie etwa KEF LS/LSX bieten. Immerhin hat sich die StreamMagic-App im Test mit den Streamern von Cambridge als überdurchschnittlich komfortabel erwiesen. Die Verbindungsmöglichkeiten und -Vielfalt ist ähnlich positiv zu bewerten. Die damit einher gehenden praktischen Limitierungen aber auch. Wie etwa der Umstand, dass in einer Wohnzimmeraufstellung im ungünstigsten Fall viele Kabel bis zum Master verlegt werden müssen. Konzepte mit einem zentralen Streaming-Hub außerhalb der Boxen erweisen sich da oft als überlegen. Erfahrungswerte zeigen allerdings, dass nur ein relativ kleiner Anteil der Nutzer mehr als eine Kabelgebundene Quelle anschließt. Offen bleibt auch die Frage, wie reaktionsfreudig und zuverlässig das System sein wird. Etwa, wenn Master und Slave per Funk miteinander verbunden sind.

Verfügbar sind die Lautsprecher übrigens noch nicht so schnell. Das ist hier quasi nur ein Technology-Preview. Die Markteinführung des kleinen L/R S ist voraussichtlich im März oder April. Die Modelle M und X kommen vermutlich erst im Herbst. Ein Test des kleinen und später des mittleren Modells ist geplant.

Die Preise lauten wie folgt:
  • Cambridge Audio L/R S: 499 Euro (alle Lacke), 549 Euro (Echtholzfurnier Walnuss)
  • Cambridge Audio L/R M: 1399 Euro (alle Lacke), 1499 Euro (Echtholzfurnier Walnuss)
  • Cambridge Audio L/R X: 1999 Euro (alle Lacke), 2099 Euro (Echtholzfurnier Walnuss)

Kommentare

froyo5210.01.26 08:21
Sind das Paar- oder Einzelpreise?
0
dam_j
dam_j10.01.26 08:24
froyo52
Sind das Paar- oder Einzelpreise?
Paar
Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !
+2
Bluebox3410.01.26 08:47
Cambridge Audio ist einfach nur noch völlig lost. Gute Musik wird in Surroundsound gehört und die ehemals sehr respektable Audioschmiede macht ausschließlich nur noch Stereoprodukte. Kann nan sich nicht ausdenken.🤦‍♂️🤷‍♂️
-48
dam_j
dam_j10.01.26 09:32
Bluebox34
Gute Musik wird in Surroundsound gehört und die ehemals sehr respektable Audioschmiede macht ausschließlich nur noch Stereoprodukte. Kann nan sich nicht ausdenken.🤦‍♂️🤷‍♂️

Selten (selbst im Internet) so einen Schwachsinn gelesen...
Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !
+36
Huba10.01.26 10:25
Die Teile bewegen sich in einer Preiskategorie, die noch tragbar erscheint.
Ich bin auf eine Einschätzung des Klangs gespannt und freue mich auf den Test.
+8
aibe
aibe10.01.26 10:37
Bluebox34
Cambridge Audio ist einfach nur noch völlig lost. Gute Musik wird in Surroundsound gehört und die ehemals sehr respektable Audioschmiede macht ausschließlich nur noch Stereoprodukte. Kann nan sich nicht ausdenken.🤦‍♂️🤷‍♂️

Steile These.
+8
sffan10.01.26 11:41
aibe
Bluebox34
Cambridge Audio ist einfach nur noch völlig lost. Gute Musik wird in Surroundsound gehört und die ehemals sehr respektable Audioschmiede macht ausschließlich nur noch Stereoprodukte. Kann nan sich nicht ausdenken.🤦‍♂️🤷‍♂️

Steile These.

Sehe ich auch so. Surround ist für Musik genauso wie damals mit Quadro gescheitert. Außer in winzigen Nischen gibt es nichts mehr.
Und dort beginnt nun mit mit dolby atmos ein neuer Versuch. Welcher Kunde/Käufer läuft da noch hinterher?
+3
pogo3
pogo310.01.26 12:07
Hat mich augenblicklich an die erinnert, schon ein paar Jahre her:

Also, alles schon mal da gewesen.
Ich schmeiss alles hin und werd Prinzessin.
+2
Bitsurfer10.01.26 14:20
sffan
aibe
Bluebox34
Cambridge Audio ist einfach nur noch völlig lost. Gute Musik wird in Surroundsound gehört und die ehemals sehr respektable Audioschmiede macht ausschließlich nur noch Stereoprodukte. Kann nan sich nicht ausdenken.🤦‍♂️🤷‍♂️

Steile These.

Sehe ich auch so. Surround ist für Musik genauso wie damals mit Quadro gescheitert. Außer in winzigen Nischen gibt es nichts mehr.
Und dort beginnt nun mit mit dolby atmos ein neuer Versuch. Welcher Kunde/Käufer läuft da noch hinterher?
Und der ganze Hype um die Surroundanlagen hat die renomierten Hersteller wie Marantz, Pioneer usw fast in den Ruin getrieben weil die Kisten irgendwann niemand mehr, nichtmal mit der Kneiffzange, anfasst.
+4
sffan10.01.26 14:50
pogo3
Hat mich augenblicklich an die erinnert, schon ein paar Jahre her:

Also, alles schon mal da gewesen.
Bei den Lautsprecher-"Kisten" gibt es "optisch" wenig Spielraum. Wenn, dann wird es sehr schnell deutlich teuerer. Der Herstellungsaufwand..
Und nubert ist eine gute Alternative. Da kann man sich auch noch umsehen. Die achten genauso auf ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.
Tolles Design gibts dann halt woanders mit teils saftigem Aufpreis.
+1
Nebula
Nebula10.01.26 16:38
Bin auch von Surround auf Stereo zurückgekehrt. Vollkommen überbewertet und nichts für Leute, die Musik vorwiegend an einem festen Ort hören. Ich schaffe es nicht mal am Schreibtisch, stets im Sweetspot zu sitzen. Vielleicht in 30 Jahren mal, wenn meine Gelenke nicht mehr wollen.
»Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.« – Steve Jobs
+2
Bluebox3410.01.26 20:46
Dann hast du keine Ahnung sorry. Nimm z.B. die gerade erschienene Jubiläumsedition von Pink Floyds WYWH, wenn du den Mehrkanal-Mix hörst fällst du vom Hocker. Da hat James Guthrie ein absolutes Meisterwerk abgeliefert. Aber hey hör weiter Stereo, vielleicht ist das für dich das Beste und ich höre meine Lieblingsmusik einfach weiter so wie es mir gefällt.
-2
AndiHD
AndiHD10.01.26 23:47
Unter X, M und S konnte ich mir nichts vorstellen (BxHxT von der Webseite):

200mm x 330mm x 260 mm
158mm x 263mm x 190 mm
134mm x 226mm x 180 mm

Da kann man schon zum M anstelle S greifen….
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